24. Spieltag (Sonntag, 11.05.14, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG 06 Betzdorf II

VfBLogo50x50 4:1 Betzdorf

 

VfB „lenzt“ in Richtung Klassenerhalt

Noch vor zwei Wochen nach dem bitteren Heimdebakel gegen Meudt sah es düster aus für Niederdreisbach. Man befand sich in akuter Abstiegsbedrohung und war sichtlich angezählt. Zwei Wochen später hat sich dieses Bild entspannt. Auf den Last-Minute-Sieg in Kirchen folgte ein überzeugender Heimerfolg gegen die Reserve der SG Betzdorf. Die Mannschaft startete mit massivem Druck in die Partie und führte bereits nach sechs Minuten mit zwei Toren. In der dritten Spielminute hatten Josten und Ermert zunächst im Zusammenspiel die linke Abwehrseite der Gäste ausgehebelt, ehe Letzterer per Flanke den Mittelstürmer Stefan Lenz bediente. Dieser vollendete in Strafraum-Phantom-Manier zur frühen Führung. Schon wenige Augenblicke später folgte ein kurioses Highlight. Heiko Schnell lief über die rechte Seite und wollte den mitgelaufenen Teamkollegen in der Mitte per Flachpass bedienen. Jedoch bekam ein Defensivspieler den Fuß dazwischen, welcher dem Ball eine deutliche Veränderung der Flugkurve zufügte. Letztlich landete der Ball in hohem Bogen unterhalb der Querlatte (6.). Ob dieser schnellen Erfolgserlebnisse spielten die Grün-Weißen weiter mutig auf. Nach 22 Minuten gelang sogar schon der nächste Treffer. Im Anschluss an einen Freistoß der Betzdorfer durch Sascha Cichowlas konterte Sandro Josten wieselflink über die linke Seite. Auch er schlug wie zuvor Ermert eine präzise Flanke auf - man mag es ahnen - Stefan Lenz, der wiederum eiskalt in der Vollendung war. Dieser desaströse Auftakt veranlasste den SG-Trainer Florian Kempf zu einem ersten Wechsel. Bereits nach 24 Minuten brachte er Kreshnik Himaj, der das Offensivspiel unmittelbar belebte. Bevor die Betzdorfer Aufholversuche aufkeimten hatte Marcel Quast allerdings noch die Chance zum vorentscheidenden 4:0 verpasst. Er lief alleine aufs Tor zu und wollte uneigennützig quer legen, was aber durch einen Abwehrmann verhindert wurde (24.). So kamen die Gäste zu ihrem ersten Treffer. Der eingewechselte Himaj bediente Cichowlas, der aus 16 Metern flach ins Eck traf (26.). Niederdreisbach verlor in Folge dessen den Faden und sah sich bis zur Halbzeit gewaltig unter Druck. Nach Distanzschüssen durch Werner Heinrich (30.) und Butrint Jashari (33.) folgten zwei Hochkaräter. Dominik Zimmermann knallte aus der zweiten Reihe drauf und lediglich der mutige Einsatz von Simon Lenz verhinderte das Tor (34.). Zwei Minuten später köpfte Zimmermann an die Latte. Die letzten Szenen kurz vor dem Pausenpfiff gehörten schließlich wieder dem VfB. Zwei Kopfbälle von Konni Knautz (40.) und Patrick Kober (41.) verfehlten nur knapp das Ziel. Nach rasanten ersten 45 Minuten ging es im zweiten Durchgang etwas weniger spektakulär zu. Die erste nennenswerte Möglichkeit verzeichnete Cichowlas per Schuss aus 20 Metern in der 55.Minute. Der VfB machte es besser und erhöhte seine Führung mit der ersten guten Chance in Halbzeit zwei. Eigentlich hatten die Gäste den Ball schon kontrolliert, doch Stefan Ermert lief den Abwehrspieler an und übte enormen Druck aus, sodass er den Ball stibitzen konnte. Anschließend lief er allein aufs Tor und zwang den Keeper zum Herauslaufen. Im letzten Moment legte er quer auf den mitgelaufenen Stefan Lenz, der seinen dritten Treffer besorgte und ins leere Tor schob (66.). Es folgte eine gute Möglichkeit der SG durch Himaj, welche Pierre Zeitz super entschärfte (69.). In den Schlussminuten zeigten sich beide Teams jeweils noch einmal gefährlich. In der 89. Minute lief Heiko Schnell diagonal aufs Tor zu und scheiterte bei seinem Abschluss am Torwart. Auf der anderen Seite brillierte Pierre Zeitz mit einer tollen Parade.    

Torfolge: 1:0 Stefan Lenz (3.), 2:0 Eigentor SG (6.), 3:0 Stefan Lenz (22.), 3:1 Sascha Cichowlas (26.), 4:1 Stefan Lenz (66.)                                         

Fazit: Ein absolut verdienter Sieg des VfB. Selten in dieser Saison zeigte man ein derart hohes Maß an Wille, Lauf- und Kampfbereitschaft sowie Konsequenz. Besonders im ersten Durchgang wurde zudem schneller Offensiv-Fußball geboten, der weniger nach Abstiegskampf als vielmehr nach Spielfreude aussah. Durch die Ergebnisse der Konkurrenten und der Konstellation in der Bezirksliga steht nun fest: Derschen und Honigsessen stehen als Absteiger fest. Wied liegt sechs Punkte hinter dem VfB auf dem drittletzten Platz bei noch zwei auszutragenden Spielen. Holt der VfB noch einen Punkt, ist er sicher gerettet und spielt nächstes Jahr wieder A-Klasse. Gewinnt Wied nächste Woche nicht, braucht der VfB gar keine Punkte mehr.

Aufstellung: Pierre Zeitz, Simon Lenz, Stefan Ermert (87. Marco Lenz), Andreas Lenz, Stefan Lenz (85. Matti Höfer), Patrick Kober, Heiko Schnell, Konstantin Knautz (78. Simon Hempel), Christian Meyer, Sandro Josten, Marcel Quast

Nächste Partie: 25. Spieltag Kreisliga A am Sonntag, dem 18.05.14 um 14:30 in Wissen.


 

Vorbericht

Ein Blick auf die zweite Hälfte der Rückrundentabelle verdeutlicht, wie eng es drei Wochen vor Saisonende in den hinteren Regionen der Kreisliga A zugeht:

Pl. Mannschaft Tore Tordiff. Punkte
8. Meudt 22:23 -1 10
9. VfB 20:26 -6 9
10. Steineroth 13:19 -6 9
11. Weyerbusch 11:17 -6 9
12. Derschen 18:26 -8 9
13. Wied 12:30 -18 9
14. Honigsessen 18:37 -19 8

Während der VfB Wissen (1., 58 Punkte) ganz oben einsam seine Kreise zieht und bei acht Punkten Vorsprung auf seinen ärgsten Verfolger Wallmenroth am Samstag in Molzhain  die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg perfekt machen dürfte, trennen in der zweiten Saisonhälfte Meudt auf Platz 8 und Honigsessen auf Platz 14 nur zwei Punkte. Die fünf Teams dazwischen, also Niederdreisbach, Steineroth, Weyerbusch, Derschen und Wied, sind punktgleich; bis auf Derschen und Wied weisen sie sogar die gleiche Tordifferenz auf. Von den sieben Mannschaften hat bisher nur Weyerbusch den Klassenerhalt in der Tasche. Der neutrale Fan kann sich also auf ein spannendes Finale freuen – die Anhänger des VfB Niederdreisbach hätten sich sicherlich etwas Langeweile durch einen vorzeitig gesicherten Ligaverbleib gewünscht.
Immerhin nimmt der VfB unter den vier am akutesten gefährdeten Vereinen die Pole Position ein, nachdem letzte Woche ein Auswärtssieg bei Alsdorf/Kirchen gelang und somit Platz 11 gefestigt wurde. Noch neun Punkte pro Team sind zu vergeben und der Vorsprung beträgt drei Zähler auf Wied, sechs auf Derschen  und sieben auf Honigsessen. Der derzeitige Platz muss mit aller Gewalt verteidigt werden, denn neben dem abgeschlagenen Tabellenletzten Herdorf wird mutmaßlich auch Hamm aus der Bezirksliga in die Kreisliga A WW/Sieg absteigen. Somit würde eine Relegation zwischen A-Liga-Zwölftem und B-Staffel-Vizemeistern entfallen. Nach derzeitigem Stand würde der VfB also direkt in die Kreisliga B absteigen, wenn auch nur eine der drei hinter ihm gelegenen Mannschaften noch an ihm vorbeiziehen könnte.

Die Jünge-Elf hält ihr Schicksal aber weiterhin in den eigenen Händen. Gegen ihren nächsten Gegner, die Zweitvertretung der SG 06 Betzdorf, scheint ein Punktgewinn nicht unerreichbar. Schon im Hinspiel setzte sich Niederdreisbach mit 4:3 durch. Zwar ist Betzdorf II mit 40 Punkten noch immer auf Tabellenplatz 4 positioniert, doch nach den großen Umstrukturierungen und Abgängen bei der SG 06 ging es in den letzten Wochen für unseren nächsten Gast sportlich bergab. Seit sechs Spielen wartet die Mannschaft mittlerweile auf einen Sieg. Nur Honigsessen holte in dieser Zeitspanne weniger Punkte als Betzdorfs vier. Gegen die Abstiegskandidaten Derschen und Honigsessen spielte Betzdorf II ebenso Remis wie vorige Woche gegen die weiterhin theoretisch gefährdeten Steinerother. Beim Tabellennachbarn Niederroßbach (3., 47 Punkte) setzte es gar eine 0:6-Klatsche. Zu allem Überfluss musste Spielertrainer Florian Kempf, der im Februar das Zepter von Markus Meier übernahm, gegen Steineroth mit einer Armverletzung ins Krankenhaus. Sollte er in Niederdreisbach noch nicht wieder spielen können, wäre dies ein herber Verlust für die SG. Die Ergebnisse der letzten Wochen sollten allerdings nicht darüber hinwegtäuschen, dass Betzdorf II über eine talentierte Truppe verfügt. Niederdreisbach wird sicherlich nicht den Fehler begehen, sich zu sicher zu sein, wie die Konkurrenz gegen Betzdorf zu punkten. Der VfB kann am Sonntag aber mit der richtigen Einstellung einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung Saisonziel gehen.

Wie sieht es bei den verbliebenen Konkurrenten um den Klassenerhalt aus? Meudt (8., 27 Punkte) und Alsdorf (9., 27 Punkte) liegen acht Punkte vor Wied und sind somit praktisch gerettet. Gegen Mündersbach (5., 39 Punkte) und Weyerbusch (7., 30 Punkte) können diese beiden Mannschaften nun gleichzeitig den letzten Schritt machen. Steineroth (10., 26 Punkte) dürfte zwar gegen Wissen verlieren, muss sich aber ob des Restprogramms mit Honigsessen und Derschen keine wirklichen Sorgen mehr machen. Anders sieht es für Wied aus. Der TuS (12., 19 Punkte) bekommt es mit dem SV Adler Niederfischbach (6., 35 Punkte) zu tun, der seit sieben Spielen ungeschlagen ist und dem VfB Niederdreisbach Schützenhilfe leisten könnte. Derschen (13., 16 Punkte) und Honigsessen (14., 15 Punkte) haben gegen die Spitzenteams Wallmenroth (2., 50 Punkte) und Niederroßbach (3., 47 Punkte) ganz schwere Aufgaben vor der Brust. Wenn der Spieltag aus VfB-Sicht günstig verlaufen würde, könnten diese beiden Vereine also bereits am Sonntag absteigen und nur noch Wied würde an den letzten beiden Spieltagen mit Niederdreisbach konkurrieren.

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