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12. Spieltag (Sonntag, 25.10.2015, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SV Stockum-Püschen

VfBLogo50x50 6:1 Stockum


6 Tore im „6-Punkte-Spiel“

Seit längerer Zeit war der Kader des VfB wieder einmal fast vollständig. Während sich die Aufstellung in den letzten Wochen fast von selbst ergab, standen Trainer Platte gegen den SV Stockum-Püschen einige taktische Möglichkeiten zur Verfügung. Dass er sich für die richtige entschieden hat, zeigte sich schon in der ersten Viertelstunde des Spiels. Durch Konstantin Knautz, Stefan Lenz und immer wieder Heiko Schnell kam der VfB zu einigen guten Torchancen. Zwar tauchten auch die Gäste regelmäßig um den Strafraum des VfB auf. Die Abschlüsse waren dabei allerdings selten zwingend. Besser machte es in der 12. Minute dann VfB-Stürmer Christian Hüsch. Nach einer Passstafette über Stefan Lenz und Heiko Schnell bis in den Sechzehnmeterraum kam er frei zum Schuss und netzte unhaltbar ein. In der Folgezeit hätte der VfB dann mehrmals erhöhen können. Besonders Stefan Lenz hatte das 2:0 nach toller Vorarbeit von Heiko Schnell auf dem Fuß.
Diese Chance sollte vorerst die letzte zwingende Aktion der Grün-Weißen bleiben, die plötzlich den Faden verloren und die Gegner so stark machten. Die Gäste hatten plötzlich ein Übergewicht und drängten auf den Ausgleich. Über Fabian Thomaser (26. Minute) und Sascha Gehrlein (39.) kamen sie zu hochkarätigen Chancen, die allerdings knapp vereitelt werden konnten. Ein Unentschieden zur Halbzeit wäre durchaus verdient gewesen, so ging es aber mit einem knappen Vorsprung in die Pause.

Mit Beginn der zweiten Halbzeit war der VfB dann wieder am Drücker und zeigte sofort, dass sie hier nicht darauf aus waren, das Ergebnis zu verwalten. Die zweite Chance in zwei Minuten führte dann auch direkt zum 2:0. Heiko Schnell ging bis an die Grundlinie und konnte auf Konstantin Knautz zurücklegen. Dieser nahm den Ball gekonnt an, legte ihn sich selbst noch einmal vor, um ihn unhaltbar zu versenken (46.). Nur vier Minuten später waren diese beiden auch am nächsten Tor beteiligt. Heiko Schnell trat eine Ecke, die erst Christian Hüsch verarbeitete und mit voller Kraft in Richtung SV-Tor jagte. Sein Schuss und auch der von Sandro Josten direkt im Anschluss konnten zwar geblockt werden, doch der Ball landete bei Konstantin Knautz, der keine Probleme mehr hatte (51.).
Stockum-Püschen war gebrochen und zeigte nur noch wenig Gegenwehr. Aus allen Richtungen stürmte der VfB nun in Richtung Tor und kam dabei auch zu guten Abschlüssen. Zwangsläufig folgten weitere Treffer. Zunächst behielt Christian Hüsch im Durcheinander vor dem SV-Gehäuse die Übersicht und traf zum 4:0 (63.). In der 70. Minute brauchte Patrick Kober dann nach einem schönen Zusammenspiel mit Sandro Josten zwar zwei Anläufe, konnte seinen eigenen Lattenschuss aber doch per Kopf zum 5:0 verwerten. Ein kurzes Lebenszeichen gab der SV dann allerdings noch von sich. Das reichte immerhin für den Anschlusstreffer durch einen Distanzschuss von Meik Schwarz in der 73. Minute. Heiko Schnell zeigt sich unbeeindruckt und stellte nur eine Minute später nach einem kurzen Solo den alten Vorsprung wieder her, 6:1. Einige weitere Chancen folgten, wurden aber allesamt durch den Gegner oder einige Abseitspfiffe vereitelt. So blieb es beim deutlichen 6:1-Sieg, der aufgrund eine starken zweiten Halbzeit absolut in Ordnung geht. Es ist der höchste Pflichtspielsieg des VfB seit dem Aufstieg in die Kreisliga A vor drei Jahren.

Die Niederdreisbacher klettern mit den drei Punkten gegen einen direkten Kandidaten im Abstiegskampf auf Platz 9, da auch die übrigen Spiele des Spieltags zugusten des VfB ausgingen. Westernohe (1:5 gegen Wallmenroth) und Honigsessen (0:1 in Niederfischbach) verloren ihre Spiele gegen Topmannschaften erwartungsgemäß. Im direkten Duell nahmen sich Alpenrod und Daaden gegenseitig die Punkte weg: 0:0. Für den VfB eher uninteressant aber trotzdem bemerkenswert ist das Unentschieden, das der SSV Weyerbusch der SG aus Niederroßbach abringen konnte. Ebenfalls unentschieden trennten sich Alsdorf und Lautzert, während Herdorf in Meudt 1:0 gewinnen konnte.

 

Torfolge: 1:0 Christian Hüsch (12.), 2:0 Konstantin Knautz (46.), 3:0 Konstantin Knautz (51.), 4:0 Christian Hüsch (63.), 5:0 Patrick Kober (70.), 5:1 (73.), 6:1 Heiko Schnell (74.)

 

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer, Stefan Lenz (46. Patrick Kober), Heiko Schnell, Konstantin Knautz (77. Erblin Kuci), Matti Höfer, Christian Hüsch (64. Simon Hempel), Mats Volk, Sandro Josten, Lucas Seifner


Vorbericht

Dass der Auftritt des VfB Niederdreisbach bei der Spielvereinigung Lautzert keine Aussagekraft für das kommende Heimspiel gegen den SV Stockum-Püschen hat, dürfte sich bei einem Blick auf die Aufstellung von selbst erklären. Gleich neun Spieler aus dem aktuellen Kader, darunter Schlüsselspieler, fehlten bei der 0:3-Auswärtsniederlage: Stefan Ermert, Simon Haubrich, Simon Hempel, Christian Hüsch, Patrick Kober, Erblin Kuci, Andreas Lenz, Marco Lenz und Simon Lenz. Hinzu kommt noch Dauerretter Christian Meyer, der schon in der dritten Saison nicht mehr zum Kader gehört und seither dennoch als zuverlässige Aushilfskraft auf starke 21 Einsätze in zweieinhalb Jahren kommt. Mit lediglich neun Feldspielern wurde die Reise nach Lautzert angetreten, was dazu führte, dass Torwart Tim Schumacher sich auf dem Feld versuchen musste. Zum Glück sprang Patrick Fries ein, der eigentlich vor über vier Jahren seine Fußballschuhe an den Nagel gehängt hatte, um an seiner Radsportkarriere zu arbeiten. So nahm immerhin noch ein Spieler auf der Ersatzbank Platz. Auch er konnte allerdings nicht verhindern, dass es unter diesen Voraussetzungen keine Punkte bei einer Mannschaft aus der oberen Tabellenhälfte zu holen gab.
Am vorletzten Spieltag der Hinrunde empfängt nun wieder ein Team aus den unteren Regionen der Tabelle. Nach elf absolvierten Partien steht A-Liga-Debütant Stockum-Püschen mit zwölf Punkten auf einem äußerst guten neunten Platz und ist somit bester Aufsteiger. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz, den aktuell Alpenrod innehat, beträgt jedoch nur zwei Punkte. Vom VfB Niederdreisbach, mit elf Punkten auf Platz elf gelegen, kann der SV im direkten Duell überholt werden. Dass Stockum-Püschen überhaupt vor Niederdreisbach steht, liegt daran, dass dem Neuling ein beachtenswerter wie überraschender Heimsieg gegen Weyerbusch gelungen ist. In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel gedreht und als Endstand gab es ein 2:1 durch einen Treffer kurz vor Schluss. Damit hatte nach dem 1:7-Debakel in Niederfischbach eine Woche zuvor wohl kaum jemand gerechnet, auch wenn Punktgewinne gegen starke Mannschaften wie Meudt und Wallmenroth schon gezeigt haben, dass die Mannschaft um Trainer und Torwart Nikolaos Tzimas in der Kreisliga A mithalten kann. Darüber herrschte vor der Saison noch Ungewissheit, denn innerhalb von nur zwei Jahren schaffte der SV den Aufstieg von der Kreisliga C1, wo sie einige Jahre oben mitgespielt hatte, in das Kreisliga-Oberhaus. Eigentlich hätte man da mit Anpassungsproblemen rechnen können, doch tatsächlich war Stockum-Püschen erster Tabellenführer und stand im Gegensatz zu den anderen drei Aufsteigern kein einziges Mal auf einem direkten Abstiegsplatz. Ein ganz entscheidender Faktor beim zweimaligen Aufstieg und der möglichen Etablierung in der A-Klasse ist zweifelsohne Spielertrainer Tzimas. Seit über sechs Jahren ist er für die Mannschaft des SV Stockum-Püschen verantwortlich. Damit ist er der dienstälteste aller Trainer der Liga. Tzimas kennt seinen Verein gut und vertraut den Spielern, die für den Erfolg in der Aufstiegsrelegation durch Remis gegen Steineroth (3:3) und Daaden (0:0) gesorgt haben. Kein Spieler hat in der Sommerpause das Weite gesucht und nur ein einziger Spieler stieß neu zum Kader. Eine so geringe Fluktuation hat auch im Kreisligafußball Seltenheitswert und spricht für einen guten Zusammenhalt in der Mannschaft. Gebrauchen könnte Tzimas aber sicherlich einen Torjäger. Niemand aus den Reihen der (meist in schwarz spielenden) Rot-Weißen traf mehr als dreimal ins Schwarze. Insgesamt gab es nur dreizehn Tore. Stockum-Püschen und Niederdreisbach teilen sich so den vorletzten Platz in dieser Kategorie, weshalb ein Torfestival am Sonntag nicht unbedingt zu erwarten ist.

Parallel zum Spiel in Niederdreisbach treten die beiden Tabellennachbarn des VfB gegeneinander an: Alpenrod (12., 10 Punkte) empfängt Daaden (10., 11 Punkte). Schlusslicht Honigsessen (14., 5 Punkte) reist nach Niederfischbach (5., 16 Punkte). Ein eindeutigeres Mittelfeldduell als das zwischen Meudt (7., 15 Punkte) und Herdorf (8., 14 Punkte) kann es nicht geben. Mujakić holt sich mit den Niederroßbachern (1., 31 Punkte) seine drei Punkte diese Woche bei seinem Kumpel Kresović und dem SSV Weyerbusch (6., 16 Punkte) ab. In Alsdorf spielen mit der heimischen SG (2., 22 Punkte) und Lautzert (4., 17 Punkte) zwei der besten Teams, wenn man von der Übermannschaft aus dem Hohen Westerwald absieht. Ein andere Mannschaft, die um den Titel „Best of the Rest“ mitspielt, ist Wallmenroth (3., 21 Punkte). Die SG spielt bereits am Samstag zu Hause gegen Westernohe (13., 9 Punkte) und darf sich ihrer Punkte recht sicher sein.

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