1. Spieltag (Sonntag, 15. August 2021, 15:00 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach

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Ohne jeden Zweifel war es die ungewöhnlichste Saisonvorbereitung aller Zeiten: Nur ein einziges Testspiel hat der VfB Niederdreisbach vor dem Start in die Kreisliga A WW/Sieg bestritten. Zu diesem Testspiel in Friedewald, in dem sich der Kreisligist gegen den Bezirksligisten Weitefeld beim 2:4 ordentlich verkaufte, kamen noch drei Kreispokalspiele. Zunächst wurde der Pokalwettbewerb der Vorsaison fortgeführt. Achteinhalb Monate nach dem letzten Ligaspiel vor dem zweiten Lockdown konnte der VfB durch einen 2:1-Heimsieg gegen die Sportfreunde Schönstein ins Viertelfinale einziehen. Dort war beim B-Ligisten Atzelgift nach einem 2:3 Endstation. Gegen diese Mannschaft ausgeschieden zu sein ist allerdings keine Schande, denn zum einen verhinderte nur Corona den A-Liga-Aufstieg des Tabellenführers der Kreisliga B1 und zum anderen sicherte sich Atzelgift im Anschluss den Gewinn des Kreispokals und bezwang dabei die namhaften A-Ligisten aus Lautzert und Niederfischbach sogar mit 2:0 und 3:1. Außerdem fehlten in der VfB-Elf mit Julian Harnischmacher, Manuel Heß, Christian Hüsch und Christian Meyer einige wichtige Akteure. Gleich nach Beendigung dieses Wettbewerbs ging es mit dem Kreispokal der neuen Saison los, wo der VfB Niederdreisbach drei Tage vor dem ersten Meisterschaftsspiel in Niederfischbach einstieg – und nach einem 1:2 ausschied. Erneut fehlten dabei mit Güdelhöfer, Harnischmacher, Heß, Hüsch und Rötter einige Stammspieler.
Ein Test- und drei Pokalspiele hatte der VfB Niederdreisbach also nur Zeit, um sich nach langer Pause wieder zu finden und für den ersten Spieltag bereit zu sein. Zum Glück blieb die Mannschaft praktisch so zusammen, wie sie in der Saison 2020/2021 gemeinsam erfolgreich war. Die Neuzugänge Max Ebener, Lars Lapp und Lorenz Stühn, die allesamt im Juli erstmals für den VfB Niederdreisbach aufliefen, kennen die Spieler so gut, dass sie sich schnell in das Mannschaftsgefüge einfinden werden. Für große Umstellungen gab es ohnehin keinen Anlass. Schließlich hatte bei Saisonabbruch einzig die SG Berod-Wahlrod/Lautzert-Oberdreis mehr Punkte auf dem Konto als der VfB. Gerade die Siege ohne Gegentor (1:0 in Guckheim, 6:0 gegen Nauroth, 3:0 bei Westerburg II) und der Heimerfolg gegen den bis dahin verlustpunktfreien Tabellenführer Herdorf zeigten, dass die Reder-Elf sich auf einem ausgezeichneten Weg befand, der womöglich zur besten Saison der Vereinsgeschichte geführt hätte.
Doch das ist lange her und die Saison wurde aufgrund des frühen Abbruchs nicht gewertet. So treffen sich in der Saison 2021/2022 die gleichen 15 Teams wieder, die schon im Jahr zuvor Teil der Kreisliga A waren. Darunter ist auch die SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach, deren Teilvereine in wechselnden Konstellationen seit 2009 ohne Unterbrechung in dieser Liga an den Start gehen, also noch drei Jahre länger als die Mannschaft des VfB Niederdreisbach. Dabei hat unser Gegner zuletzt gleich zweimal von Corona profitiert. Zum Zeitpunkt des Abbruchs der Saison 2019/2020 lag die SG auf dem drittletzten Platz, der zu Relegationsspielen um den Klassenerhalt geführt hätte, wenn nicht entschieden worden wäre, auf Absteiger zu verzichten. Beim Abbruch der darauffolgenden Saison war Alsdorf dann sogar Vorletzter, stand also mit nur einem Sieg aus acht Spielen auf einem direkten Abstiegsplatz. Besonders die Derbyniederlagen in Niederfischbach (1:6!) und gegen Betzdorf waren schmerzhaft. Womöglich hätte sich die Mannschaft von Dirk Freudenberg aber auch noch selbst vor dem Abstieg gerettet. Der erste Sieg im Kellerduell gegen Nauroth im allerletzten Spiel vor dem Lockdown machte jedenfalls Mut.
Die Ergebnisse in diesem Sommer waren für die SG Alsdorf/Kirchen wiederum alles andere als positiv. Alle Testspiele sowie das einzige Pokalspiel gingen in die Hose. Allerdings gab es ausschließlich Tests gegen höherklassige Teams: 2:3, 1:2 und 3:6 gegen die Bezirksligisten Rennerod, Wallmenroth und Freier Grund sowie 1:8 gegen den Rheinlandligisten Neitersen. Im Pokalspiel gegen den Meisterschaftsanwärter Lautzert, der sich in Kirchen mit 3:0 durchsetzte, war die SG Alsdorf/Kirchen genau wie in den Testspielen Außenseiter.
Auffällig ist jedenfalls diesmal wieder die hohe Anzahl an Gegentoren: 22 in den fünf Spielen nach der Coronapause. Schon in der Vorsaison kassierte Alsdorf durchschnittlich exakt drei Gegentore pro Spiel, wohingegen Niederdreisbach als Ligabester nur fünf Treffer in sieben Spielen hinnehmen musste. An der Defensive muss die Alsdorfer Mannschaft also augenscheinlich noch arbeiten.
Beim letzten Spiel gegen Niederdreisbach, das coronabedingt allerdings schon über 21 Monate zurückliegt, konnte Schlussmann Tunahan Akin jedoch seinen Kasten sauber halten und so den 2:0-Sieg für sein Team gewährleisten. Insgesamt ist die Bilanz zwischen der SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach in ihrer aktuellen Vierer-Zusammensetzung und dem VfB Niederdreisbach übrigens exakt ausgeglichen: sechs Siege für den VfB, zwei Unentschieden, sechs Siege für Alsdorf. Man sollte also nicht den Fehler machen und in Anbetracht der Platzierungen 2020 von einer einfachen Aufgabe sprechen. Es wird enger zugehen, als das Duell des Vorjahres-Dritten und des Vorjahres-Vorletzten auf den ersten Blick vielleicht vermuten lässt. Die VfB-Elf wird aber ganz bestimmt alles dafür geben, ihrem Spielertrainer Max Ermert zu seinem 100. Pflichtspiel für Niederdreisbach drei Punkte zu schenken.


Spielszene vom letzten Duell: Im November 2019 gewann Alsdorf gegen den VfB. Das 1:0 erzielte Konstantin Gegelmann, der hier im Hintergrund zu sehen ist. (Foto: Thorsten Buchner)

Eröffnet wird die Saison bereits am Freitagabend, an dem zwei Spiele ausgetragen werden. In einem verbandsgemeindeinternen Duell empfängt die SG Betzdorf die SG Gebhardshainer Land. Die beiden Teams standen beim Abbruch als Tabellennachbarn im unteren Mittelfeld. Zeitgleich erwartet das Spitzenteam aus Friesenhagen die Sportfreunde Schönstein, die am vergangenen Sonntag eine 0:4-Pokalpleite gegen Weyerbusch einstecken mussten. Am Sonntag hofft die SG Westerburg II, die zweimal beim Saisonabbruch Schlusslicht war, auf die ersten Punkte seit November 2019. Gegner beim damaligen überraschenden Heimsieg ebenso wie an diesem Wochenende: Die SG Herdorf. Parallel zu Niederdreisbachs Auftritt in Alsdorf gibt es außerdem diese Spiele: Guckheim (Vorjahres-9.) gegen Daaden (Vorjahres-8.), Hamm (Vorjahres-10.) gegen Weyerbusch (Vorjahres-7.) und Niederfischbach (Vorjahres-6.) gegen Lautzert (Vorjahres-1.).

Übrigens: Fans aller Mannschaften sind auch in diesem Jahr herzlich dazu eingeladen, am kostenlosen Tippspiel zur Kreisliga A WW/Sieg teilzunehmen! 

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