8. Spieltag (Sonntag, 3. Oktober 2021, 15:00 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG 06 Betzdorf

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Fotos


Vorbericht

In Niederdreisbach steigt am diesjährigen Tag der Deutschen Einheit das Spitzenspiel des achten Spieltags, wenn der VfB als Tabellenführer die SG 06 Betzdorf erwartet. Betzdorf steht momentan auf Platz 4 und liegt nur zwei Punkte hinter der Spitze, kann also mit einem Sieg an der Reder-Elf vorbeiziehen. Unser Gegner strebt ohnehin stark nach oben, hat er doch die letzten drei Spiele in beeindruckender Manier mit 3:0, 3:0 und 4:0 gewonnen. Am achten Spieltag endet also entweder die aktuelle Siegesserie der Betzdorfer, oder aber Niederdreisbach muss erstmals nach neun Ligaheimspielen (7 Siege, 2 Remis) wieder eine Niederlage auf eigenem Platz einstecken.
Die letzten Ergebnisse der SG 06 zeigen schon, dass die Jungs vom Bühl sowohl in der Offensive als auch in der Defensive äußerst effektiv sind. Neben den jüngsten drei Siegen gab es in den ersten sieben Wochen noch einen vierten Erfolg ohne Gegentor sowie zwei Punkteteilungen mit je einem Gegentor. Nur einmal kassierte Betzdorf mehr als einen Treffer, allerdings fehlte beim 2:3 in Schönstein auch Stammtorhüter Marvin Scherreicks. Die SG stellt mit insgesamt fünf Gegentreffern die zweitbeste Abwehr hinter dem VfB, während beide Mannschaften gleich viele Tore erzielt haben. Nur die Torfabriken aus Lautzert und Friesenhagen sowie der VfL Hamm waren im Abschluss erfolgreicher. Mit dem Torschnitt der letzten drei Wochen können die Betzdorfer jedoch sogar mit Lautzert und Friesenhagen mithalten.
Dass die Erfolgsquote von über drei Toren in den jüngsten drei Spielen auch in Niederdreisbach gehalten werden kann, ist allerdings fraglich. Zum einen wurden die drei hohen Erfolge gegen Teams erreicht, die nur maximal halb so viele Punkte auf dem Konto haben wie der VfB, nämlich gegen Alsdorf, Daaden und Guckheim. Zum anderen ist die VfB-Defensive schon seit letzter Saison die beste der Liga und schwer zu überwinden. Außerdem tat sich die SG 06 seit dem Sturz in die Kreisliga bei ihren seltenen Auftritten auf Asche immer schwer: aus den drei Spielen in Schönstein und dem einen Niederdreisbach holte sie nur einen Punkt, traf nie mehr als zweimal und kassierte immer mindestens zwei Gegentore.

 
Am 1. September 2019 kam es zum bisher einzigen Auftritt der Betzdorfer Ersten in Niederdreisbach. Wie hier zu sehen sorgte damals Max Ermert (Mitte), ein früherer Rheinlandligaspieler der SG, als einer der Torschützen für hängende Köpfe bei seinem Ex-Club. (Foto: Thorsten Buchner)

Die Betzdorfer durchleben mittlerweile bereits ihr drittes Kreisligajahr. Schon im September 2019, kurz nach dem jüngsten Abstieg und vor dem bisher einzigen Auftritt der SG 06 in Niederdreisbach, prophezeiten wir, dass der „(schlafende) Riese […] über kurz oder lang wieder Liga um Liga hinaufklettern wird“ (siehe Vorbericht zum 3. Spieltag 19/20). Damals war die Zukunft noch recht ungewiss. Tatsächlich hatte der frühere Oberligist in der Kreisliga A größere Anpassungsprobleme und landete in den beiden Corona-Saisons in unteren Tabellenregionen (9. und 11.). Mittlerweile greift unser nächster Gegner aber wieder oben an – man spricht recht offen von einer bald geplanten Rückkehr in die Bezirksliga und hat sich schon für dieses Jahr einen Platz unter den Top 6 als Ziel gesetzt (siehe Tempo, Tore, Titeljagd vom 14.8.21).
In der Vereinsführung ist im Gegensatz zur Vergangenheit Ruhe eingekehrt und vor allem haben sich zahlreiche Akteure wieder das grün-weiße Trikot übergestreift, die bereits in jungen Jahren auf dem Bühl aktiv gewesen waren. Eine Mischung aus Identifikation und Erfahrung scheint hier das Erfolgsrezept zu sein. Diese Erfahrung ist schier unglaublich: Mit Abbas Jaber, Butrint Jashari, Mirkan Kasikci, Rilind Kuqi, Ersel Sahin, Kenny Scherreicks, Marvin Scherreiks und Christian Stark stehen gleich acht Spieler im derzeitigen Aufgebot, die bereits in der Rheinlandliga oder sogar in einer Oberliga zum Einsatz kamen. Gemeinsam kommen sie in Rheinland- oder Oberliga auf 599 Spiele (Quelle: transfermarkt.de). Diese geballte Erfahrung zwei bis drei Spielklassen über der Kreisliga A ist ligaweit einzigartig. Bei Erfahrung denkt man natürlich in erster Linie an das Spielertrainer-Duo Kasikci/Sahin und den noch kurzfristig nach Saisonstart als spielender Co-Trainer zurückgekehrten Kenny Scherreicks, der am siebten Spieltag den ersten Treffer für seinen neuen wie alten Verein markierte, doch es gibt eben noch weitere Spieler, die in diese Kategorie passen.
Aber gleichzeitig rückten zuletzt mehrere Spieler aus der Jugend in den Seniorenkader auf, die vielleicht in der jüngeren Vergangenheit von den Junioren zu einem Verein im Umfeld gewechselt wären. Es handelt sich also um eine gesunde Mischung, die Erfolg zu bringen scheint. Eine ähnliche Mischung gibt es auch beim VfB Niederdreisbach, auch wenn natürlich unsere jungen Spieler in der Jugend nicht direkt für unseren Verein auflaufen konnten, während die Routiniers ihre Pflichtspiele überwiegend auf Kreisliganiveau absolviert haben. Insofern sind die Hintergründe bei einem großen Verein wie der SG 06 Betzdorf und dem VfB Niederdreisbach dann doch verschieden. Unter dem Strich treffen dennoch zwei auf ihre Weise gut aufgestellte und ihren Vereinen eng verbundene Mannschaften in einem Spitzenspiel aufeinander, dessen Ausgang sehr offen ist.

Was hat der achte Spieltag sonst noch zu bieten? Wie üblich spielt Friesenhagen (2., 15 Punkte) gegen unseren vorherigen Gegner. Weil die DJK somit diesmal vom VfL Hamm (7., 8 Punkte) besucht wird, wird sie voller Zuversicht einen erneuten Angriff auf unseren Platz 1 starten. Neben Betzdorf und Friesenhagen kann auch Lautzert (3., 14 Punte) den VfB Niederdreisbach überholen. Im Heimspiel gegen weiterhin enttäuschende Weyerbuscher (10., 6 Punkte) ist ein Sieg zu erwarten. Ein Lokalduell findet in Alsdorf statt, wo die dort ansässige SG (8., 8 Punkte) die SG Herdorf (5., 13 Punkte) empfängt, die bei einem Spiel weniger auch nur drei Punkte Rückstand auf die Spitze hat. Die SG Gebhardshainer Land (15., 3 Punkte) ist als einziges Team weiter sieglos und muss nun zu den heimstarken Schönsteinern (6., 9 Punkte) reisen. Niederfischbach (11., 6 Punkte) steckt immer noch in der unteren Tabellenhälfte und ist gegen Nauroth (13., 5 Punkte) bereits ein wenig unter Zugzwang. Ein Derby im Abstiegskampf liefern sich derweil die Nachbarn aus Guckheim (12., 5 Punkte) und Westerburg II (14., 5 Punkte).

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