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22. Spieltag (Sonntag, 23.04.2017, 15:00 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Daaden/Bierrsdorf

VfBLogo50x50 1:0 


Sascha Wirfs hält drei Punkte gegen Daaden fest

In einem kampfbetonten, aber fairen Spiel hat der VfB Niederdreisbach den ersten Derbysieg gegen die SG Daaden/Biersdorf seit 2014 errungen. Damit liegt die Hensel-Elf nun zehn Punkte vor dem Lokalrivalen.

Das Wochenende begann mit schlechten Nachrichten, denn aus der erfolgreichen Mannschaft der vergangenen Wochen mussten Tom Rötter und Christian Hüsch für das Heimspiel absagen. Christian Hensel reagierte darauf, indem er Stefan Lenz in die Spitze beorderte und Benjamin Grimm auf die rechte Abwehrseite stellte. Zum Glück konnte Heiko Schnell nach seinem Fehlen in Wallmenroth wieder in die Startelf zurückkehren. Einmal mehr sollte das VfB-Team mit notwendigen Umstellungen bestens klarkommen.
Schon nach einer Viertelstunde fiel das Tor des Tages. Von Konstantin Knautz hervorragend in Szene gesetzt, konnte unser erfolgreichster Torjäger der vergangenen Wochen erneut zuschlagen: Sandro Josten erzielte seinen fünften Treffer in den sechs Ligaspielen nach der Winterpause. Eine Schrecksekunde folgte etwa zehn Minuten später, als Knautz verletzt ausgewechselt werden musste. Dem für ihn eingewechselten Neuzugang Matthias Hofmann attestierte sein Trainer eine "sehr starke Leistung". Vor der Halbzeitpause gab es noch weitere VfB-Möglichkeiten, die aber nicht genutzt werden konnten.
In der zweiten Hälfte folgten die Grün-Weißen der taktischen Marschroute, hinten sicher zu stehen und auf Konter zu setzen - und dies gelang. "Benny Grimm und Simon Hempel haben die Außenbahnen dicht gemacht, sodass Daaden es nur durch die Mitte versucht hat, aber da war bei unseren Innenverteidigern Simon Lenz und Max Ermert oder spätestens beim sicheren Schlussmann Sascha Wirfs Schluss," beschrieb Hensel die erfolgreiche Arbeit gegen den Ball. So kam der Trainer zu dem Fazit, dass "die clevere Mannschaft" gewonnen habe. Allerdings wurde es in der Schlussphase noch einmal eng. Torwart Wirfs zeigte in den finalen Minuten der Partie jedoch zweimal überrangende Reflexe; sein Kasten blieb sauber und die Siegesfeier konnte beginnen. Bis in die Abendstunden wurde in der "schönsten Kabine Deutschlands" (Hensel) gefeiert.

Vier Spiele vor Saisonende liegt der VfB im Jahr nach dem Fast-Abstieg weiterhin auf Kurs "beste Saison der Vereinsgeschichte". In Hensels erstem Jahr ist nun der Klassenerhalt auch rechnerisch eingetütet. Seit sechs Wochen liegt Niederdreisbach schon auf Platz 4 und wird auch so schnell nicht nach unten rutschen, denn der Vorsprung auf Platz 5 beträgt mittlerweile sechs Punkte. Auf einmal ist sogar Platz 3 in Reichweite: nach ihrer Niederlage gegen Wallmenroth liegt die SG Meudt nur noch dank der besseren Tordifferenz vor uns. Spannend wird es nächste Woche in Herdorf. Die Spielgemeinschaften zwischen Sportfreunden und DJK verlor die letzten vier Spiele gegen den VfB und steckt tief im Abstiegskampf, konnte aber am 22. Spieltag einen wichtigen Erfolg gegen Alsdorf erringen.


Vorbericht

Derbyzeit im Daadetal: Der VfB Niederdreisbach (4., 35 Punkte) hat die SG Daaden/Biersdorf (8., 28 Punkte) zu Gast. Auf dieses Highlight freuen sich Fans und Spieler beider Mannschaften seit Wochen. Die VfB-Anhänger hatten im Lokalduell aber zuletzt nicht mehr viel Grund zu jubeln, wie ein Blick auf die bisherigen Ergebnisse verrät. Denn seit unser großer Nachbar in die Kreisliga A aufgestiegen ist, gab es für unsere Mannschaft keinen Sieg mehr (0:6 im DIG-Cup sowie 1:1, 0:1 und 0:3 in der Liga), während die drei Aufeinandertreffen davor alle an Grün-Weiß gegangen waren (3:1 und 2:1 im Pokal sowie 3:0 im DIG-Cup). Wenn man dann noch die allererste Begegnung seit der Herauslösung des VfB Niederdreisbach aus der SG Daadetal hinzunimmt, als im Januar 2010 der damalige B-Ligist Daaden den damaligen D-Ligisten Niederdreisbach beim Herdorfer Hallenturnier mit 1:4 bezwang (siehe Foto), fällt die Bilanz eindeutig zu Gunsten der Gelb-Schwarzen aus.


Daaden gegen Niederdreisbach beim Hallenturnier am 10.01.10.
Damals war natürlich bereits Stefan Ermert mit von der Partie (am rechten Bildrand).

Besonders schmerzhaft in Erinnerung geblieben sein dürfte von diesen Duellen vor allem das diesjährige Hinspiel. Am 8. Oktober bezwang die SG den VfB in der Direnbach vollkommen verdient mit 3:0, was für die Hensel-Elf einen Absturz auf den Relegationsplatz zur Folge hatte. Die Stimmung beim Oktoberfest, das an diesem Tag stattfand, war verhagelt. Bei Weißbier und Musik scheint die Mannschaft sich aber eingeschworen und die Derbypleite als Weckruf verstanden zu haben, denn seither läuft es für den VfB. Nach der Niederlage in Daaden verlor er aus den zwölf darauf folgenden Spielen nur noch gegen die beiden Spitzenteams Lautzert (2., 46 Punkte) und Wallmenroth (1., 49 Punkte) und arbeitete sich von Platz 12 zu Platz 4 vor, wo er seit mittlerweile fünf Wochen ununterbrochen steht.
Obwohl es zuletzt eine 0:3-Niederlage beim Spitzenreiter gab, wird der VfB auch nach dem Lokalduell auf diesem Rang bleiben. Daran könnte auch eine neuerliche Niederlage gegen Daaden nichts ändern – und selbst dann, wenn man der SG virtuell drei Punkte aus dem noch ausstehenden Nachholspiel gegen Alsdorf hinzurechnen würde, bliebe es dabei. Egal wie unproblematisch es aber auf dem Papier wäre, im nächsten Spiel zu verlieren, möchte trotzdem natürlich niemand zweimal in einer Spielzeit eine Derbyniederlage einstecken. „Wir sind heiß und freuen uns auf das Derby – und wir wollen das Hinspiel vergessen machen!“, beschreibt VfB-Coach Hensel die Gemütslage in der Mannschaft. Ein Punkt würde indes schon ausreichen, um bereits vier Spiele vor Saisonende das Ergebnis der vergangen vier Jahre unter Dach und Fach zu bringen. Es ist und bleibt einfach eine gute Saison für den VfB.
Daaden kann mit dem zweiten A-Liga-Jahr übrigens ebenfalls zufrieden sein. Bei einer exakt ausgeglichenen Bilanz von acht Siegen, vier Remis, acht Niederlagen und 35:35 Toren liegt die Ermert-Elf im Mittelfeld der Tabelle. Mit fünf Punkten Vorsprung auf den Relegationsplatz „spielt unser nächster Gegner“, so Christian Hensel, „eine gute Runde und hat mit dem Abstieg eigentlich nichts zu tun“. Allerdings bleibt festzuhalten, dass es in der zweiten Saisonhälfte für die Gelb-Schwarzen einen Durchhänger gab, was die Ergebnisse betrifft. Zum Ende der Hinrunde stand Daaden punktgleich mit Niederdreisbach auf Platz 4 (jeweils 21 Punkte). In der Rückrundentabelle steht Niederdreisbach mit 14 Punkten auf Platz 3, Daaden hingegen mit sieben Punkten nur auf dem drittletzten Platz. Im letzten Spiel gab es eine Niederlage gegen den Abstiegskandidaten Weyerbusch durch ein Gegentor kurz vor Schluss.
Auch wenn der VfB einen Tick besser in Form zu sein scheint als die SG, weiß Christian Hensel, dass es „sicherlich kein Spaziergang“ wird. Schließlich fehlen aus seinem Kader Tim Schumacher und Matthias Hofmann (verletzt) sowie letztmals wegen seiner Sperre Patrick Kober. Ob der angeschlagene Christian Hüsch wieder mit dabei sein kann, ist noch fraglich. Für Spannung ist jedenfalls gesorgt, wobei nicht unbedingt ein Torfestival zu erwarten ist: nur vier Teams treffen seltener ins Schwarze als Niederdreisbach und Daaden mit ihren jeweils 35 Toren. Unser Trainer spricht in Bezug auf Sonntag eines der Saisonziele ganz offen aus: „Schlagen wir Daaden, lassen wir die auch anders als letztes Jahr am Ende der Runde hinter uns – und das haben wir uns fest vorgenommen!“

Weil das Spiel zwischen Weyerbusch und dem mittlerweile als erster Absteiger feststehenden SSV Almersbach schon ausgetragen wurde, gibt es an diesem Sonntag noch fünf weitere Partien, die alle zeitgleich über die Bühne gehen. Ein Duell „Oben gegen Unten“ gibt es in Salz zu sehen, wo die heimische SG Herschbach (13., 21 Punkte) Lautzert vor der Brust hat. Berod/Wahlrod (10., 25 Punkte) kann gegen unseren Tabellennachbarn Alpenrod (5., 30 Punkte) einen ganz großen Schritt Richtung Klassenerhalt machen, wenn der SC wie beim 3:0 im Hinspiel triumphiert. Im Tabellenmittelfeld duellieren sich Stockum-Püschen (6., 30 Punkte) und Niederfischbach (7., 29 Punkte). Neben dem Daadetalduell gibt es ein weiteres Derby, nämlich zwischen Alsdorf (9., 26 Punkte) und Herdorf (12., 23 Punkte). Kaum jemand hätte wohl vor der Saison für möglich gehalten, dass es sich hierbei um einen richtigen Abstiegskrimi handeln könnte. Gerade die SG Alsdorf, die am Ostermontag erstmals in der Historie ins Pokalfinale vorstieß, enttäuscht in diesem Jahr in der Liga auf ganzer Linie. Das Spitzenspiel des Spieltags bestreiten Meudt (3., 38 Punkte) und Tabellenführer Wallmenroth. Wenn diese Begegnung so enden würde wie im letzten Oktober (1:1), könnten wir uns auf einen packenden Aufstiegskampf im Saisonendspurt einstellen.

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