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7. Spieltag (Samstag, 28.09.13, 15:30 Uhr): TuS Wiedbachtal Wied - VfB Niederdreisbach

Wied 3:3 VfBLogo50x50

 

Berg- und Talfahrt beim Kellerduell

Zum ersten Mal in dieser Saison konnte VfB-Coach Seibert nahezu aus dem Vollen schöpfen. Bis auf den gesperrten Simon Lenz, den verhinderten Sven Koch und den langzeitverletzten Matti Höfer waren alle Mann an Bord. Aufgrund der guten Personalsituation sowie des Sieges gegen Mündersbach aus der Vorwoche waren die Hoffnungen beim Auswärtsspiel im Wiedbachtal hoch. Der Aufsteiger aus dem Westerwaldkreis war mit zwei Siegen, zwei Unentschieden und zwei Niederlagen in die Saison gestartet und damit zwei Punkte vor dem VfB. Das Spiel begann relativ höhepunktarm. Etwas länger als zwanzig Minuten passierte vor den Toren gar nichts. Die erste Möglichkeit war dann aber sofort hochkarätig. Markus Nickol fand sich in der 23. Minute nach einem Zuspiel von Heiko Schnell plötzlich ziemlich alleine vor dem Kasten wieder, schoss dem Torwart allerdings in die Arme. Kurz vor der Halbzeit versuchte es Schnell per Distanzschuss mal selbst, zog aber etwa zwei Meter über das Tor (37.). Eine Minute später wurde es knapper als Markus Nickol per Lupfer nur hauchzart die Führung verpasste (38.). Diese gelang dann dem überaus aktiven Heiko Schnell kurz darauf. Marcel Quast hatte Auge bewiesen und einen Ball quer durch den Strafraum serviert und Schnell zog in gewohnter Manier volley ab. Der Torwart konnte die Pille sogar noch irgendwie parieren, ließ den Ball aber gegen einen eigenen Verteidiger tropfen, von wo er den Weg ins Netz fand (42.). Die Gastgeber fanden im ersten Durchgang nicht statt. Ihre einzige Chance verzeichneten sie in der 45. Minute. Nach einem Kopfball von Artur Buchholz musste Pierre Zeitz den Ball über den Querbalken lenken. In der Kabine der Hausherren hatte es wohl eine energische Ansprache gegeben, denn sie kamen wie die Feuerwehr aus der Pause. In der 53. Minute erzielten sie in Person von Yilmaz Sönmez den Ausgleich. Die Nummer 10 der Wiedbachtaler brachte einen wunderschönen Freistoß im langen Eck unter. Es folgte eine Großchance von Paul Fengler, der völlig freistehend über das Tor schoss (55.). Eine verunglückte Flanke von Artur Buchholz wäre wenig später fast im Gehäuse gelandet (56.). In diese Druckphase stach der VfB mit einem Knautz-Kopfball, der knapp über dem Kasten landete (61.). Walter Buchholz im Trikot der Heimmannschaft tat vier Minuten später das Gleiche. Praktisch aus dem Nichts gelang dem VfB dann der erneute Führungstreffer. Tim Meyer hatte sich mit einer Energieleistung durchgetankt und Markus Nickol per Pass bedient. Dieser bugsierte die Kugel in die Maschen (66.). Es folgte ein guter Distanzschuss von Marcel Quast (68.). Leider hielt die Führung nicht lange. Bereits in der 72. Spielminute glich Wied durch einen Schuss aus 16 Metern von Nicolaj Dubrovin wieder aus. Der VfB wollte unbedingt gewinnen und baute in Folge dessen erneut großen Druck auf. Patrick Kober rutschte bei seiner aussichtsreichen Schusschance aus zehn Metern aber leider aus (79.) und Sandro Josten traf nur den Pfosten (83.). Fünf Minuten vor dem Ende bewies Wieds Spielertrainer Sakalakoglu ein sehr glückliches Händchen bei der Einwechslung von Maxim Gerber, der nach wenigen Sekunden auf dem Platz per Schuss aus 16 Metern das 3:2 für die Gastgeber erzielte (85.). Der VfB wurde davon mitten ins Herz getroffen, die Niederlage drohte. Der eingewechselte Stefan Lenz hatte jedoch gewaltig etwas dagegen. Er beförderte das Spielgerät zielgenau in den Winkel und besorgte damit das vielumjubelte 3:3 (88.).

Fazit: Mit einem prall gefüllten Kader reiste man nach Wied, um zu gewinnen. Diesen Anspruch erhob man mit einer guten ersten Halbzeit, in welcher der TuS keine Rolle spielte. Die Pausenführung war redlich verdient. Im zweiten Durchgang entwickelte sich ein Spiel „mit offenem Visier“, so nannte es VfB-Trainer Volker Seibert. Die Gastgeber taten mehr, wurden gefährlicher und belohnten sich. Dem VfB gelang es trotz dreier erzielter Tore nicht, drei Punkte zu entwenden. Letztlich geht die Punkteteilung aber in Ordnung. Wied hatte im zweiten Durchgang gute Phasen und häufig zu viel Platz. Wenn man in der 85. Minute mit 2:3 ins Hintertreffen gerät, kann man am Ende glücklich sein, überhaupt noch etwas mitgenommen zu haben.

Aufstellung: Pierre Zeitz, Andreas Lenz, Tim Meyer (72. Stefan Lenz), Marco Lenz, Steffen Trapp (74. Alexander Urrigshardt), Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Sandro Josten, Marcel Quast, Markus Nickol

Nächste Partie: 8. Spieltag Kreisliga A am Sonntag, dem 6.10. um 14:30 zu Hause gegen Niederfischbach.


Vorbericht

Niederdreisbach kann durchatmen. Gegen Mündersbach gab es letzte Woche endlich den ersten Sieg nach fünf Pflichtspielniederlagen in Folge. Beim Auswärtsspiel in Wied am 7. Spieltag hat der VfB (10., 6 Punkte) nun die Chance, im Falle eines Sieges den Abstand auf die Abstiegszone weiter auszubauen und weitere Plätze in der Tabelle nach oben zu klettern. Der Aufsteiger liegt nämlich mit nur zwei Punkten mehr auf dem Konto auf Platz 8 und somit in Reichweite. Letztes Jahr konnte der TuS Wiedbachtal souverän die Kreisliga B1 für sich entscheiden. Am Ende hatte das Team 70 Zähler gesammelt und lag somit 20 Punkte vor Vizemeister und Mitaufsteiger Derschen. Dass es aber diese Saison noch nicht immer rund lief, zeigt das 2:2 gegen jenen SV Adler: keine andere Mannschaft musste bislang gegen Derschen Punkte abgeben. Insgesamt ist Wied allerdings gut in der höheren Klasse angekommen. Gegen die mutmaßlichen Abstiegskandidaten Honigsessen und Steineroth konnte gewonnen werden; gegen die ambitionierten Niederroßbacher gab es ein Unentschieden. Lediglich die ersten beiden Saisonspiele gingen verloren – hier hießen die Gegner aber Betzdorf II und Wissen, die als absolute Topteams einzuschätzen sind und gegen die ein Aufsteiger nur schwer Punkte einplanen kann.
Die große Stärke des TuS ist seine Eingespieltheit. Gleich acht Spieler standen in allen bzw. fünf von sechs Meisterschaftspartien in der Startelf; Spielertrainer und Torwart Deniz Sakaloğlu fehlte nur gegen Honigsessen. Vier weitere Spieler standen immerhin viermal von Beginn an auf dem Platz. Mit Frank Spiertz erzielte jedoch ausgerechnet ein Akteur, der zum ersten Mal in dieser Saison auflief, zwei Tore im letzten Kreisligaspiel gegen Steineroth (Endergebnis: 3:1 aus Sicht des TuS). Der eigentliche Torjäger im Team heißt Nicolaj Dubrovin. Dieser fehlte am 5. und 6. Spieltag, zeigte sich aber in der Aufstiegssaison für 18 Tore verantwortlich und war damit Wieds bester Angreifer. Semjon Brückmann und Igor Melcher, die im Vorjahr 13 bzw. 9 Tore erzielt hatten, gingen im Gegensatz zu Dubrovin nicht mit in die Kreisliga A, sondern spielen nun mit Lautzert um die B2-Meisterschaft. Auch wenn diese beiden Offensivspieler nicht mehr im Kader sind, steht Sakaloğlu eine gute Truppe zur Verfügung. Nicht nur aufgrund der tabellarischen Situation ist von einem Duell auf Augenhöhe auszugehen. Ein 7:2-Sieg wie beim letzten Auftritt des VfB Niederdreisbach auf dem Rasenplatz von Wied im Kreispokal vor über zwei Jahren, als beide Mannschaft noch B-Ligisten waren, wird es am Samstag nicht geben.

Für eine Nacht könnte sich Niederdreisbach im Siegfall auf Platz 8 vorschieben. Die punktgleichen Teams aus Steineroth (11., 6 Punkte) und Honigsessen (9., 6 Punkte) drohen aber am Sonntag vorbeizuziehen. Mit  Niederfischbach (7., 10 Punkte) bzw. Betzdorf II (2., 13 Punkte) stehen ihnen aber schwere Aufgaben bevor. Insgesamt steht am 7. Spieltag der Kampf um die Tabellenspitze im Mittelpunkt, wo den Primus aus Mündersbach nur ein Punkt von Wallmenroth (12 Punkte), dem aktuellen Fünften, trennt. Am Samstag dürfte zunächst Niederroßbach (3., 13 Punkte) mit einem Sieg bei der SG Meudt (12., 5 Punkte) die Führung übernehmen. Betzdorf II kann wie bereits erwähnt gegen Honigsessen nachziehen. Mündersbach hat mit Weyerbusch (6., 10 Punkte) keinen leichten Gegner. Ein direktes Verfolgerduell gibt es zwischen der SG Wallmenroth, die zuletzt abfallende Form zeigte, und dem punktgleichen VfB Wissen (4., 12 Punkte), der mit drei Siegen aus den letzten drei Spielen wieder ganz oben mit dabei ist. Viel interessanter als die Duelle der Topteams ist aus Sicht des VfB Niederdreisbach jedoch die Partie Alsdorf (13., 4 Punkte) gegen Derschen (14., 1 Punkt), also Vorletzter gegen Letzter. Derschen flog zu allem Überfluss unter der Woche gegen den B-Ligisten Westernohe aus dem Kreispokal und braucht dringend einen Dreier, um nicht schon frühzeitig in der Liga abreißen lassen zu müssen.

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