Drucken

10. Spieltag (Sonntag, 14. Oktober 2012, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach/Offhausen-Herkersdorf

VfBLogo50x50 5:2 AlsdorfKirchen

Scharfschütze Schnell durchlöchert Alsdorfs Punktehoffnung

Nach der bitteren Pille gegen Wallmenroth eine Woche zuvor, strebte der VfB nach Besserung. Der Start in die Begegnung gegen Alsdorf lief nach Maß. Bereits in der fünften Spielminute brachte Sandro Josten das Spielgerät flach von links in die Mitte, wo Heiko Schnell herbeigeeilt war, um die Führung zu erzielen. Viel Zeit zur Freude blieb nicht, denn Daniel Kötting stellte die Uhren mit Hilfe eines Foulelfmeters wieder auf null (14.). Im Anschluss sahen die Zuschauer ein zerfahrenes Spiel, welches sich vornehmlich zwischen den beiden Strafräumen abspielte und von zahlreichen Unterbrechungen geprägt war. Erst kurz vor der Pause kehrte das Leben zurück, als Konni Knautz nach Freistoß-Vorarbeit per Kopf knapp scheiterte (40.). Die letzte Szene gehörte Heiko Schnell, welcher einen Freistoß aus etwa 22 Metern an der Mauer vorbei schlenzte und dessen Torschrei nur noch von den Fingerspitzen des Torwarts verhindert wurde. Aus der Kabine kehrten beide Teams energisch wieder. Nun war etwas mehr geboten. Die ersten drei Aktionen direkt nach der Pause gehörten den Hausherren. Zunächst startete Markus Nickol durch die Lücke und wurde per Steilpass von Konni Knautz bedient. Zwischen Nickols Schuss und den Pfosten passte nur noch ein Blatt Papier (49.). Anschließend knallte Heiko Schnell mit Gewalt drauf, der Alsdorfer Goali war gut zur Stelle (50.). Ebenfalls mit einem Distanzschuss probierte es Steffen Trapp in der 53. Minute, der Ball drehte sich jedoch etwas vom Kasten weg. Konstantin Gegelmann im Trikot der SG hätte die verpassten VfB-Chancen dann fast gerächt, um seinerseits die Alsdorfer in Front zu schießen. Sein starkes Tempodribbling quer durch den Strafraum endete glücklicherweise am Außennetz. Heiko Schnell machte es nach circa einer Stunde besser. Ein abgefälschter hoher Ball landete plötzlich auf seinem Radar. Er überlegte nicht und feuerte ihn direkt aus der Luft mit Wucht in die Maschen, ein absolutes Traumtor. Erneut ließ die Alsdorfer Antwort nicht lange auf sich warten. Schon sieben Minuten später konterten sie eiskalt und glichen in Person von Robin Stockschläder aus. Daniel Kötting (69.) und Konstantin Gegelmann (74.) hätten bei ihren Schüssen einen Hauch besser zielen müssen, um sogar die Führung für die SG zu besorgen. So durfte Heiko Schnell ein drittes Mal ran. Den Foulelfmeter in der 75. Minute verwandelte er zum 3:2. Fünf Minuten später entschied Konni Knautz die Partie. Nach einem lang ausgeführten Eckball brachte Markus Nickol die Kugel per Kopf wieder in den Fünf-Meter-Raum, wo Knautz seinen Schlappen nur noch hin halten musste. Den Schlusspunkt durfte Kapitän Patrick Kober setzen. Ebenfalls nach einem Eckball, dieses Mal auf den kurzen Pfosten gespielt, schob er ein.

Fazit: Ein zähes Spiel ging mit einem leistungsgerechten Unentschieden in die Halbzeit. Der VfB kam stark aus der Kabine und erzielte folgerichtig die Führung. Doch plötzlich erstarkte Alsdorf, konnte ausgleichen und schnupperte sogar an der Führung. Die Schlussphase dominierte schließlich aber wieder Niederdreisbach und fuhr einen verdienten Heimsieg ein, dessen Höhe den Spielverlauf aber etwas verzerrt. Die restlichen Begegnungen liefen allesamt zu Gunsten des VfB. Denn die Teams der oberen Tabellenhälfte gewannen ihre Spiele gegen die Mannschaften der zweiten Tabellenhälfte. Das bedeutet Platz sechs mit vier Punkten Rückstand auf die Spitze und sieben Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz (71. Marco Lenz), Tim Meyer, Steffen Trapp, Michael Schuster, Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell (90. Matti Höfer), Sandro Josten (90. Christian Hassel), Marcel Quast, Markus Nickol

Der VfB übt mit sechs Leuten Druck aus. Mit der Nummer 7 Neuzugang Marcel Quast, Dreifach-Torschütze Heiko Schnell lauert unauffällig im Rücken des Schiedsrichters.

 

2012-10-14_VfB-Alsdorf
(zur Großansicht bitte klicken)

Nächste Partie: 11. Spieltag Kreisliga A am Freitag, dem 19.10.12 um 19:30 in Weyerbusch. Am darauffolgenden Tag lädt der VfB ab 19:00 ins Niederdreisbacher Dorfgemeinschaftshaus zum Oktoberfest ein.


Vorbericht

Die SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach/Offhausen-Herkersdorf, die in dieser Form seit 2010 existiert, als der SV 09 Alsdorf als fünfter Teilverein zu den Kirchener Stadtteilclubs stieß, stellt zweifelsohne die Überraschungsmannschaft der aktuellen Spielzeit der Kreisliga A WW/Sieg. Vor dem Derby beim VfB Niederdreisbach hat die Spielgemeinschaft mit ihrem bereits fünften Sieg ihren nächsten Gegner überholt und belegt einen starken sechsten Platz – nur drei Punkte hinter der Tabellenspitze! Nur wenige Experten hätten den Alsdorfern einen solchen Saisonstart zugetraut, gingen sie doch mit im Vergleich zur Vorsaison nahezu unverändertem Kader (keine externen Neuzugänge, lediglich zwei aufgerückte Spieler aus der Reserve) in die neue Runde. Und in eben jener Vorsaison hatte die SG Alsdorf/Kirchen zum gleichen Zeitpunkt ein einziges mageres Pünktchen für sich verbuchen können und lag nahezu aussichtslos auf einem Abstiegsplatz. Nach einer bärenstarken Rückrunde (Rückrundentabellenplatz 6, punktgleich mit dem Dritten Hamm) rettete sich die Mannschaft von Christian Ningel in die Relegation, wo sie in Derschen gewann und so zurecht auch 2012/2013 wieder in der höchsten Spielklasse des Fußballkreises antreten darf.
An die Rückserie 2011/2012 knüpft die SG also jetzt an und sorgt weiter für Furore, wodurch sich ein bemerkenswerter Wert ergibt: Nur der VfB Wissen hat im Kalenderjahr 2012 mehr Punkte in der Kreisliga A erzielt als die SG Alsdorf/Kirchen! Die Zuschauer werden in Niederdreisbach also eine starke Truppe zu sehen bekommen, die auf den zuletzt zweimal sieglosen VfB trifft. Ein großer Vorteil unseres nächsten Gegners dürfte seine Eingespieltheit sein. Wie bereits angesprochen, hat sich der Kader zuletzt kaum verändert. Ganze zehn Spieler, also fast eine komplette Mannschaft, standen in allen neun Saisonspielen auf dem Platz (6) oder fehlten maximal einmal (4); beim VfB waren fünf Spieler immer dabei (Schumacher, Kober, Schnell, Nickol, Knautz) und Marco Lenz fehlte nur beim Auswärtsspiel gegen Herschbach. Von Woche zu Woche muss Ningel seine Startelf nur auf ein oder zwei Positionen ändern, während sein Kollege Jünge überhaupt erst zweimal die gleiche Mannschaft aufs Feld schicken konnte. Es spricht für das Kollektiv der Alsdorfer, dass kein Akteur mehr als vier Tore erzielt hat (Konstantin Gegelmann) und sich die Treffer gleichmäßig auf sechs Schützen verteilen. So ist die SG Alsdorf/Kirchen schwer auszurechnen. Eine Leistungssteigerung gegenüber der 1:4-Niederlage gegen Wallmenroth ist für den VfB Niederdreisbach zwingend notwendig, um in der unglaublich engen Tabelle (vier Punkte hinter der Spitze, aber auch vier Punkte hinter dem ersten Abstiegsplatz!) nicht weiter abzurutschen. Gleich vier andere Mannschaften könnten am VfB vorbeiziehen. Andererseits könnten die Grün-Weißen bei einem Sieg ebenso viele Teams überholen – allen voran natürlich die SG Alsdorf.

Um wie viele Positionen sich die Niederdreisbacher verbessern oder verschlechtern, hängt natürlich auch vom Ausgang der weiteren Partien des zehnten Spieltags ab. Bereits am Samstag reist unser nächster Pokalgegner, die SG Betzdorf II, nach Meudt, wo die Oberliga-Reserve zumindest vorerst zur Tabellenspitze aufschließen kann, nachdem sie zuletzt zweimal in Folge den jeweiligen Tabellenführer entthronte. Am Sonntag bekommen es die ersten Vier der Tabelle jedoch mit den letzten Vieren zu tun, sodass Wissen (gegen Niederfischbach), Mündersbach (gegen Honigsessen), Hamm (in Alpenrod) und Niederroßbach (in Salz gegen Herschbach) zurückschlagen könnten, falls sie von Betzdorf über- oder eingeholt würden. In dieser Saison ist aber sicherlich nicht auszuschließen, dass mindestens eines der Kellerkinder für eine Überraschung sorgt und unerwartete Punkte im Abstiegskampf holt. Das verbleibende Spiel zwischen Wallmenroth und Weyerbusch ist für den VfB relevant, weil beide Teams in Schlagdistanz zu Niederdreisbach liegen (ein bzw. zwei Punkte Rückstand) und Weyerbusch zudem der nächste Gastgeber der Grün-Weißen ist.

(zur Saisonübersicht)