8. Spieltag (Sonntag, 27.09.2026, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Wallmenroth/Scheuerfeld
--:-- 
Es steht erst der achte Spieltag an, doch schon zum dritten Mal in dieser Saison stellt sich dem VfB Niederdreisbach (12., 5 Punkte) an diesem Wochenende ein Tabellenführer in den Weg. Bei unserem Auswärtsspiel am dritten Spieltag ging es zur SG Neitersen. Beim Regenabbruch im Heimspiel vor zwei Wochen war es die SG Herschbach-Schenkelberg. An diesem Sonntag folgt mit der SG Wallmenroth auch der dritte Tabellenführer, den es in der Kreisliga A1 in dieser Saison gab. Wallmenroth übernahm vorletzten Sonntag den ersten Platz, aber vorerst nur, weil Herschbach eben durch den Abbruch in Niederdreisbach keine Chance auf Punkte hatte. Seit dem darauffolgenden Spieltag und der Herschbacher Heimniederlage gegen Neitersen ist unser nächster Gegner inzwischen auch „rechtmäßig“ auf Platz 1. Neben der SG Gebhardshainer Land ist die Kempf-Elf die einzige noch ungeschlagene Mannschaft. Was das heißt, ist klar: Erneut steht dem VfB eine enorm schwierige Herausforderung bevor.
Die SG Wallmenroth zeigte sich bisher praktisch unüberwindbar. Erst drei Gegentore musste die Mannschaft in den ersten sieben Spielen hinnehmen, zwei davon gleich am ersten Spieltag und nur ein einziges auswärts. Wie herausragend diese drei Gegentore sind, wird durch einen Vergleich mit den anderen Teams deutlich: Neitersen als Team mit der zweitbesten Defensive kommt auf elf Gegentore, also auf fast viermal so viele wie Wallmenroth. Da wird es für uns ganz schwierig, den Ball an Schlussmann Tunahan Akin vorbei im Tor zu versenken. Doch auch die Offensive ist gut in Form. So lauteten die Ergebnisse der letzten drei Wochen erst 4:0 gegen Westerburg II, dann 6:0 gegen Lasterbach und schließlich 5:0 gegen Alpenrod. Insbesondere das 5:0 gegen den früheren Bezirksligakonkurrenten dürfte bei der SG Wallmenroth für viel Euphorie gesorgt haben.
Insgesamt zeigen sich die Dunkelblauen jedenfalls gegenüber der letzten Spielzeit stark verbessert. Mit der ausgeglichenen Bilanz von 11 Siegen, 4 Unentschieden und 11 Niederlagen stand die SG am Ende der Saison 25/26 auf einem enttäuschenden Mittelfeldplatz und auch die 56 Tore nach 26 Spielen waren nur mittelmäßig. Noch schlimmer: In der Rückrundentabelle landete Wallmenroth sogar auf einem Abstiegsplatz! Als Bezirksliga-Absteiger wies man zum Schluss satte 26 Punkte Rückstand auf den Meister Weitefeld auf. Gegen uns gab es entsprechend auch nur einen von sechs möglichen Punkten: Das Hinspiel in Niederdreisbach gewannen wir mit 2:1, beim Rückspiel in Wallmenroth holten wir in der ersten Begegnung nach der Winterpause ein torloses Unentschieden, wobei für uns auch drei Punkte möglich gewesen wären.

Beim letzten Besuch in Niederdreisbach fuhr Wallmenroth vor etwa dreizehn Monaten ohne Punkte nach Hause (Foto: Thorsten Buchner)
Trotz der Horror-Rückrunde setzte Wallmenroth diesen Sommer mit einem äußerst ambitionierten Saisonziel ein Zeichen: Ein Platz auf dem Treppchen wurde angepeilt (siehe RZ vom 6.8.26). Der Kontrast zwischen einer Rückrunde als drittschlechtestes Team der Liga und einem anvisierten Platz unter den Top-3 dürfte bei manchem Beobachter für Verwunderung gesorgt haben. Das erste Saisonviertel hat aber eindrucksvoll untermauert, dass dieser gewaltige Sprung für Wallmenroth möglich ist. Die Altstars aus den Bezirksliga-Jahren wie Sascha Mertens oder Tim Lück (um nur zwei zu nennen) drehen wieder auf. Dazu kommen Verstärkungen wie Wasili Doulios aus Niederfischbach (Doppelpack gegen Alpenrod), Can Atli aus Daaden und Jarno Petri aus Freudenberg (bisher je vier Startelfeinsätze) und der Ex-Betzdorfer Marvin Cruces Acevedo aus Mittelhof (bisher fünf Startelfeinsätze).
Sollte Wallmenroth mit diesem Personal weiter vorne so aufdrehen wie in den letzten Wochen und hinten so sicher stehen wie im gesamten Saisonverlauf, darf sich Niederdreisbach über neunzig Minuten plus Nachspielzeiten keinerlei Unachtsamkeiten erlauben. Unbedingt muss ein frühes Gegentor vermieden werden, wie es leider schon zu oft der Fall war. Neitersen traf gegen uns nach fünf Minuten, Weyerbusch lag nach sieben Minuten schon mit 2:0 vorne, Herschbachs erstes Tor fiel in der zehnten Minute und die Wissener Reserve brauchte sogar nur etwa zwei Minuten. Gegen Weyerbusch, Herschbach und Wissen II brachte sich der VfB durch eigene Treffer zwar wieder zurück ins Spiel. Dennoch ist der momentane drittletzte Platz eine bittere wie aussagekräftigte Momentaufnahme. Unbedingt müssen in den nächsten Wochen Punkte her, und zwar am besten nicht erst gegen Hattert, Niederfischbach oder Herdorf, sondern im besten Fall eben auch bereits gegen einen schier übermächtigen Tabellenführer. Es wäre immerhin nicht das erste Mal, dass ein Favorit auf unserem Hartplatz ins Straucheln kommt.
Bis zu unserem Heimspiel am üblichen Sonntagnachmittag könnte die Tabelle durch zwei Freitags- und ein Samstagsspiel noch ein wenig durcheinandergewirbelt werden. Friesenhagen (10., 7 Punkte) erwartet nach dem Befreiungsschlag von letzter Woche die SG Herschbach (4., 13 Punkte), die mit einem Auswärtssieg wieder Kontakt mit der Tabellenspitze herstellen könnte. Lasterbach (14., 1 Punkte) strauchelt weiterhin, sodass sich Niederfischbach (9., 7 Punkte) nach vier Liga-Unentschieden in Serie wieder Hoffnung auf einen Dreier machen dürfte. Am Samstag empfängt unser Tabellennachbar Westerburg II (11., 6 Punkte) die SG Herdorf (8., 7 Punkte). Der SSV Weyerbusch (13., 4 Punkte) ist wider Willen zurück auf dem vorletzten Platz. Seine Heimaufgabe gegen die SG Gebhardshainer Land (3., 15 Punkte) ist diese Woche nicht gerade leicht. Alpenrod (6., 11 Punkte) muss nach der Schmach von Wallmenroth gegen Hattert (5., 13 Punkte) zurück in die Erfolgsspur finden. Coach Felix Ba Bly erwartet mit seiner SG Neitersen (2., 16 Punkte) sein Ex-Team Wissen II (7., 8 Punkte).