11. Spieltag (Sonntag, 24.10.2021, 15:00 Uhr): SG Sportfreunde/DJK Herdorf - VfB Niederdreisbach

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Vorbericht

Wer hätte das gedacht? Obwohl der VfB Niederdreisbach (2., 20 Punkte) am 10. Spieltag nur spielfreier Zuschauer war und deshalb im ungünstigsten Falle auf Platz 5 zurückfallen hätte können, steht er auch diese Woche wieder auf dem zweiten Rang. Das liegt daran, dass keines der Teams, die am VfB hätten vorbeiziehen können, seiner Favoritenrolle gerecht werden konnte. Friesenhagen (4., 19 Punkte) holte erstmals auf eigenem Platz nur einen Punkt, denn Westerburg II ergatterte wie schon in der Vorwoche gegen Niederdreisbach wieder einen Zähler und ist nun bereits seit vier Wochen ungeschlagen. Herdorf (3., 20 Punkte) holte gegen den Drittletzten Guckheim ebenfalls nur einen Zähler. Noch schlimmer erwischte es die ambitionierte SG 06 Betzdorf (5., 17 Punkte), die in Niederfischbach mit 0:4 unterging.
Somit kommt es an diesem Sonntag zu einem spannenden verbandsgemeindeinternen Duell zwischen der SG Herdorf und dem VfB Niederdreisbach. In diesem Spitzenspiel des elften Spieltags trifft dabei der Dritte auf den punktgleichen Zweiten. Ein Unentschieden reicht dabei für Niederdreisbach, um Platz 2 zu verteidigen.
Herdorf kann hingegen mit einem Sieg vorbeiziehen und sich somit endgültig in eine Tabellenregion schieben, in der viele Kenner der Liga die Stoffel-Elf ohnehin sehen. Die SG spielt schließlich schon im dritten Jahr im vordersten Bereich der Kreisliga A mit. Beim Abbruch der Saison 2019/20 war die SG Zweiter und hätte ohne Corona noch zehn Spiele Zeit gehabt, um den Rückstand auf Alpenrod aufzuholen. Im Herbst 2020 war sie Vierter und somit nur einen Punkt und einen Platz hinter Niederdreisbach platziert. Dieses Jahr ist Herdorf nach einer überraschenden Auftaktniederlage bei Westerburg II seit bereits acht Spielen ungeschlagen. Zwar stehen alle bisherigen Gegner außer Lautzert nur auf den Plätzen 8 bis 15, doch auch gegen diese vermeintlich schwachen Mannschaften muss man erst einmal kontinuierlich punkten, was der SG gelang. So hat sie wie Niederdreisbach Tuchfühlung zu Platz 1, der zum Aufstieg in die Bezirksliga berechtigt.
Tatsächlich ist die Rückkehr in diese Spielklasse das klar formulierte Ziel im Städtchen. Am Ende dieser Saison soll es, so das nach außen formulierte Ziel, zumindest ein Platz unter den Top 6 sein (siehe Tempo, Tore, Titeljagd). Schon bald soll dann aber die dritte A-Liga-Meisterschaft dieses Jahrtausends nach 2005 und 2009 gefeiert werden, um die nun schon acht Jahre währende Bezirksliga-Abstinenz zu beenden. Das wurde unter der Woche bei der Bekanntgabe der Vertragsverlängerung mit dem erfolgreichen Trainer André Stoffel klar und deutlich bestätigt. Der Coach selbst ist überzeugt davon, dass die Spielgemeinschaft „die Bezirksliga in naher Zukunft verdient“ habe (Rhein-Zeitung vom 20.10.21).
Nach einer ganz nahen Zukunft in der Bezirksliga hatte es schon zu Beginn der letzten Saison ausgesehen. Mit fünf Siegen aus den ersten fünf Spielen und nur zwei Gegentoren war die SG Herdorf in die Saison 2020/2021 gestartet und stand somit ohne Punktverlust an der Tabellenspitze. Doch dann kam die Reise nach Niederdreisbach. Beim VfB ging es zwar los wie gewohnt – Jannis Stock traf schon nach weniger als zehn Minuten zur Gästeführung –, doch in der zweiten Halbzeit drehten Christian Hüsch, Max Ermert und Niklas Bender die Partie. Der Spitzenreiter verlor erstmals Punkte. Von da an stellte Niederdreisbach die beste Abwehr, während Herdorf auch die letzten beiden Auftritte vor dem neuerlichen Lockdown vermasselte. Letztendlich war es aber irrelevant, dass die SG noch so abrutschte, da die Saison ohnehin nicht gewertet wurde.
Die Gesamtbilanz gegen den VfB wurde durch das 3:1 dennoch bestätigt: In Niederdreisbach hat die SG Herdorf seit dem Abstieg aus der Bezirksliga fünf von sechs Partien verloren. In Herdorf war der VfB allerdings nicht ganz so erfolgreich. Dort gab es nur einen Sieg und drei Punkteteilungen, denen zwei Niederlagen gegenüberstehen. Im günstigsten Fall könnte die Reder-Elf die Bilanz im Heller-Städtchen also ausgleichen. Ein gutes Omen könnte dabei sein, dass diesmal nicht in der altehrwürdigen Glück-Auf-Kampfbahn gespielt wird, wo der VfB beim letzten Besuch im September 2019 mit 3:4 unterlag. 


So wie in dieser Szene traf der VfB beim letzten Spiel in Herdorf gleich dreimal, doch es gab leider sogar vier Gegentore. (Foto: Thorsten Buchner)

Stattdessen geht es diesmal auf dem Kunstrasen der Ludwig-Wolker-Sportanlage um Punkte, wo den Niederdreisbachern vor über sechs Jahren durch einen Hüsch-Doppelpack der bisher einzige Auswärtssieg gegen die Herdorfer Erste gelang. Damals war Herdorf allerdings auch äußerst formschwach: Die Niederlage gegen Niederdreisbach war eine von drei Pleiten in Serie, die die SG zu Beginn der Saison 2015/16 auf den letzten Platz stürzen ließen. Diesmal kann von einer Herdorfer Formschwäche nun wahrlich keine Rede sein. Trotz Verletzungssorgen steht die SG ganz weit oben. Der VfB Niederdreisbach begibt sich also auf eine äußerst schwierige Auswärtsreise ins benachbarte Hellertal.

Selbst wenn die Reder-Elf punktlos die Heimreise antreten müsste, dürfte sie zumindest weiter unter den Top 3 stehen. Herdorf würde natürlich im direkten Duell vorbeiziehen, doch Friesenhagen kann das nicht gelingen, weil die DJK am 11. Spieltag spielfrei hat. Betzdorf müsste gegen den zuletzt zweimal erfolgreichen VfL Hamm (6., 14 Punkte) nicht nur gewinnen, sondern auch sechs Tore aufholen, um an unserem VfB vorbeizuziehen. Die SG Lautzert (1., 23 Punkte) wird aufgrund der überragenden Tordifferenz selbst dann nicht von Platz 1 zu verdrängen sein, wenn sie gegen Alsdorf (9., 11 Punkte) patzen sollte. Danach sieht es so oder so nicht aus, denn am Mittwoch gab es für den Ligaprimus im Kreispokal den sechsten Pflichtspielsieg in Folge. Niederfischbach (7., 12 Punkte) fährt diese Saison einen tabellarischen Zickzackkurs, könnte aber bei Westerburg II (10., 10 Punkte) erstmals eine kleine Siegesserie starten. Schönstein (8., 12 Punkte) ist sicherlich gegen Nauroth (14., 5 Punkte) Favorit, auch wenn die Begegnung in Norken und somit auswärts stattfindet, wo sich die Sportfreunde stets unwohl fühlen. Weyerbusch (11., 9 Punkte) und Daaden (12., 8 Punkte) sind Tabellennachbarn, die um den Sprung ins Mittelfeld kämpfen. Im Kellerduell auf dem Steinerother Hartplatz ist die SG Gebhardshainer Land als Letzter (15., 3 Punkte) gegen Guckheim (13., 6 Punkte) fast schon zum ersten Saisonsieg gezwungen.

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