9. Spieltag (Sonntag, 4. Oktober 2026, 15 Uhr): SSV Hattert - VfB Niederdreisbach

 --:-- VfBLogo


Wir starten den Vorbericht mit einer Reise ins Jahr 2009. Allen Fans unseres Vereins sollte dieses Jahr sofort ein Begriff sein, denn damals wagte der VfB Niederdreisbach nach elf A- und B-Liga-Spielzeiten als Teil der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach (und davor bereits fünfzehn Saisons nur mit Biersdorf) den Neustart mit einem eigenständigen Team. Der direkte Durchmarsch von der Kreisliga D in die Kreisliga A, in der sich der VfB seitdem stets halten konnte, ist ebenfalls bekannt. Dieser Blick ins Geschichtsbuch wird im Hinblick auf die bevorstehende Partie am neunten Spieltag relevant, weil die Entwicklung unseres kommenden Gegners damals eine parallele Wende nahm. Der SSV Hattert war nämlich ebenfalls bis 2009 für mehrere Jahre (wenn auch „nur“ acht) Teil einer aus drei Vereinen bestehenden Spielgemeinschaft, und zwar mit Müschenbach und Hachenburg. Wie unsere Spielgemeinschaft auch, war die SG Müschenbach/Hachenburg/Hattert entweder in der Kreisliga A oder der Kreisliga B beheimatet. In vier der acht Jahre ihrer Existenz traf die SG Müschenbach/H./H. im Kreisligaoberhaus auch direkt auf unsere damalige SG Daadetal. Zeitgleich mit unserem VfB entschied sich auch der SSV Hattert, zur Saison 2009/2010 wieder mit einem eigenständigen Team am Spielbetrieb teilzunehmen. Was in Zeiten von immer größeren SGs und immer weniger verfügbaren Spielern beachtlich ist: Sowohl der VfB als auch der SSV konnten die eigene Mannschaft von damals bis heute über nun schon 18 Jahre in ihren kleinen Ortsgemeinden aufrechterhalten.
An diesem Sonntag treffen Hattert und Niederdreisbach erstmals seit dieser Zeitenwende von 2009 im Ligabetrieb aufeinander. Das liegt daran, dass der SSV einfach deutlich länger gebraucht hat, um in der Kreisliga A anzukommen, obwohl er im Gegensatz zu uns beim Neustart bereits in die Kreisliga C und nicht in die Kreisliga D eingruppiert wurde. Während wir bereits zur Saison 2011/2012 in der Kreisliga B und schon ein Jahr später in der Kreisliga A an den Start gingen, brachte Hattert den B-Liga-Aufstieg erst 2013 zustande. Dort blieben die Blauen, bis im Mai 2026 der Sprung nach oben gelang. Somit gab es bisher nur Aufeinandertreffen in einem Pokalspiel (3:2 für den SSV im August 2019), in der Halle (2:0 für uns beim Hachenburger Pils-Cup 2016 und 1:0 für den SSV bei der Kreismeisterschaft 2017) und in Testspielen (1:0 für uns im Juli 2009, also wenige Wochen nach dem jeweiligen Neustart, 5:1 für uns im Juli 2010 und 5:2 für uns im Februar 2024).

Beim letzten Aufeinandertreffen, einem Testspiel in Weitefeld im Februar 2024, absolvierte Sven Hörster sein erstes Spiel für unseren VfB. (Foto: Thorsten Buchner)

Jetzt geht es also auch in der Liga gegeneinander. Der SSV darf sich über die erste eigenständige Spielzeit auf der höchsten Kreisebene seit 1983 freuen. Nach dreizehn Jahren durchgängiger B-Liga-Zugehörigkeit gelang der Aufstieg in der letzten Saison souverän. Als B2-Meister vor Mitaufsteiger Lasterbach legte Hattert sowohl in Sachen eigene Tore als auch bei den Gegentoren Liga-Bestwerte hin. Eine Tordifferenz von 107:19 zeugt von offensiver wie von defensiver Stärke. Eine Spielklasse höher läuft es vor allem in der Defensive weiterhin blendend. Nur das Spitzenduo aus Neitersen und Wallmenroth verzeichnete bislang weniger Gegentore als der SSV Hattert mit seinen 14. Überhaupt brauchte Hattert keine Eingewöhnungszeit. Gleich am ersten Spieltag gelang ein 4:1-Auswärtssieg bei Wissen II. Nach dem siebten Spieltag war der SSV Fünfter und ist auch jetzt, nach acht Runden, als Sechster mit 13 Punkten der beste der vier Aufsteiger. Das Saisonziel „Klassenerhalt“ (siehe RZ vom 6.8.26) dürfte die Giannattasio-Elf nach diesem Start locker erreichen, zumal es dieses Jahr anders als früher nur zwei Absteiger geben wird. Dass Hattert an diesem Mittwoch durch eine knappe 1:2-Niederlage bei der SG Lasterbach aus dem Kreispokal ausschied, ist da nicht viel mehr als eine Randnotiz. Schließlich fehlten bei Hattert laut vereinseigener Instagram-Seite sieben Stammspieler und man spielte für eine komplette Stunde in Unterzahl. Der Kader, der sich überwiegend mit dem aus der letztjährigen Meistersaison deckt, hat also definitiv A-Liga-Format. Abgesehen davon ist Hattert auch in der Breite gut aufgestellt, denn im Gegensatz zu uns konnte der SSV seit dem zweiten Jahr nach dem Neustart stets ein Reserveteam an den Start bringen. Bei diesem wurde zu Beginn dieser Saison übrigens ein zumindest in unserem Fußballkreis einzigartiger Weg eingeschlagen: Hattert II verschmolz mit der ersten und einzigen Seniorenmannschaft des FSV Merkelbach zur SG Hattert II/Merkelbach, während die eigene Erste weiterhin unabhängig agiert.
Wir müssen dagegen immer wieder mit einem kleinen Aufgebot leben, und das wird auch in Hattert der Fall sein. Zumindest haben wir gerade letzte Woche noch gezeigt, wie viel auch mit dezimiertem Kader gehen kann. Gegen den Spitzenreiter Wallmenroth fehlten feste Größen wie Nico Hees, Max Ebener und Till Schütz ebenso wie unser wichtiger studentischer Teilzeitspieler Lars Lapp. Dennoch konnten wir Wallmenroth durch einen verdienten 2:0-Erfolg vom Thron stoßen. Die Erleichterung war groß, da der VfB selbst im Falle eines auch schon ordentlichen Unentschiedens auf einen Abstiegsplatz gefallen wäre. So muss das Trainergespann in Hattert zwar wieder bei der Aufstellung improvisieren, kann dies aber aus einer etwas komfortableren Position heraus tun. Es wäre aber so oder so gut, wenn jetzt auch einmal etwas für die Auswärtsbilanz getan würde. In der Fremde stehen wir schließlich erst bei einem Punkt. Den Gegner können wir jedenfalls selbst im Erfolgsfall nicht einholen, da wir vier Plätze und fünf Punkte hinter ihm liegen. Erst einmal wird es aber eh vor allem darum gehen, langsam, aber sicher den Abstand auf die Abstiegszone zu vergrößern.

Schon am Donnerstag könnte nämlich unser punktgleicher Tabellennachbar Wissen II (11., 8 Punkte) vorübergehend an uns vorbeiziehen. Der Gegner der VfB-Reserve ist aber gut in Form: Friesenhagen (8., 10 Punkte) gewann die letzten beiden Spiele. Am Freitagabend folgt dann das Spitzenspiel schlechthin: Wallmenroth (2., 17 Punkte) erwartet Neitersen (1., 19 Punkte). Statt „Erster gegen Zweiter“ heißt es am Sonntag „Letzter gegen Vorletzter“, wenn Herdorf (13., 7 Punkte) und Lasterbach (14., 1 Punkt) aufeinandertreffen. Weyerbusch (12., 7 Punkte) konnte sich letzten Sonntag durch ein 5:0 gegen die bis dahin ungeschlagene SG Gebhardshainer Land über den Strich ballern und wird jetzt bei der zuletzt schwächelnden SG Herschbach (5., 13 Punkte) nachlegen wollen. Außerdem spielt Gebhardshainer Land (3., 15 Punkte) gegen Westerburg II (9., 9 Punkte) und unser kommender Gast Niederfischbach (7., 10 Punkte) erwartet Alpenrod (4., 14 Punkte).

(zur Saisonübersicht)

Wir benutzen Cookies

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.