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6. Spieltag (Mittwoch, 14.09.2016, 19:30 Uhr): SSV Weyerbusch - VfB Niederdreisbach

4:0 VfBLogo50x50


Vier Gegentore in der zweiten Halbzeit

Die Siegesserie des VfB Niederdreisbach ist gerissen. Beim Auswärtsspiel gegen die junge Mannschaft des SSV Weyerbusch ging es torlos in die Pause, doch am Ende sollte Weyerbusch durch vier Treffer in der zweiten Halbzeit drei Punkte einfahren und bis auf einen Zähler zum VfB aufschließen. Dieser wiederum hat jetzt eine genau ausgeglichene Bilanz: 2 Siege, 2 Unentschieden, 2 Niederlagen bei 9:9 Toren.
Niederdreisbachs Trainer hatte vor der Auswärtsfahrt unter der Woche trotz der erfolgreich verlaufenden letzten Spiele gewusst, dass seine Mannschaft schwere neunzig Minuten erwarten würden und deshalb im Vorfeld einen Punkt als Ziel ausgegeben. Tatsächlich war der VfB dann aber in der ersten Halbzeit und auch unmittelbar nach Wiederanpfiff die klar bessere Mannschaft, zeigte sich aber anders als in den letzte Spielen diesmal nicht sicher genug im Abschluss. So war es Weyerbuschs Fabian Fischer, der in der 59. Minute den ersten Treffer des Tages erzielte. Niederdreisbachs Versuche, zum Ausgleich zu kommen, schlugen fehl. Zwei oder drei gute Chancen blieben ungenutzt. So konnte Weyerbusch Niederdreisbach in der 80. und 84. Minute zweimal kurz hintereinander geschickt auskontern und durch die Tore von Dominik Schick und Justus Hassel alles klar machen. Durch das 4:0 in der Nachspielzeit wurde es dann deutlich. SSV-Akteur packte am Mittwochabend einen wahren Sonntagsschuss aus. Trainer Christian Hensel stellte der Mannschaft, für die er aufgrund der dünnen Personaldecke erstmals seit dem zweiten Spieltag in der Startelf stand, ein gemischtes Zeugnis aus: "Die erste Halbzeit war stark, aber leider folgte die schlechteste Halbzeit der Saison, die uns hier letztlich die Punkte gekostet hat. Wir sind zwar lange Zeit die bessere Mannschaft, laufen aber unnötig in Konter. Jetzt haben wir gegen Alsdorf etwas gut zu machen!"

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, St. Ermert, St. Lenz (45. Kuci), Kober, Schnell, Knautz, Höfer (45. A. Lenz), Rötter, Hensel


Vorbericht

Der VfB Niederdreisbach hat sich durch die hohen Siege gegen Stockum-Püschen und Alpenrod in der Tabelle weit nach vorne geschoben. Nach fünf Spielen liegt die Mannschaft, die nur zwei Wochen zuvor noch auf dem vorletzten Platz rangierte, mit ihren acht Punkten auf Platz 4 der Tabelle der Kreisliga A WW/Sieg. Sieht man von den Platzierungen nach dem allerersten Spieltag der jeweiligen Saison ab, die naturgemäß wenig Aussagekraft besitzen, ist diese Position die beste für den VfB seit seiner Aufstiegssaison 2012/2013. Grund dafür, sich zufrieden zurückzulehnen, gibt es indes nicht, denn der Vorsprung auf die SG Herschbach, die den Relegationsplatz innehat, beträgt lediglich vier Punkte, die auch ganz schnell wieder verloren gehen könnten.
Dennoch sollte an dieser Stelle Raum für eine Hervorhebung positiver Werte der Hensel-Elf sein. In praktisch allen Pflichtspielen der Saison stand die Abwehr sicher. Sie ließ oft nur wenige gegnerische Chancen zu und wusste, falls der Kontrahent doch einmal zum Abschluss kam, meistens ein Gegentor zu verhindern. Obwohl Max Ermert erst seit Sommer im Team steht oder beispielsweise Tim Meyer und Kapitän Simon Lenz nicht in jeder Partie zur Verfügung standen, gelangen alle notwendigen Umstellungen im Defensivbereich. Nach einem knappen Fünftel der Saison hat als Konsequenz daraus kein Team der Liga weniger Treffer hinnehmen müssen als der VfB. Zum Vergleich: In den vergangen drei Spielzeiten hatten in dieser Kategorie am Saisonende immer nur drei Mannschaften noch schlechtere Werte vorzuweisen als Niederdreisbach. Während diese Defensivstabilität in den ersten Wochen noch auf Kosten der Durchschlagskraft im Angriff zustande zu kommen schien (nur ein Tor aus den ersten drei Ligaspielen), ist mittlerweile auch der Sturm warmgelaufen. Zwölf Tore in den letzten drei Pflichtspielen senden ein deutliches Signal an die Liga, dass auch in diesem Bereich mit dem VfB zu rechnen ist. Tatsächlich hat an den vergangen zwei Spieltagen, an denen der Niederdreisbacher Torhunger erwachte, nur Meudt mehr Treffer erzielen können.
Ob die Siegesserie am Mittwochabend beim SSV Weyerbusch (11., 4 Punkte) ausgebaut werden kann, wird nicht zuletzt davon abhängen, ob Ausfälle kompensiert werden können. Definitiv muss Trainer Christian Hensel auf Sandro Josten, Benjamin Grimm, Tim Meyer und Erblin Kuci verzichten. Zudem wurden bekanntlich Konstantin Knautz und Stefan Ermert gegen Alpenrod noch in der Anfangsphase ausgewechselt. Gegebenenfalls fällt beim Auftaktspiel des sechsten Spieltags also mehr als eine halbe Mannschaft aus. Dennoch will der Trainer etwas Zählbares mitnehmen, weiß aber auch, dass er nicht erneut einen Kantersieg erwarten kann: „Wären wir komplett, hätte ich in Weyerbusch gewinnen wollen. Mit der dünnen Personaldecke wäre ich mit einem Punkt zufrieden.“
Selbst, wenn am Mittwoch alle Mann an Bord wären, würde das Spiel gegen den SSV allerdings kein Selbstläufer. Weyerbusch befindet sich nach dem Abgang von Trainer und Führungsspieler Kresović zwar definitiv in einem Umbruch und die vielen jungen Spieler müssen noch zusammenfinden. Auf der anderen Seite hat die Mannschaft beim Heimspiel vor zwei Wochen als einzige Mannschaft überhaupt dem Topfavoriten aus Wallmenroth einen Punkt abluchsen können. Gerade auf dem heimischen Kunstrasen ist das Team vom Ex-Derscher Klaus Pörtner eigentlich stark. Auf der anderen Seite leistete sie sich nur einen Spieltag zuvor zu Hause eine 0:4-Heimklatsche gegen die SG Alpenrod, die unsere Elf zuletzt souverän besiegt hat, und verlor auch beim SV Stockum-Püschen. Aus diesen widersprüchlichen Resultaten ist abzulesen, dass unser nächster Gegner wahrlich schwer einzuschätzen ist. Eine Platzierung auf Platz 11, punktgleich mit dem Team auf dem Relegationsplatz, die momentan zu Buche steht, ist für die Weyerbuscher Verantwortlichen jedenfalls ganz sicher nicht das Ziel. Sollten die Schwarz-Weißen zum vierten Mal in der noch jungen Saison verlieren, wären sie schon sieben Punkte hinter dem VfB zurück. „Unser Gegner hat den Druck auf seiner Seite und muss kommen, schätzt Christian Hensel die Lage ein. Mit mehr Selbstbewusstsein darf hingegen der VfB Niederdreisbach an den Start gehen. Ob das bei den zahlreichen Ausfällen ausreicht, wird sich dann auf dem Platz zeigen.

Parallel zur Begegnung in Weyerbusch findet noch das Nachholspiel zwischen Daaden (7., 7 Punkte) und Niederfischbach (9., 6 Punkte) statt. Beide Mannschaften könnten aufgrund der Ausgangslage bei ungünstigem Verlauf aus VfB-Sicht an uns vorbeiziehen. Die restlichen Partien des Spieltags werden wie gewohnt am Wochenende ausgetragen. Am Freitag kommt es zum interessanten Spiel zwischen dem Drittletzten Herschbach (12., 4 Punkte) und dem Vorletzten Almersbach (13., 3 Punkte), in dem sich einer der beiden Aufsteiger eventuell aus der Abstiegszone befreien kann. Schlusslicht Berod/Wahlrod (14., 3 Punkte) dürfte hingegen bei der SG Meudt (3., 10 Punkte), die zuletzt Almersbach mit 8:1 abfertigte, ohne Chance sein. Daaden ist am Sonntag selbstverständlich auch wieder im Einsatz. Wie üblich trifft die SG auf unseren letzten Gegner, diesmal also Alpenrod (10., 4 Punkte). Auch Niederfischbach hat keine lange Zeit zum Durchatmen. Bei ihrer Reise nach Lautzert treffen die Adler auf eine der formstärksten Mannschaften: Lautzert (2., 13 Punkte) hat seit dem Unentschieden in Niederdreisbach zum Auftakt nur noch gewonnen. Außerdem spielt am Sonntag Stockum-Püschen (5., 8 Punkte) gegen Herdorf (8., 6 Punkte). Einen absoluten Leckerbissen gibt es dann am kommenden Mittwoch: In Kirchen steigt das Lokalduell zwischen der SG Alsdorf/Kirchen (6., 7 Punkte) und der SG Wallmenroth (1., 13 Punkte).

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