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20. Spieltag (Sonntag, 13.04.14, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - TuS Wiedbachtal Wied

VfBLogo50x50 2:1 Wied

In der 66. Minute den Sieg eingewechselt

Nachdem man sich drei Wochen lang nach guten Auftritten jeweils trösten musste, weil wenig Zählbares herausgekommen war, durfte die Mannschaft diese Woche vollkommen zurecht jubeln. Doch die Partie begann alles andere als glücklich. Die ohnehin schon brenzlige Ausgangssituation verschärfte sich durch einen frühen Rückstand. Ein Ballverlust am eigenen Strafraum brachte Frank Spiertz in gute Schussposition und Wied damit in Führung (12.). Doch Marcel Quast konnte den Ball im Anschluss an einen Hempel-Freistoß unter der Latte versenken und damit postwendend ausgleichen (13.). Fortan nahm der VfB das Spiel in die eigenen Hände und demonstrierte seine Ambitionen auf einen Sieg. Patrick Kober probiertes es aus der Distanz (20.). Im Gegenzug die vorerst letzte Chance der Gäste durch Dominik Schäfer (22.). Es schlossen sich vier aussichtsreiche Möglichkeiten für die Hausherren an. Zunächst wurde Quasts Schuss zur Ecke abgefälscht (31.). Danach passte der Schütze auf Konni Knautz, der den Ball spektakulär mitnahm und dessen Versuch ebenfalls ins Toraus geklärt wurde (33.). Die wohl dickste Gelegenheit bot sich nach 36 Minuten als Heiko Schnell diagonal aufs Tor zulief und der Torwart selbiges verließ. Ein Querpass auf Kober in die Mitte wäre hier eine gute Alternative zum trotzdem noch guten Abschluss von Schnell gewesen. Kurz darauf wäre fast ein absurdes Eigentor gefallen. Simon Hempel hatte sich im Strafraum durchgesetzt und in die Mitte geflankt. Dessen Ball verwertete ein Spieler der Gästemannschaft per Seitfallzieher und Torwart Sakalakoglu musste sich sehr strecken (38.). Wied verabschiedete sich mit einem Lattenknaller durch Hakan Koc in die Kabine (45.). Auch im zweiten Durchgang war Niederdreisbach die klar bessere Mannschaft. Konni Knatz eröffnete das Feuer mit einem Distanzschuss, der sehr knapp vorbei ging (50.) Nur eine Minute später hätte das Zusammenspiel von Stefan Ermert und Marcel Quast fast zum Erfolg geführt. In der 53. Minute gab es dann eine doppelte Chance. Erst landete eine verunglückte Flanke von Simon Lenz fast im Winkel. Doch der TuS Torwart hielt den Ball ebenso wie den Nachschuss von Heiko Schnell. Nach etwa einer Stunde schickte der Schiedsrichter den Wied-Spieler Dubrovin etwas überraschend vom Feld, er sah den gelb-roten Karton. Von nun an merkte man den Gästen an, dass sie mit einem Unentschieden zufrieden wären. Sie spielten nur noch auf Zeit und zogen sich noch weiter zurück. Der VfB wollte aber unbedingt Mehr und drückte weiter. Nach 66 Minuten ging VfB-Trainer Seibert ein höheres Risiko, indem er den eher defensiv veranlagten Steffen Trapp opferte, um mit Sandro Josten einen schnellen Mann zu bringen, der in den letzten zwei Spielen drei Tore erzielt hatte. Zehn Minuten später hatte dieser seine erste Torchance nach einem Pass von Stefan Ermert. Aber erneut rettete Sakalakoglu für die Gäste. Wenige Sekunden später hatte Heiko Schnell die Führung auf dem Fuß, verlor aber beim Abschluss das Gleichgewicht. So besorgte Josten sieben Minuten vor dem Ende den hochverdienten und erlösenden Siegtreffer. Nach Vorarbeit von Stefan Lenz und einem Schussversuch von Simon Hempel, der an Josten zunächst noch zerschellt war, durfte der Koppelberg jubeln. Plötzlich hatte Wied es wieder eilig und kam sogar noch zu einer tausendprozentigen Ausgleichschance. Yilmaz Sönmez lief alleine aufs Tor zu, aber VfB-Schlussmann Pierre Zeitz blieb cool und hielt überragend (90.). In der Nachspielzeit wurde Jürgen Sedlmajer noch mit gelb-rot vom Feld geschickt.        

Torfolge: 0:1 Frank Spiertz (12.), 1:1 Marcel Quast (13.), 2:1 Sandro Josten (83.)                             

Fazit: Ein von vorne bis hinten verdienter Sieg im Sechs-Punkte-Spiel gegen den Tabellennachbarn. Man spielte sich zahlreiche gute Möglichkeiten heraus und blieb dabei hinten weitestgehend sattelfest. Die Abwehr stand diszipliniert und präsentierte sich zweikampfstark. Endlich belohnte sich die Mannschaft mit drei Punkten und tankt damit Mut für den Endspurt. Die Konkurrenten Derschen und Meudt verloren, Honigsessen und Steineroth holten jeweils einen Punkt, Alsdorf gewann. Der Abstiegskampf bleibt damit spannend.

Aufstellung: Pierre Zeitz, Simon Lenz, Stefan Ermert (Matti Höfer), Andreas Lenz, Stefan Lenz, Patrick Kober, Heiko Schnell, Konstantin Knautz, Steffen Trapp (66. Sandro Josten), Marcel Quast, Simon Hempel


 

Vorbericht

Ein richtungsweisendes Spiel erwartet die Zuschauer am 20. Spieltag in Niederdreisbach. Der mit 16 Zählern punktgleiche TuS Wiedbachtal Wied reist zum VfB. Nur aufgrund der deutlich besseren Tordifferenz (-11 gegenüber -24) liegt der VfB noch vor seinem nächsten Gegner, der momentan den Relegationsrang 12 belegt. Da aber in der Kreisliga nur die Punkte zählen, wird klar: Der VfB muss das Heimspiel gegen den TuS gewinnen, um sich aus der Abstiegszone befreien zu können. Es handelt sich um ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel. In dieser prekären Lage ist die Seibert-Elf mehr denn je auf die Unterstützung der Fans angewiesen.
Was der Heimmannschaft Mut machen sollte, ist die Tatsache, dass Wied die meisten Gegentore aller Teams hinnehmen musste (54; VfB: 40), aber im bisherigen Saisonverlauf mit dreißig Toren nur eins mehr erzielt hat als Niederdreisbach. Tore gegen den TuS sind also möglich, selbst wenn mit Spielertrainer Sakaloğlu einer der besten Akteure zwischen den Pfosten steht. Die VfB-Offensive wusste jedenfalls im Kalenderjahr 2014 zu überzeugen und traf in den drei Spielen starke siebenmal. Im Hinspiel gab es drei VfB-Treffer, die jedoch nur zu einem etwas enttäuschenden 3:3 reichten. In der prekären momentanen Situation ist es nun unumgänglich, gegen den direkten Konkurrenten um den Klassenerhalt einen Dreier einzufahren. In Aufeinandertreffen mit Mannschaften aus der zweiten Tabellenhälfte gab es bisher im Schnitt nur etwas mehr als einen Punkt pro Spiel; lediglich in den Hinspielen gegen das Schlusslicht Derschen und den Vorletzten Honigsessen gab es Siege. Diese Bilanz muss sich dringend verbessern, damit Niederdreisbach weiterhin über dem Strich bleiben kann.
Während der VfB trotz guter Leistungen weiterhin auf den ersten Sieg des Jahres wartet und gemeinsam mit Steineroth am Ende der Rückrundentabelle liegt, drehte der TuS zuletzt auf. Ohne im Winter fest an der Personalschraube zu drehen, gab es 2014 sechs Punkte aus drei Spielen und lediglich eine Niederlage beim starken FC Niederroßbach. Nie in dieser Spielzeit war es wohl schwerer, gegen Wied zu spielen. Vor der langen Winterpause hatte sich das Team noch als sicherer Punktelieferant präsentiert, als es in acht Spielen acht Niederlagen kassiert und dabei 32 Tore hingenommen hatte. In diese Phase fallen unter anderem ein 0:5 gegen Meudt und ein 1:7 gegen Honigsessen, durch das der Aufsteiger am Schluss der Tabelle überwintern musste. Niederdreisbachs Vorsprung auf Wied betrug damals fünf Punkte. Seither hat unser nächster Gegner also den direkten Kontakt zum rettenden Ufer hergestellt. Für den VfB gilt es jetzt, mit dem dritten Heimsieg wieder davonzuziehen.

Auch die beiden Mannschaften auf den direkten Abstiegsplätzen sind längst noch nicht abgeschrieben. Honigsessen (13., 14 Punkte) könnte mit einem Sieg gegen Betzdorf II (4., 37 Punkte) entweder an Wied bzw. Niederdreisbach vorbeiziehen oder zu beiden aufschließen. Drei Punkte wären für den TuS aber eine Überraschung, denn in den letzten drei Partien gab es für den Verein zwei deftige Niederlagen (0:6 gegen Niederfischbach und 0:5 gegen Alsdorf) und im Hinspiel siegte Betzdorf II mit 5:1. Wahrscheinlicher ist da schon ein Sieg des SV Adler Derschen (14., 12 Punkte) gegen die SG Alsdorf/Kirchen (9., 20 Punkte), auch wenn der Gastgeber dieses Jahr bereits bei den direkten Konkurrenten Wied (0:3) und Meudt (1:3) leer ausging. Meudt selbst (8., 21 Punkte) hat es gegen Niederroßbach (3., 41 Punkte) schwer. Steineroth (10., 20 Punkte), das seit sieben Spielen auf einen Heimsieg wartet, hat Niederfischbach (7., 25 Punkte) zu Gast. Ohne Auswirkungen auf den Auf- oder Abstiegskampf duellieren sich Weyerbusch (6., 30 Punkte) und Mündersbach (5., 33 Punkte). In erster Linie blicken die Liebhaber des Kreisligafußballs am 20. Spieltag aber natürlich nach Wissen. Der heimische VfB (1., 46 Punkte) könnte mit einem Sieg gegen den zuletzt schwächelnden direkten Verfolger Wallmenroth (2., 41 Punkte) für eine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft sorgen.

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