8. Spieltag (Sonntag, 27.09.2015, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Daaden/Biersdorf

VfBLogo50x50 1:1 Daadetal



 

Auf dieses Spiel hat das Daadetal gewartet. Zum ersten Mal überhaupt treffen der VfB Niederdreisbach und die SG Daaden/Biersdorf am 8. Spieltag der Kreisliga A in einem Meisterschaftsspiel aufeinander. Obwohl der Alsdorfer Rasenplatz noch näher am Niederdreisbacher Pferdskopf liegt als der Daadener Kunstrasen, gibt es für den VfB kein größeres Derby. Schließlich spielte der VfB Niederdreisbach von der Saison 1983/1984 bis zur Saison 2008/2009, also sage und schreibe 26 der 40 Jahre des Bestehens, in einer Spielgemeinschaft mit dem SV Biersdorf. Dieser SG schlossen sich 1998 nach dem Bezirksligaabstieg auch noch die Sportfreunde Daaden an (erster Trainer: Achim Platte!). Zuvor war „jahrelang versucht worden, diese SG zu gründen“ (Rhein-Zeitung vom 19. Februar 1998). Im Seniorenbereich kann man also immerhin auf elf Spielzeiten als Trio zurückblicken. Auch wenn unser VfB bei den Herren seit 2009 wieder eigene Wege geht, wird die gemeinsame Arbeit im Jugendbereich fortgesetzt, die im Übrigen auch schon vor 1998 Bestand hatte. Klar ist also, dass sich Spieler wie Vorstände und Zuschauer bestens kennen.
Dass Niederdreisbach und Daaden/Biersdorf noch nie in der gleichen Liga gespielt haben, liegt in erster Linie an der Tatsache, dass der VfB zwar bei der Wiederaufnahme des eigenen Spielbetriebs ganz unten anfangen musste, dann aber im schnellstmöglichen Tempo in das Kreisligaoberhaus aufstieg. Die SG Daaden/Biersdorf hingegen machte in der Kreisliga B weiter, weil das unglückliche letzte Jahr der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach als A-Klasse-Schlusslicht beendet wurde.  In der Kreisliga B hingen die Schwarz-Gelben dann sechs Jahre fest. Als diese Spielklasse für Niederdreisbach 2011/2012 kurze Zwischenstation war, wurden die beiden Mannschaften trotz der räumlichen Nähe in zwei verschiedene Staffeln eingeteilt. Ein Lokalderby im Ligabetrieb blieb also aus. Im Sommer 2015 folgte Daaden über den Umweg eines verlorenen Entscheidungsspiels gegen Honigsessen und der Relegation dem früheren Partner mit drei Jahren Verspätung in die Kreisliga A.
Beim Spiel am Sonntag handelt es sich aber keineswegs um das erste Duell überhaupt. In jener Saison, wo beide Mannschaften in der B-Klasse zu Hause waren, reiste die SG Daaden/Biersdorf erstmals nach Niederdreisbach. Anlass war die dritte Runde des Kreispokals. Der VfB gewann nach Toren durch Markus Nickol, Sandro Josten und Stefan Ermert mit 3:1. Letzte Saison ging es dann wieder im Pokal gegeneinander. In Daaden gewannen die nun klassenhöheren Niederdreisbacher mit 2:1 nach Treffern durch Konstantin Knautz und Sandro Josten. Nur einen Monat zuvor hatte es an gleicher Stelle im Rahmen des DIG-Cups ein deutliches 3:0 gegeben (VfB-Tore durch Tom Rötter, Heiko Schnell; hinzu kommt ein Eigentor). Im Juli dieses Jahres kreuzte man erneut im DIG-Cup die Klingen. Erstmals hatte hier der frischgebackene Aufsteiger Daaden die Nase vorne – und das mehr als deutlich, denn als Resultat gab es ein 6:0 aus Sicht des Turnierausrichters. Aus Sicht des VfB ist also Wiedergutmachung angesagt.
Doch wie konnte unser nächster Gegner innerhalb eines Jahres so stark werden? Natürlich ist auch der bestehende Kader um Ömür Boz, einem letzten verbliebenen Akteur, der noch bei der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach dabei war, und Kapitän Steffen Metz, einem Ur-Daadener mit Bezirksligaerfahrung, im Aufstiegsjahr stärker geworden. Trainer André Ermert konnte aber zusätzlich drei Spieler vom Bezirksligaspitzenteam Weitefeld loseisen, die zum Teil eine Daadener Vergangenheit haben – Thomas Ross, Tim Müller, und Daniel Meyer. Thomas Ross, den es erstmals zu einem anderen Club als dem TuS Weitefeld-Langenbach verschlägt, erklärte seinen Wechsel im Interview in erster Linie mit privaten Gründen. Nach einem Jahrzehnt im überkreislichen Fußball möchte er ein wenig kürzer treten. „Entscheidend für Daaden waren auch die Wechsel von Meyer und Müller. Mit Freunden spielt man gerne Fußball. Und da ich die Daadener  Mannschaft gekannt habe und das Potenzial kenne, war der Wechsel die logische Entscheidung für mich“, erklärte Ross weiter.
Dem 6:0-Sieg beim DIG-Cup misst Daadens Nummer 9 keine große Aussagekraft bei: „Ich erwarte ein ganz anderes Spiel. In der Vorbereitung fehlen schon mal ein paar Prozent, obwohl das Duell ja eigentlich jeder gewinnen will.“ Obwohl sowohl Niederdreisbach (11., 7 Punkte) als auch Daaden (13., 6 Punkte) sich momentan im Tabellenkeller befinden, ist Ross davon überzeugt, dass beide Teams die Klasse halten können. Am Ende sieht er seine Daadener dabei vor dem VfB: „Niederdreisbach Platz 11 und Daaden Platz 9“. Nach dem 6:0-Heimerfolg gegen Honigsessen letzte Woche dürfte die SG zumindest eine breite Brust haben. Für Sonntag zeigt sich Ross deshalb optimistisch: „Mein Tipp: ein 2:1 für uns“ nach einem „kampfbetonten Spiel“. Auch wenn ein 1:2 aus VfB-Sicht natürlich besser aussähe als ein 0:6, würden die Spieler von Achim Platte, die nach dem 1:0 in Niederfischbach und dem 1:1 gegen Weyerbusch im Aufwärtstrend sind, mit diesem Ergebnis ganz bestimmt nicht zufrieden sein.

Im Daadener Land sind am Wochenende zwar alle Augen nach Niederdreisbach gerichtet, doch selbstverständlich wird auch an anderen Orten im Fußballkreis A-Klasse-Fußball gespielt. Schon am Donnerstagabend eröffnen Niederfischbach (9., 7 Punkte) und Alpenrod (6., 10 Punkte) den Spieltag. Der starke Aufsteiger aus dem Westerwaldkreis überraschte am 7. Spieltag mit einem Sieg gegen Meudt, während Niederfischbachs Spiel auf Dezember verlegt wurde. Am Freitag kommt es zu zwei Begegnungen. Westernohe (12., 6 Punkte) hat die Aufgabe, gegen Niederroßbach (1., 19 Punkte) ein Debakel zu vermeiden. Verfolger Alsdorf (3., 13 Punkte), muss beim SSV Weyerbusch (7., 9 Punkte) in Schlagdistanz bleiben. Zeitgleich zur VfB-Partie spielen Meudt (4., 11 Punkte) und Lautzert (5., 10 Punkte), Herdorf (8., 9 Punkte) und Honigsessen (14., 4 Punkte) sowie Wallmenroth (2., 14 Punkte) und Stockum-Püschen (10., 7 Punkte).

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