6. Spieltag (Sonntag, 13.09.2026, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Herschbach-Schenkelberg
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Vor gut einem Jahr gab es zwischen den drei östlichen Staffeln der Kreisliga A im Fußballverband Rheinland einen Ringtausch nach der ursprünglichen Staffeleinteilung: Die SG Herschbach-Schenkelberg rutschte raus aus „unserer“ Staffel A1 und rein in die A2-Staffel, von dort ging die SG Horressen in die A3-Staffel und von der A3-Staffel kam schließlich die SG Rennerod zu uns in die Kreisliga A1. „Nur Herschbach-Schenkelberg reagiert gelassen“ titelte damals die Rhein-Zeitung über die Reaktion auf dieses Wechselspiel (Ausgabe vom 21.7.25). Im Nachhinein hat sich Herschbach-Schenkelberg womöglich über die Verschiebung geärgert, denn mit Rennerod und Horressen stiegen die anderen beiden Beteiligten schließlich in die Bezirksliga auf, während die SG lediglich im Mittelfeld der Kreisliga A2 landete – was aber für einen Aufsteiger auch schon aller Ehren wert war.
In der Sommerpause dieses Jahres wurde Herschbach-Schenkelberg erneut der Kreisliga A1 zugeteilt, und diesmal blieb es auch dabei. Wieder gab sich die SG mit der Einteilung zufrieden – vollkommen zurecht, wie sich mittlerweile herausgestellt hat: Obwohl sie in dieser Saison auf praktisch unbekannte Gegner treffen, spielen die Rot-Weißen groß auf. Nach fünf Spielen haben sie 13 von 15 möglichen Punkten geholt und grüßen von der Tabellenspitze. Gut möglich also, dass Herschbach-Schenkelberg den Ringtauschpartnern von 2025 mit einem Jahr Verspätung in die Bezirksliga folgt.
Herschbach kommt im Schnitt auf exakt fünf eigene Tore pro Spiel und kassierte dabei durchschnittlich weniger als zwei Tore. Damit stellt die Griebe-Elf die zweitbeste Offensive hinter der SG Neitersen (29 Tore), die letzten Sonntag zweistellig in Friesenhagen gewann. Gleichzeitig hat mit Wallmenroth nur eine Defensive weniger Gegentore hinnehmen müssen als Herschbach. Es handelt sich also um ein Team mit guter Balance. Im Angriff tat sich besonders Leon Groß hervor, der in den ersten fünf Spielen schon zehnmal traf. Die letzte Saison beendete Groß mit 13 Ligatoren nach 26 Spieltagen, was auch schon nicht schlecht war. In der neuen Staffel dreht er aber noch mehr auf. Allein letzte Woche im Spitzenspiel gegen den Aufstiegskandidaten Alpenrod traf er dreimal und trug so dazu bei, dass dieses Spitzenspiel vollkommen einseitig mit 7:1 für sein Team endete. So dürfte auch dem letzten Anhänger des WW/Sieg-Fußballs klar geworden sein, was für eine bärenstarke Truppe da aus dem WW/Wied-Kreis zu uns herüber gewechselt ist.
Interessant ist dabei, dass Herschbach sich gegenüber der vergangenen Saison, die auf Platz 7 endete, kaum verstärkt hat. Neben fünf Spieler, die aus der Jugend in den Seniorenbereich wechselten (vier davon aus der eigenen), gab es nur einen Zugang: Niclas Bannas vom B-Ligisten Grenzbachtal. Die meisten Herschbacher Spieler waren auch schon beim A-Liga-Aufstieg am Ende der Saison 24/25 dabei. Nach sieben aufeinanderfolgenden B-Liga-Jahren könnten sie nun innerhalb von zwei Jahren den Sprung von der Kreisliga B in die Bezirksliga erleben.
Wenn man all dies und die bisherigen Ergebnisse in dieser Saison betrachtet, kommt man nicht umhin, die SG Herschbach bei ihrer erstmaligen Reise ins Paradiesdorf als klaren Favoriten bezeichnen. Schließlich hat sie nicht nur Alpenrod abgefertigt. Die Saison begann schon mit einem fulminanten 5:1 gegen den Ligadino Niederfischbach. Hätte Herdorf am zweiten Spieltag nicht kurz vor Schluss noch ausgeglichen, wäre Herschbachs Punktausbeute sogar noch perfekt. Doch von diesem kleinen Rückschlag zeigte sich unser nächster Gegner gut erholt und schickte Westerburg II mit sechs Gegentoren nach Hause. Der 4:2-Auswärtssieg gegen Lasterbach fiel da schon fast bescheiden aus, ehe das bereits angesprochene 7:1 gegen Alpenrod folgte.
Gegen diesen Gegner kann die Leicher-Elf nur bestehen, wenn sie anders als in Weyerbusch von Beginn an und über die gesamte Spielzeit hochkonzentriert zu Werke geht. Zumindest ist davon auszugehen, dass der Trainer nicht wieder wie beim SSV kurz vor Anpfiff mehrere verletzungs- bzw. krankheitsbedingte Änderungen an der Startaufstellung vornehmen muss, die dann den Matchplan über den Haufen werfen. Lars Lapp, der beim Heimsieg gegen Friesenhagen für viel Gefahr sorgte, musste in Weyerbusch zur Halbzeit verletzt ausgewechselt werden. Seine Rückkehr wäre wertvoll. Zurückkehren wird in jedem Fall unser Kapitän Jannik Hörster, was die Stabilität erhöhen wird. Unter diesen Voraussetzungen steigen dann die Chancen auch gegen einen favorisierten Tabellenführer. Außerdem muss auch dieser erst einmal die weite Auswärtsfahrt nach Niederdreisbach hinter sich bringen und unseren Hartplatz kennenlernen. Daheim könnte uns dann gelingen, was uns am dritten Spieltag in Altenkirchen nicht gelang, nämlich einem Tabellenführer ein Bein zu stellen.
Unser punktgleicher Tabellennachbar Westerburg II (11., 5 Punkte) spielt am Sonntag zur Mittagszeit gegen den stark gestarteten SSV Hattert (6., 7 Punkte). Zur gewohnten Anstoßzeit erwartet Schlusslicht Lasterbach (14., 1 Punkt) die SG Wallmenroth (2., 11 Punkte), was auf dem Papier nach einer klaren Sache aussieht. Friesenhagen (13., 4 Punkte) spielt nach dem 0:10-Debakel gegen Neitersen in einem weiteren Heimspiel gegen die ungeschlagene SG Gebhardshainer Land (4., 9 Punkte). In einem Verbandsgemeindederby reist Weyerbusch (12., 4 Punkte) zum JSG-Partner Neitersen (3., 10 Punkte). Niederfischbach (9., 5 Punkte) könnte nach dem ersten Saisonsieg bei der SG Herdorf (7., 6 Punkte) nachlegen, die letzte Woche erstmals verlor. Wissen II (8., 5 Punkte) ist in der Tabelle ordentlich geklettert und bekommt es jetzt mit Alpenrod zu tun (5., 8 Punkte).