5. Spieltag (Sonntag, 7. September 2025, 15 Uhr): SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/Nauroth/Mörlen/Norken - VfB Niederdreisbach
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Vor dem Derby in Friedewald hat sich der VfB Niederdreisbach nach zwei Niederlagen in den Pokalwettbewerben und zwei Niederlagen zum Auftakt in die Meisterschaft in eine deutlich bessere Lage gebracht: Durch die beiden Heimsiege gegen die Bezirksliga-Absteiger Wallmenroth (2:1) und Altenkirchen (1:0) konnte der VfB sogar in die obere Tabellenhälfte klettern und steht mit seinen sechs Punkten auf Platz 7. Sich dort auch am fünften Spieltag zu behaupten, wird allerdings eine denkbar schwierige Aufgabe. Mit der SG Weitefeld erwartet uns nämlich ein Gegner, der nach vier Wochen noch keinen einzigen Zähler abgegeben hat und nur deshalb nicht ganz oben steht, weil die Torfabrik aus Rennerod einfach noch höher gewonnen hat. Da in der Woche danach eben jene Renneroder zu uns kommen und danach mit Wissen II ein weiteres Team aus den Top-5 auf uns wartet, kann man umso erleichterter sein, dass die zwei aufeinanderfolgenden Heimspiele von Erfolg gekrönt waren.
Erst einmal liegt der Fokus nun auf der Partie in Friedewald. Schon jetzt zeichnet sich aber ab, dass die gastgebende SG Weitefeld im zweiten A-Liga-Jahr um die Meisterschaft mitspielt. Das kommt alles andere als überraschend, denn schon vor Saisonbeginn hatte die Mehrheit der Ligakonkurrenten unseren Nachbarn als Favoriten auf den Bezirksliga-Aufstieg ausgemacht (siehe „Tempo, Tore, Titeljagd“ vom 1.8.25). Schon letzte Saison, als die SG zum Auftakt zehn von zwölf möglichen Punkten geholt hatte, war es für Weitefeld ein überaus erfolgreicher Saisonstart gewesen. Dieses Jahr lief es mit der maximalen Punktausbeute sogar noch besser. Es ist also durchaus möglich, dass unser Lokalrivale diesmal nicht „nur“ bis zum vorletzten Spieltag um den Aufstieg mitspielt, sondern bis ganz zum Schluss.
Dabei stellten sich den Weitefeldern bislang nicht nur vermeintliche Leichtgewichte der Liga in den Weg wie die SG Atzelgift mit Ex-Trainer Mockenhaupt, die beim 0:4 am ersten Spieltag chancenlos war. In Niederfischbach und Wallmenroth wurden stattdessen bereits wichtige Auswärtssiege gegen hoch gehandelte Konkurrenz geholt. Zwei Wochen vorm Showdown gegen Rennerod folgt nun das Derby gegen Niederdreisbach. Auch gegen den kleinen Nachbarn möchte der Aufstiegsanwärter nichts dem Zufall überlassen. Das wird schon daran deutlich, dass der neue Trainer Stefan Häßler schon wiederholt als Beobachter bei Niederdreisbacher Heimspielen gesichtet wurde – zuletzt beim Sieg gegen Altenkirchen – und sich so höchst persönlich ein Bild vom VfB gemacht hat. Besonders gut wird er unsere Mannschaft bis dahin noch nicht gekannt haben, denn schließlich war Häßler in den letzten Jahren bei seinen Station in Wallmenroth, Mudersbach, Müschenbach und seinem kurzen Intermezzo in Niederroßbach lange Jahre im überkreislichen Fußball zu Hause. Sein letztes Spiel gegen Niederdreisbach liegt bereits fast achteinhalb Jahre zurück und datiert aus der Wallmenrother Aufstiegssaison.
Umso erstaunlicher war es, dass Häßler zur neuen Saison den Schritt zurück in die Kreisliga ging. Bei Weitefeld bildet er mit Kevin Wiederstein ein Duo, dessen Zusammenarbeit nun äußerst erfolgreich gestartet ist. Beim Kader gab es derweil keine großen Veränderungen. Es gab keine Abgänge zu anderen Vereinen, während sich Ferdinand Schell mit 43 Rheinlandligaspielen im Gepäck von Malberg aus dem Weitefelder Team anschloss. Zudem rückten vier Nachwuchsspieler vom JFV Wolfstein auf, die unsere Neuzugänge Marlon Cepelack und Emilian Hees also noch bestens kennen dürften.
Zu großen Veränderungen gab es aber eben auch keinen Anlass, da schon die letzte Saison gut lief. Man muss als VfB-Fan uneingeschränkt zugeben, dass die Derbys in der vergangenen Spielzeit verdient an Weitefeld gingen. Gegen die anderen Konkurrenten aus unserer Verbandsgemeinde – also Daaden, Derschen und Herdorf – ist unsere Bilanz bekanntlich klar positiv: Gegen diese Teams gab es insgesamt doppelt so viele Siegen wie Niederlagen. Das sieht gegen Weitefeld anders aus. Hier besteht Nachholbedarf. Mit Blick auf die Duelle in der Saison 24/25 und den Start in die Saison 25/26 wird die Groß-SG Weitefeld-Langenbach/Friedewald/Nauroth/Mörlen/Norken den kleinen eigenständigen VfB aber mit ganz breiter Brust erwarten. An diesem Sonntag müssen in Friedewald alle Niederdreisbacher gemeinsam über sich hinauswachsen.

Mit 0:3 und 2:4 war der VfB Niederdreisbach der SG Weitefeld letzte Saison in beiden Derbys deutlich unterlegen. (Foto: Thorsten Buchner)
Der Spieltag wird durch eine Partie am Freitagabend eröffnet, wenn die noch sieglosen Schönsteiner (10., 3 Punkte) die punktgleichen Niederfischbacher (12., 3 Punkte) erwarten. Der SV Adler hatte in den letzten Wochen denkbar starke Gegner – nämlich genau die drei Teams, die sich als nächstes uns in den Weg stellen. Dennoch hätte wohl die wenigsten Experten erwartet, dass der Liga-Dino sich nach vier Wochen auf einem Abstiegsplatz befinden würde. Ein Duell, das nach Bezirksliga klingt, gibt es zwischen Altenkirchen (14., 0 Punkte) und Alpenrod (4., 8 Punkte). Atzelgift (13., 1 Punkt) hat mittlerweile ein Tor erzielen und einen Punkt einfahren können und könnte jetzt bei der SG Hammer Land (8., 6 Punkte) nachlegen. Wissen II (5., 7 Punkte) hat gegen die SG Gebhardshainer Land (11., 3 Punkte) den nächsten Sieg fest im Blick. Weyerbusch (3., 9 Punkte) gewann nach dem katastrophalen Start alle drei folgenden Spiele und ist vor dem Spiel bei der SG Mittelhof (9., 4 Punkte) in der Spitzengruppe angekommen. Rennerod (1., 12 Punkte) empfängt die SG Wallmenroth (6., 6 Punkte), die zuletzt zweimal als Verlierer vom Platz ging.