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13. Spieltag (Sonntag, den 5. November 2017, 14:30 Uhr): SG Neitersen/Altenkirchen II - VfB Niederdreisbach

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VfB rutscht wieder unter den Strich

Vier Punkte aus den letzten zwei Spielen der Hinrunde hatte Trainer Christian Hensel gefordert. Nach dem starken 1:1 gegen Berod-Wahlrod schien dieses Ziel erreichbar. Doch in den Tagen vor dem Duell gegen Neitersen konnten erste Zweifel aufkommen, da sich die Personalsituation wieder deutlich verschärfte, sodass der VfB schließlich mit sogar mit nur zwei Ersatzspielern (darunter mit Schumacher ein Torwart) anreisen konnte, während wichtige Leistungsträger fehlten.
Dennoch kamen die Grün-Weißen gut ins Spiel und verzeichneten in den ersten zehn Minuten einige kleinere Torchancen, die allerdings ungenutzt blieben. Besser machten es die Gastgeber, die direkt mit ihrer ersten Tormöglichkeit auf 1:0 stellten (11. Minute). Der VfB blieb zwar weiter am Ball, insgesamt verflachte die Partie und spielte sich überwiegend zwischen den Strafräumen ab.
Zu Beginn der zweiten Halbzeit schien sich die erste Hälfte zu wiederholen. Der VfB kam druckvoller aus der Kabine, musste aber nach kurzer Zeit das 2:0 hinnehmen (51.) – erneut durch Jan Philipp Wagner. Die Mannschaft aus Niederdreisbach kämpfte an und erarbeitete sich einige Chancen, etwa durch Stefan Ermert (Distanzschuss, 55.) und Tom Rötter (Solo im Strafraum, 75.), fand aber insgesamt kein Mittel, um Neitersens Torwart ernstlich zu gefährden. Zudem kam auch die Rheinlandligareserve immer wieder zu Abschlussmöglichkeiten, die sie dann auch besser nutzte: In der 80. Minute erhöhte Kevin Schumacher auf 3:0, ehe Robin Cousin den 4:0 Endstand herstellte (89.). Insgesamt war es ein verdienter, wenn auch etwas zu hoher Sieg der Gastgeber. Aufgrund des überraschenden Dreiers von Meudt gegen Alsdorf rutscht der VfB damit auf Tabellenplatz 13 ab. In der Rückrunde ist also unbedingt eine Steigerung notwendig, um das große Ziel Klassenerhalt zu erreichen.
 
Aufstellung des VfB: Hees, M. Ermert, St. Ermert, T. Meyer, Ch. Meyer, Marzisz, Hofmann, Höfer (24. Schumacher), Rötter, Josten, Cavga

Vorbericht

Vor dem letzten Spieltag der Hinrunde steht der VfB Niederdreisbach mit elf Punkten aus zwölf Spielen auf dem Relegationsplatz. Obwohl sich die Hensel-Elf letzte Woche trotz enormer personeller Engpässe ein Unentschieden gegen den favorisierten SC Union Berod/Wahlrod erkämpfte, konnte sie sich tabellarisch nicht verbessern. Allerdings kann der VfB zur Saisonhalbzeit noch aus eigener Kraft die Abstiegszone verlassen, weil unser nächster Gegner, die SG Neitersen/Altenkirchen II, nur zwei Punkte voraus ist. Überhaupt geht es in der Gefahrenzone immer noch äußerst eng zu: von einem Sprung auf den neunten zu einem Fall auf den vorletzten Platz ist für Niederdreisbach am kommenden Wochenende alles möglich. Die Vorgabe des Trainers, an den Spieltagen 12 und 13 zusammen vier Punkte zu holen, kann noch eingehalten werden.
Was dem VfB bei der Mission „Runter von den Abstiegsrängen“ Mut machen sollte, ist die Tatsache, dass es, so der Trainer, „personell erheblich besser aussehen“ wird als letzte Woche. Zudem scheint Neitersen II sich in einer Formkrise zu befinden. Seit Wochen läuft die Rheinlandliga-Reserve einem Sieg hinterher: die letzten vier Spieltage endeten mit Niederlagen und in den letzten zehn Pflichtspielen gab es nur einen Sieg bei drei Unentschieden und einer Niederlage. Von dem hervorragenden Saisonstart, als Neitersen II – wohl getragen von der Aufstiegseuphorie nach dem Durchmarsch von der Kreisliga C in die Kreisliga A und dank Abwehrbollwerk – in den ersten fünf Spielen ohne Gegentor blieb und kurzzeitig sogar an der Tabellenspitze stand, ist nicht viel übrig geblieben. Stattdessen ist die Bischoff-Elf im Abstiegskampf angekommen. VfB-Coach Hensel erwartet „eine Mannschaft, die gut verteidigt“, doch die Abwehr ist nicht mehr sicher: Sie konnte seit dem ersten Gegentor am sechsten Spieltag nur noch einmal den Kasten sauber halten. 16 Gegentore seitdem bedeuten für die ehemals unbezwingbare Defensive den in dieser Phase schlechtesten Wert hinter dem des SV Stockum-Püschen mit seinen 17 Gegentoren in diesen sieben Spielen. Gerade bei den vier jüngsten Pleiten trafen die Gegner in je zwei Fällen viermal und dreimal.
Zu rechnen ist mit Neitersen II aber weiterhin. Während bei der Abwehrleistung die Formkurve nach unten zeigt, geht es mit der Offensivleistung nämlich aufwärts. Gegenüber den ersten sechs Spieltagen haben die Wiedbachtaler ihre Torquote an den zwei sechs Spieltagen mehr als verdoppelt (9 Tore zuletzt gegenüber 4 Toren zu Beginn). Bei keiner einzigen Niederlage in dieser Saison blieb Neitersen II ohne eigenes Tor. Man darf außerdem nicht unterschlagen, gegen welche Gegner Neitersens Reserve in den vergangenen Wochen den Kürzeren zog. Das Programm für die Rot-Blauen war nämlich brutal: es ging gegen die aktuelle Top 3 und den momentanen Fünften der Liga.  Von Lautzerts, Steineroths, Berod/Wahlrods und Niederfischbachs Siegen gegen Neitersen II Chancen für den VfB Niederdreisbach abzuleiten, wäre ganz sicher fatal und vermessen. Gegen Konkurrenten aus der unteren Tabellenhälfte, die sich eher auf Augenhöhe mit dem VfB befinden, ist unser nächster Gegner nämlich noch ohne Niederlage. Die Hensel-Elf sollte also gewarnt sein, zumal der VfB Niederdreisbach noch nie gegen die SG Neitersen/Altenkirchen II gewinnen konnte. In der B-Liga-Meistersaison 2011/2012 gelang Niederdreisbach gegen diesen Gegner nur ein Punkt aus zwei Spielen; die damals neugegründete SG war die einzige Mannschaft, die gegen Niederdreisbach in Hin- und Rückspiel ohne Niederlage blieb. Aus den aktuellen Kadern erlebten allerdings jeweils nur drei Akteure diese beiden Spiele mit: Christian Meyer, Stefan Ermert und Sandro Josten beim VfB und Constantin Redel, Robin Cousin und Björn Bonacker. Sogar in der darauffolgenden Saison, am 7. März 2013, als der VfB schon in der A-Klasse und somit eine Liga höher angesiedelt war als Neitersen II, gab es eine Testspielniederlage. Insofern hat Niederdreisbach im direkten Vergleich ebenso etwas aufzuholen wie in der Tabelle.

Noch nicht ganz aus dem Rennen ist Schlusslicht Stockum-Püschen (6 Punkte) nach dem ersten Saisonsieg dank Trainerwechsel und sechzigminütiger Überzahl gegen Niederfischbach. Beim SC Union Berod/Wahlrod (3., 21 Punkte) wird es für den SV aber sehr schwer. Unsere Tabellennachbarn Meudt (13., 11 Punkte) und Alpenrod (11., 12 Punkte) sind bei der SG Alsdorf (7., 19 Punkte) bzw. im Heimspiel gegen Herdorf (4., 20 Punkte) nur Außenseiter. Daaden (9., 13 Punkte) ist nach sieben Punkten aus den letzten drei Spielen gegen Weyerbusch (6., 19 Punkte) zumindest auf Augenhöhe. Rennerod (8., 18 Punkte) kann bei seiner Reise nach Niederfischbach einige Plätze gutmachen, aber auch für den SV Adler (5., 19 Punkte) könnte es im Erfolgsfall bis zu zwei Ränge nach vorne gehen. Im Fokus steht an diesem Wochenende aber das Duell zwischen dem Ersten und dem Zweiten, also Lautzert (1., 25 Punkte) und Steineroth (2., 24 Punkte). Hier hat der Spielplaner ein glückliches Händchen bewiesen und der Hinrunde einen perfekten Abschluss beschert.

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