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10. Spieltag (Sonntag, 19.10.14, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Wallmenroth/Scheuerfeld

VfBLogo50x50 1:1 Wallmenroth

Positive Überraschung für den VfB

Die Spiele des VfB sind in dieser Saison mal wieder kaum vorherzusagen. Auch das Ergebnis gegen Wallmenroth darf wohl als Überraschung gewertet werden, wenngleich das Unentschieden dem Spielverlauf entsprechend ist.

Zunächst einmal sah es für den VfB allerdings gar nicht gut aus: Direkt bei der ersten Aktion verletzte sich Marco Lenz und musste mit einer Platzwunde ausgewechselt werden (1. Minute). Für ihn kam Steffen Trapp. Die Mannschaft ließ sich davon aber nur kurz verunsichern und kam nach zehn Minuten zur ersten Chance durch Stefan Ermert. Wenige Minuten später probierte es Tom Rötter aus der Distanz. Er verfehlte das Ziel nur knapp (13.). In der Folge erarbeiteten sich die favorisierten Gäste aus Wallmenroth wieder mehr Spielanteile. Im Angriff fehlten ihnen allerdings die Ideen und der unbedingte Wille, ein Tor zu erzielen. So hatte dann auch der VfB die etwas klareren Möglichkeiten, z.B. durch Sandro Josten, der nach einem klasse Solo von Stefan Ermert zum Abschluss kam. Sein Schuss ging allerdings über das Tor (31.).

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeigte sich ein ähnliches Bild, wobei der VfB noch stärker in Erscheinung trat. Das erste Ausrufezeichen des Durchgangs setzte Steffen Trapp mit einem Fernschuss (54.). Wenig später bediente Stefan Ermert erneut Sandro Josten mit einem Steilpass in den Strafraum. Dem Gästetorwart blieb nur die Flucht nach vorn. Nur mit einem Foul konnte er den Stürmer am Abschluss hindern. Die logische Folge: Elfmeter für den VfB. Heiko Schnell verwandelte den Strafstoß sicher zum 1:0 (60. Minute).

Der Rückstand schien die SG aus Wallmenroth wachgerüttelt zu haben. Es zeigte sich das eigentlich erwartete Spiel, in dem Wallmenroth Druck aufbauen und folglich auch zu guten Torraumszenen kommen würde. Namentlich dafür verantwortlich war auch Spielertrainer Enis Caglayan, der mehrmals zum Abschluss kam. In dieser Phase musste der VfB kurz nach der Führung den Ausgleich einstecken: Im Sechzehnmeterraum fiel der Ball vor die Füße von Danilo Volz, der das Spielgerät erbarmungslos unter die Latte hämmerte (64.).

 

Weitere zehn Minuten drängten die Gäste auf die Führung, ehe sich der VfB wieder fing und wieder zu eigenen Torchancen kam. Eine gefährliche Kombination in der 80. Minute wurde allerdings unfair gestoppt: Bevor Patrick Kober den Ball für den heranrauschenden Stefan Ermert auf die Außenbahn legen konnte, brachte ihn ein Tritt auf die Ferse an der Strafraumgrenze zu Fall. Um ein paar Zentimeter hätte es den zweiten Strafstoß für Niederdreisbach gegeben. So blieb es bei einem Freistoß. Der Gefoulte schoss selbst und zwang den gegnerischen Torwart dazu, sich weit zu strecken, um den Ball aus der langen Ecke zu kratzen. Beide Mannschaften hielten sich nun wieder die Waage und konnten immer wieder mit Torraumszenen aufwarten. Die besten Chancen zum 2:1 spielten Heiko Schnell und Konstantin Knautz heraus. Der Versuch, Sandro Josten einzusetzen, wurde aber von einem Abwehrspieler unterbunden. So blieb es beim vielleicht überraschenden, aber leistungsgerechten 1:1 gegen den Meisterschaftsfavoriten aus Wallmenroth.

Fazit: Nachdem im letzten Spiel sicher geglaubte Punkte in Betzdorf geblieben waren, kam gegen Wallmenroth ein unerwarteter Punkt hinzu. Der VfB zeigte einen großen Kampf und hatte zeitweise die größeren Spielanteile. Die SG zeigte nur zeitweise, was sie kann. Diese Minuten reichten ihr, um den Ausgleich zu erzielen. Über 90 Minuten betrachtet war das 1:1 ein gerechtes Ergebnis.

Aufstellung: Tim Schumacher, Simon Lenz, Marco Lenz (2. Steffen Trapp, 90. Matti Höfer), Stefan Ermert, Tim Meyer, Patrick Kober, Heiko Schnell, Konstantin Knautz, Tom Luca Rötter, Sandro Josten, Simon Hempel

Torfolge: 1:0 Heiko Schnell (60.), 1:1 Danilo Voltz (64.)

Nächste Partie: 11. Spieltag in Lautzert gegen die Spvgg. Lautzert bereits am Samstag, dem 25.10.14 um 17:30.



 

Vorbericht

Mit der SG Wallmenroth/Scheuerfeld reist am Sonntag einer der Meisterschaftsfavoriten zum VfB Niederdreisbach. Der Vizemeister der Vorsaison hat sich vor der aktuellen Spielzeit weiter verstärkt und liegt nach dem 9. Spieltag in aussichtsreicher Position auf Tabellenrang 4 (19 Punkte) – nur zwei Zähler hinter dem Spitzenreiter Niederroßbach/Emmerichenhain. Vor der Niederlage gegen Alsdorf vor zwei Wochen war unser Gegner sogar Tabellenführer. Der Punktverlust im Lokalderby war indes nicht der erste Patzer in der laufenden Saison. Während die SG ihre drei Partien gegen Kontrahenten aus der oberen Tabellenhälfte gewinnen konnte, verlor sie am 4. Spieltag gegen die bis dahin punktlosen Niederfischbacher und musste sich zu Saisonbeginn gegen Niederdreisbachs Tabellennachbarn Westernohe mit einem Punkt begnügen. Ist also für den VfB im nächsten Heimspiel etwas drin? Trotz der vermeintlichen Schwäche gegen Kellerkinder wäre alles andere als ein Sieg für Wallmenroth eine Sensation. Nach der Niederlage bei der SG Alsdorf rehabilitierte sich die Caglayan-Elf umgehend durch ein 5:0 gegen Weyerbusch.
Autritte in Niederdreisbach waren für Wallmenroth/Scheuerfeld ohnehin immer lohnenswert. Seit der VfB zur Saison 2009/2010 wieder eine eigene Mannschaft für den Ligabetrieb meldete, stellte sich an vier Terminen eine Wallmenrother Mannschaft auf dem Niederdreisbacher Hartplatz vor. Die aus VfB-Sicht erschreckende Gesamtbilanz aus diesen vier Partien: vier Niederlagen, 1:16 Tore! Einem 0:5 im Kreispokal im August 2009 folgte ein 0:3 gegen die Wallmenrother Reserve (eine von nur zwei Heimniederlagen im Jahr der C-Liga-Meisterschaft) und zuletzt ein 1:4 und ein 0:4 in der Kreisliga A. Bis auf den nach Freudenberg abgewanderten Jashiri stehen alle Torschützen der letzten zwei Auswärtsspiele im Paradiesdorf noch im Wallmenrother Kader. Die VfB-Defensive muss also die exzellenten Offensivakteure der SG, neben Spielertrainer Caglayan zum Beispiel Santacroce oder Igumanovic sowie den aus Alsdorf zum Team gestoßenen Mertens, in den Griff bekommen, wenn sie eine hohe Heimpleite verhindern will. Mertens hat im Trikot seiner alten Mannschaft schließlich auch schon gezeigt, dass er gegen Niederdreisbach Treffer erzielen kann. Am 23. Spieltag der Vorsaison war er der einzige Alsdorfer Torschütze beim 2:1-Sieg des VfB Niederdreisbach.
In dieser Saison war Wallmenroths Offensive allerdings noch nicht so effektiv wie letztes Jahr. Im Schnitt „nur“ exakt zwei Tore pro Spiel konnte sie erzielen; letztes Jahr war es etwa ein halbes Tor mehr. Dafür zeigte sich die Abwehr noch sattelfester als 2013/2014. Schon in dieser Spielzeit wies sie mit lediglich 29 Gegentoren in 26 Spielen einen hervorragenden Wert auf (zweitbeste Defensive nach Wissen). In der aktuellen Runde sind es nur 9 Gegentore nach 9 Spielen (zweitbeste Defensive nach Niederroßbach). Wenn man bedenkt, dass leider kein Team weniger eigene Tore erzielen konnte als Niederdreisbach, lässt sich erahnen, dass dem VfB erneut eine ganz schwere Aufgabe bevorsteht.

Ob die Platte-Elf (12., 6 Punkte) womöglich sogar den aktuellen Relegationsplatz nach unten verlassen muss, zeigt sich bereits am Samstag, wenn Steineroth (13., 4 Punkte) beim VfL Hamm (2., 21 Punkte) spielt. Hier ist der Vorletzte aber natürlich ähnlich krasser Außenseiter wie Niederdreisbach gegen Wallmenroth. Ein wahrhaftes Kellerduell mit unmittelbarer Relevanz für den VfB findet zwischen Betzdorf II (14., 3 Punkte) und Westernohe (11., 9 Punkte) statt. Der Aufsteiger ist seit drei Spielen punktlos. Sollte er auch in Betzdorf eine Niederlage einstecken müssen, würde die untere Tabellenregion ganz eng zusammenrücken, denn Mündersbach (10., 10 Punkte), sogar seit vier Partien ohne Punkte, wird es bei den aufstrebenden Niederfischbachern (8., 12 Punkte) schwer haben. Ein Heimsieg für Alsdorf (9., 11 Punkte) gegen die Spvgg. Lautzert (5., 16 Punkte), die sich unter der Woche bei der 0:5-Pokalpleite gegen den B-Ligisten Langenhahn blamierte, ist hingegen gut vorstellbar. Die verbleibenden Paarungen des zehnten Spieltags lauten: Herdorf (3., 19 Punkte) gegen Weyerbusch (7., 13 Punkte) und Niederroßbach (1., 21 Punkte) gegen Meudt (6., 14 Punkte).

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