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13. Spieltag (Sonntag, 06.11.2016, 15:00 Uhr): SV Adler 09 Niederfischbach - VfB Niederdreisbach

1:2 VfBLogo50x50

Sprung auf Platz 5 dank viertem Sieg in Folge

Der VfB Niederdreisbach gewann zum Abschluss der Hinrunde das schwere Auswärtsspiel in Niederfischbach knapp mit 2:1 und liegt zur Hälfte der Saison auf Platz 5, nur aufgrund eines Tores hinter der SG Daaden/Biersdorf. Lag die Mannschaft vor nicht einmal einem Monat nach vier sieglosen Spielen auf dem drittletzten Platz, gab es nun erstmals in der Vereinsgeschichte vier A-Liga-Siege hintereinander, sodass der Rückstand auf die Spitze jetzt sogar geringer ist als der Vorsprung auf den Relegationsplatz.

Gegen den erwartet starken SV Adler Niederfischbach war der Auswärtssieg allerdings ein hartes Stück Arbeit. Zunächst kam der VfB jedoch besser ins Spiel. Nach einer starken Anfangsphase, in der der Ball gut durch die Reihen der Gäste lief, belohnte Patrick Kober die Bemühungen seiner Mannschaft. In der 17. Minute traf er nach einem Freistoß durch Stefan Ermert, den Konstantin Knautz auf ihn ablegen konnte, zum 1:0. Weiterhin war Niederdreisbach am Drücker, aber dennoch hielt die Führung nicht lange. Nach einem Niederfischbacher Pass in den Strafraum kam es zum Duell Torwart gegen Stürmer, bei dem Tim Schumacher leicht zu spät kam. Die Folge war ein humpelnder Torwart und ein Elfmeter für die Heimelf. Immerhin konnte Schumacher weiterspielen, doch Daniel Krämers Ausgleich per Strafstoß (24. Minute) konnte er nicht verhindern, obwohl er noch mit den Fingerspitzen am Ball war. In der Folge gab es Möglichkeiten auf beiden Seiten. Die größte davon ließ Niederfischbachs Christopher Melles nach starkem Pass in die Tiefe frei vor dem VfB-Tor liegen, sodass es mit einem insgesamt gerechten 1:1 in die Pause ging.
Nach der Halbzeitansprache durch Trainer Christian Hensel kam der VfB hellwach aus der Kabine. Mit der ersten Chance der zweiten Hälfte brachte Stefan Ermert seine Mannschaft erneut in Führung. Vorausgegangen war eine starke Kombination zwischen Konstantin Knautz und Heiko Schnell, die in der Flanke auf Ermert mündete. Kurz darauf hätte Patrick Kober nach schönem Zuspiel von Heiko Schnell für eine Vorentscheidung sorgen können, setzte den Ball aber knapp neben das Tor. Die letzte Viertelstunde gehörte dann jedoch eindeutig der Heimelf. Diese erspielte sich einen Haufen guter Möglichkeiten, die gar nicht alle im Detail beschrieben werden können. In der 75. Minute Daniel Krämer einen Freistoß an den Pfosten, nachdem Tim Schumacher kurz vor dem Strafraum den Ball mit der Hand gespielt hatte. Hier hatte der VfB doppelt Glück: Zum einen, weil der starke Freistoß nicht den Weg ins Tor fand, zum anderen, weil ein auf beiden Seite durch nicht immer verständliche Pfiffe auf sich aufmerksam machender Schiedsrichter unseren Torhüter wohl hätte vom Platz stellen müssen. So konnte er noch den einen oder anderen Ball aus der Luft fischen, während seine Vorderleute die restlichen Adler-Abschlüsse abwehrten, wie zum Beispiel der starke Tim Meyer in der Schlussminute auf der Linie. Nach drei Minuten Nachspielzeit konnten sich VfB-Fans und -Spieler dann jubelnd in die Arme fallen.

VfB-Coach Hensel war sichtlich stolz auf seine Jungs: "Ich finde es einfach stark, dass die Truppe praktisch zu einhundert Prozent umsetzt, worüber wir reden! Man muss natürlich auch anerkennen, dass wir in der letzten Viertelstunde ein wenig Glück hatten, als Niederfischbach alles nach vorne warf. In dieser Phase müssen wir die Konter besser ausspielen, um das Spiel zu entscheiden." Insgesamt war Hensel aber trotzdem glücklich über den Auswärtserfolg seiner "geilen Truppe". Sein Gegenüber Marco John war nicht zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft. Er flüchtete sich in der Rhein-Zeitung nicht in Ausreden und beklagte nicht etwa das mangelnde Glück kurz vor Schluss oder die Fehlentscheidung des Schiedsrichters, den VfB-Towart nicht vom Platz zu stellen. Stattdessen sollte man ihm hoch anerkennen, dass er in seinem Statement lediglich auf seine eigenen Spieler schaut: "Die Niederlage geht in Ordnung. Wir [...] sind nicht an unsere Grenzen gegangen, dann hat man auch nicht mehr verdient", wird John in der RZ zitiert.

Weil die anderen Partien des Spieltags aus Sicht des VfB günstig verliefen (vor allem das Unentschieden für Alsdorf und die Niederlage von Stockum-Püschen) konnte unsere Elf in der Tabelle drei Plätze nach oben klettern. Nun geht es nun mit kniffligen Aufgaben weiter, denn in den kommenden zwei Wochen warten der Tabellen-Zweite Meudt und der Tabellen-Dritte Lautzert. Mit der in den letzten Spielen gezeigten Leistung kann der VfB aber auch bei diesen Gegnern befreit aufspielen und vielleicht sogar weiter für Furore sorgen.

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, St. Ermert (88. Zöllner), Meyer, Kober, Schnell, Knautz, Höfer (81. Volk), Rötter, Grimm

Torschützen für den VfB: Kober, St. Ermert



Gegen den SC Union Berod-Walrod konnte der VfB (8., 18 Punkte) seinen dritten Sieg in Folge einfahren. Schon jetzt ist damit das Ergebnis der fast abgelaufenen Hinrunde beachtlich (aktuell 5 Siege, 3 Unentschieden, 4 Niederlagen) und einige unnötige Punktverluste schnell vergessen. Dennoch ist für die Niederdreisbacher noch lange nicht die Zeit, um die Füße hoch zu legen. Zu eng ist dazu die Situation in der Tabelle, in der den Neunten Alpenrod nur 3 Punkte vom Vierten Daaden trennen. Weiter unten befinden sich zudem Mannschaften, denen zuzutrauen ist, dass sie an die Erfolge vergangener Spielzeiten anknüpfen und sich aus dem Tabellenkeller verabschieden. So geschehen bei unserem nächsten Gegner, dem SV Niederfischbach (7., 19 Punkte).
Die Adler erwischten keinen idealen Saisonstart: man verlor unter anderem gegen Tabellenschlusslicht Almersbach. Nach acht Spieltagen lag man an auf dem Relegationsplatz 12. Mittlerweile hat sich die Mannschaft von Marco John, der die Truppe im Sommer übernommen hat, aber gefangen und scheint nun wahr zu machen, was sich der Trainer als Ziel vorgenommen hat: Den Abstand zu den Spitzenteams zu verringern (RZ vom 6. August 2016). So konnte zuletzt sogar ein Sieg gegen ein solches Spitzenteam, die SG Alsdorf/Kirchen, eingefahren werden. Aktuell steht der Adler damit einen Platz vor Niederdreisbach.
Für den VfB steht also ein schwieriges Spiel gegen einen in der Vergangenheit unliebsamen Gegner an. Gerade zu Gast in Niederfischbach hatten die Grün-Weißen schon häufiger das Nachsehen, insgesamt stehen gegen die 1. Mannschaft in neun Spielen fünf Niederlagen bei zwei Siegen zu Buche. Immerhin: Das letzte Spiel in der Wurth-Arena konnte durch ein Tor von Lucas Seifner mit 1:0 gewonnen werden.
Nicht nur aus der abgelaufenen Saison, sondern auch aus der aktuellen Situation können die Niederdreisbacher Hoffnung schöpfen. Nach der schon angesprochenen Serie geht besonders der VfB-Angriff mit viel Selbstvertrauen in die Partie. Heiko Schnell (5 Saisontore), Konstantin Knautz, Sandro Josten (beide 4 Tore) und Co. scheinen sich warm geschossen zu haben. Und die Abwehr rund um Kapitän Simon Lenz steht weiter sicher: nur 18 Tore kassierte man bisher (nur drei Teams waren besser). Beachtlich ist der Wert im Vergleich zum SV Adler. 30-mal musste deren Torhüter Steffen Christians und Sven Köhler bereits hinter sich greifen, also durchschnittlich 2,5-mal pro Spiel. Das ist der drittschlechteste Wert der Liga. Trainer Hensel wird also versuchen, den wunden Punkt in Niederfischbachs Hintermannschaft zu finden und gleichzeitig ein Rezept gegen Topstürmer Christopher Melles finden müssen, auf dessen Konto bisher schon elf Saisontore gehen (drittbester Wert der Liga). Sollte dies gelingen, könnte eine eigenständige VfB-Elf erstmals überhaupt in der Kreisliga A vier Siege in Folge erzielen. Allerdings stehen die Adler sogar schon vor dem fünften Sieg und werden ihrerseits versuchen, ihre Hinrunde zu krönen.

Wie sich das wie auch immer geartete Ergebnis auswirkt, ist im dichten Tabellenmittelfeld nur schwer abzusehen. Im Falle einer Niederlage muss man wohl davon ausgehen, auf Platz 9 zurückzufallen, da Alpenrod (9., 17 Punkte) als Favorit ins Spiel gegen Herschbach (11., 12 Punkte) geht. Auf der anderen Seite hat Herschbach unter der Woche dem Favoriten aus Wallmenroth ein Bein gestellt; die von Seiten des Tabellenführers kritisierte Spielverlegung dank Vorlage von Attesten durch den Abstiegskandidaten hat also Erfolg gebracht. Im besten Fall kann der VfB nicht nur an Niederfischbach, sondern auch an drei weiteren Mannschaften vorbeiziehen, wobei diese natürlich etwas dagegen setzen werden: Stockum-Püschen (6., 19 Punkte) dürfte allerdings Probleme gegen die SG Wallmenroth (1., 26 Punkte) bekommen. Interessant wird diese Partie allemal, denn mit Sascha Mertens (13 Tore) und Fabian Thomaser (12 Tore) treffen die nach zwölf Spielen besten Torjäger aufeinander. Auch für den Tabellenfünften Alsdorf (19 Punkte) steht gegen Lautzert (2., 23 Punkte) ein schweres Spiel an. Das Team um Spielertrainer Enis Caglayan hat allerdings trotz der Niederlage gegen Niederfischbach weiter Ambitionen, den Anschluss an Platz 1 wiederzufinden. Eher theoretischer Natur ist die Konstellation, mit der man selbst an der SG Daadetal vorbeiziehen kann, da diese drei Punkte in Berod (12., 11 Punkte) einfahren wird. Zu guter Letzt steht im Tabellenkeller ein richtungsweisendes Spiel an: Almersbach (14., 6 Punkte) empfängt Herdorf (13., 9 Punkte). Schafft es die SG, im fünften Spiel nach dem Rücktritt von Trainer Michèl Flug erstmals zu punkten und die Abstiegsränge zu verlassen?

+++UPDATE ZUR PERSONALSITUATION+++
Leider kann der VfB muss der VfB wieder einmal auf Schlüsselspieler verzichten. Sandro Josten und Christian Hüsch fallen definitv aus, während der Einsatz von Stefan Lenz, Stefan Ermert und Konstantin Knautz noch fraglich ist. Diese Situation ist zwar sehr schade, aber man hat in den letzten Wochen immer wieder Ausfälle kompensieren können. Für Trainer Christian Hensel, der übrigens in den letzten Wochen beschwerdefrei trainieren konnte und somit auch bereit steht, ist deshalb klar, dass man trotz der Engpässe mit breiter Brust nach Niederfischbach fahren kann. "Das Ziel sollte ein Punkt sein," erklärte er am Tag vor dem Spiel.

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