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13. Spieltag (Sonntag, 04. November 2012, 14:30 Uhr):  VfL Hamm - VfB Niederdreisbach

Hamm 3:2 VfBLogo50x50

VfB hinterlässt beeindruckende Visitenkarte in Hamm und schluckt am Ende eine bittere Pille

Mit drei Pflichtspielniederlagen in Folge und zwei torlosen Meisterschaftsspielen im Gepäck, reiste der VfB als krasser Außenseiter zum Gastspiel nach Hamm. In der Anfangsphase spiegelte sich die Tabellensituation auch auf dem Feld wider, denn bereits nach zwei Minuten musste VfB-Schlussmann Schumacher erstmals aus bedrohlicher Lage retten. Wenig darauf probierte es Okay Tahtaci völlig freistehend mit einem Schuss, den er glücklicherweise etwas verzog. Nach neun Minuten meldete sich Sandro Josten zum Dienst, seinem Kopfball fehlte aber der nötige Druck. Enger wurde es einen Wimpernschlag später, als Konni Knautz mit seinem fulminanten Volleyschuss um Haaresbreite die Führung verpasste. Mit Ausnahme dieser zwei Szenen gehörte die erste halbe Stunde klar den Hausherren. Allein auf weiter Flur war plötzlich Marcus Meyer und zwang Schumi zu einem meisterlichen Reflex (13.). Ein Abziehbild dieser Szene lieferten Tahtaci und Schumacher eine Minute später. Tahtaci erzielte in der 18. Spielminute auch die verdiente Führung für Hamm. Sein Schuss aus etwa 12 Metern war unhaltbar. Unter die eiskalte Dusche wurden die Niederdreisbacher nur kurze Zeit danach von Philipp Höhner gestellt, der per Kopf nach einem Eckball das 2:0 besorgte. Postwendend bedankte sich der VfB, dass man ihn aus seinem Dornröschenschlaf geweckt hatte und nahm fortan das Heft in die Hand. Bereits eine Minute nach dem 0:2 sorgte Konni Knautz mit einem trotzigen Volleyschuss ins linke untere Eck für den Anschlusstreffer. Vor der Pause mussten die grün-weißen Anhänger nur noch einmal zittern, als Schumi einen schier unhaltbaren Schuss noch aus dem Winkel fischte. Für seinen erheblichen Aufwand belohnte sich Niederdreisbach dann sogar noch vor dem Pausenpfiff, als Heiko Schnell nach Zuspiel von Markus Nickol das 2:2 praktisch erzwang. Somit standen die Uhren wieder auf Null, als die Mannschaften aus der Kabine zurückkehrten. Und obwohl ein Unentschieden in Hamm schon ein tolles Ergebnis ist, trat der VfB derart bestimmend auf, dass man spürte, wie sehr er den Sieg wollte. Die Gastgeber waren nur noch Zuschauer und hatten keine nennenswerten Möglichkeiten mehr. Stattdessen ballerte Heiko Schnell nach 58 Minuten auf deren Tor, blieb dabei aber leider erfolglos. Kurz darauf probierte Marcel Quast Selbiges. Sein toll platzierter Schlenzer konnte VfL-Rückhalt Uwe Schupp mit den Fingerspitzen entschärfen (60.). Quast war es auch, der Konni Knautz mit einer Freistoßflanke in Szene setzte (62.), auch hier fehlte nicht viel. In der 71. Spielminute folgte eine weitere hochkarätige Chance. Beim Schuss von Sandro Josten, zeichnete sich leider erneut Schupp im Kasten der Hausherren aus. Als wenig später René Meyer mit der Ampelkarte den Platz verlassen musste, roch man schon die drei Punkte. Es kam jedoch ganz anders. Nach einer eigentlich schon geklärten Chance des VfL, bekam man den Ball nicht vernünftig hinten raus und der VfL-Goalgetter Marcus Meyer stach mit dem 3:2 den Dolch in die grün-weiße Brust.  Auch das zwang den Niederdreisbacher Willen nicht in die Knie. In einer stürmischen und hitzigen Schlussphase traf Marcel Quast das Außennetz (81.), flog Michael Trautmann im Trikot des VfL mit gelb-rot vom Platz (88.) und köpfte Patrick Kober an die Querlatte (90.).

Fazit: Betrachtet man lediglich das Ergebnis, könnte man plakativ formulieren, die Talfahrt des VfB gehe ungebremst weiter. Auch ein Blick auf die Tabelle warnt mit lediglich noch vier Zählern Vorsprung auf die Abstiegsränge. Mit einem solchen Fazit würde man der Mannschaft jedoch nicht gerecht. Bereits in Weyerbusch agierte man taktisch sehr diszipliniert und verlor am Ende unglücklich durch ein spätes Tor. Zu Hause gegen Niederroßbach und im Pokal in Betzdorf verlor man absolut verdient. In Hamm zeigte der VfB allerdings eine Reaktion. Zwar war man während der ersten halben Stunde noch verunsichert und unterlegen, brillierte aber die restlichen sechzig Minuten. Mit einer Energieleistung wurde ein 0:2 aufgeholt. Das nötige Quäntchen Glück fehlte im Abschluss, um sich für diese tolle Leistung zu belohnen.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer, Christian Meyer (80. Steffen Trapp), Stefan Lenz (46. Stefan Ermert) Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Sandro Josten, Marcel Quast, Markus Nickol

Neuzugang Marcel Quast zeigte seine bislang beste Leistung im VfB-Dress:

2012-11-04_Hamm-VfB
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Nächste Partie: 14. Spieltag Kreisliga A am Samstag, dem 10.11. um 16:00 in Betzdorf.


Vorbericht

 

Hätte die Reserve der SG 06 Betzdorf nicht ihr Spiel gegen Wallmenroth auf Mittwoch vorgezogen und mit 4:2 gewonnen, so wäre der VfB Niederdreisbach am 13. Spieltag zum Spitzenreiter der Kreisliga A gereist, doch so musste der VfL Hamm die am Sonntag erstmals eroberte Tabellenführung bereits nach drei Tagen zumindest vorübergehend weiterreichen. Im Kampf um die Herbstmeisterschaft hat unser nächster Gastgeber allerdings weiterhin alle Trümpfe in der Hand: aufgrund des besten Torverhältnisses der Liga würde ein Sieg gegen Niederdreisbach reichen, um nach der Hälfte der Saison vorne zu liegen, was ohne Frage der Anspruch des Traditionsvereins von 1883 ist. Nach dem rasanten Abstieg in die Niederrungen des Kreisligafußballs mit dem Tiefpunkt Kreisliga C in der Saison 2009/2010 möchte der VfL, der in der Vergangenheit lange Jahre in der Oberligaspitze zu finden war und noch um die Jahrtausendwende kurz vor dem Aufstieg in die Regionalliga stand, endlich wieder auf die überregionale Fußballbühne zurückkehren. Dieses Ziel geht der Verein selbstbewusst an. Neben dem ambitionierten FC Niederroßbach, der letzte Woche Gast in Niederdreisbach war, sprach Hamm als einzige Mannschaft explizit vom Aufstieg als Saisonziel (vgl. Tempo, Tore, Titeljagd). Um diesen zu erreichen, bedienten sich die Roten zu Beginn der Saison mehr als jede andere Mannschaft bei den Bezirksliga-Absteigern und Nachbarvereinen SG Bruchertseifen und Siegtaler Sportfreunde: Gleich sechs Akteure kamen von einem dieser beiden Teams. Auf der einen Seite steht mit dem Ex-Siegtaler Uwe Schupp ein erfahrener Schlussmann im VfL-Tor, auf der anderen Seite bilden ehemalige Bruchertseifer das Gerüst der Offensive. Marcus Meyer (Rückennummer 11) erzielte letzte Woche beim 3:2-Sieg in Wallmenroth alle drei Tore, traf insgesamt bereits zwölfmal ins Schwarze und führt die Torjägerliste vor dem Mündersbacher Rachul und dem Niederroßbacher Wiederstein an (je elf Tore); sein Bruder René Meyer und Philipp Höhner erzielten je fünf Treffer. Insgesamt gelangen Hamm mit Abstand die meisten Tore (43) – der zweite in dieser Rangliste ist der FC Niederroßbach mit 13 Toren Rückstand! Herausragend ist vor allem die Quote auf eigenem Platz, wo die Mannschaft von Jens Hanas im Schnitt 4,4 Tore schoss. Die VfB-Defensive erwartet also ein weiterer Prüfstein. Auch, oder gerade weil, Hamm als Favorit ins Spiel geht, muss die Tormaschine der Grün-Weißen, die zuletzt gegen Weyerbusch und Niederroßbach ins Stocken geriet und gleich zweimal trotz vorhandener Chancen keine Treffer produzierte, zu ihrer alten Produktivität zurückfinden. Hamms 23 Gegentore in 12 Spielen, die in dieser Wertung Platz 9 bedeuten und somit eigentlich nicht den Ansprüchen des VfL genügen dürften, sollten dem VfB-Sturm Mut geben. Eine starke Leistung und der unbedingte Siegeswille – auch im Falle eines möglichen Rückstandes – sind am Sonntag notwendig, um die insgesamt erfolgreiche Hinserie, die man in jedem Fall als erfolgreichster Aufsteiger beenden wird, nicht mit drei Niederlagen in Folge abzuschließen.

Nicht nur der VfB selbst und der neue Tabellenführer Betzdorf II, sondern selbstverständlich auch die weiteren Mannschaften, die Hamm überholen und so die Herbstmeisterschaft gewinnen könnten, hoffen auf Punkte für Niederdreisbach: Mündersbach (5.; bei der SG Alsdorf), Niederroßbach (4.; gegen Weyerbusch) und Wissen (3.; gegen Meudt). In den zwei Duellen am Tabellenende wird mit Spannung erwartet, wie sich die beiden Trainerrücktritte unter der Woche bei Alpenrod (14.; in Niederfischbach) und Herschbach (13.; in Honigsessen) auf die Leistungen der Mannschaften auf den direkten Abstiegsrängen auswirken werden.

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