6. Spieltag (Sonntag, 14.9.2025, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Rennerod/Emmerichenhain/Seck/Irmtraut

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Leute, die letzten Sonntag nicht vor Ort waren, mögen das Derby gegen Weitefeld für eine klare Angelegenheit halten, da das Endergebnis mit 2:5 aus VfB-Sicht recht deutlich ausfällt. Tatsächlich hat sich Niederdreisbach beim Tabellenführer, der immer noch keinen einzigen Punkt abgeben hat, über weite Strecken kämpferisch wie spielerisch gut präsentiert. Ausschlaggebend für das Resultat in diesem packenden Lokalduell war nicht zuletzt die enorme Breite in Weitefelds Kader. SG-Coach Häßler gab nach dem Spiel jedenfalls fair zu, dass der Sieg seiner Elf „zu hoch ausgefallen“ sei (Rhein-Zeitung vom 9.9.25).
Über den nächsten Dreier konnte sich die SG Weitefeld umso mehr freuen, als dass sie damit erstmals in dieser Saison die Tabellenspitze übernahm. Die SG Rennerod, die dort vom ersten bis zum vierten Spieltag gestanden hatte, ließ durch eine Heimniederlage gegen Wallmenroth erstmals Federn und liegt nun mit zwölf Punkten nur noch auf Platz 2. Dabei stellt Rennerod mit 22 eigenen Toren und fünf Gegentoren weiterhin sowohl die treffsicherste Offensive als auch die beste Defensive der Liga; allein Niklas Hölper (8 Tore) traf so oft wie die gesamte Niederdreisbacher Mannschaft und er und Nick Loewen (5 Tore) zusammen häufiger als zehn von dreizehn Teams der Liga. Dadurch dürfte schon deutlich werden, mit was für einem Hochkaräter der VfB Niederdreisbach (9., 6 Punkte) es im nächsten Heimspiel zu tun bekommen wird. Die beiden bisherigen Auswärtsspiele gewann die SG RESI auch ziemlich deutlich mit 4:0 gegen Atzelgift und 4:2 bei der SG Gebhardshainer Land.
Abgesehen von der jüngsten Niederlage gegen Wallmenroth läuft es also ziemlich gut für unseren nächsten Gegner. Das war vielleicht nicht von allen Beobachtern des lokalen Fußballs so erwartet worden, schließlich hatte Rennerod im Sommer nicht nur einen Trainerwechsel, sondern auch prominente Abgänge zu verkraften – allen voran die von Thomas Schäfer und David Quandel, zwei wirklichen Stars in der Region. Es ist den SG-Verantwortlichen aber gelungen, mit Sebastian Boddenberg einen Hochkaräter auf die Trainerbank zu locken. Vor zwei Jahren spielte Boddenbergs damaliges Team, die  Zweitvertretung der SG Hundsangen, in unserer Liga groß auf, holte gegen den VfB vier von sechs möglichen Punkten und landete als bester Aufsteiger auf Platz 4. Nach einem Staffelwechsel holte Hundsangen II dann letzte Saison die Meisterschaft in der Parallelstaffel A3. Boddenberg kam also als Meistertrainer nach Rennerod und könnte jetzt seine zweite A-Liga-Meisterschaft in Serie feiern – mit dem Unterschied, dass er nun auch aufsteigen könnte, während seinem letzten Team der Weg in die Bezirksliga durch die eigene Erste versperrt blieb.
Apropos Staffelwechsel: Dieser drohte diesen Sommer auch der SG Rennerod. Bei der ersten, vorläufigen Staffeleinteilung wurde die SG nicht mehr wie üblich der  WW/Sieg-Staffel zugeordnet, sondern sollte in der Rhein/Lahn-Staffel antreten. Als die SG-Führung sich gerade damit angefreundet und die Planungen entsprechend ausgerichtet hatte, gab es eine Rückverschiebung in die Kreisliga A1. „SG Rennerod tobt“, so betitelte am 21. Juli die Rhein-Zeitung ihren Artikel, der die Reaktionen der am Ringtausch beteiligten Teams thematisierte. Die Renneroder Reaktion hatte auch damit zu tun, dass die Kreisliga A3 gemeinhin als schwächer eingestuft wird und die Aufstiegschancen dort somit höher gewesen sein dürften. Auch in der ursprünglichen Staffel peilt Rennerod jedoch selbstbewusst einen Platz unter den Top-5 an (siehe Tempo, Tore, Titeljagd vom 1.8.25), und der sollte angesichts der bisherigen Ergebnisse definitiv erreichbar sein. Zudem war wohl auch die erste Niederlage eher unnötig: „Wir hätten nach zwanzig Minuten klar führen müssen“ und „hatten Chancen für zwei Spiele“ befand RESI-Coach Boddenberg (RZ vom 9.9.25).
Nun dürfte sein Team in Niederdreisbach auf Wiedergutmachung aus sein und dominant auftreten wollen, um den Anschluss an Weitefeld nicht zu verlieren. Favorit ist der Gast in dieser Partie allemal. Daran ändert auch die Tatsache nichts, dass die sonst so offensivstarken Renneroder in Niederdreisbach bislang in jedem Spiel nur exakt ein Tor erzielten und entsprechend bei fünf Auftritten nur einmal als Sieger die Heimreise antraten (Diese Zahlen beziehen sich auf die SG Rennerod/Irmtraut/Seck und die nachfolgende SG Rennerod/Emmerichenhain/Seck/Irmtraut). Niederdreisbach gelangen in diesen fünf Spielen elf Treffer, also mehr als doppelt so viel wie dem Gegner. Sollte Rennerod auch diesmal wieder genau einen Treffer erzielen, stehen die Chancen auf einen Niederdreisbacher Punktgewinn gar nicht so schlecht, denn die Schnell-Elf ging selbst bislang inkeiner Liga-Partie ohne Treffer vom Feld.


Ein Duell der letzten Saison, dass es diesmal nicht mehr gegen wird: Rennerods Schäfer zog es nach Hundsangen, Niederdreisbach Allzweckwaffe Zeitz beendete die aktive Karriere und ist jetzt Jugendcoach beim VfB. (Foto: Thorsten Buchner)

Schon am Samstag spielt unser Tabellennachbar aus dem Hammer Land (10., 6 Punkte), könnte also zumindest vorübergehend an uns vorbeiziehen. Dafür müsste aber ein Punktgewinn gegen Niederfischbach her, ein mehr als unerwartetes Schlusslicht (3 Punkte). Altenkirchen (13., 3 Punkte) konnte die Rote Laterne abgeben, dürfte es aber gegen Weitefeld schwer haben. Atzelgift (12., 4 Punkte) könnte gegen die punktgleiche SG Mittelhof (11.) nachlegen und somit erstmals die Abstiegszone verlassen. Vier der fünf Teams hinter uns begegnen sich also in direkten Duellen. Im Mittelfeld spielt die SG Gebhardshainer Land (8., 6 Punkte) gegen Schönstein (7., 6 Punkte). Absteiger Wallmenroth (4., 9 Punkte) erwartet Fast-Aufsteiger Wissen II (6., 7 Punkte). Außerdem tritt Alpenrod (5., 8 Punkte) beim SSV Weyerbusch (3., 12 Punkte) an.

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