23. Spieltag (Sonntag, 03.05.15, 15:30 Uhr): SG Wallmenroth/Scheuerfeld - VfB Niederdreisbach

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Durch die deutliche 0:3-Niederlage in Alsdorf hat der VfB Niederdreisbach (11., 29 Punkte) es am 22. Spieltag verpasst, bereits vier Wochen vor Saisonende den vorzeitigen Klassenerhalt unter Dach und Fach zu bringen. Die nächste Gelegenheit dazu bietet sich am Sonntag in Scheuerfeld. Die Aufgabe wird allerdings gegen die SG Wallmenroth/Scheuerfeld (7., 33 Punkte) nicht gerade leichter als gegen die SG Alsdorf/Kirchen. Zwar kann unser nächster Gegner seinen Vizemeistertitel aus dem Vorjahr nicht wiederholen, doch der etablierte A-Ligist geht mit vier Punkten Vorsprung auf Niederdreisbach und als klarer Favorit ins Spiel. Immer noch wartet der VfB Niederdreisbach in seiner neuen Ära auf den ersten Sieg gegen diesen Gegner. Der letzte Triumph in einem Pflichtspiel stammt noch aus der Zeit als Teil der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach und liegt sogar schon über elf Jahre zurück: Am 14. April 2004 gelang der SG Daadetal ein 3:0. Torschütze zum damaligen 1:0-Pausenstand war übrigens kein Geringerer als der heutige VfB-Trainer Achim Platte! Vom damaligen Team spielt nicht nur Platte anno 2015 eine wichtige Rolle in Niederdreisbach. Sporadisch kam 2003/2004 auch unser jetziger Vorsitzender Lars Cepelack in der Kreisliga A zum Einsatz, feierte aber in erster Linie mit der 2. Mannschaft die souveräne Meisterschaft in der Kreisliga D1. Ein wesentlicher Bestandteil des A-Liga-Kaders war hingegen Steffen Trapp, der vergangene Woche ein Jubiläum feierte. Am Ende der Saison verpasste unsere SG übrigens als Tabellen-Zweiter nur knapp den Aufstieg in die Bezirksliga, während Wallmenroth für vier Jahre in der Kreisliga B verschwinden sollte.

Achim Platte August 2002
Der heutige VfB-Trainer Achim Platte als Spieler der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach im Duell mit einem Akteur der SG Wallmenroth/Scheuerfeld. Es handelt sich um eine Begegnung vom ersten A-Klasse-Spieltag der Saison 2002/2003, die 1:1 endete. (Rhein-Zeitung vom 19.08.2002)

Doch werfen wir wieder einen Blick auf die aktuelle Saison. Auch wenn die 2004 begonnene Durststrecke gegen Wallmenroth weiter andauert, sprang für Niederdreisbach im Hinspiel auf heimischem Platz immerhin ein 1:1 heraus. Dieses Unentschieden war nur von wenigen Beobachtern der Liga für möglich gehalten worden, da man am Spieltag zuvor doch noch überraschend gegen Betzdorf II gepatzt hatte. Seit diesem Spiel vor über einem halben Jahr hat sich einiges in Wallmenroth getan. Aus Elkenroth ist Dominik Zimmermann in der Winterpause an seine alte Wirkungsstätte zurückgekehrt. Außerdem hat Houssein Jouni die spielfreie Zeit genutzt, um das sinkende Schiff Betzdorf II zu verlassen. Agron Himaj und Kevin Schell stehen der Spielgemeinschaft nicht mehr zur Verfügung. Alle diese Transfers werden aber vom Abgang Enis Caglayans überschattet. Seit Sommer 2007 hatte der ehemalige Oberligaakteur als Trainer und entscheidender Spieler das Geschehen bei den Blau-Weißen bestimmt und diese aus der B-Klasse in die Spitzengruppe der A-Klasse geführt. Sein Wechsel in den Hohen Westerwald, von wo aus es für ihn ab der nächsten Saison nach Alsdorf geht, sorgte für Aufsehen. Mit Stefan Häßler gibt aber jetzt ein ganz erfahrender Spieler die Taktik vor. So kommt es, dass die Lücke, die sein Vorgänger riss, gar nicht so groß zu sein scheint, wie zunächst vermutet. Der Punkteschnitt vor und nach dem Wechsel ist nahezu identisch (1,5 unter Caglayan, 1,4 unter Häßler), während die Tore pro Spiel sogar mehr als verdoppelt werden konnten (3,4 statt vorher 1,6). Stolze 12 der 17 Tore unter dem neuen Spielertrainer erzielte die Mannschaft allerdings gleich in dessen ersten beiden Spielen – gegen Steineroth und Betzdorf II. Danach gab es knappe Niederlagen gegen Meudt (2:3) und Alsdorf (1:2) und zuletzt ein Remis in Weyerbusch (2:2). Ob Wallmenroth ohne Caglayan wirklich nicht schlechter ist, wird sich wohl erst in den noch ausstehenden Spielen zeigen. Von den Teams, gegen die sich die SG noch messen muss, ist nämlich Niederdreisbach tabellarisch gesehen das schwächste. Für die letzten drei Wochen stehen nur noch Begegnungen mit Kontrahenten im Kalender, die derzeit vor Wallmenroth platziert sind: Herdorf, Lautzert und Niederroßbach.
Für den VfB Niederdreisbach geht es an diesen Spieltagen in erster Linie darum, möglichst bald den Abstieg zu verhindern. Personell kann Trainer Platte dabei einmal mehr nicht aus dem Vollen schöpfen. Für Tim Meyer, den Spieler, der bis zur Auswechslung im Alsdorf-Spiel die meisten Einsatzminuten von allen vorzuweisen hatte, ist die Saison wegen seiner schweren Verletzung gelaufen. Simon Haubrichs Einsatz in Scheuerfeld ist auch fraglich – und mit Stefan Lenz fehlt der beste Torschütze der A-Klasse-Saison 2013/14 bereits seit dem dritten Spieltag. Die Voraussetzungen für einen seit langem erhofften Sieg gegen Wallmenroth stehen also nicht optimal.

Selbst bei einer erneuten Punkteteilung könnte der VfB rechnerisch noch von Westernohe (12., 19 Punkte) eingeholt werden, schließlich wäre der Aufsteiger diese Woche gegen Betzdorf II an der Reihe und darf drei kampflose Punkte einstreichen. Genau deshalb kann es für Westernohe auch nicht mehr schlechter enden als auf dem Relegationsplatz, wobei Steineroth (13., 7 Punkte) gegen Hamm (1., 55 Punkte) ohnehin nichts holen wird. Für den VfL, der 2015 noch ohne Punktverlust ist, wird der direkte Wiederaufstieg immer wahrscheinlicher. Weyerbusch (10., 30 Punkte), einen Platz und einen Punkt vor Niederdreisbach gelegen, empfängt Herdorf (4., 36 Punkte). Mündersbach (9., 32 Punkte) muss gegen Niederfischbach (8., 33 Punkte) verhindern, noch weiter durchgereicht zu werden. Lautzert (6., 34 Punkte) misst sich mit Alsdorf (5., 35 Punkte). Zu einem interessanten Duell zweier SGs aus dem Westerwaldkreis kommt es in Berod, wo Meudt (3., 39 Punkte) und Niederroßbach (2., 52 Punkte) gegeneinander spielen.

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