4. Spieltag (Samstag, 30.8.2025, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Altenkirchen/Neitersen
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Gerade einmal zehn Tage wird es am Samstag her sein, dass der VfB Niederdreisbach und die SG Altenkirchen/Neitersen im Kreispokal aufeinandertrafen. Unter dem Flutlicht von Weitefeld schied der VfB durch eine 0:2-Niederlage aus. Während die Stimmung auf unserer Seite im Anschluss naturgemäß bedrückt war, schöpfte unser Gegner Hoffnung auf eine nachhaltige Trendwende. Kurze Zeit später haben sich jedoch die Vorzeichen gedreht. Niederdreisbach schickte am Sonntag die hochgehandelten und fußballerisch starken Wallmenrother mit einer Auswärtsniederlage nach Hause. Altenkirchen ging zeitgleich trotz erneut früher Führung daheim gegen Mittelhof baden und war beim 2:4 noch „gut bedient“ (Rhein-Zeitung vom 26.8.25). So steht der VfB jetzt mit drei Punkten auf Platz 10, während die SG immer noch auf die ersten Zähler in der Liga wartet und auf dem vorletzten Platz rangiert. Eine unmittelbare Revanche für das Pokal-Aus ist für den VfB also im Bereich des Möglichen.

Nur zehn Tage nach diesem Zweikampf zwischen VfB-Kapitän Hörster und Altenkirchens Bersan Can Cetin kommt es zum erneuten Duell ihrer beiden Mannschaften. (Foto: Thorsten Buchner)
Das hätte sich der Bezirksliga-Absteiger ganz sicher anders vorgestellt. Zwar hatte sich die SG letzte Saison vom zweiten bis zum letzten Spieltag durchgehend in der Abstiegszone befunden und war mit deutlichem Abstand auf das rettende Ufer – 20 Punkte Rückstand bei nur 18 eigenen Punkten – chancenlos in die Kreisliga A abstiegen. Der Start in die erste Kreisliga-Saison der vor vierzehn Jahren gegründeten Spielgemeinschaft fiel dann aber doch viel holpriger aus, als die meisten es vermutet hätten. Mit der SG Hammer Land und der SG Mittelhof unterlagen die Kicker von der Wied schließlich schon zwei Teams, die nicht unbedingt in den obersten Bereichen der Tabelle vermutet werden. Dass die ersten 180 Minuten in der Kreisliga A ohne eigenes Tor blieben, erstaunt ganz sicher, war letztes Jahr doch eher die Defensive mit ihren 109 Gegentoren das Problem.
Dabei hat unser nächster Gegner ganz bewusst auf ein konkretes Saisonziel verzichtet und will einfach nur „Ankommen in der A-Klasse“ (Tempo, Tore, Titeljagd von 1.8.25), was bei null Punkten und lediglich zwei Toren definitiv noch nicht geschafft ist. Bei 18 Neuzugängen (!), davon 15 aus der eigenen Reserve und Jugend, ist es auch kein Wunder, dass das Team von Coach Felix Ba Bly, der der SG nach dem Abstieg treu blieb, noch Startschwierigkeiten hat. Grundsätzlich dürfte es aber auf die Dauer der richtige Weg sein, auf den eigenen Nachwuchs zu setzen. Die JSG Neitersen gehört schließlich seit Jahren zu den Top-Adressen im gesamten Fußballverband Rheinland. Während die Senioren innerhalb von zwei Jahren aus der Rheinland- in die Kreisliga purzelten, stieg die A-Jugend als souveräner Bezirksligameister wieder in die Rheinlandliga auf, die sie 2019 sogar noch gewonnen hatte. Ein noch größerer Erfolg sorgte erst vor Kurzem für Schlagzeilen: Vor etwa anderthalb Jahren wurde die B-Jugend der JSG Neitersen/Altenkirchen/Weyerbusch sensationell Deutscher Meister im Futsal. Einige der Spieler, die im März 2024 die Meisterschale in den Händen hielten, gehören seit Sommer 2025 zum Kreisligakader der Seniorenelf. Genannt seien an der dieser Stelle Luca Breitenbach und Mika Nauroth. Mit diesen Spielern wird es also früher oder später wieder bergauf gehen. Es fragt sich eigentlich nur, wann.
Momentan fühlen sich die Jungs aus Neitersen und Altenkirchen in der Kreisliga aber noch nicht wohl. Das ist auch kein Wunder, wenn man sieht, wie lang selbst die Teilvereine der Spielgemeinschaft dort nicht mehr angetreten sind. Die ASG aus Altenkirchen fand man letztmals 2011 in der A-Liga-Tabelle, also vor über vierzehn Jahren und somit zwei Saisons vor Niederdreisbachs Aufstieg ins Kreisliga-Oberhaus. Die Wiedbachtaler Sportfreunde Neitersen spielten dort zuletzt in der Saison 1995/96, also vor fast dreißig Jahren. Für die gemeinsame Spielgemeinschaft ging danach lediglich die eigene Zweitvertretung kurzzeitig in dieser Spielklasse an den Start und kreuzte mit Niederdreisbach die Klingen. Dass diese wenige Jahre später in der untersten Spielklasse zu finden sein würde, wo sie übrigens genau wie die Erste aktuell noch punktlos ist, und eben diese Erste ihren Platz in der A-Klasse einnehmen würde, war bei unseren Begegnungen zwischen 2017 und 2019 mit Neitersen II definitiv noch nicht zu erahnen. Aber das ist der neue Alltag für Altenkirchen und Neitersen. Dazu gehört dann eben auch ein Spiel auf der Niederdreisbacher Asche, wohingegen der legendäre Neiterser Hartplatz „auf der Emma“ längst Geschichte ist.
Sollte es dem VfB Niederdreisbach gelingen, zu Hause den zweiten Bezirksliga-Absteiger nacheinander zu bezwingen, könnte nach dem unbefriedigenden Start in die Meisterschaft reichlich Boden gutgemacht werden. Die Voraussetzungen für ein besseres Ende als bei der gleichen Paarung zehn Tage zuvor sind sicherlich gegeben. Erstens handelt es sich diesmal um ein richtiges Heimspiel statt einer Partie am Ausweich-Spielort Weitefeld. Zweitens dürfte das Selbstvertrauen nach dem disziplinierten und erfolgreichen Auftritt gegen Wallmenroth gestiegen sein. Drittens fehlten im Kreispokal wichtige Spieler wie Max Ermert, Pascal Lüneberg und Marlon Cepelack, unser Doppeltorschütze vom dritten Spieltag; VfB-Rekordspieler Sandro Josten an jenem Mittwoch berufsbedingt nur eine Halbzeit spielen. Mit breiterer Personaldecke steigen nun die Chancen. Sollte es tatsächlich mit dem nächsten Heimsieg klappen, hätte der VfB übrigens erstmals eine positive Bilanz in ersten Begegnungen mit Bezirksliga-Absteigern: Durch den Sieg gegen Wallmenroth gab es gegen diese seit dem eigenen Aufstieg 2012 vier Siege und vier Niederlagen. Kann am Samstag der fünfte Ex-Bezirksligist geschlagen werden?
Im Erfolgsfall würde der VfB definitiv in der Tabelle nach oben klettern und sogar für einen Tag unter den Top-5 stehen. Die anderen Teams greifen schließlich erst am Sonntag ein. Dann stehen sich mit Atzelgift (14., 0 Punkte) und Schönstein (12., 2 Punkte) zwei Teams aus der Abstiegszone gegenüber. Atzelgift ist noch schlechter in die Meisterschaft gestartet als Altenkirchen, denn der Aufsteiger wartet auch nach drei Spielen auf das erste eigene Tor. Niederfischbach (11., 3 Punkte) verlor zuletzt gegen die Top-Teams aus Weitefeld und Rennerod. Gegen den Vizemeister Wissen II (8., 4 Punkte) wird die Aufgabe nicht unbedingt leichter. Unser Tabellennachbar aus dem Gebhardshainer Land (9., 3 Punkte) muss versuchen, die Dominanz der SG Rennerod (1., 9 Punkte) zu beenden, die im Schnitt pro Spiel fast sechs Tore schießt und noch ganz ohne Gegentor dasteht. Die Teams hinter Rennerod spielen jeweils im Doppelpack gegeneinander: Der Zweite aus Weitefeld (9 Punkte) reist zur SG Wallmenroth (3., 6 Punkte) und der Vierte aus dem Hammer Land (6 Punkte) zum punktgleichen Fünften aus Weyerbusch. Alpenrod erwartet noch ohne Niederlage als Sechster mit fünf Punkten den Tabellennachbarn Mittelhof (4 Punkte).