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27. Spieltag (Sonntag, 15.05.2022, 15:00 Uhr): SG Gebhardshainer Land - VfB Niederdreisbach

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Vorbericht

Als die SG Gebhardshainer Land in der Hinrunde als Drittletzter und mit nur einem Sieg aus den ersten zehn Meisterschaftsspielen nach Niederdreisbach reiste, hieß es in unserem Vorbericht: „so absurd es […] auch klingen mag: tatsächlich würden die Männer in Blau mit nur einem Quäntchen mehr Glück mindestens [im gesicherten Mittelfeld] stehen“. Auch wenn das Spiel beim VfB mit 0:1 verloren ging und die SG auch die beiden verbleibenden Spiele vor der Winterpause nicht gewinnen konnte, wurde die Caglayan-Elf nie nervös und konnte sich so im neuen Jahr das von uns angesprochene bis dahin fehlende Glück erarbeiten und ihr vorhandenes Potenzial deutlich besser ausschöpfen als noch 2021. Einem Sieg in der Hinrunde – gegen das Hinrunden-Schlusslicht Guckheim – stehen nun schon sechs in der Rückrunde gegenüber. Die Groß-SG ist hinter den überragenden Lautzertern und Friesenhagenern das drittbeste Rückrundenteam und hat in dieser Saisonphase schon acht Punkte auf den VfB gutgemacht.
Als momentaner Achter mit 31 Punkten sind die Jungs aus Gebhardshain, Fensdorf, Steinebach, Steineroth, Dauersberg und Molzhain genau in der Mitte der Tabelle platziert. Der Klassenerhalt scheint damit vor allem unter Berücksichtigung der aktuellen Leistungsstärke nur noch reine Formsache zu sein. Im Grunde kann unser nächster Gegner den Blick nun vielmehr nach oben richten: Der VfB ist als Sechster nur noch drei Punkte entfernt, kann also im direkten Duell eingeholt werden.  Da dem Fünften aus Herdorf ein schweres Heimspiel gegen Friesenhagen bevorsteht, könnte unser Gastgeber sogar bis auf zwei Punkte an das obere Tabellendrittel heranrücken. Dass die Mannschaft auch mit so weit oben platzierten Teams mithalten kann, hat sie in der Rückrunde bereits unter Beweis gestellt. Zwar war gegen Lautzert letztlich wie erwartet nichts zu holen, aber die Caglayan-Elf hielt gut mit und hatte beim 0:2 „drei Riesenchancen, um die Partie zu ihren Gunsten zu drehen“ (Rhein-Zeitung vom 10.4.22). Gegen den Lokalrivalen aus Betzdorf gelang sogar der prestigeträchtige Derbysieg und damit die Revanche für die knappe Hinspielniederlage. Es war der erste Sieg gegen die SG 06.
Gegen den VfB Niederdreisbach hat die SG Gebhardshainer Land nach ihrer Entstehung per Fusion zweier benachbarter Spielgemeinschaften 2018 bereits einmal gewonnen, nämlich früh in der Saison 2019/2020. Insgesamt spricht die Bilanz aber doch für den VfB: drei Siege, zwei Unentschieden, eine Niederlage, 9:4 Tore. Am Sonntag wird es nun darum gehen, diese Bilanz auszubauen.


Bereits nach fünf Minuten erzielte Sandro Josten im Hinspiel in dieser Szene das einzige Tore des Tages. (Foto: Thorsten Buchner)

Auf ihrer Facebook-Seite zeigte sich die SG Gebhardshainer Land allerdings optimistisch, „eine konkurrenzfähige Mannschaft auf[zu]bieten, die es mit dem VfB aufnehmen wird“. Dabei gab die SG bekannt, dass ihr Kapitän Robin Stockschlaeder erkrankt passen muss und neben den definitiv verletzten Lars Rademacher, Flavio Giehl sowie Fabian Zöller und Dennis Promobka noch weitere Akteure auszufallen drohen. Wesentlich leichter wird für den VfB die Aufgabe in Gebhardshain dadurch aber nicht, da beim Gegner eine positive Grundstimmung herrschen dürfte, durch die solche Ausfälle kompensiert werden können.
Auch beim VfB Niederdreisbach war die Stimmung aber zuletzt gut. Seit vier Spielen ist die Reder-Elf ungeschlagen. Dazwischen gab es den VfB-Familientag, der für die Mannschaft ebenso wie für den Verein und für die gesamte Dorfgemeinschaft ein großartiges Ereignis war. Die Punkteteilung gegen Herdorf vergangene Woche war nach dem 5:0 gegen Nauroth keineswegs ein Rückschlag, denn schließlich sind die Hellerstädter als Spitzenteam anzusehen. Durch Benny Grimms Elfmeterparade kurz vor Spielende ist der Punktgewinn ohnehin ein gefühlter Sieg. Nun bietet sich die Möglichkeit, erstmals seit über vier Jahren und erst zum fünften Mal überhaupt in einem ganzen Jahrzehnt in der Kreisliga A eine Serie von fünf oder mehr ungeschlagenen Ligaspielen zu erreichen. Spätestens dann wäre der punktetechnische Durchhänger nach der Winterpause schon fast in Vergessenheit geraten.

Tatsächlich ist im Falle eines Auswärtserfolgs in Gebhardshain sogar eine Rückkehr auf Platz 4 realistisch. Fünfter wäre der VfB dann in jedem Fall, denn Niederfischbach (4., 36 Punkte) ist spielfrei. Die SG Herdorf, derzeit punktgleich mit Niederfischbach, ist, wie angesprochen, gegen Friesenhagen (2., 47 Punkte) nur Außenseiter. Andererseits kann Niederdreisbach eben vom direkten Gegner überholt werden. Auch Weyerbusch (7., 32 Punkte) schickt sich an, den VfB zu überholen, denn gegen akut abstiegsgefährdete Guckheimer (14., 21 Punkte) hat der SSV drei Punkte in Aussicht. Westerburg II (9., 31 Punkte) kann zwar nach Punkten gleichziehen, falls ein Sieg gegen Hamm (12., 26 Punkte) gelingt, hat aber die deutlich schlechtere Tordifferenz. Lautzert (1., 61 Punkte) steht gegen Daaden (13., 23 Punkte) die endgültige Krönung bevor. Betzdorf (3., 42 Punkte) kann bei Nauroth (15., 11 Punkte) einen großen Schritt Richtung Treppchen gehen. Der Sieger Partie zwischen Schönstein (10., 30 Punkte) und Alsdorf (11., 29 Punkte) kann derweil einen großen Abstand auf die Abstiegsränge verbuchen.

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