26. Spieltag (Sonntag, 24.05.2026, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Atzelgift/Nister
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Man könnte den in der Nachspielzeit verlorenen zwei Punkten in Weyerbusch hinterhertrauern, aber warum sollten wir? Mit einem Mini-Kader, bei dem neben einem regulären Feldspieler nur der bereits zurückgetretene Torwart Pierre Zeitz und unser Betreuer Marcel Strunk auf der Bank Platz nahmen und in einem Spiel, wo Zeitz sogar als Feldspieler eingewechselt wurde, hielt der VfB dem Weyerbuscher Angriff auf Platz 4 stand. Mehr noch: Durch das 1:1 und die gleichzeitige Alpenroder Niederlage gegen den Meister Weitefeld reichte Zähler Nr. 44 sogar für die Rückkehr auf Platz 3. Wer hätte gedacht, dass das unter den gegebenen personellen Voraussetzungen möglich sein würde: ohne das nominelle Innenverteidiger-Duo bestehend aus Max Ermert und Sebastian Zimmermann sowie bei den Ausfällen von Max Ebener, Marlon Cepeplack, Mika Leicher und Stefan Ermert und ohne die Langzeitverletzten Emilian Hees und Sandro Josten?
Jetzt noch ein Sieg im Heimspiel am letzten Spieltag und wir schließen die Saison definitiv auf dem Treppchen ab. Es wäre das dritte Mal in den letzten vier Spielzeiten – nur unterbrochen vom Fast-Abstieg vor einem Jahr. Ganz egal, auf welchem Platz der VfB am Ende landet: Schon jetzt ist längst klar, dass diese Saison ein voller Erfolg war. Aber wenn man als Dritter in den abschließenden Spieltag geht, will man diesen Rang natürlich auch verteidigen und nicht mehr auf Platz 4, 5 oder gar 6 zurückfallen – erst recht, wenn es in einem Heimspiel gegen den sicheren Absteiger Atzelgift (13., 17 Punkte) geht.
Neben Platz 3 im Endklassement gibt es übrigens noch andere Ziele, für die es sich zu kämpfen lohnt.
- Rückrundentabelle: Punktgleich mit Alpenrod ist Niederdreisbach hinter Weitefeld das zweitbeste Rückrundenteam. Da es durchaus möglich ist, dass Alpenrod gegen den Vizemeister Rennerod Federn lässt, winkt der alleinige zweite Platz.
- Heimtabelle: Mit drei Punkten gegen Atzelgift schließt die Schnell-Elf in der Heimtabelle mindestens auf Platz 3 ab. Sollte Rennerod gegen Alpenrod nicht gewinnen, wäre es sogar Platz 2. Um sowohl in der Rückrunden- als auch in der Heimtabelle auf Platz 2 zu landen, benötigen wir also eine Punkteteilung zwischen Rennerod und Alpenrod bei einem gleichzeitigen Heimdreier für uns.
- Defensiv-Ranking: In Weyerbusch kassierten wir dank zahlreicher Glanzparaden unseres Schlussmanns Niklas Platte nur ein Gegentor. Zeitgleich kamen für Rennerod gegen Mittelhof zwei Gegentore hinzu. Somit haben wir einen Spieltag vor Schluss wieder allein die beste Defensive. Die Ausgangslage ist klar: Kommen für uns am letzten Spieltag nicht mehr Gegentore dazu als für Rennerod (und maximal vier), stellen wir definitiv erstmals in der Vereinsgeschichte am Saisonende die beste A-Liga-Defensive.
- Fair-Play-Tabelle: Neben Weitefeld ist Niederdreisbach die einzige Mannschaft der Liga, die in 25 Spielen ohne Platzverweis auskam. Wir liegen in der Fair-Play-Tabelle auf Platz 2, mit einer Gelben Karte mehr als unser Nachbar. Hier ist also sogar noch ein Sprung auf Platz 1 möglich, wobei ehrlicherweise nicht davon auszugehen ist, dass der feststehende Meister im letzten Spiel mehr Verwarnungen erhält als wir. Apropos Verwarnungen: Keine einzige gab es bislang gegen unsere Offiziellen (Trainerstab etc.). Damit sind wir eines von drei Teams unter den 126 A-Ligisten im Fußballverband Rheinland, die sowohl ohne Platzverweis als auch ohne Verwarnungen gegen Offizielle auskamen. Das wir mit dieser Bilanz so weit oben stehen, zeigt, dass eine faire Spielweise zu Erfolg führen kann.
Ein Sieg gegen Atzelgift wird alles andere als ein Selbstläufer. Das Gefüge der SG ist trotz längst feststehenden Abstiegs intakt, was nicht zuletzt der Verbleib der Trainerlegende Jörg Mockenhaupt zeigt. Nach 17 ununterbrochenen Wochen als Tabellenletzter gab Atzelgift vor zwei Wochen die Rote Laterne an die SG Hammer Land weiter und wird ganz sicher alles daransetzen wollen, sie zum Abschluss nicht mehr übernehmen zu müssen. Schon die letzten Spieltage zeigten, dass sich die Männer in Grün so langsam, nur leider zu spät, im Kreisligaoberhaus eingefunden haben. Unser nächster Gegner hat weder die wenigsten Tore noch die meisten Gegentore. Zuletzt gewann Atzelgift sogar nach bis dahin überhaupt erst zwei Siegen gleich zweimal in Folge: zunächst auswärts in Gebhardshain und dann letzte Woche gegen den Bezirksliga-Absteiger Wallmenroth. Gerade dieses 7:4 am vergangenen Sonntag dürfte für die anwesenden Heimfans ein Fußballfest gewesen sein. Die beiden jüngsten Atzelgifter Ergebnisse sollten für unsere Jungs jedenfalls eine Warnung zur rechten Zeit gewesen sein. Auch gegen den Tabellenvorletzten ist ein Heimsieg – im Idealfall mit wenigen Gegentoren – keinesfalls garantiert.
Schon im Hinspiel sah es über weite Strecken ziemlich eng aus, auch wenn das 5:1-Endergebnis für uns sehr deutlich aussah. Bis in die 79. Spielminute führte der VfB nur knapp mit 2:1 und lief Gefahr, beim damaligen Schlusslicht Punkte zu lassen, bevor drei späte Tore alles klarmachten. Mehr als das Ergebnis blieb den VfBlern ohnehin die schwere Verletzung in Erinnerung, die sich Sandro Josten in dieser Partie zuzog und die sein Karriereende bedeuteten. Unser Rekord-Spieler und Rekord-Torschütze wird im Rückspiel Gerüchten zufolge aber noch einmal im Kader stehen und womöglich mit einem Kurzeinsatz seine Laufbahn auf dem Feld statt im Krankenhaus abschließen. Es wäre dann sein 362. Pflichtspieleinsatz für seinen Heimatverein, dem er die gesamte Seniorenkarriere über die Treue hielt. Seine Verabschiedung ist ein Grund mehr, um an diesem Sonntag den Weg auf den Koppelberg zu finden und während des Spiels und danach die Saison als VfB-Familie ausklingen zu lassen.

VfB-Rekordspieler Sandro Josten im Hinspiel kurz vor seiner schweren Verletzung (Foto: Thorsten Buchner)
Da es um nichts Wesentliches mehr geht, darf Weitefeld (1., 60 Punkte) das abschließende Heimspiel gegen Weyerbusch (6., 41 Punkte) schon am Samstag austragen. Für uns ist dieses Spiel durchaus relevant, denn der SSV würde uns mit einem Auswärtssieg vorübergehend von Platz 3 verdrängen. Andererseits ist uns Platz 5 nicht mehr zu nehmen, wenn Weitefeld mindestens einen Heimpunkt holt. Schon um die Mittagszeit spielen am Sonntag Wissen II (11., 27 Punkte) und Mittelhof (9., 31 Punkte) gegeneinander. Wissen II wird definitiv Elfter bleiben, Mittelhof hofft noch auf Platz 8. Ein Absteiger-Duell liefern sich Schönstein (12., 22 Punkte) und Hammer Land (14., 16 Punkte). Die SG Gebhardshainer Land (10., 31 Punkte) kann noch an ihrem Gegner Altenkirchen (8., 32 Punkte) vorbeiziehen. Für die SG Wallmenroth (7., 36 Punkte) geht nach der Pleite gegen Atzelgift nach vorne und nach hinten nichts mehr, während ihr Gegner Niederfischbach (5., 43 Punkte) uns noch vom Treppchen stoßen möchte.