9. Spieltag (Sonntag, 13.10.2019, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau

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Bei ihrem Auftritt in Niederdreisbach kann die SG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau (2., 21 Punkte) bedingt durch Friesenhagens erste Saisonniederlage am Freitagabend die Tabellenführung zurückerobern, die sie bereits vom ersten bis zum fünften Spieltag innehatte. Allein schon durch diese Tatsache sollte klar sein, dass der VfB (11.,7 Punkte) am neunten Spieltag als krasser Außenseiter in sein fünftes Heimspiel geht. Praktisch alle Zahlen sprechen für Alpenrod: der VfB traf im bisherigen Saisonverlauf erst elfmal, während die SG schon auf 33 Tore kommt, also im Schnitt über vier pro Partie. Alpenrods bester Torjäger Jannis Pörtner steht bereits bei 18 Ligatreffern, hat also sieben Tore mehr erzielt als die gesamte Niederdreisbacher Mannschaft zusammen. Da Alpenrod erst dreizehn Gegentore hinnehmen musste – nur für Betzdorf waren es weniger – hat unser nächster Gegner die ligaweit beste Tordifferenz. Zusammen mit Friesenhagen hat die SG die meisten Siege (7) und die wenigsten Niederlagen (1).
Es läuft also im zweiten Jahr von Spielertrainer Timo Land. Schon vor seiner ersten Saison als Verantwortlicher bei der SG Alpenrod hatte die Spielgemeinschaft nach dem Fastabstieg 2018 das ambitionierte Ziel ausgegeben, „unter die ersten fünf [zu] kommen“ (Tempo, Tore, Titeljagd vom 4.8.18). An dieser Zielsetzung ist Alpenrod allerdings vergangenes Jahr deutlich gescheitert. Lediglich Platz 10 sprang am Ende heraus, was aber immerhin eine Verbesserung zur Saison 17/18 darstellte. Dieses Jahr scheint hingegen alles wie geschmiert zu funktionieren, obwohl das Saisonziel deutlich bescheidener ausfiel: „Nichts mit dem Abstieg zu tun haben“ hieß es in diesem Sommer (Tempo, Tore, Titeljagd vom 3.8.19).
Ein Indiz für die enorme Entwicklung: Schon 17/18 und 18/19 war Jannis Pörtner der beste Torjäger der Blau-Weißen, doch da stand er am Saisonende jeweils bei nur neun Toren, also bei genau halb so vielen wie nach nur acht Wochen in der neuen Saison. Folglich hatten im Mai 2019 nur die beiden Absteiger Weyerbusch und Neitersen II weniger Tore auf dem Konto als die SG, während sie momentan beim besten Torschnitt der Liga steht. Vom Anpfiff an macht Alpenrod Druck auf die Gegner, sodass schon sechs Tore in den ersten zehn Spielminuten gelangen – Ligabestwert. Die VfB-Abwehr muss also von Anfang an hellwach sein und sich nicht von frühen Angriffswellen überrollen lassen. Sich dabei einzig auf Torjäger Pörtner zu konzentrieren wäre allerdings die falsche Taktik, denn auch Martin Müller und Florent Pajaziti haben häufiger getroffen als das Quintett, das die besten VfB-Torschützen bilden.
Nur einmal lief es für Alpenrod nicht wie erhofft, und zwar bei der 2:6-Niederlage in Friesenhagen am sechsten Spieltag, die zum Verlust der Tabellenführung führte. In Friesenhagen zu verlieren ist aber ganz bestimmt keine Schande. Mit einem 4:1 gegen Guckheim und einem 7:3 gegen Schönstein in den darauffolgenden Heimspielen zeigte die SG dann eindrucksvoll, dass sie diese Pleite nicht zurückgeworfen hat. Durch den DJK-Ausrutscher am Freitag in Lautzert bietet sich deshalb jetzt die Chance, auf den Platz an der Sonne zurückzukehren.
Ein Selbstläufer wird das Spiel in Niederdreisbach aber trotzdem nicht, denn die Bilanz gegen den VfB liest sich aus Alpenroder Sicht erschreckend. Seit der VfB 2012 in die Kreisliga A aufstieg, trafen die beiden Mannschaften in zehn Ligaspielen und einem Entscheidungsspiel aufeinander. Der VfB gewann davon neun, spielte einmal Unentschieden und verlor nur einmal. Die fünf Heimspiele in dieser Zeitspanne gewann Niederdreisbach allesamt. Die Spiele in der letzten Saison gingen mit 4:1 und 3:1 klar an die Reder-Elf.


Bei ihrem letzten Auftritt in Niederdreisbach im September 2018 verlor die SG Alpenrod mit 1:4. (Foto: Thorsten Buchner)

Um die Erfolgsserie gegen Alpenrod ausbauen zu können, ist jedoch im Vergleich zur Vorwoche eine Leistungssteigerung nötig. Guckheim war bereiter, den widrigen Bedingungen zu trotzen, und setzte sich im Duell der Tabellennachbarn verdient mit 3:0 durch. So hat sich die Lage für den VfB weiter zugespitzt. Nach einem Remis und drei Niederlagen in den letzten vier Wochen ist die Mannschaft von Platz 6 auf Platz 11 gestürzt und liegt nur noch drei Punkte vor den Teams auf den Abstiegsrängen. Da mit Daaden (14., 3 Punkte) und Westerburg II (13., 4 Punkte) der Letzte und der Vorletzte aufeinandertreffen, kommt mindestens eine der Mannschaften, die hinter Niederdreisbach liegt, zu Punkten. Insofern wäre ein Erfolgserlebnis gegen Alpenrod eine Überraschung zur rechten Zeit.

Auch der VfL Hamm (12., 4 Punkte) ist dem VfB Niederdreisbach nämlich gefährlich nah auf die Pelle gerückt, weil ihm ein Sieg gegen Daaden gelang. Chancenlos wird der Bezirksligaabsteiger auch bei der SG Gebhardshainer Land (8., 10 Punkte) nicht sein. Guckheim (10., 9 Punkte) ist bereits an Niederdreisbach vorbeigezogen. Aus VfB-Sicht darf man aber hoffen, dass sich Niederfischbach (3., 18 Punkte) im Heimspiel gegen unseren letzten Gegner keine Blöße gibt und Guckheim so in den unteren Tabellenregionen stecken bleiben wird. Alsdorf (9., 10 Punkte) blamierte sich letzte Woche beim 2:7 gegen die bis dahin sieglose SG Westerburg II und dürfte es nun auch gegen die SG Herdorf (5., 15 Punkte) schwer haben, gegen die man schon im Pokal deutlich den Kürzeren zog. Mit drei Siegen in Folge im Rücken reist Betzdorf (6., 13 Punkte) zur den Sportfreunden aus Schönstein (7., 12 Punkte), die sich in der Woche darauf am Oktoberfestsamstag in Niederdreisbach vorstellen.

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