3. Spieltag (Sonntag, 23. August 2026, 15 Uhr): SG Neitersen/Altenkirchen - VfB Niederdreisbach
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Anders als in den letzten beiden Spielzeiten ist der VfB Niederdreisbach nach zwei Spielen noch ungeschlagen. Natürlich kann man sich darüber ärgern, dass man bei der SG Gebhardshainer Land in der Schlussphase noch den Ausgleich kassiert hat, aber man kann eben auch genauso gut betonen, dass man gegen diesen Gegner erstmals nach drei Niederlagen wieder einen Auswärtspunkt erzielt hat. Noch dazu fehlten gleich mehrere wichtige Spieler, zum Beispiel Max Ebener, Christian Platte und Christian Hüsch.
In der Tabelle steht der VfB mit seinen zwei Punkten jetzt erst einmal nur auf Platz 11, also so weit unten wie seit elf Monaten nicht mehr. Die Abstände sind aber noch äußerst gering, weil keine einzige Mannschaft zwei Spiele für sich entscheiden konnte. Alle vier Mannschaften, die ihr Auftaktspiel gewonnen hatten, holten am zweiten Spieltag maximal einen Punkt. Dass kein einziges Team mit sechs von sechs möglichen Punkten gestartet ist, gab es in der heimischen Kreisliga A übrigens zuletzt vor 16 Jahren, also sogar noch vor unserem eigenen Aufstieg ins Kreisligaoberhaus. Diese Konstellation mit nur zwei Punkten Abstand zwischen Platz 1 und Platz 11 und gleich neun Mannschaften ohne Niederlage verspricht eine unheimlich enge spannende Saison.
An der Tabellenspitze steht wie schon nach dem ersten Spieltag die SG Neitersen/Altenkirchen. Wir reisen an diesem Sonntag also zum Spitzenreiter. Die SG führt die Gruppe der sechs Teams mit vier Punkten an, weil sie sich bisher äußerst offensivstark präsentierte. Neun Toren gegen die SG Lasterbach am ersten Spieltag folgten am zweiten Spieltag vier Tore gegen die hochgehandelte SG Alpenrod, die aber aufgrund von ebenso vielen Gegentoren nur zu einem einzigen Auswärtspunkt reichten. Beinahe hätte es für Neitersen sogar drei Punkte gegeben, doch Alpenrod glich in der vierten Minute der Nachspielzeit letztmals aus.
Besonders tat sich bei der SG Neitersen Luca Breitenbach hervor, der nach zwei Spielen schon sechs Treffer auf dem Konto hat. Mit der SG Herschbach-Schenkelberg hat nur ein einziger Ligakonkurrent insgesamt häufiger getroffen als Breitenbach als einzelner Spieler. Mit Fabian Franz und Marco Scholz (jeweils drei Tore) zeigten sich außerdem zwei weitere Neiterser in bestechender Frühform. Der bisherige Toptorschütze Breitenbach ist nur einer von gleich vier Spielern, die in diesem Sommer bei Neitersen dauerhaft aus der eigenen Jugendspielgemeinschaft in den Seniorenkader rückten – wobei Breitenbach schon letzte Saison bei unserem Spiel in Neitersen eingewechselt wurde. Diese JSG sorgt seit Jahren auf Verbandsebene für Furore und landete in der letzten Saison auf einem starken Platz 4 in der Rheinlandliga. Insofern dürften diese Eigengewächse ganz sicher das Zeug haben, um bei der eigenen Herrenelf im Kreisligafußball zu bestehen. Übrigens hat die SG sich auch extern verstärkt. Unter anderem kam Justin Keeler, der letzte Saison noch für die benachbarte SG Berod/Lautzert als Spielertrainer in der Bezirksliga agierte. Mit diesem Kader möchte Coach Ba Bly „besser abschneiden als in der Vorsaison“ (RZ vom 6.8.26), was ein Selbstläufer werden dürfte, denn mit Platz 8 blieb seine Mannschaft in der ersten Saison nach dem Bezirksligaabstieg ganz klar unter den eigenen Möglichkeiten. Immerhin sechs Ligakonkurrenten trauten Neitersen jedenfalls vor dem Beginn der neuen Meisterschaft den Aufstieg zu (siehe RZ vom 6.8.26); nach dem erfolgreichen Start dürfte diese Zahl nur noch größer geworden sein.
Unter diesen Voraussetzungen reist der VfB Niederdreisbach als klarer Außenseiter auf die Glockenspitze. Man darf auch nicht vergessen, dass unser Team vor gut fünf Monaten beim Auswärtsspiel in Neitersen gegen den gleichen Gegner die höchste Niederlage der vergangenen Saison kassiert hat. Bei ihrem 3:0-Erfolg war die Heimelf im März die bessere Mannschaft und vergab insbesondere in der zweiten Halbzeit noch einige Chancen, die ein höheres Ergebnis möglich gemacht hätten. Da denken wir lieber an das Hinspiel der Saison 25/26 zurück, als uns vor ziemlich genau einem Jahr ein 1:0-Sieg gelang. Unter dem Strich war es das fünfte Mal seit unserem Neustart 2009, dass wir in einer Saison gegen einen Gegner auf eigenem Platz einen Zu-Null-Sieg holten, auf dem Platz des Gegners aber ohne eigenes Tor verloren. Vielleicht ist es deshalb ein Vorteil, dass wir diesmal in Altenkirchen und nicht in Neitersen spielen. Dort haben wir noch nie mit einem eigenständigen Team gespielt. Letztmals gab es in der Kreisstadt im August 2008 einen Auftritt einer Mannschaft mit Niederdreisbacher Beteilung, als wir ein Teil der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach waren und die Altenkirchener noch eine Spielgemeinschaft mit dem SSV Almersbach-Fluterschen bildeten. Vor fast genau 18 Jahren konnte sich die SG Daadetal in ihrer letzten Saison vor der Auflösung mit 3:2 durchsetzen.

Stefan Peters führte seine SG im März als Kapitän zu einem verdienten Heimsieg gegen Niederdreisbach, pausiert aber in dieser Saison (Foto: Thorsten Buchner)
Ein Mutmacher zum Schluss: Auch letzte Saison gab es ein Auswärtsspiel gegen einen Tabellenführer. In Rennerod lieferten wir dabei ersatzgeschwächt eine Glanzleistung ab, hatten die SG RESI am Rande einer Niederlage und konnten einen wertvollen Punkt mitnehmen. Schon in der Saison 2023/24 gelang uns ein Punktgewinn bei einem Tabellenführer, damals durch ein 2:2 in Niederfischbach. Wenn die Leicher-Elf ähnlich couragiert zu Werke geht wie in den ersten beiden Saisonspielen, kann sie also nach Alpenrod dem nächsten Titelanwärter Paroli bieten. So wäre es tatsächlich in unserem fünfzehnten A-Liga-Jahr erst zum dritten Mal der Fall, dass wir auch nach drei Spielen weiterhin ungeschlagen bleiben, was den bisher erfolgreichen Start für unser neues Trainerteam untermauern würde.
Von einem Saisonstart mit drei Spielen ohne Niederlage ist Wissen II weit entfernt. Vor ihrem Freitagabendspiel gegen Herdorf (5., 4 Punkte) ist die Bezirksligareserve (13.) eines von drei punktlosen Teams. Die anderen beiden duellieren sich am Sonntag, wenn Weyerbusch (12.) die SG Lasterbach (14.) erwartet. Die SG Gebhardshainer Land (10., 2 Punkte) startete wie wir mit zwei Punkteteilungen und hofft nun im Heimspiel gegen den Aufsteiger Hattert (7., 3 Punkte) auf den ersten Sieg. Auch Alpenrod (9., 2 Punkte) spielte zweimal Unentschieden, hat im Auswärtsspiel gegen Friesenhagen (6., 4 Punkte) aber gute Chancen auf den ersten Dreier. Niederfischbach (8., 3 Punkte) konnte nach der Auftaktpleite durch einen Sieg im Kirmesspiel aufatmen und könnte jetzt am nächsten Gegner Wallmenroth (4., 4 Punkte) vorbeigehen. Ein Spitzenspiel, das so wohl kaum jemand erwartet hatte, liefern sich Herschbach-Schenkelberg (2., 4 Punkte) und Westerburg II (3., 4 Punkte).