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12. Spieltag (Sonntag, 30.10.2016, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SC Union Berod/Wahlrod

VfBLogo50x50 4:1 


Hensel-Elf mit bester A-Liga-Hinrunde der Vereinsgeschichte

3:1 gegen Herdorf, 4:1 gegen Almersbach, 4:1 gegen Berod/Wahlrod: gegen Ende der Hinrunde schwimmt der VfB Niederdreisbach weiter auf der Erfolgswelle. Durch einen 4:1-Heimerfolg gegen den Bezirksligaabsteiger aus Berod/Wahlrod fuhr der VfB den dritten Sieg in Folge ein. Damit steht bereits eine Woche vor dem Ende der Hinrunde fest, dass der Verein unter dem neuen Trainer Christian Hensel die beste erste Halbserie als eigenes Mitglied des Kreisligaoberhauses absolviert hat.

Der VfB erwischte im Spiel gegen die auf dem Relegationsplatz liegende Union einen perfekten Start: Bereits in der sechsten Minuten sorgte Konstantin Knautz für die Führung. Kurz nachdem mit Daniel Bode ein Schlüsselspieler der Gäste bereits nach einer halben Stunde das Feld verlassen musste, legte Knautz nach. Für ihn war es das historische einhundertste Tor im VfB-Trikot. Mit der 2:0-Führung ging es in die Pause.

Auch in der zweiten Hälfte war Niederdreisbach das wachere Team: erneut sechs Minuten nach dem Anstoß jubelte die Heimelf, als Sandro Josten sein viertes Saisontor erzielte. Zwar kam der SC durch Nick Neumann nach etwa einer Stunde noch einmal heran, doch Stefan Ermert stellte in der siebzigsten den alten Abstand wieder her. Ermerts Volleytreffer aus ca. 30 Metern in den Winkel war ein echtes Traumtor: "Allein für diese Szene hat sich für die Zuschauer das Eintrittsgeld gelohnt," zeigte sich der Trainer beeindruckt. Das 4:1 bedeutete schließlich den Endstand. Erfreulich aus Sicht des VfB war in dieser Phase zusätzlich, dass Tom Rötter nach langer Verletzungspause sein Comeback feiern konnte und in den verbleibenden vier Meisterschafts- und dem einen Pokalspiel vor der Winterpause wieder zur Verfügung steht.
Hoch erfreut zeigt sich Trainer Christian Hensel von der Leistung seiner Jungs. Ihm war wichtig zu betonen, dass der Gegner, anders als es das Resultat vielleicht vermuten lässt, eine starke Leistung zeigte und er nicht davon ausgeht, dass Berod/Wahlrod dauerhaft im Keller feststecken wird. Allerdings "wussten wir um die Schwächen des Gegners". Seine auf diesen Erkenntnissen basierende Taktik "haben die Jungs gut umgesetzt: immer wieder fanden wir Lücken in den Schnittstellen der Abwehr". Ein Sonderlob sprach Hensel dem Jubilar Konstantin Knautz sowie Benjamin Grimm aus, machte aber auch klar: "Ich ziehe den Hut vor der ganzen Mannschaft".


Trainer Christian Hensel jubelt über Stefan Ermerts Traumtor (Foto: Jürgen Augst, Rhein-Zeitung)

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, St. Ermert. St. Lenz (65. Rötter), Kober, Schnell, Knautz (73. Volk), Höfer, Josten (76. Zöllner), Grimm

Torschützen für den VfB: Knautz (2x), Josten, St. Ermert


Vorbericht

Der SC Union Berod/Wahlrod ist nach sechs Jahren Bezirksliga zurück in der Kreisliga. 2010 war der Verein ohne Niederlage Meister der Kreisliga A geworden und konnte danach einige erfolgreiche Spielzeiten auf überkreislicher Ebene bestreiten. 2015 beendete der Verein die Saison als starker Dritter, doch nachdem in der darauffolgenden Sommerpause unter anderem Mario Pavelić – mit 24 Toren bester Torschütze des SC – und Kai Scavelli den Verein in Richtung Niederroßbach bzw. Steineroth verlassen hatten, konnte Berod/Wahlrod nicht mehr an den starken Auftritt aus der Vorsaison anknüpfen. Mit nur 23 Punkten aus 30 Spielen landete der SC auf dem vorletzten Platz.
Dem Abstieg folgte der Umbruch. Gleich fünfzehn Spieler, also fast ein kompletter Kader, wollten mit dem Verein nicht in die Kreisliga gehen. Einige von ihnen fanden neue Mannschaften in der Rheinland- oder Bezirksliga, während andere sich sogar tieferklassigen Teams anschlossen. So kam es zu einem interessanten Spielertrainertausch mit dem B-Ligisten aus Hattert. Thomas Schäfer und der neue SC-Trainer Marco Köster sind gleichzeitig Vorgänger und Nachfolger voneinander. Auffällig beim neuen Kader ist, dass der Verein verstärkt auf Männer aus der näheren Umgebung setzt. Aus der Reserve, die in der Kreisliga C2 beheimatet ist, wurden fünf Spieler hochgezogen; hinzu kommt ein Spieler aus der eigenen Jugend. Vier Spieler kamen aus Lautzert, Weyerbusch und Almersbach, also den drei A-Klasse-Teams, die geografisch am nächsten bei Berod/Wahlrod liegen. Einen Spieler brachte Köster aus Hattert mit. Nur zwei dieser Neuzugänge kommen also aus der Kreisliga A (denn Almersbach ist ja gerade erst aufgestiegen), während die anderen – vom ehemaligen Jugendspieler abgesehen – zuletzt in Kreisliga B oder C aktiv waren. Ein echtes Schwergewicht hat unser nächster Gegner dann aber doch an Land ziehen können: Daniel Bode kam aus Wirges. Letzte Saison gelangen dem Stürmer immerhin zwei Tore in der Oberliga und drei Tore für die Reserve in der Bezirksliga. 2014/2015 hatte er in der Oberliga ebenfalls zweimal und in der Bezirksliga viermal getroffen. In der laufenden Kreisligasaison sind es nach elf Spieltag sieben Tore und damit zwei mehr, als Heiko Schnell als bester VfB-Schütze vorweisen kann.
Nach fünf Meisterschaftsspielen für Berod/Wahlrod stand Bode allerdings erst bei zwei Toren und somit hat er ähnlich wie der Rest der Mannschaft in den vergangenen Wochen mächtig aufgedreht. Bei über einem Dutzend Neuzugängen sollte es vermutlich nicht sehr überraschen, dass eine Mannschaft Startprobleme hat, doch dass sich der Bezirksliga-Absteiger derart schwer tun würde, hatten wohl die Wenigsten auf der Rechnung. In den ersten sechs Wochen gab es nur gegen Schlusslicht Almersbach Punkte und einige hohe Niederlagen: 0:10 in Wallmenroth, 2:6 in Niederfischbach, 2:4 gegen Lautzert; 3:5 in Meudt; hinzu kommt das 3:5 gegen Niederfischbach im Pokal.
Seit einigen Wochen ist die Köster-Elf aber nun kein Kanonenfutter mehr. Vier Spiele lang war das Team ungeschlagen, bevor es sich letzte Woche der SG Alsdorf, also der Mannschaft der Stunde, knapp beugen musste. „Dieses Spiel hätte Berod sogar gewinnen müssen“, weiß VfB-Coach Christian Hensel, denn sein Co-Trainer Stefan Lenz und Mannschaftsbetreuer Thomas Best haben das Spiel beobachtet. Allerdings hat der SC auch ohne die Punkte gegen Alsdorf den Anschluss an das Mittelfeld hergestellt. Herschbach, derzeit gerade so am rettenden Ufer, liegt nur noch aufgrund des (in der Kreisliga irrelevanten) besseren Torverhältnisses vor Berod/Wahlrod (12., 11 Punkte). Die Formkurve steigt also trotz der jüngsten Niederlage weiter nach oben.

Allerdings befindet sich auch der VfB Niederdreisbach (9., 15 Punkte) im Aufwind. Trainer Christian Hensel hat es geschafft, aus einer stark begrenzten Anzahl an Spielern das Optimale herauszuholen. Die beiden Sechs-Punkte-Spiele gegen Herdorf und Almersbach bestritt seine Mannschaft siegreich. Somit hat sich unser Verein erst einmal wieder ein kleines Punktepolster auf die Abstiegsränge erarbeiten können. Ein schöner Nebeneffekt des 3:1 und des 4:1: Der VfB hat das Toreschießen wiederentdeckt und ist nicht mehr das harmloseste Team der Liga. Die erst 17 Gegentore bedeuten sogar Platz 5 in dieser Kategorie.
Sollte im kommenden Heimspiel ein Sieg gelingen, könnte man sich auch in der Tabelle weiter verbessern. Es wäre übrigens das erste Mal seit zwei Jahren, dass Niederdreisbach drei Dreier hintereinander einfährt. Die Voraussetzungen dafür stehen wesentlich besser als in den vergangenen Wochen, als sogar unser 2. Geschäftsführer Steffen Trapp sein Comeback geben und Torwart Sascha Wirfs auf dem Feld zum Einsatz kommen musste. Für Sonntag muss „nur“ mit drei Ausfällen gerechnet werden: Sascha Wirfs, Christian Hüsch und Andreas Lenz stehen nicht zur Verfügung. Obwohl unser nächster Gegner nach Ansicht unseres Trainers bedeutend stärker ist, als es der Tabellenstand aussagt, möchte Hensel deshalb „unbedingt die Punkte in Niederdreisbach behalten, damit wir uns von der Gefahrenzone absetzen können – aber das wird sicherlich sehr schwer!“

Das erste Spiel dieses Wochenendes bestreiten am Samstag Stockum-Püschen (7., 16 Punkte) und Herschbach (11., 11 Punkte). Favorit ist hier die Heimelf, die zuletzt gegen die Spitzenteams aus Meudt und Lautzert beachtliche vier Punkte einfahren konnte. Am Sonntag finden dann die restlichen Partien statt. Schlusslicht Almersbach (14., 6 Punkte) reist zur SG Daaden (5., 17 Punkte), bei der es sicherlich nicht einfacher wird als letzte Woche gegen unseren VfB. Als wäre Herdorf (13., 9 Punkte) nicht ohnehin schon in der Krise, dürfte sich die Situation nach dem Heimspiel gegen Tabellenführer Wallmenroth (1., 22 Punkte) weiter zuspitzen. Unser Tabellennachbar Weyerbusch (10., 14 Punkte) hat gegen Lautzert (3., 20 Punkte) ein schweres Heimspiel vor der Brust. Niederfischbach (11., 16 Punkte) tritt in einem verbandsgemeindeinternen Duell in Kirchen (4., 19 Punkte) an. Die Adler sind seit vier Spielen ungeschlagen, doch bei der SG Alsdorf/Kirchen hält diese Serie sogar schon acht Spiele. Der in einer Formkrise befindliche Verfolger Meudt (2., 21 Punkte) reist zur SG Alpenrod (6., 16 Punkte).

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