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16. Spieltag (Sonntag, 25. November 2012, 15:00 Uhr):  SV Adler Niederfischbach - VfB Niederdreisbach

Niederfischbach 3:2 VfBLogo50x50

Zahmer VfB verliert in Überzahl nach 2:0-Führung

Nach einer müden Anfangsphase, in welcher lediglich ein Freistoß von Patrick Kober für Aufsehen sorgte (5.), begann die Partie praktisch erst nach 23 Minuten. Steffen Trapp verwöhnte Markus Nickol mit einer herrlichen Flanke über das halbe Spielfeld und unser Torjäger stach per Kopf zu. Die Gastgeber konterten mit einem Freistoß durch Otterbach, der allerdings zu kraftlos daher kam (25.). So legte der VfB konsequent nach, erneut nach fabelhafter Vorarbeit. Konni Knautz leitete die Szene mit einem tollen Steilpass auf Heiko Schnell ein. Dieser gab die Pille flach in die Mitte Richtung Nickol, welcher nur noch einschieben musste. Sehr unnötig war, angesichts des blendenden Starts, der anschließende Foulelfmeter für die Adler. Hierdurch kamen sie wieder zurück ins Spiel, denn Otterbach versenkte die Kugel rechts unten im Gehäuse (29.). Nach etwas mehr als einer halben Stunde musste Adler-Coach Ferfort erstmals wechseln. Seine Mannen waren mit Schaum vor dem Mund auf dem Platz unterwegs, nur mit einer Auswechslung konnte ein früher Platzverweis noch verhindert werden. Die letzte Aktion im ersten Durchgang gehörte wieder dem Niederfischbacher Raphael Otterbach, seines Zeichens auffälligster Mann der Hausherren. Die zweite Halbzeit begann, wie es schlimmer nicht möglich war. Denn bereits in Minute 46 schlenzte Adler-Kapitän Markus Schmidt den Ball unhaltbar in den Winkel. Wenige Augenblicke danach fand sich Otterbach allein vor dem Tor, Schumi bekam jedoch die Hände noch dazwischen (48.). Die letzten 40 Minuten durfte der VfB sogar in Überzahl agieren, denn Michael Leis sah nach einer Mecker-Arie die Ampelkarte. Leider konnte aus diesem Umstand kein Profit geschlagen werden. Stattdessen drehte Niederfischbach das Spiel. Nach 57 Minuten hieß es Freistoß, Kopfball, Tor durch Holger Köhler. Die Grün-Weißen bekamen in der Folge noch immer keine klaren Möglichkeiten. Die Adler hingegen beschäftigten VfB-Schlussmann Schumacher mit mehreren gefährlichen Aktionen nacheinander (78.), die er allesamt vereitelte. Dem Schicksal nochmal eine Wendung zu verpassen versuchten Marcel Quast (80.) sowie Heiko Schnell (84.) mit ihren Distanzschüssen, welche leider die nötige Präzision vermissen ließen. Die beste und letzte Gelegenheit zum Ausgleich hatte Patrick Kober drei Minuten vor dem Ende.

Fazit: Ein gleichermaßen ärgerlicher wie unnötiger Punktverlust in Niederfischbach. Beim Sechs-Punkte-Spiel gegen den Tabellennachbarn sah es zu Beginn sehr gut aus. Die 2:0-Führung nach 25 Minuten wurde kurzfristig wieder egalisiert. In Überzahl gab man das Spiel sogar noch aus der Hand. Die Zuschauer sahen ein niveauarmes Spiel, welches durch die „kreative“ Leistung von Schiedsrichter Mohri sowie die äußerst rüde Spielweise der Gastgeber an Brisanz gewann. Vor dem letzten Spiel des Jahres am kommenden Sonntag bekleidet der VfB mit 20 Punkten den achten Platz und hat damit ein Fünf-Zähler-Polster auf die Abstiegszone.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer, Steffen Trapp, Matti Höfer (82. Uwe Jünge), Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Sandro Josten (63. Stefan Lenz), Marcel Quast, Markus Nickol

Libero Steffen Trapp leitete mit seiner Traumflanke die Führung ein. Leider hielt der Zustand nicht lange.

2012-11-25_Niederfischbach-VfB
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Nächste Partie: Am Sonntag, dem 02.12.12 um 14:30 zu Hause gegen den Tabellenführer VfB Wissen.

 


Vorbericht

Zum zweiten Mal seit Wiederaufnahme des eigenen Spielbetriebs reist der VfB Niederdreisbach am 25. November 2012 zu einem Auswärtsspiel nach Niederfischbach. Bei der überraschenden 2:5-Niederlage in der Kreisliga C3 im April 2011 feierte der VfB-Liveticker sein Debüt. Anders als damals spielen die Grün-Weißen diesmal allerdings nicht gegen die Reserve, sondern die Erste Mannschaft des SV Adler. Deren Mittefeldakteur Raphael Otterbach, der bisher an allen 15 Spieltagen zum Einsatz kam und dabei bis auf zwei Ausnahmen immer in der Startformation stand, stellte sich vor dem Aufeinandertreffen der beiden Tabellennachbarn für ein Interview zur Verfügung.

Otterbach_Raphael

Noch vor fünf Wochen stand seine Mannschaft als Vorjahres-Vierter auf dem 12. Rang und somit auf dem Relegationsplatz, doch Otterbach merkt an, dass die Adler sich „in den letzten Wochen […] gefangen und keins der letzten fünf Spiele verloren“ haben. So konnten sich die Niederfischbacher auf Platz 7 schieben und liegen jetzt einen Punkt und einen Platz vor dem VfB. Klar, dass Otterbach möchte, dass die Schwarz-Weißen ihren „Aufwärtstrend fortsetzen“ und in den verbleibenden Spielen einen „Mittelfeldplatz sichern“ können. Die vor Saisonbeginn angepeilten 50 Punkte werden allerdings schwer zu erreichen sein: nach mehr als der Hälfte der Spiele liegt Niederfischbach bei 21 Zählern. Die von Otterbach angesprochene aktuelle Serie trug natürlich dazu bei, das Punktekonto aufzubessern. In den letzten fünf Wochen gelangen Siege gegen Alpenrod, Herschbach und Meudt, die Kellerkinder aus dem Westerwaldkreis, und – was wohl noch bemerkenswerter ist – Punkteteilungen gegen Wallmenroth und Mündersbach. Gegen Niederdreisbach erwartet Otterbach „ein Spiel auf Augenhöhe“, schiebt jedoch nach: „Ich bin aber zuversichtlich, dass wir unsere kleine Serie fortsetzen können.“ Gefragt nach seiner Meinung zum 2:2 im Hinspiel, als die Niederdreisbacher „bei mehreren hochkarätigen Gelegenheiten versäumten, den Sack zuzumachen“ und „der SVA in buchstäblich allerletzter Minute doch noch zu[schlug]“ (Rhein-Zeitung, 25.08.12), stellt die Nr. 7 der Adler fest, dass das Unentschieden ein gerechtes Ergebnis gewesen sei: „Zwar war der Ausgleich in der Schlussphase glücklich, wir hätten aber auch in der ersten Halbzeit schon höher führen können bzw. müssen“. Zum Saisonende sieht er den VfB in den gleichen Tabellenregionen wie seinen eigenen Verein: „Hellseher bin ich nicht, aber schätzungsweise wird Niederdreisbach im gesicherten Mittelfeld landen“.

In diesem Bereich werden sich beide Mannschaften auch nach dem 16. Spieltag befinden. Abhängig vom Ausgang der anderen Partien können sie sich maximal auf Platz 6 verbessern bzw. auf Platz 10 verschlechtern. Niederdreisbachs direkte Verfolger mit ihren 19 Punkten müssen allerdings beim punktgleichen Spitzenduo der Kreisliga A antreten: Wallmenroth (9.) beim VfB Wissen (2.) und Alsdorf (10.) beim VfL Hamm (1.). Niederfischbachs zweiter Tabellennachbar Niederroßbach reist zur Zweiten Mannschaft der SG Betzdorf, die ebenso wie Mündersbach (gegen Herschbach) unter Zugzwang steht, um den Abstand zu Hamm und Wissen nicht größer als die aktuellen vier Punkte werden zu lassen. Vor einer schwierigen Aufgabe steht Niederdreisbachs letzter Gegner Honigsessen beim Betzdorf-Bezwinger Weyerbusch, weshalb sich der Rückstand auf die SG Meudt am rettenden Ufer weiter vergrößern könnte, da diese vor sicheren sechs Zählern bei den Punktelieferanten Alpenrod und, eine Woche später, Herschbach steht.

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