Schon ein ganzes Jahrzehnt eigenständig –
VfB geht in seine zehnte Saison nach dem Neustart!

Der VfB Niederdreisbach geht in seine zehnte Saison, seit sich der Verein entschloss, sich aus der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach zu lösen und dem Ort wieder eine Fußballballmannschaft zu bieten, mit der sich die knapp 900 Dorfbewohner unmittelbar identifizieren können. Somit begann 2009 eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Jetzt dauert die Eigenständigkeit bald schon ein ganzes Jahrzehnt an, was nicht einmal unmittelbar nach der Vereinsgründung 1975 geschafft wurde, als es nach acht Saisons die SG-Gründung mit dem SV Biersdorf gab.
Die Jungs aus dem kleinen Paradiesdorf spielten dabei ab 2009 mit bescheidenen Mitteln äußerst erfolgreich Fußball. Den direkten Durchmarsch aus der letzten Liga (Kreisliga D) in das Kreisligaoberhaus mit drei Meisterschaften in Serie hätten wohl selbst die kühnsten Optimisten am Anfang nicht für möglich gehalten. Dass man sich seither immer in der Kreisliga A halten konnte und somit ins siebte A-Liga-Jahr hintereinander startet, steht den drei Aufstiegen aus den ersten Jahren nach Wiederaufnahme des eigenen Spielbetriebs in nichts nach. Als Teil der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach waren es schließlich auch nicht mehr als sieben Jahre in Folge gewesen. Die Leistung der Spielgemeinschaft wurde also bereits mindestens eingestellt.

Jede der bisherigen neun Spielzeiten erzählt ihre eigene Geschichte:

  • 2009/2010 wurde Neuland betreten, als man das erste Spiel außerhalb einer SG seit 1983 bestritt. Gleich in der Premierensaison dominierte die Mannschaft unter der Leitung von Uwe Jünge die Liga. Man stellte die beste Abwehr der Kreisliga D3 und mit Lars Wilhelm den Torschützenkönig. Vom heutigen Kader in der ersten Meistersaison schon dabei: Stefan Ermert, Sebastian Hees, Matti Hagen Höfer und Christian Meyer. Zum Auswärtsspiel gegen Sassenroth in Dermbach, wo im Mai 2010 die Meisterschaft eingefahren werden konnte, wurde ein Fanbus eingesetzt, damit das ganze Dorf gemeinsam jubeln konnte.
  • In der Kreisliga C machte der VfB einfach da weiter, wo er in der Kreisliga D aufgehört hatte: beste Abwehr, bester Sturm, 13 Punkte Vorsprung auf Vizemeister Ataspor Betzdorf – der vorzeitige Titelgewinn wurde vier Wochen vor Schluss im direkten Duell gegen Ata auf eigenem Platz  gefeiert. Wieder stellte der VfB den Torschützenkönig: Konstantin Knautz setzte sich in seiner ersten Saison für den Club aus seinem Heimatdorf gleich die Krone auf. Auch ein weiterer Niederdreisbacher Junge, unser derzeitiger Rekordspieler Sandro Josten, debütierte in der Saison 2010/2011.
  • Die dritte Meisterschaft in Serie bejubelten die VfB-Fans am Ende der Saison 2011/2012: Als Meister der Kreisliga B2 ging es schnurstracks in die Kreisliga A. Der beste Sturm der Liga (21 Tore mehr als der zweitbeste Angriff!) brachte den Erfolg. Mit Markus Nickol kam der Torschützenkönig zum dritten Mal im dritten Jahr aus dem Paradiesdorf. Aus dem Frühjahr 2012 stammt der vereinsinterne Rekord von zehn Siegen in Serie. Der achte davon war das wohl spektakulärste der Vereinsgeschichte: In Honigsessen triumphierte der VfB am Muttertag gegen den direkten Kontrahenten um den Titel mit 6:5 und bejubelt die vorzeitige Meisterschaft, obwohl Honigsessen zwischenzeitlich ein 1:5 aufgeholt hatte.
  • In der Premierensaison in der Kreisliga A sorgte Uwe Jünges Team 2012/2013 direkt für Furore. Durch sieben Spiele ohne Niederlage zum Ausklang wurde der Aufsteiger auf Anhieb Vierter. Man stellte den zweitbesten Sturm der Liga.
  • 2013/2014 konnte man nicht mehr die Vorjahresplatzierung erreichen. Allerdings stand Niederdreisbach nur an einem Spieltag auf dem Relegationsplatz und fuhr letztlich souverän mit sieben Punkten Vorsprung den Klassenerhalt ein. Der Ligaverbleib gelang eine Woche vor Saisonende, obwohl man an diesem Spieltag beim Meister Wissen verlor.
  • Noch größer, nämlich 13 Punkte, war der Vorsprung auf die Abstiegszone in Achim Plattes Debütsaison 2014/2015. In dieser Saison gab es die einzige Tabellenführung in der Kreisliga A zu bejubeln, und zwar gleich am ersten Spieltag nach einem 5:0-Heimsieg gegen Steineroth. In diesem Jahr wurde nicht nur der erneute Ligaverbleib, sondern auch das vierzigjährige Vereinsjubiläum gefeiert.
  • Spektakulär und letztlich erfolgreich endete die Saison 2015/2016. Für den direkten Klassenerhalt musste im letzten Spiel ein Heimsieg gegen die als Meister feststehende SG Hoher Westerwald her. Tatsächlich führte der VfB unter der Leitung von Spielertrainer Heiko Schnell durch ein Tor von Christian Hüsch lange mit 1:0, musste aber in der 90. Minute den Ausgleich hinnehmen, der sich wie ein Schlag in die Magengrube anfühlte. Die Mannschaft konnte sich aber aufrappeln und die somit nötig gewordene Relegation durch zwei Siege erfolgreich gestalten, obwohl man gegen den Favoriten Steineroth auf eigenem Platz bereits zurückgelegen hatte: Der VfB war weiter unabsteigbar!
  • Vom Kellerkind zum Mitglied der Spitzengruppe mauserte sich die VfB-Elf in der Saison 2016/2017 unter Christian Hensel. Erstmals gelang in dieser Spielzeit ein Ligasieg gegen den alten SG-Partner Daaden/Biersdorf. Am Ende belegte Niederdreisbach zum zweiten Mal nach 2013 Platz 4.
  • In der Saison 2017/2018 konnte das VfB-Team mal wieder unter Beweis stellen, wie gut es den Abstiegskampf in der Kreisliga A beherrscht. Unter dem neuen Trainer Dennis Reder und beflügelt durch die Rückkehr der altgedienten Führungsspieler Patrick Kober, Simon Lenz und Heiko Schnell startete der VfB eine Aufholjagd, die auf Platz 11 endete. Das viel umjubelte einzige Tor im Entscheidungsspiel um den direkten Klassenerhalt gegen Alpenrod gelang ausgerechnet Urgestein Matti Hagen Höfer. Höfer, praktisch seit seiner Geburt Vereinsmitglied, wurde somit zum Garanten für das siebte A-Liga-Jahr. 

Von den A-Liga-Startern der kommenden Saison sind somit alle bis auf Niederfischbach, Weyerbusch und (in veränderter SG-Zusammensetzung) Alsdorf weniger lang in der Spielklasse vertreten – und das, obwohl Niederdreisbach das kleinste Dorf ist, aus dem ein eigenständiger Verein in der Kreisliga A WW/Sieg an den Start geht!
Überhaupt geht der Trend ja eindeutig in Richtung SG-Gründung statt in Richtung Herauslösung aus Spielgemeinschaften. Nur noch vier eigenständige Vereine aus dem Fußballkreis sind höher angesiedelt als der VfB, nämlich Aufsteiger Lautzert sowie die Traditionsvereine Betzdorf, Hamm und Wissen. Anderswo müssen sogar bereits bestehende SGs erweitert werden, wie zuletzt bei der Fusion zur Mammut-SG „Gebhardshainer Land“ Steineroth-Dauersberg/Molzhain/Fensdorf/Gebhardshain-Steinebach geschehen, die 2018 erstmals in dieser Form antreten wird und deren vollständiger Name im Grunde nicht einmal mehr in eine Zeile passt.

Die folgende Auflistung soll verdeutlichen, wie besonders der eigenständige Weg des VfB Niederdreisbach seit 2009 ist:

Vereine im Fußballkreis, die…

... nach 2009 erstmals an den Start gingen (1):
FK Etzbach

… sich seit 2009 aus einer SG gelöst haben (5):
SSV Almersbach-Fluterschen, TuS Bad Marienberg, SSV Hattert, VfB Niederdreisbach, 1. FC Offhausen-Herkersdorf

… sich seit 2009 einer SG angeschlossen haben (15):
SV 09 Alsdorf, Sportfreunde Elsoff-Mittelhofen, FC Westerwaldia Emmerichenhain, SV Blau-Weiß Hellenhahn-Schenkelberg, SV Hof, TuS Viktoria Honigsessen, TuS Katzwinkel, 1. FC Kirburg, Wiedbachtaler Sportfreunde Neitersen, JV Neunkhausen, SV Niedererbach, SG Niederhausen-Birkenbeul, FC Norken, SV Pottum, FV Rennerod

… seit 2009 aus einer SG in eine größere wechselten (13):
DJK Fensdorf, TuS Friedewald, DJK Gebhardshain, TuS Irmtraut, SV Mörlen, SV Molzhain, SV Nauroth, TSV Neunkirchen, SV Seck, DJK Steinebach, SpVgg Steineroth-Dauersberg, TuS Weitefeld-Langenbach, SC Westernohe

… nach 2009 den Spielbetrieb ganz einstellen mussten (7):
SV Rot-Weiß Ailertchen, Eintracht Herdorf, SV Mammelzen, SV Neustadt, SV Jugendlust Nisterau, Siegtaler Sportfreunde Oppertsau, FC Hellertal Sassenroth

(Betrachtet wurden hier nur die Saisons 2008/09 und 2018/2019. Vorübergehende SG-Zugehörigkeiten, wie zum Beispiel bei der DJK Friesenhagen blieben unberücksichtigt.)

Die lange Liste lässt sich so zusammenfassen: Sieben Vereine werden 2018/2019 gar nicht mehr an den Start gehen, die bis mindestens 2009 noch in den Tabellen des Fußballkreises zu finden waren. Weitere 28 Vereine haben in den letzten zehn Jahren ihre Eigenständigkeit aufgegeben oder sind aus einer damals bereits bestehenden SG in eine noch größere gewechselt. Da ist der entgegengesetzte Weg, den der VfB Niederdreisbach ging, umso beeindruckender. Seit dem Neustart des VfB haben sich tatsächlich nur fünf andere Vereine auf eine vergleichbare Reise begeben: Almersbach, Bad Marienberg, Etzbach, Hattert und Offhausen. Vier dieser Mannschaften spielen 2018/2019 allerdings in der Kreisliga C und Hattert in der Kreisliga B, das heißt kein Verein kann wie der VfB Niederdreisbach die Kreisliga A sein Zuhause nennen – einzig Almersbach konnte dort vor zwei Jahren immerhin eine Saison an den Start gehen. Von unseren sieben Jahren Kreisliga A sind alle fünf Clubs weit entfernt. Selbstverständlich gibt es keine Garantie, dass der VfB nicht auch irgendwann wieder einmal absteigen oder sich einen oder mehrere SG-Partner suchen muss. Die Welt würde dadurch nicht untergehen. Das erfolgreiche Jahrzehnt in Eigenständigkeit kann dem Verein aber niemand mehr nehmen. Alle Beteiligten beim VfB – Spieler, ehemalige Spieler, Vorstandsmitglieder, ehrenamtliche Helfer, Fans und Sponsoren – dürfen also stolz auf das in dieser Zeit seit dem Neustart Geleistete sein!

Anhang