19. Spieltag (Sonntag, 03.14.2016, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SV Adler 09 Niederfischbach

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Der Jahresauftakt in Meudt ging für den VfB Niederdreisbach (7., 24 Punkte) in die Hose: 1:4 hieß es am Ende nach einer frühen 1:0-Führung.  Zu leicht wurden der heimischen SG Chancen ermöglicht, die diese auch kaltschnäuzig umsetzen konnte. Es sei aber daran erinnert, dass der VfB in einer Abwehrkonstellation antrat, die es so noch nie gegeben hat, denn durch die Ausfälle von Christian Hüsch, Andreas Lenz, Simon Lenz, Tim Meyer und Mats Volk musste Spielertrainer Heiko Schnell stark improvisieren. Im kommenden Heimspiel gegen den SV Adler 09 Niederfischbach (5., 27 Punkte) kehren diese Spieler in den Kader zurück, sodass die Defensivreihe besser aufeinander eingestellt  und einige Akteure, die am Ostermontag in der Abwehr standen, nun etwas weiter vorne positioniert sein dürften. Nach einer langen Winterpause mit nur wenigen Testmöglichkeiten, zwei Neuzugängen sowie einem Trainerwechsel so kurz vor dem ersten Pflichtspiel muss man der Mannschaft ohnehin ausreichend Zeit zusprechen, um sich Schritt für Schritt in die Restsaison hinein zu tasten. Es ist davon auszugehen, dass jedes Spiel und jedes gemeinsame Training das Zusammenspiel verbessert und sich Automatismen verstärken.
In den nächsten Tagen stehen jedenfalls einige Partien auf dem Programm. Sechs Tage nach der Pleite in Meudt folgt nun das Heimspiel gegen Niederfischbach, gefolgt von drei wichtigen Auswärtsspielen. Schon drei Tage nach dem Besuch der Adler kommt es zum dritten Versuch eines Spiels in Westernohe – und wiederum nur vier Tage später geht es nach Weyerbusch. Am 24. April folgt dann ein absolutes Saisonhighlight, das sich alle VfB-Fans schon einmal fett in den Kalender eintragen sollten: das Lokalderby bei der SG Daaden/Biersdorf.
Auch wenn dieses Spiel bereits seinen Schatten vorauswirft, sollten wir uns aber zunächst mit der Partie gegen Niederfischbach beschäftigen. Der SV Adler hat seine Testspiele im Jahr 2016 ausschließlich im Siegerland, also der Heimat des scheidenden Trainers Andree Richstein, bestritten. Die Resultate sind deshalb relativ schwierig einzuordnen, sollen aber trotzdem nicht unerwähnt bleiben. Drei dieser Spiele bestritten die Jungs aus dem Otterbachtal gegen Vertreter aus der Kreisliga A Siegen/Wittgenstein und erreichten dabei eine ausgeglichene Bilanz von einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage: 1:1 gegen Eichen-Krombach, 5:3 gegen Kreuztal  und 3:6 gegen die Reserve von Germania Salchendorf. Ohne Chance war man Anfang Februar beim 0:8 gegen den Bezirksligavertreter Ottfingen. Was bei diesen Tests besonders auffällt: neun verschiedene Torschützen zeichnen sich für die neun Tore verantwortlich. Gegnerische Mannschaften konnten sich also bei der Defensivarbeit nicht auf ein oder zwei Schlüsselspieler konzentrieren. Allerdings sah das in der Kreisliga A WW/Sieg bisher ganz anders aus! Hier hat Christopher Melles fast jedes zweite Adler-Tor geschossen. Mit seinen 15 Treffern liegt Niederfischbachs Nummer 11 in der Torjägerliste auf einem starken zweiten Platz und hat sich zu einem würdigen Nachfolger für den über den Umweg Freudenberg nach Wallmenroth abgewanderten einstigen Niederfischbacher Spitzenstürmers Michael Leis (je 22 Tore 2010/2011 und 2013/2014) entwickelt. Anders als in den Freundschaftsspielen war es am 18. Spieltag dann auch wieder Melles, der die beiden Niederfischbacher Tore beim 2:2 gegen Weyerbusch erzielte.
Insgesamt liegt unser nächster Gegner tabellarisch auf einer Position, mit der zu rechnen war. Mit Ausnahme des erst im Entscheidungsspiel verpassten Aufstiegs 2011 lief Niederfischbach in den letzten sieben Jahren stets im Bereich Platz 4 bis 6 ein. Platz 5 nach 18 von 26 Spielen deutet darauf hin, dass es auch diese Saison in die gleiche Richtung geht. Somit kämpft der SV Adler mit dem nur einen Punkt vor ihm platzierten SSV Weyerbusch um den inoffiziellen, aber dennoch beachtenswerten Titel „beste eigenständige Mannschaft“: auf den ersten drei Plätzen liegen mit der SG Niederroßbach/Emmerichenhain, der SG Wallmenroth/Scheuerfeld und der SG Alsdorf/Kirchen/Freusburg/Wehbach Spielgemeinschaften aus mehreren Vereinen. Vor der Konstanz der Resultate dieses Vereins und der wiederholten Integration heimischer Spieler kann man nur den Hut ziehen, zumal die Zweitvertretung noch alle Chancen hat, sich ein fünftes Jahr in Folge in der Kreisliga B zu sichern.
Die erste Mannschaft tat sich übrigens zuletzt gegen den VfB Niederdreisbach schwer. Das Hinspiel in der Wurth-Arena endete mit einem 1:0-Auswärtssieg für die Grün-Weißen. In der vergangenen Saison hatte Niederdreisbach zu Hause mit 2:0 gewonnen und in Niederfischbach ein 2:2 erzielt. Die ersten Punkte des Jahres und ein Gleichziehen nach Punkten sind also durchaus im Bereich des Möglichen. Die VfB-Fans können trotz der Niederlage am 18. Spieltag den bevorstehenden Aufgaben optimistisch entgegenfiebern.

Unser letzter Gegner hat derweil noch weniger Zeit zur Regeneration als die Schnell-Elf. Meudt (8., 23 Punkte) muss schon am Samstag nach Kirchen reisen, um dort bei der SG Alsdorf (3., 34 Punkte) anzutreten. Die Mannschaft von Enis Cağlayan hat aber sicherlich keinen konditionellen Vorteil, denn sie war ebenfalls am Ostermontag im Einsatz, als sie im Kreispokal antrat. Hier musste sie 120 Minuten und das anschließende Elfmeterschießen absolvieren. Überraschend zog das A-Liga-Spitzenteam dabei gegen den B-Ligisten Steineroth den Kürzeren und verpasste somit den Einzug ins Finale.
Für den wiedererstarkten TuS Honigsessen (14., 11 Punkte) dürfte es nach zwei Siegen gegen die Mitaufsteiger Stockum-Püschen und Alpenrod einen Dämpfer geben, denn auch der neue Trainer Jungjohann wird keine Taktik entwickeln können, mit der für das Schlusslicht in Emmerichenhain Punkte gegen Niederroßbach (1., 48 Punkte) herausspringen. Ein bisschen besser stehen da schon die Chancen für den zweiten designierten Absteiger Westernohe (13., 12 Punkte), der zur Spvgg. Lautzert (6., 26 Punkte) reist. Im Hinspiel gab es für unseren übernächsten Gegner immerhin ein Unentschieden. Mit Stockum-Püschen (12., 16 Punkte) und Herdorf (10., 20 Punkte) treffen zwei Mannschaften aufeinander die in zwei bzw. drei Spielen 2016 noch ohne Sieg geblieben sind. Mit einem Sieg wie im Hinspiel könnte sich Herdorf hier der größten Abstiegssorgen entledigen. Auch tabellarisch könnte es für die Hellerstädter nach vorne gehen, weil Alpenrod (9., 23 Punkte) gegen Wallmenroth (2., 40 Punkte) krasser Außenseiter ist. Komplettiert wird der Spieltag von der Begegnung zwischen Daaden (11., 16 Punkte) und Weyerbusch (4., 28 Punkte).

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