7. Spieltag (Sonntag, den 24. September 2017, 15:00 Uhr): SG Daaden/Biersdorf - VfB Niederdreisbach

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Torloses Unentschieden im Derby

Zum dritten Mal im Kalenderjahr 2017 spielte der VfB Niederdreisbach gegen die alten SG-Partner aus Daaden und Biersdorf, und zum dritten Mal blieb der VfB ohne Gegentor. Nach 1:0-Siegen in der Rückrunde der letzten Saison und in der Sommervorbereitung gab es diesmal auf gegnerischem Platz ein 0:0, das der im Vorbericht geäußerten Prognose, dass es ein torarmes Spiel geben könnte, gerecht wurde. Somit bleiben Daaden und Niederdreisbach weiterhin auf dem Relegations- bzw. dem ersten Abstiegsplatz stehen, wobei Niederdreisbach im Nachholspiel gegen Meudt noch am Lokalrivalen vorbeiziehen kann. Der Auswärtspunkt ist insofern nach der Krankheitswelle als Teilerfolg zu sehen.
So sah VfB-Trainer Christian Hensel das Spiel: "Es war eine Partie mit unterschiedlichen Halbzeiten. Vor der Pause waren wir meiner Meinung nach das klar bessere Team, während Daaden nach der Pause optisch überlegen war, allerdings auch recht einfallslos blieb und praktisch nur mit langen Bällen agierte. Stockschläder im Daadener Tor zweimal herausragend pariert: nach einer halben Stunde bei einem Gewaltschuss von Stefan Ermert und dann in den Schlussminuten, als Hofmann per Volley aus fünf Metern aufs Tor schoss. Diese Chance so kurz vor dem Abpfiff hätte natürlich den Sieg bringen können. Ein Sonderlob verteile ich heute an Stefan Ermert und Christian Meyer sowie an Sebastian Hees, der heute erstmals seit August 2009 wieder in der Meisterschaft das Tor für uns gehütet hat. Das war ein Megaeinstand von ihm. Er hat völlige Ruhe ausgestrahlt und jeden Eckball aus der Luft gepflückt."
Schon jetzt gilt die gesamte Konzentration dem Meudt-Spiel in drei Tagen. Vor allem ist zu hoffen, dass Hüsch und Zöllner, die schon sehr früh ausgewechselt wurden, und Tim Meyer, der sich verletzte, als das Wechselkontingent bereits ausgeschöpft war, bei der Auswärtsfahrt unter der Woche wieder fit sind.

Aufstellung des VfB: Hees, M. Ermert, St. Ermert, T. Meyer, Ch. Meyer, Hofmann, Zöllner (25. Cavga), Rötter (75. Güdelhöfer), Josten, St. Lenz, Hüsch (25. Höfer)


Vorbericht

Das Paradiesdorf auf der Reise in die benachbarte Stadt, wo dann der Vorletzte in einem Sechs-Punkte-Spiel auf den punktgleichen Drittletzten trifft – vollkommen klar, dass die Rhein-Zeitung die Partie zwischen der SG Daaden/Biersdorf (12., 4 Punkte) und dem VfB Niederdreisbach (13., 4 Punkte) zu ihrem Spiel der Woche gemacht hat (siehe Ausgabe vom 22. September 2017). Dabei blieb dem VfB mehr Zeit vor dem Lokalduell, als ursprünglich erwartet. Das für den vergangenen Mittwoch angesetzte Nachholspiel gegen Meudt hat der Verband nämlich um eine Woche nach hinten verschoben, nachdem der VfB Niederdreisbach Atteste vorgelegt hatte. Die größere Verschnaufpause heißt aber nicht, dass sich die Mannschaft von Christian Hensel wirklich eine Woche auf das Derby bei der SG Daaden/Biersdorf vorbereiten konnte. Schließlich musste das geplante Training ausfallen, weil wegen der Grippewelle, die auch den Trainer betraf, und anderweitiger Ausfälle nur eine gute Handvoll Spieler überhaupt an Sport denken konnten. Insofern steht noch in den Sternen, wie viele Akteure aus dem VfB-Kader am Sonntag die kurze Reise nach Daaden antreten können. Eine improvisierte, aber zumindest vollständige Mannschaft wird gegen unseren Lokalrivalen aber auf dem Feld stehen. Hensel sagt dazu: "Wie wir auflaufen, weiß ich noch nicht. Es werden auf jeden Fall etliche angeschlagene Leute in der Startelf stehen."
Das Derby dürfte bei den rekonvaleszenten Spielern allerdings die letzten Prozent herauskitzeln, die bis zur vollständigen Genesung noch fehlen. Für die neunzig Minuten gegen Daaden ist sicherlich das gesamte Team bereit, auch einmal über seine körperlichen Grenzen hinaus zu gehen. Wenn dann noch der Druck, den ein vorletzter Tabellenplatz durchaus mit sich bringt, in positive Energie umgewandelt wird, könnte es ja vielleicht sogar mit dem dritten Derbysieg innerhalb von fünf Monaten klappen. Zur Erinnerung: im April gewann Niederdreisbach zu Hause das Rückspiel der Saison 2016/2017 nach einem Josten-Tor mit 1:0 und während der Saisonvorbereitung gab es drei Monate später im Rahmen des Neukauf Kilian-Cups das gleiche Ergebnis auf dem gegnerischen Platz (Torschütze: Max Ermert). Ein Derby-Hattrick 2017 wäre gerade in der aktuellen personellen Lage und der sportlichen Ernüchterung vor einer Woche gegen Herdorf ein sensationeller Erfolg.
Dass der Gegner sich unbedingt diesen Zeitpunkt für ein Derby gegen den ehemaligen SG-Partner ausgesucht hätte, darf bezweifelt werden. Natürlich ist Niederdreisbach nicht gerade in Topform und die Neuzugänge sind nach dem Umbruch aufgrund von Verletzungen auch noch nicht komplett auf dem Platz angekommen, doch auch die SG Daaden/Biersdorf steckt im Formtief. Vor der Saison hoch gehandelt und von vier Teams – Niederdreisbach eingeschlossen – in „Tempo, Tore, Titeljagd“ sogar als Meisterschaftskandidat gehandelt, schien die Mannschaft von André Ermert zu Saisonbeginn ihre  Vorschusslorbeeren zu rechtfertigen. Dem 3:0-Heimsieg gegen Alpenrod am ersten Spieltag folgten aber vier Niederlagen und ein torloses Unentschieden in der Liga und das Ausscheiden beim ersten Kreispokalauftritt gegen tieferklassige Norkener. Das Aus kam dort zwar erst im Elfmeterschießen, doch beinahe wäre Daaden bereits nach der regulären Spielzeit als Verlierer vom Platz gegangen, bevor Daniel Meyer seine Gelb-Schwarzen in der dritten Minute der Nachspielzeit in die Verlängerung rettete. Zu den Niederlagen in der Liga ist allerdings zu sagen, dass keine davon sehr hoch ausfiel (zweimal mit einem Tor und zweimal mit zwei Toren) und dass Daaden in diesen Spielen dem aktuellen Zweiten, Dritten, Vierten und Fünften unterlag. Hier ist eine eindeutige Parallele zu den Herdorfern zu erkennen, die vor dem Sieg gegen den VfB auch ausschließlich gegen formstarke Teams verloren haben. Wie gegen Herdorf darf man also die Negativerlebnisse des Gegners nicht überbewerten. Für Christian Hensel ist Daaden übrigens "aufgrund unserer angespannten Situation haushoher Favorit. Alles andere als ein klarer Heimsieg für Daaden wäre wohl ein Erfolg!" Er zählt unseren nächsten Gegner immer noch zu den Top 3 der Liga und ergänzt: "Ich bin mir sicher, dass es für beide Mannschaften bessere Zeiten in dieser Saison geben wird. Wir verfallen nach wie vor nicht in Panik. Köln zum Beispiel hat nach fünf Spielen sogar null Punkte auf dem Konto und kann sich auch noch fangen."
Ähnlich wie Niederdreisbach hat Daaden aber erst einmal einige Neuzugänge zu integrieren. Und ähnlich wie bei Niederdreisbach hapert es bei Daaden vor allem in der Offensive, während die Abwehrleistung durchaus ordentlich ist. Nur vier Teams haben weniger Gegentore kassiert als Daaden und Niederdreisbach hat wiederum nur ein Gegentor mehr hinnehmen müssen. Auf der anderen Seite weist Daaden den nach den Minimalisten aus Neitersen schwächsten Torschnitt pro Spiel auf; Niederdreisbachs ist bei einem Spiel weniger nur minimal (und zwar 0,03 Treffer pro Partie) höher. Ein Torfestival dürfen die Fans im Daadetal also nicht erwarten – dafür aber ganz sicher gelebte Derbyleidenschaft!

Selbst wenn gegen die SG Daaden/Biersdorf die Derbysensation gelingt, kann der VfB Niederdreisbach nur dann ganz aus der Abstiegszone springen, wenn die anderen Ligakonkurrenten mitspielen. Den SSV Weyerbusch (11., 6 Punkte) kann Niederdreisbach zum Beispiel nur dann überholen, wenn dieser am Freitagabend nicht gegen Steineroth (5., 11 Punkte) gewinnt. Gleiches gilt für die SG Meudt (10., 6 Punkte), die Rennerod (7., 8 Punkte) empfängt. Schlusslicht Stockum-Püschen (14., 2 Punkte) reist zeitgleich zur SG Herdorf (8., 7 Punkte). Ein Mittelfeldduell liefern sich die SG Alpenrod (9., 7 Punkte) und die Defensivspezialisten der SG Neitersen II (6., 9 Punkte). Die Top 4 der Liga bleibt an diesem Wochenende unter sich, sodass es zwei parallele Spitzenspiele gibt: Tabellenführer Berod-Wahlrod (1., 13 Punkte) spielt bei der SG Alsdorf (4., 12 Punkte) und Lautzert (2., 12 Punkte) erwartet Niederfischbach (3., 12 Punkte).

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