Kreisliga A, 6. Spieltag (Sonntag, 11.10.2020, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Sportfreunde/DJK Herdorf

VfBLogo50x50 --:-- 



Platz 4 mit neun Punkten nach fünf Spieltagen: So gut wie dieses Jahr stand der VfB Niederdreisbach in neun A-Liga-Jahren zum jetzigen Saisonzeitpunkt noch nie da – und das, obwohl er anders als der Rest der Top 7 erst vier Spiele absolviert hat. Nach dem spielfreien Feiertagswochenende wartet auf die Reder-Elf nun aber ein richtiger Prüfstein. Aus dem Hellertal reist mit der SG Sportfreunde/DJK Herdorf der Meisterschaftsanwärter schlechthin zum Lokalduell an. Der Vizemeister wurde bis auf eine Ausnahme von sämtlichen Konkurrenten vor der Saison zu den Favoriten gezählt (siehe Rhein-Zeitung vom 8.9.20).
Diesen Vorschusslorbeeren wird Herdorf bislang auch gerecht. Noch hat unser nächster Gegner keinen einzigen Punkt abgegeben. Gleich am ersten Spieltag setzte die SG ein erstes Ausrufezeichen, als nach frühem Rückstand ein 3:1-Sieg gegen den Aufstiegskonkurrenten Friesenhagen gelang. In den drei Spielen danach glänzte Herdorf sowohl im Angriff als auch in der Verteidigung: 2:0 gegen Westerburg II, 4:0 gegen Hamm und 4:1 gegen Gebhardshainer Land. Letzte Woche, als Niederdreisbach zusehen konnte, gelang es der SG, trotz einer 76-minütigen Unterzahl im prestigeträchtigen Derby gegen Daaden mit 1:0 als Sieger vom Platz zu gehen. Unter dem Strich musste das Herdorfer Abwehrbollwerk also erst zwei Gegentore hinnehmen. Ein wichtiger Baustein der schier unüberwindbaren Defensive wird in Niederdreisbach jedoch fehlen: Kapitän Felix Burbach sah gegen Daaden eine umstrittene Rote Karte und muss nun erst einmal zuschauen.
Niederdreisbachs Defensive kann dagegen vollzählig ins dritte Heimspiel gehen. Im Vergleich zur Abwehr des Spitzenreiters muss sie übrigens keinesfalls vor Ehrfurcht erblassen. Mit nur vier Gegentoren stellt der VfB nämlich ligaweit die zweitbeste Abwehr. Drei der vier Gegentore fielen in Schönstein, während in beiden bisherigen Heimspielen hinten die Null stand. Ob diese Serie so weitergeht, wird auch davon abhängen, ob Pierre Zeitz und seine Vorderleute Herdorfs besten Torjäger Jannis Stock, der im Schnitt ein Tor pro Spiel erzielt hat, vom Kasten fernhalten kann. Im einzigen Aufeinandertreffen in der abgebrochenen Saison 2019/2020 bekam der VfB die Herdorfer Offensive leider kaum in den Griff: die SG gewann September 2019 in der Glück-Auf-Kampfbahn mit 4:3. Stock, der gerade erst aus der A-Jugend der JSG Herdorf in die Seniorenmannschaft aufgerückt ist, war da noch gar nicht dabei.
Der Ausgang dieses letzten Aufeinandertreffens war im Grunde typisch für die Duelle zwischen Herdorf und Niederdreisbach: oft waren sie torreich und stets waren sie hart umkämpft. Seit Herdorfs Abstieg aus der Bezirksliga vor sechs Jahren gab es drei Unentschieden und sieben Spiele endeten mit nur einem Tor Abstand (davon vier Siege für Niederdreisbach und drei für Herdorf. Nur einmal gewann mit dem VfB eine Mannschaft mit zwei Toren Vorsprung, doch das ist schon vier Jahre her. 


Herdorfs letzte Reise nach Niederdreisach endete vor anderthalb Jahren mit einer 2:3-Niederlage. Nach zwei Eigentoren der SG erzielte Max Ermert (links) kurz vor Schluss den Siegtreffer für den VfB. (Foto: Thorsten Buchner)

So oder so spricht die Bilanz mit insgesamt fünf Siegen und nur drei Niederlagen weiterhin für den VfB Niederdreisbach. Nach Jahren zwischen Platz 5 und 12 ist die SG unter Trainer André Stoffel allerdings zum Spitzenteam gereift und deshalb mehr denn je gegen Niederdreisbach haushoher Favorit. Die VfB-Elf dürfte aber gerade zu Hause an ihre eigene Stärke glauben und auch dem Spitzenreiter ein schwieriges Spiel bereiten können.
Ideen für mögliche Spielweisen gegen die SG Herdorf konnten die Niederdreisbacher Späher übrigens im Kreispokal sammeln. Während die SG-Bilanz in der Liga makellos ist und Herdorf im Rheinlandpokal trotz zweier Platzverweise Bezirksligist Hundsangen aus dem Wettbewerb warf, kassierte die Stoffel-Elf nach der Corona-Pause im Kreispokal nämlich schon zwei Niederlagen. Zuerst unterlag Herdorf im nachgeholten Pokalfinale der Vorsaison Weyerbusch mit 4:6 – von der inzwischen in der Liga gezeigten Defensivqualität war hier noch wenig zu sehen. Einen Monat später war gleich im ersten Kreispokalspiel der neuen Saison Endstation, als sich Niederfischbach zu Hause im Elfmeterschießen durchsetzte. Bei diesem Spiel, in dem es nach Ende der Verlängerung 2:2 gestanden hatte, waren auch einige Niederdreisbacher Spieler unter den Zuschauern. Ob sie die richtigen Lehren aus ihren Beobachtungen gezogen haben und Herdorf als Erster ins Straucheln bringen können, wird sich am Sonntag zeigen.

Die angesprochenen Niederfischbacher (9., 6 Punkte) eröffnen am Freitagabend mit einem Heimspiel den Spieltag. Nach zuletzt drei Niederlagen mit dreizehn Gegentoren stehen für den SV Adler die Chancen für eine Trendwende gut, denn mit Nauroth (13., 3 Punkte) kommt eine Mannschaft in die Wurth-Arena, die zuletzt mit 0:6 und 0:8 unterging. Am Sonntag hofft Westerburg II (15., 0 Punkte) auf erste Punkte, doch bei der SG Daaden (10., 4 Punkte) sind die Aussichten darauf nicht so rosig. Nicht minder enttäuschend als für Westerburg II verlief die Saison bisher für Alsdorf (14., 1 Punkt). Im Heimspiel in Kirchen wird es aber schwer, denn es geht gegen den SSV Weyerbusch (7., 7 Punkte), der die letzten beiden Spiele gewinnen konnte. Ein Duell auf Augenhöhe liefern sich Hamm (12., 3 Punkte) und Gebhardshainer Land (8., 6 Punkte). Die beiden Teams, die direkt hinter Niederdreisbach liegen, treffen am sechsten Spieltag aufeinander: Betzdorf (6., 7 Punkte) empfängt Schönstein (5., 9 Punkte). Niederdreisbachs oberer Tabellennachbar Friesenhagen (3., 10 Punkte) wird sich währenddessen auf dem neuen Kölbinger Hybridrasenplatz gegen Guckheim (11., 3 Punkte) keine Blöße geben.

Hinweis: Bitte bei Spielen des VfB Niederdreisbach das Hygienekonzept unseres Vereins beachten!

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