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26. Spieltag (Samstag, 18.05.13, 17:00 Uhr): VfB Niederdreisbach - VfL Hamm

VfBLogo50x50 2:2 Hamm

 

VfB bereitet Uwe Jünge einen gebührenden Abschied

Zum letzten Mal saß VfB-Ikone Uwe Jünge in Niederdreisbach auf der Trainerbank. Bei seinem Abschiedsduell hätten die Rahmenbedingungen kaum besser arrangiert werden können. Angefangen beim traumhaften Wetter, über die fabelhafte Kulisse mit zahlreichen Zuschauern, die eine fantastische Stimmung erzeugten und natürlich der sportlich brisanten Konstellation. Zu Gast war jener Verein, bei dem Jünge während seiner aktiven Zeit als Spieler Oberligaerfahrung sammelte. Doch nicht nur das: der VfL Hamm war – punktgleich mit dem VfB Wissen – als Tabellenführer angereist. Wissen musste zeitgleich in Meudt beim Abstiegskandidaten, für den es in der Partie um nichts mehr ging, antreten. Für die beiden Zugpferde der Liga war demnach ein Sieg Pflicht, um die Auftiegschance zu wahren. Dies war den VfL-Akteuren auch sofort anzumerken. Sie starteten temporeich und wollten den VfB überrennen. Dennoch hatte der VfB die erste Möglichkeit. Der Schuss von Konni Knautz landete jedoch etwa einen Meter über dem Tor (1.). Danach musste Pierre Zeitz erstmals gegen Okay Tahtaci ran (3.). Zwei Minuten später hatte Daniel Krieger die Führung für die Gäste auf dem Fuß, bei seinem Schuss fehlten nur Zentimeter. Wieder verstrichen nur zwei Minuten bis zur nächsten Aktion. Der Freistoß von Stefan Lenz war aber etwas zu zentral aufs Tor geschlagen (7.). Im Anschluss an diese Szene erzielte der VfL dann sein geplantes frühes Tor. Nach einem Eckball von der rechten Seite stand Daniel Krieger am kurzen Pfosten und schloss per Direktabnahme ab (8.). Die erste gute Möglichkeit zum Ausgleich bot sich Marcel Quast, der den Ball knapp sieben Meter vor dem Tor leider auf den falschen Fuß bekam (14.). Später versetzte Patrick Kober Uwe Schupp im Tor von Hamm per Freistoß in Not (25.). Die letzte hochkarätige Möglichkeit im ersten Durchgang hatten schließlich wieder die Gäste. Der eingewechselte Michael Bender verstolperte den Ball allerdings freistehend auf der Torlinie und klärte damit die Situation, anstatt die Vorentscheidung zu besorgen (30.) Nach dem Seitenwechsel kam der VfB besser ins Spiel und bereitete den Siegtalern mehr und mehr Probleme. Bereits in der 47. Minute verfehlte Markus Nickol per Kopf nur knapp das 1:1. Lediglich eine Konterchance durch den anormal schnellen Okay Tahtaci brachte der VfL hervor. Dessen Sturmlauf fand jedoch bei Pierre Zeitz ein jähes Ende (56.). In der 66. Spielminute folgte dann der verdiente Ausgleich. Patrick Kober hatte den Torwart bereits per Lupfer überwunden, doch die Querlatte rettete vorerst. Torjäger Markus Nickol stand aber parat und netzte ein. Die Gäste waren nun unter Zugzwang und probierten wieder etwas mehr. Kurz nach dem Ausgleich fischte Pierre Zeitz einen Freistoß von Okay Tahtaci aus dem Winkel (68.).  Eine Viertelstunde vor Schluss schien der VfL wieder auf den richtigen Weg zu finden. Nach einem vertändelten VfB-Freistoß durften die Gäste kontern. Rene Meyer zog aus circa 18 Metern ab und platzierte das Leder unhaltbar im linken Eck. Dieses Frühlingserwachen währte jedoch nur für wenige Sekunden. Denn unmittelbar nach Wiederanpfiff durfte VfB-Kapitän Patrick Kober aus 20 Metern zum Freistoß antreten. Diesen verwandelte er wie schon so häufig in dieser Saison in den Winkel (75.). Da die VfL-Akteure unterdessen erfuhren, dass der VfB Wissen in Meudt zurückliegt, spielten sie in der Schlussphase nur noch auf Zeit. Daher spielte sich mit Ausnahme des Platzverweises für Fari Tahtaci (81.) nichts Spektakuläres mehr ab.

Fazit: Der VfB krönt eine fulminante Rückrunde und ein unglaubliches Jahr 2013 mit Tabellenplatz vier. In der Endabrechnung liegt man somit vor finanzkräftigen Teams wie Mündersbach oder Niederroßbach sowie vor „alten Hasen“ wie Wallmenroth oder Niederfischbach. In den 10 Partien im Jahr 2013 gab es 7 Siege, 2 Unentschieden und 1 Niederlage. Bei einem Torverhältnis von 23:9 erreichte man in diesem Zeitraum also 23 Punkte. Mit insgesamt 55 Punkten hat man nur 12 Zähler weniger als die beiden anderen Aufsteiger Meudt und Honigsessen gemeinsam. Außerdem stellt man mit 59 Toren die zweitbeste Offensive der Liga.
Durch das erzitterte Unentschieden und die gleichzeitige Schmach des VfB Wissen in Meudt (0:1 Niederlage), ist der VfL Hamm Meister der Kreisliga A und spielt nächstes Jahr in der Bezirksliga Ost.
Mit dieser fantastischen Saison endet beim VfB eine Ära. Uwe Jünge, der Vater des Erfolges räumt seinen Stuhl und wird nun seinem Nachfolger Volker Seibert die Daumen drücken.

Aufstellung: Pierre Zeitz, Andreas Lenz, Tim Meyer (88. Matti Höfer), Christian Meyer, Simon Lenz, Patrick Kober, Konstantin Knautz, Stefan Ermert (86. Michael Schuster), Stefan Lenz (69. Steffen Trapp), Marcel Quast, Markus Nickol

Vor der Partie wurden noch drei Akteure verabschiedet, die in den letzten vier Jahren ihre Dienste für den VfB geleistet haben und nun leider ihre Laufbahn beenden bzw. unterbrechen. VfB-DJ Andreas Thieme sorgte mit seiner Musik stets für gute Laune und Stimmung auf dem Sportplatz. Dafür erhielt er die Goldene Schallplatte. VfB-Urgestein Steffen Trapp, seit etwa 25 Jahren im Verein, beendet seine aktive Karriere als Spieler. Dreifacher Meister-Coach Uwe Jünge braucht nach nunmehr knapp 30 Jahren im Senioren-Fußball eine Pause. Die beiden erhielten das VfB-Trikot für die neue Saison mit ihren Namen sowie den Unterschriften der gesamten Mannschaft.

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Vorbericht

 

Das Saisonfinale steht an und der ganze Fußballkreis richtet den Blick nach Niederdreisbach. Denn beim VfB (4., 42 Punkte) ist am Samstag mit dem VfL Hamm der aktuelle Tabellenführer der Kreisliga A (60 Punkte) zu Gast, der zu gern mit einem Sieg die Meisterschaft und die damit verbundene Rückkehr in die Bezirksliga klarmachen würde. Da bekanntlich im Fußballverband Rheinland das Torverhältnis nicht über Auf- und Abstieg entscheidet, kann unser nächster Gegner allerdings auch im Falle eines Siegs nicht sicher eine spontane Aufstiegsparty im Paradiesdorf starten, weil der punktgleiche VfB Wissen bei der SG Meudt (12., 24 Punkte) vor einer mehr als machbaren Aufgabe steht. In Anbetracht von 18 Punkten aus den letzten sechs Spielen bei 27:2 Toren ist selbstverständlich auch der VfL in Niederdreisbach der große Favorit, und so könnte man meinen, dass ein Entscheidungsspiel der beiden Traditionsvereine kurz bevor stünde. Vielleicht macht aber ja auch der VfB Niederdreisbach seinen Namensvetter aus Wissen zum Meister! Schließlich präsentiert sich unsere Elf seit Wochen in Topform, hat seit der knappen Niederlage gegen Wissen (0:1) vor sieben Wochen nicht mehr verloren und sich seither 16 von 18 möglichen Punkten erspielt. Lohn für diese tolle Leistung ist der für einen Aufsteiger beachtliche vierte Tabellenrang mit 42 Punkten. Klar ist: Um als A-Liga-Meister in die Festlichkeiten zu seinem 130-jährigen Bestehen zu gehen, muss der VfL Hamm eine deutlich höhere Hürde nehmen als sein Konkurrent an der Tabellenspitze. Schon im Hinspiel taten sich die Roten beim 3:2-Sieg auf eigenem Platz unerwartet schwer und werden wissen, dass sie auch diesmal nichts geschenkt bekommen werden – zumal die VfB-Akteure alles geben werden, um Erfolgstrainer Jünge einen angemessenen Ausstand zu bieten und um im Anschluss an das Spiel gemeinsam mit ihren Fans den Saisonabschluss umso besser feiern zu können.
Angst müssen die Grün-Weißen jedenfalls nicht vor Hamm haben, auch wenn die aktuelle Stärke des VfL beeindruckend ist. Letzte Woche schickte die Hanas-Elf etwa die SG Wallmenroth mit 6:0 nach Hause. Besonders respekteinflößend ist die Offensivkraft der Hämmscher. Mit aktuell 97 Treffern kratzen sie an der dreistelligen Torausbeute; es gilt also für den VfB, diese am Samstag zu verhindern (Wissen, 58 Tore, und Niederdreisbach, 57 Tore, folgen in dieser Kategorie mit riesigem Abstand). So verwundert es nicht, dass mit Marcus Meyer ein Spieler des VfL Hamm die Torjägerliste anführt. Meyer, der übrigens zur neuen Saison sogar im Aufstiegsfall als Spielertrainer in Schönstein beim Ex-Verein des neuen Niederdreisbacher Coaches Volker Seibert einsteigt, hat mit seinen 25 Toren den Gewinn der Torjägerkanone vor Augen. Streitig machen kann ihm diese wohl nur noch unser Stürmer Markus Nickol (22 Tore). Gegen eine VfL-Abwehr, die im Schnitt weniger als 1,5 Gegentore pro Spiel zulässt, wird es zwar sehr schwierig, einen Dreierpack zu erzielen, doch vielleicht unterstützt das Heimpublikum Nickol ja bei diesem Unterfangen. Es wäre das vierte Mal in vier Jahren unter eigener Regie, dass der VfB Niederdreisbach den Torschützenkönig seiner jeweiligen Spielklasse stellt: Lars Wilhelm (26 Tore) traf 2009/10 am häufigsten, 2010/11 war es Konstantin Knautz (22 Tore) und 2011/12 bereits Markus Nickol (30 Tore). Würde Hamm bezwungen, wäre dies übrigens bereits der 100. VfB-Sieg im gleichen Zeitraum!

Niederdreisbach kann ohne Druck in den 26. Spieltag gehen. Mindestens ein hervorragender sechster Platz im Endklassement ist sicher. Für Platz 3 würde es nur dann reichen, wenn Hamm geschlagen und gleichzeitig Weyerbusch (3., 45 Punkte) gegen Niederroßbach (7., 36 Punkte) verlieren würde. Weyerbusch hat allerdings in den zehn Spielen seit der Winterpause nur gegen Wissen und Niederdreisbach verloren und ist stärker einzuschätzen als der FC Borussia. An Niederdreisbach vorbeiziehen können die SG Mündersbach/Roßbach (5., 41 Punkte), die die gerettete SG Alsdorf/Kirchen (10., 28 Punkte) empfängt, und der SV Adler Niederfischbach (6., 40 Punkte). Wie sein Kollege Uwe Jünge zieht sich auch Niederfischbachs Trainer Michael Ferfort nach langjährigem Engagement zurück. In Alpenrod kann er auf ein Schützenfest zum Abschied hoffen. Um nicht mehr viel geht es bei den Partien Wallmenroth (9., 36 Punkte) gegen Betzdorf II (8., 36 Punkte) und Herschbach (13., 14 Punkte) gegen Honigsessen (11., 28 Punkte). All diese Spiele werden von der Bedeutung der Paarungen Meudt-Wissen und Niederdreisbach-Hamm in den Schatten gestellt.

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