9. Spieltag (Sonntag, 5. Oktober 2025, 15 Uhr): SG Hammer Land - VfB Niederdreisbach

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Durch zwei Siege ohne Gegentor ist der VfB Niederdreisbach zurück in der Erfolgsspur und steht als Siebter mit zwölf Punkten zum zweiten Mal in dieser Saison in der oberen Tabellenhälfte, was in der gesamten letzten Saison nur an einem einzigen Spieltag der Fall war. Sollte am Sonntag in Hamm der nächste Zu-Null-Erfolg gelingen, wäre das ein neuer Vereinsrekord. Denn so häufig gelang uns das mit einer eigenständigen Mannschaft in der Kreisliga A noch nie.
Zumindest für den nächsten Punktgewinn, ganz gleich ob mit oder ohne Gegentor, stehen die Vorzeichen grundsätzlich nicht schlecht. Denn während bei der Schnell-Elf die Formkurve nach oben zeigt, befindet sich unser nächster Gegner in einer sportlichen Krise. Zum Ende der vergangenen Saison hatte die SG Hammer Land noch die letzten drei Heimspiele für sich entschieden und dann auch an den ersten beiden Spieltagen der laufenden Spielzeit die maximale Punktausbeute einfahren sowie die ersten zwei Pokalspiele gewinnen können. Danach folgten aber fünf hohe Niederlagen in der Liga – immer mit mindestens vier Gegentoren – und am 1. Oktober ein 0:3 im Kreispokal gegen Niederfischbach. So wartet die SG Hammer Land seit dem 15. August auf einen Punktgewinn und steht immer noch bei sechs Zählern. Sie stürzte dadurch vom dritten auf den vorletzten Platz ab. Ligaweit kassierte unser nächster Gegner pro Spiel die meisten Gegentore: im Schnitt 3,29.
Vielleicht bietet sich dem VfB gegen diesen Gegner die Möglichkeit, die eigene Effizienz beim Torabschluss zu erhöhen. Denn während nur drei Ligakontrahenten weniger Gegentore hinnehmen mussten als wir, traf ausschließlich Schlusslicht Atzelgift seltener ins gegnerische Tor. Dass sich dieser Wert unbedingt bessern sollte, weiß auch Trainer Heiko Schnell, der nach dem Heimsieg gegen Schönstein letzten Sonntag feststellte: „Die Jungs vorne müssen die Tore einfach machen, damit wir so ein Spiel mal entspannt zu Ende spielen können“ (zitiert in der Rhein-Zeitung vom 30.9.25). Auch dank dreier minimalistischer 1:0-Siege ist sein Team immerhin trotz unzureichender Chancenverwertung auf Kurs.
Dennoch darf seine Mannschaft den nächsten Gastgeber trotz dessen Formkrise selbstverständlich auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen. In den beiden einzigen bisherigen Begegnungen zwischen VfB Niederdreisbach und SG Hammer Land setzte sich nämlich unser Gegner durch. Beim Hinspiel im vergangenen November stand der VfB durch ein spätes Gegentor am Ende mit leeren Händen da, obwohl er das klar bessere Team gewesen war. Das Rückspiel am letzten Spieltag war vor allem aufgrund der Ausgangslage für uns ein Krimi, da es im Fernduell mit Lasterbach noch um den Klassenerhalt ging. Zur Halbzeit führte Niederdreisbach noch mit 2:1, verließ das Feld in Bruchertseifen aber schließlich mit 2:3, was immerhin trotzdem nicht zum Abstieg führte. Gute vier Monate später dürften auch noch die insgesamt drei Platzverweise in den letzten zehn Minuten dieser Partie in Erinnerung geblieben sein. In Anbetracht der veränderten Ausgangslage und der weniger kritischen Terminierung mitten in der Saison ist allerdings davon auszugehen, dass die Gemüter diesmal weniger erhitzt sind. Am diesjährigen Austragungsort in Hamm lief es zuletzt ohnehin besser als in Bruchertseifen. Bei den letzten beiden Spielen dort, im September 2019 und im September 2021, setzte sich unser Team jeweils gegen den noch eigenständigen VfL Hamm mit 2:1 durch.


Szene vom Hinspiel der letzten Saison vor einem knappen Jahr (Foto: Thorsten Buchner)

Während die Erweiterung der SG Bruchertseifen/Eichelhardt durch eben diesen VfL zur SG Hammer Land zunächst zu Erfolgen führte, vor allem dem Aufstieg ins Kreisliga-Oberhaus, plagten die Spielgemeinschaft zuletzt Personalsorgen. Der Zusammenschluss aus drei Teilvereinen konnte nämlich im Sommer keinen einzigen Neuzugang vermelden. So steht nicht nur die A-Liga-Mannschaft auf einem Abstiegsplatz, sondern das Reserve-Team ist sogar Schlusslicht der Kreisliga C. Immer wieder klagt Hans-Josef Held, der Trainer der Ersten, in den letzten Wochen über Personalprobleme. Beispielsweise bezeichnete er bereits vor einem Monat die „Kadersituation als katastrophal“ (RZ vom 5.9.25) und merkte auch nach dem 1:5 in Wallmenroth am letzten Freitag an: „Wir waren wieder ersatzgeschwächt“ (RZ vom 30.9.25). Der enge Kader führte dann zu Leistungen, die den SG-Vorsitzenden Wolfgang Hörter enttäuschte, wie beim 1:4 gegen sonst sieglose Atzelgifter: „Von zwei schlechten Teams waren wir noch schlechter“ (RZ vom 9.9.25).
Aufgrund der positiven Entwicklung beim VfB Niederdreisbach und der negativen Entwicklungen bei der SG Hammer Land in den letzten Wochen muss unser Team wohl oder übel am neunten Spieltag mit der Favoritenrolle leben, was in dieser starken Liga nicht so häufig vorkommt. Bisher konnte die Schnell-Elf mit dieser Rolle aber gut umgehen, denn in den beiden bisherigen Spielen gegen weiter hinten Platzierte wurden 1:0-Siege eingefahren: erst gegen Altenkirchen, dann gegen Schönstein. Sollte auch in Hamm wieder ein Sieg gelingen, wäre es für die meisten VfB-Fans wohl gar nicht schlimm, wenn es diesmal auch mal wieder ein Gegentor gäbe.

Alle Partien werden diesmal zeitgleich ausgetragen. In der Abstiegszone trifft Absteiger Altenkirchen (12., 6 Punkte) auf Aufsteiger Atzelgift (14., 5 Punkte). Schönstein (11., 6 Punkte) erwartet nach der Niederlage in Niederdreisbach ein schweres Heimspiel gegen Primus Weitefeld (1., 22 Punkte). Wissen II (10., 8 Punkte) konnte als Erster gegen Weitefelder zumindest einen Punkt holen, hat aber mit Rennerod (2., 18 Punkte) jetzt den nächsten schweren Gegner vor sich. Die SG Alpenrod (4., 14 Punkte) empfängt die SG Gebhardshainer Land (9., 9 Punkte) und die SG Mittelhof (8., 10 Punkte) die SG Wallmenroth (3., 18 Punkte). Niederfischbach (6., 12 Punkte) würde durch einen Auswärtssieg beim SSV Weyerbusch (5., 13 Punkte) weiter klettern.

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