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4. Spieltag (Sonntag, 08.09.2019, 15:00 Uhr): VfL Hamm - VfB Niederdreisbach

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Am 3. Spieltag der Kreisliga A WW/Sieg ist es gelungen: Der VfB Niederdreisbach hat den ersten Saisonsieg eingefahren und die Abstiegsränge verlassen. Durch ein frühes Tor von Max Ermert gegen seinen Ex-Verein, ein spätes Tor durch Christian Hüsch, eine gute kämpferische Leistung der Mannschaft und Glanzparaden von Torwart Pierre Zeitz wurde die SG 06 Betzdorf bezwungen. Die Lage des VfB hat sich dadurch merklich verbessert, wenn auch nicht gänzlich entspannt.
Die Lage des Gegners am 4. Spieltag ist jedenfalls noch schwieriger und gleicht in vielerlei Hinsicht der Ausgangsposition unseres vorherigen Kontrahenten. Wie die SG 06 Betzdorf ist der VfL Hamm ein langjähriger Oberligist, der soeben aus der Bezirksliga in die Kreisliga A abgestiegen ist, mit einem runderneuerten Kader in der Spielklasse ankommen muss und bisher erst einen Punkt vorweisen kann. Noch während der Hinrunde der vergangen Spielzeit zog sich die erste Mannschaft des VfL vom Spielbetrieb in der Bezirksliga zurück, wodurch der Abstieg in die Kreisliga A frühzeitig feststand. So hatte der Verein etliche Monate Zeit, zunächst einen neuen Trainer zu finden und dann eine ausreichende Zahl an Spielern für die Saison 2019/2020 anzuheuern. Die Verpflichtung von Coach Stefan Hoffmann war in diesem Zusammenhang ein kluger Schachzug, denn Hoffmann hat durch sein Engagement in Betzdorf in einer vergleichbaren Situation Erfahrung im Kontext einer unsicheren Kaderplanung bei einem Traditionsverein gesammelt. Der erste Teil seiner Mission gelang, denn das VfL-Team verfügt über eine ausreichende Anzahl an Spielern. Die meisten Neuzugänge sind Rückkehrer, die vergangene Saison nach dem Rückzug des VfL auf hohem Niveau weitergespielt haben, so Kevin Kizilcan beim Bezirksligisten Müschenbach, Kevin Schumacher, Jan-Philipp Baum und David Nickel beim A-Ligisten Neitersen II und Torhüter Zeycan beim A-Ligisten Gebhardshainer Land.
Mit einem 22 Mann umfassenden Kader, der über genügend Verbindung zum Verein verfügt, scheint unser nächster Gegner für die Kreisliga gerüstet zu sein. Zwar wurde als Saisonziel recht bescheiden der frühzeitige Klassenerhalt ausgegeben (siehe Tempo, Tore, Titeljagd vom 3.8.19), doch die Voraussetzungen scheinen deutlich besser als beim Bezirksligaabstieg vor zwölf Jahren, der mit dem vorübergehenden Absturz in die Kreisliga C endete. Anders als beim darauffolgenden Abstieg in die Kreisliga A vor fünf Jahren, dem der direkte Wiederaufstieg folgte, muss und kann man sich diesmal jedoch auch mit weniger zufrieden geben.
Dass Hamm auf die Dauer im Keller festhängt, ist hingegen ebenso unwahrscheinlich wie der Wiederaufstieg. Zwar war der VfL bislang im Sturm zu harmlos und hat erst drei Tore erzielt (alle gegen Guckheim), aber schon elf Gegentreffer in drei Spielen hinnehmen müssen. Diese Daten sehen aber kritischer aus, als sie in Wirklichkeit sind. Das deutliche 0:3 am ersten Spieltag in Friesenhagen lässt sich damit erklären, dass beim VfL schon vor der Pause zwei Spieler einen Platzverweis erhielten. Das noch deutlichere 0:5 in Alpenrod war laut Facebook-Auftritt des Vereins eine „unnötig deftige Schlappe“, bei der Hamm sich selbst auch einige Chancen erspielte.
Unter der Woche gab es dann im Pokal ein ähnliches Erfolgserlebnis wie für Niederdreisbach am vergangenen Sonntag. Hamm bezwang am Mittwoch die SG Daaden/Biersdorf trotz Unterzahl mit 2:1 nach Verlängerung. Trainer Stefan Hoffmann sprach im Gespräch mit der Rhein-Zeitung (Ausgabe vom 6.9.19) allerdings nicht von einem möglichen Auftrieb, den so ein Pokalerfolg bringen kann, sondern betonte in Anbetracht einer angespannten Personalsituation die Zusatzbelastung durch Spiele in diesem Wettbewerb.
Dennoch stellte Hoffmann vor dem Heimspiel gegen den VfB Niederdreisbach in der RZ fest: „Am Sonntag wäre es an der Zeit, den ersten Sieg zu landen“. Sollte die Heimelf die Häufung von Platzverweisen (drei in vier Pflichtspielen) abstellen können und im Falle eines Rückstandes zusammenhalten – anders als gegen Alpenrod, wo man „nicht mehr im Kollektiv“ arbeitete und sich „anmeckerte“ (siehe Facebook-Seite des VfL Hamm) – gibt es gegen Niederdreisbach sicherlich Chancen auf einen Punktgewinn.
Auf der anderen Seite wird der VfL auf eine VfB-Elf treffen, die nach dem ersten Sieg alles daran setzen wird, eine kleine Serie zu starten und sich weiter Luft zu verschaffen. Fast fünf Jahre musste Niederdreisbach auf eine Gelegenheit warten, um den bislang letzten Auftritt beim VfL Hamm vergessen lassen zu können. In der letzten Meistersaison des VfL endete nämlich die VfB-Reise nach Hamm im September 2014 mit einem 1:7-Debakel. Besonders für Sandro Josten, Tom Rötter, Tim Meyer, Christian Meyer, Pierre Zeitz und Matti Höfer, die damals auf dem Feld standen, sollte allein der Gedanke an eine späte Revanche dafür sorgen, dass sie bis in die Haarspitzen motiviert ans Werk gehen. Tim und Christian Meyer, die zuletzt pausieren mussten, werden übrigens ihre Mannschaft an diesem Sonntag ebenso wieder verstärken wie Niklas Bender. Fast sechseinhalb Jahre nach dem bislang einzigen Punktgewinn gegen Hamm, den sich der VfB am letzten Spieltag der Saison 2012/2013 sicherte – der VfL feierte damals nach Spielende in Niederdreisbach die Meisterschaft –, wäre es jedenfalls höchste Zeit, endlich wieder gegen den ehemaligen Drittligisten zu punkten.


Am letzten Spieltag der Saison 2012/13 freute sich Niederdreisbach über einen Punkt gegen den großen VfL Hamm. Noch größer war jedoch die Freude beim VfL (siehe Foto), denn durch das Remis kehrte er nach sechs Jahren in die Bezirksliga zurück. (Foto: Rhein-Zeitung vom 21.5.13)

Während feststeht, dass Niederdreisbach als Achter nach Hamm reist, entscheidet die Freitagabendpartie zwischen dem punktlosen Schlusslicht Westerburg II und dem punktverlustfreien Ligaprimus Alpenrod, ob der VfL den VfB als Letzter oder Vorletzter empfängt. Schon ein Remis würde Westerburg II an Hamm vorbeischieben, aber selbst das ist gegen die formstarken Alpenroder sehr unwahrscheinlich. Ebenfalls am Freitagabend hat Friesenhagen (3., 9 Punkte) Schönstein (5., 6 Punkte) zu Gast. Der SV Adler Niederfischbach (2., 9 Punkte), der neben Alpenrod und Friesenhagen das dritte Team ist, das bisher nur gewonnen hat, rechnet sich bei seiner Reise zur SG Betzdorf (11., 1 Punkt) ganz sicher den nächsten Dreier aus. Schwer vorherzusehen ist der Ausgang der Partien zwischen Herdorf (4., 6 Punkte) und Guckheim (6., 5 Punkte) sowie zwischen Gebhardshainer Land (10., 3 Punkte) und Berod-Wahlrod/Lautzert (7., 4 Punkte), denn hier liegen die Gegner jeweils nur einen Punkt auseinander. Ein unerwartetes Krisenduell gibt es in Daaden, wo die heimische SG (9., 3 Punkte) nach drei Pflichtspielniederlagen in Serie die SG Alsdorf erwartet, die in der Liga mit einem mageren Pünktchen auf dem drittletzten Platz liegt, am Mittwoch aber immerhin den B-Ligisten Hattert aus dem Kreispokal werfen konnte.

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