3. Spieltag (Sonntag, 20.09.2019, 15:00 Uhr): Sportfreunde Schönstein - VfB Niederdreisbach

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Der Start in die neue Saison hätte nicht besser verlaufen können: Nach der langen Corona-Unterbrechung ist der VfB Niederdreisbach (3., 6 Punkte) eine von nur drei Mannschaften, die nach den ersten zwei Spieltagen die maximale Punktausbeute aufweisen. Zunächst punktete der VfB erstmals überhaupt in Guckheim, danach gab es den verdienten Heimsieg gegen hoch gehandelte Weyerbuscher. Im neunten Jahr ununterbrochener Zugehörigkeit zur Kreisliga A ist es dem VfB somit erstmals gelungen, sowohl das erste Heim- als auch das erste Auswärtsspiel für sich zu entscheiden.
Nun stellt sich die Frage, ob die aktuellen Erfolge am dritten Spieltag ihre Fortsetzung finden. Der nächste Gegner lässt sich jedenfalls nur äußerst schwer einschätzen. Zu unterschiedlich waren nämlich die ersten Ligaauftritte der Sportfreunde Schönstein (7., 3 Punkte). Am ersten Spieltag schossen die Gelb-Schwarzen den VfL Hamm, für den viele Schönsteiner früher aktiv waren, nach einem knappen 1:0 zur Pause in der zweiten Halbzeit nach allen Regeln der Kunst ab und setzten sich durch das 7:0-Endergebnis an die Tabellenspitze. Eine Woche später gab es dann aber den großen Fall in Form einer in dieser Deutlichkeit nicht für möglich gehaltenen Trendwende: Mit 0:7 ging die Meyer-Elf in Daaden unter. Erst 7:0, dann 0:7 – das Debakel nur eine Woche nach dem Schützenfest. Wer hätte gedacht, dass so etwas möglich ist!
Welches Gesicht werden die Sportfreunde nun gegen den VfB Niederdreisbach zeigen? Zu erwarten ist, dass es eher das Gesicht vom ersten Spieltag sein wird. Im Grunde hat sich nämlich in den vergangen zwei Wochen nur eine alte fußballerische Wahrheit verstärkt, über die seit Jahren alle Kenner des Fußballs im WW/Sieg-Kreis Bescheid wissen: Schönstein ist auf dem eigenen Hartplatz so bissig wie ein Löwe, auf fremden Plätzen hingegen so zahm wie eine Schmusekatze. So landeten die Sportfreunde in den beiden Spielzeiten seit ihrer Rückkehr ins Kreisligaoberhaus in der Heimtabelle weit vorne (18/19: 5., 19/20:  4., jeweils nur 2 Punkte hinter Platz 2). Die Auswärtsbilanz sah dagegen düster aus: drittletzter Platz in der Auswärtstabelle 18/19 und nur ein Sieg auf fremden Plätzen 19/20. Dass Schönstein drei Tage vor dem Spiel einen Auswärtserfolg im Pokal feierte, steht nicht unbedingt für eine Ende dieser Zweiteilung, schließlich handelt es sich beim 1:2 beim B-Ligisten Vatanspor um einen sehr knappen Pflichtsieg, bei dem das Siegtor erst in der Schlussminute fiel und der nur wenige Rückschlüsse auf die Liga zulässt. Jedenfalls konnte auch der VfB seit Schönsteins Aufstieg beide Heimspiele gegen diesen Gegner für sich entscheiden (4:1 2018 und 5:3 2019), musste sich beim einzigen A-Liga-Auftritt in Schönstein zum Auftakt der Saison 2018/2019 jedoch mit 0:4 geschlagen geben. Ähnlich war es bereits bei der 2:5-Pleite im Kreispokal im September 2013 gelaufen, als die Sportfreunde sogar als klassentieferer B-Ligist einen klaren Heimsieg landeten. 


Durch den Saisonabbruch gab es in der Saison 2019/20 nur ein Spiel zwischen Niederdreisbach und Schönstein. Beim 5:3-Heimerfolg erzielten Tom Rötter (am Ball) und Kreshnik Himaj (im Vordergrund) jeweils zwei Tore. (Foto: Thorsten Buchner)

Insofern wäre es wünschenswert, wenn der VfB seine Bilanz in Schönstein aufbessern könnte. Ob der Schönsteiner Heimvorteil gegen Niederdreisbach diesmal ebenso greift wie gegen andere Kontrahenten, muss sich ohnehin erst noch zeigen. Schließlich ist der VfB neben den Sportfreunden der einzig verbliebene Teilnehmer der Kreisliga A, der auf Asche zu Hause ist. Die Reder-Elf muss sich also in Schönstein anders als die restlichen Teams nicht erst an einen ungewohnten Untergrund gewöhnen. Auch die gegnerischen Spieler sollten bekannt sein. Lediglich zwei Neuzugänge hat unser nächster Gegner zu verzeichnen. Einer davon, Pascal Binneweiß, ist in der Liga als früherer Spieler des VfL Hamm bekannt. Hierbei handelt es sich um eine echte Verstärkung der ohnehin schon hervorragenden Schönsteiner Offensive, denn Binneweiß schoss in der letzten Saison fast die Hälfte aller Tore seines alten Teams und damit mehr als alle seine neuen Mannschaftskameraden. Kompensieren muss Schönstein dagegen den nach Laufbahnende nicht mehr zur Verfügung stehenden René Meyer.
Während Binneweiß für noch mehr Angriffsstärke bei den Sportfreunden sorgen dürfte, muss Spielertrainer Meyer ein altbekanntes Problem mit den bewährten Kräften lösen. So sehr die Schönsteiner Leistungen in der Fremde und in der Heimat auseinanderklaffen, so unterschiedlich stark präsentiert sich die Mannschaft vorne und hinten. Eigene Tore gibt es zuhauf, Gegentore aber auch. So brachte es die Meyer-Elf fertig, in der letzten Saison zwar unter den Top 5 zu landen, dabei aber eine negative Tordifferenz aufzuweisen, weil es im eigenen Kasten im Schnitt fast dreimal pro Spiel klingelte. Im Jahr davor kassierte Schönstein ebenso über zweieinhalb Gegentreffer pro Spiel, wodurch auch 2018/2019 das Kunststück gelang, sich ohne positive Tordifferenz in der obere Tabellenhälfte zu platzieren. Der VfB müsste am Sonntag also auch im Falle eines Rückstandes nicht in Panik verfallen, denn für ein Gegentor ist Schönstein immer wieder anfällig, wenn auch sicherlich nicht wieder für sieben wie am zweiten Spieltag in Daaden. An den bisherigen Spieltagen lag Niederdreisbach noch nie hinten, doch die bei den beiden Auftritten gezeigte geschlossene Mannschaftsleistung lässt vermuten, dass sich die Reder-Elf auch davon nicht beunruhigen lassen dürfte. Die Chancen dafür, dass der VfB Niederdreisbach erstmals seit seiner Saison in der Kreisliga C vor zehn Jahren zum Saisonstart wieder drei Spiele in Folge ohne Niederlage bleibt, sind also gar nicht so schlecht. Die Sportfreunde Schönstein haben andererseits drei Heimpunkte gegen Niederdreisbach auf dem Weg zu ihrem Saisonziel „Top 5“ (siehe Rhein-Zeitung vom 8.9.20) fest einkalkuliert.

Der dritte Spieltag bietet neben dem VfB-Spiel noch weitere interessante Partien. Im Duell des Tabellenführers gegen das torlose Schlusslicht Guckheim (15., 0 Punkte) wäre alles andere als ein Sieg der Adler aus Niederfischbach (1., 6 Punkte) eine Sensation. Nach dem 7:0-Schützenfest gegen Schönstein ist für Daaden (4., 4 Punkte) gegen den noch punktlosen Aufsteiger Nauroth (14., 0 Punkte) ebenso ein Sieg Pflicht. Neben Nauroth und Guckheim steht Westerburg II (13., 0 Punkte) am Tabellenende. Gegen diesen Gegner ist Friesenhagen (11., 1 Punkt) unter Zugzwang, wenn die DJK nicht schon ganz früh ihr Saisonziel aus den Augen verlieren will. Ein spannendes Derby gibt es zwischen der SG Alsdorf/Kirchen (12., 1 Punkt) und der punktgleichen SG 06 Betzdorf (9.) zu sehen. Die beiden Nachbarn verspielten am ersten Spieltag in der Nachspielzeit wertvolle Punkte. Betzdorf passierte Ähnliches eine Woche später und dann am Mittwoch im Pokal schon wieder, während Alsdorf in Niederfischbach mit 1:6 unterging. Weyerbusch (10., 1 Punkt) wartet auch noch auf den ersten Sieg, hat aber mit der SG Lautzert/Berod (5., 4 Punkte) ein Topteam zu Gast. In Herdorf treffen zwei Teams aufeinander, die ihre bisherigen Ligaspiele gewonnen haben: Die heimische SG (2., 6 Punkte) gegen Friesenhagen und Westerburg II, die SG Gebhardshainer Land (6., 3 Punkte) vor dem spielfreien zweiten Spieltag gegen Nauroth.

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