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4. Spieltag (Sonntag, 07.09.14, 14:30 Uhr): SG Sportfreunde/DJK Herdorf - VfB Niederdreisbach 2:1

Vorbericht

Dass die traditionsreiche SG Herdorf ab Sommer 2014 in der Kreisliga A antreten müsste, stand eigentlich schon vor über einem Jahr fest. Nachdem die Rückkehr des damaligen Trainers Dirk Spornhauer nach Betzdorf bekannt geworden war, zerfiel die Bezirksligatruppe aus dem Städtchen. Gleich 17 Spieler suchten das Weite, sodass die SG gezwungen war, den Kader größtenteils mit Spielern aus der eigenen Reserve bzw. Jugend aufzufüllen. Niemanden konnte es also wundern, dass Herdorf ohne einen Sieg mit drei mageren Pünktchen und 17:133 Toren abgeschlagen am Ende der Tabelle landete. Die Spielgemeinschaft konnte die Saison also frühzeitig abhaken und hatte genügend Zeit, die erste A-Liga-Spielzeit nach fünf Bezirksligajahren zu planen. Trainer Marco John, der in der letzten Sommerpause wie seine Spieler aus der zweiten Mannschaft befördert wurde und trotz des traurigen Abschneidens im Amt bleiben durfte, setzt vor allem auf die Akteure, die 2013/2014 in der Bezirksliga durch Niederlagen lernen durften. Verstärkt wurde die Mannschaft durch die namhaften Rückkehrer Tristan Zok und Deniz Inan, der noch 2011/2012 mit großem Abstand Toptorjäger der Kreisliga A WW/Sieg war. Hinzu kommt neben diverser ehemaliger Jugendspieler Michele Pfau vom SV Adler Derschen, der den VfB-Fans aus vergangenen Partien bekannt sein dürfte.
Auch wenn vor wenigen Tagen das Kreispokalspiel bei jenem SVA überraschend mit 2:3 nach Verlängerung in die Hose ging, hat die SG Herdorf in den ersten Wochen der Spielzeit zumindest schon einmal den Beweis erbringen können, dass sie sicherlich nicht durchgereicht werden wird. Nach 27 Niederlagen in 30 Bezirksligapartien ließ sich nur schwer vorausahnen, wie es um das Leistungsvermögen der Mannschaft bestellt sein würde. Ende Juli und Anfang August zeigte der DIG-Cup in Daaden dann, dass mit den Herdorfern wieder zu rechnen ist. Sie spielten groß auf und schlugen auf dem Weg zum Turniersieg unter anderem den VfB Niederdreisbach mit 3:0. Interessanterweise gewann die SG im Finale 3:1 gegen Derschen – dem Adler ist die schnelle Revanche also geglückt! Schafft der VfB diese auch? Leicht wird es in der alt-ehrwürdigen Glück Auf-Kampfbahn sicher nicht. Die John-Elf ist nach drei Spieltagen noch ohne Niederlage und liegt mit sieben Punkten auf dem zweiten Tabellenrang. Allerdings stellten sich ihr bislang auch ausschließlich formschwache Mannschaften in den Weg: Die hohen Siege gab es gegen Niederfischbach (4:2) und Betzdorf II (5:1), die ohne Zähler und mit einer Tordifferenz von -9 und -17 im Klassement auf den hintersten beiden Plätzen liegen. Letzte Woche gab es den ersten Punktverlust im Lokalduell in Alsdorf (1:1). Die SG Alsdorf/Kirchen wartent jedoch auch noch auf den ersten Sieg und liegt nur knapp vor der Abstiegszone. Noch ist also nicht klar, ob Herdorf höhere Tabellenregionen erreichen kann und ob es mit dem Wiederaufstieg vielleicht sogar noch schneller geht als nach dem letzten Abstieg 2007, auf den nach nur zwei Saisons der Wiederaufstieg folgte.
In jedem Fall darf sich der VfB Niederdreisbach auf ein Derby und das erste Pflichtspiel gegen die erste Mannschaft der SG Herdorf seit Wiederaufnahme des eigenständigen Spielbetriebs freuen. Am letzten Spieltag der Saison 2008/2009 endete das letzte A-Liga-Duell zwischen Herdorf und der SG Daaden/Biersdorf/Niederdreisbach, von der sich der VfB unmittelbar danach trennte, mit 3:2 für die Daadetaler. An der Tatsache, dass Herdorf als Meister in die Bezirksliga aufstieg und Daaden/Biersdorf in der Folgesaison in der Kreisliga B an den Start gehen musste, änderte dieses Ergebnis freilich nichts mehr. Für Niederdreisbach kam es bekanntermaßen noch zwei Ligen tiefer zum Neubeginn. Noch im gleichen Kalenderjahr hieß der Gegner in der D-Klasse zweimal Herdorf III; der VfB siegte in beiden Spielen (3:1 und 2:1). Dank dreier Aufstiege Niederdreisbachs und eines Abstiegs unseres nächsten Gegner geht es nun also nicht mehr gegen Dritt- sondern die Erstvertretung Herdorfs.
Zu hoffen ist, dass der 2:1-Pokalsieg beim alten SG-Partner Daaden/Biersdorf vom Mittwoch Auftrieb bringt. Der VfB hat nämlich die ersten Auswärtspunkte der Saison nach den Pleiten in Meudt (0:5) und Weyerbusch (0:1) bitter nötig, befindet er sich doch inzwischen nach der Tabellenführung zum Auftakt nur noch auf Platz 9. Die kommenden Aufgaben Niederroßbach und Hamm werden schließlich keinesfalls einfacher. Vom Papier her ist wohl auch Herdorf noch eine Nummer größer als Niederdreisbach, doch mit etwas Glück könnte dem VfB bei seiner ersten Reise nach Herdorf seit Bestehen der neuen gemeinsamen Verbandsgemeinde eine Überraschung gelingen.

Überraschend viele A-Klasse-Teams strichen unter der Woche im Kreispokal die Segel. Nur sechs der vierzehn Mannschaften konnten ins Achtelfinale einziehen. Entsprechend dürften viele derjenigen, die gegen B-Liga-Vertreter ausschieden, auf Wiedergutmachung aus sein. Allen voran muss das Wohl für den SV Adler Niederfischbach (13., 0 Punkte) gelten, der den Saisonstart gehörig in den Sand gesetzt hat. Vom Saisonziel „oben mitspielen“ hat sich Trainer Richstein nach drei Niederlagen mit je vier Gegentoren wohl schon längst verabschiedet. Jetzt, da für den Titelverteidiger noch das Pokalaus bei der SG Fensdorf hinzukommt, gilt es, sich schleunigst ins sichere Mittelfeld vorzukämpfen. Das hammerharte Auftaktprogramm geht für Niederfischbach aber weiter. Ob es gegen Wallmenroth (8., 4 Punkte) zum ersten Mal für Zählbares reicht, darf bezweifelt werden. Ähnlich tief in der Krise steckt Steineroth (12., 0 Punkte). Zwar reichte es in Schönstein für das erste Pflichtspieltor der Saison, aber dieses half beim 1:5 gegen einen B-Ligisten auch nicht weiter. Immerhin: auch der nächste Gegner, Vorjahresfinalist Mündersbach (7., 4 Punkte), verabschiedete sich aus dem Kreispokal. Deutlich war Pleite der SG Westernohe (6., 5 Punkte) beim B1-Liga-Primus Stockum-Püschen, doch auch Tabellenführer Meudt (1., 9 Punkte), bei dem der Aufsteiger am Sonntag antritt, schied in der zweiten Runde aus. Die SG Alsdorf (11., 2 Punkte) blamierte sich bei der SG Friesenhagen, die in der Kreisliga B2 noch punktlos ist. Sie muss aufpassen, um bei der SG Hoher Westerwald (2., 6 Punkte) nicht genauso unter die Räder zu kommen wie Nachbar Betzdorf II bei seiner 1:13-Niederlage. Die Oberliga-Reserve (14., 0 Punkte) konnte im Pokal zwar einen Pflichtsieg gegen Atzelgift einfahren, dürfte aber beim noch verlustpunktfreien VfL Hamm (5., 6 Punkte) arge Probleme bekommen. Interessant wird die Begegnung zwischen Lautzert (10., 3 Punkte) und Weyerbusch (3., 7 Pukte). In der Liga liegt der SSV zwar recht deutlich vor der Spvgg., doch im Pokal fertigte der Aufsteiger Weyerbusch mit 5:0 ab. Wenn Lautzert diesen Coup auf fremden Platz wiederholen könnte, dürfte das für ein großes Aufhorchen in der Liga sorgen.

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