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8. Spieltag (Sonntag, 06.10.13, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SV Adler 09 Niederfischbach

VfBLogo50x50 2:4 Niederfischbach

 

Niederfischbach-Fluch hängt weiter wie ein Gespenst über dem Koppelberg

Es gibt wohl kaum eine andere Mannschaft als Niederfischbach, gegen die der VfB eine schlechtere Punktausbeute zu verzeichnen hat. Entsprechend hoch waren die Ambitionen, dieser Misere ein Ende zu bereiten. Zu Beginn sah auch alles danach aus. Der VfB glänzte zwanzig Minuten. Die erste Chance hatte Marcel Quast nach einer Nickol-Vorlage schon in der 3. Minute. Die nächste Möglichkeit konnte wieder Quast mit einem Schuss aus 16 Metern für sich verbuchen, der Torwart konnte nur abprallen lassen (12.). Kurz darauf traf Quast das Außennetz (16.), ehe er per Distanzschuss die verdiente Führung herstellte (17.). Die Adler waren nun wach und machten mit. Begünstigt durch ein Stolperer in der Niederdreisbacher Hintermannschaft lief Holger Köhler alleine aufs Tor, wurde aber vom starken Schumacher im VfB-Tor gestoppt (27.). Nach einem Konter stand es zwei Minuten später dennoch 1:1, da Michael Leis einen guten Tag erwischt hatte. Selbiger scheiterte nur Sekunden nach seinem ersten Treffer knapp an Schumacher. Ein weiteres Mal rettete unser Tormann in der 44. Minute nach einem Abschluss von Holger Köhler. Die zweite Halbzeit begann bescheiden. Schon in der 48. Spielminute erhielten die Gäste zurecht einen Foulelfmeter zugesprochen. Daniel Krämer behielt die Nerven und versenkte platziert. Der VfB konterte umgehend und glich nach einem herrlichen Doppelpass zwischen Konni Knautz und Marcel Quast schon eine Minute später aus. Es folgten zwei weitere gute Gelegenheiten zur erneuten Führung. Markus Nickol scheiterte zunächst nach einer Ermert-Flanke (51.). Kapitän Patrick Kober probierte es aus der Distanz und verfehlte nur denkbar knapp (55.). So schlugen die Adler nach einem verunglückten Rückpass eiskalt zu. Wieder hieß der Torschütze Michael Leis (57.). Nur eine Minute wäre dem Torjäger fast der Todesstoß gelungen. Sein abgefälschter Ball strich ganz knapp vorbei (58.). Den letzten Treffer der Partie markierte dann aber Jan Schmidt, der nach einer Flanke in der Mitte nur noch den Schlappen hinhalten musste (62.). Der VfB erhielt jedoch weitere Angebote, die er allesamt ungenutzt ließ. Erst schwächten sich die Gäste mit einem Platzverweis aufgrund einer Tätlichkeit selbst (Patrick Wurth, 70.). Kurz danach verschoss Patrick Kober einen Foulelfmeter, den Steffen Christians aus dem Eck fischte (75.). Es folgten weitere Bemühungen, wobei jedoch nichts ernsthaft Gefährliches mehr entstand.

Fazit: Wie gewohnt spielte der VfB hervorragende erste zwanzig Minuten. Doch ebenso gewohnt folgte der Einbruch. Statt Ruhe und Sicherheit, brachte der eigene Führungstreffer eher den Gegner ins Spiel. Der Rückschlag nach der Halbzeit wurde toll kompensiert und direkt wieder ausgebügelt. Die Gäste setzten aber immer wieder gefährliche Nadelstiche und nutzten effizient ihre Möglichkeiten. Zwanzig Minuten Überzahl und ein Foulelfmeter konnten das Ruder auch nicht mehr herum reißen und so muss man am Ende die Niederlage akzeptieren.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer (76. Alexander Urrigshardt), Marco Lenz (46. Stefan Ermert), Patrick Kober, Steffen Trapp, Konstantin Knautz,  Sandro Josten, Marcel Quast, Stefan Lenz, Markus Nickol

Nächste Partie: 9. Spieltag Kreisliga A am Samstag, dem 12.10. um 16:30 in Meudt.


Vorbericht

Die Spielzeit 2012/13 beendeten der VfB Niederdreisbach und sein nächster Gast, der SV Adler Niederfischbach, punktgleich auf Platz 4 und 5 – für die aktuelle Spielzeit haben die beiden Mannschaften aber ganz unterschiedliche Ambitionen. Während für die Grün-Weißen einzig der Klassenerhalt zählt, gab ihr Gegner des 8. Spieltags vor der Saison an, oben mitspielen zu wollen (vgl. Tempo, Tore, Titeljagd). Dieses Saisonziel ist sicherlich nicht verwunderlich, schließlich handelt es sich beim SV Adler um eines der konstantesten Spitzenteams der Kreisliga A: selten ganz oben erwartet, sprang in den letzten fünf Jahren am Ende immer mindestens Platz 5 heraus. Diese guten Ergebnisse wurden stets unter der Ägide des Erfolgstrainers Michael Ferfort erreicht, der allerdings nun die SG Elkenroth/Kausen in der Kreisliga B2 coacht.
Wie beim VfB steht also auch beim SV Adler ein neuer Mann in der Verantwortung. Der erst 27-jährige Andree Richstein ist dabei im Gegensatz zu seinem Kollegen Volker Seibert auch noch auf dem Platz aktiv und wohl selbst die namhafteste Neuverpflichtung. Vergangene Saison trat er noch für Kaan-Marienborn auf überregionaler Ebene in der Westfalenliga an. Aus dem nahen Siegerland brachte er Guiseppe Bruna von Borussia Siegen (12/13 in der Kreisliga A Siegen-Wittgenstein) mit. Ein weiterer Neuzugang ist den Fans im Daadener Land wohl bekannt: Steffen Christians, schon in der Jugend für die große JSG unter Niederdreisbacher Beteiligung aktiv und im Seniorenbereich im Kader der SG Weitefeld, steht nun in Niederfischbach zwischen den Pfosten und ersetzt auf der Torhüterposition den nach Hamm zurückgekehrten Florian Bargon. Tatsächlich gelang es Christians, der sich übrigens nicht zu einem Tipp für Sonntag hinreißen ließ, gleich die Nummer 1 bei seinem neuen Club zu werden. Bruna hat hingegen noch keinen Liga-Einsatz für Niederfischbach zu verzeichnen und Richstein selbst dirigierte seine Truppe seit dem vierten Spieltag nur noch von der Seitenlinie aus. So sind es wieder die Ur-Niederfischbacher wie Kapitän Christoph Otterbach, Michael Leis, Markus Schmidt oder Felix Otterbach, die beim geschlossenen Adlerkollektiv den Ton angeben. Diese Spieler dürften voller Optimismus in den 8. Spieltag gehen, haben sie doch gegen den VfB Niederdreisbach noch nie verloren. In der letzten Saison gab es im Hinspiel ein 2:2 und im Rückspiel in Niederfischbach ein 3:2 für die Heimelf.
Das Leistungsvermögen der Schwarz-Weißen in dieser Saison ist nur schwer einzuschätzen. Bisher präsentierten sie sich äußerst inkonstant. Auf der einen Seite gelangen 1:0-Heimsiege gegen Wissen und im Kreispokal unter der Woche gegen Wallmenroth, auf der anderen Seite war das Team am 2. Spieltag ohne Chance bei Betzdorf II (0:5) und verlor die letzten beiden Spiele in der Liga gegen Niederroßbach (1:2) und Steineroth (0:1). Besonders die Heimniederlage gegen den Aufsteiger war sicherlich nicht einkalkuliert, konnte Niederfischbach 2012/13 doch in der Heimtabelle als einziges Team mit den Übermannschaften Wissen und Hamm mithalten.  Bei der ausgeglichenen Bilanz von drei Siegen, einem Unentschieden und drei Niederlagen verwundert es nicht, dass sich Niederfischbach in der aktuellen Tabelle auf Platz 7 und somit im Mittefeld wiederfindet. Sollte der erste Niederdreisbacher Sieg gegen den SV Adler und somit der dritte Punktgewinn in Folge gelingen, könnte der VfB (10., 7 Punkte) also nach Zählern gleichziehen. Niederfischbach ist aber sicherlich als leichter Favorit für diese Partie anzusehen.

Statt über einen Sprung in die vordere Tabellenhälfte nachzudenken, tut der VfB jedoch weiterhin gut daran, die Abstiegsregion im Auge zu behalten. Lokalrivale Derschen (14., 4 Punkte) hat zwar in der Vorwoche den ersten Saisonsieg einfahren können, empfängt aber mit Tabellenführer Betzdorf II (16 Punkte) einen ganz schweren Gegner. Alsdorf (13., 4 Punkte), als erstes Team dem Schlusslicht unterlegen, hat es gegen Niederroßbach (3., 14 Punkte) kaum leichter. Honigsessen, derzeit mit 6 Punkten auf Relegationsrang 12, ist Gastgeber beim Lokalduell gegen den VfB Wissen (2., 15 Punkte), der sich für die aktuelle Saison die Dienste der ehemaligen Honigsessener Leistungsträger Kohl und Ceylan gesichert hat. Die Top 3 der Kreisliga A treffen also auf die letzten 3. Interessant wird es aus VfB-Sicht bei der Paarung  Steineroth (9., 9 Punkte) gegen Meudt (11., 6 Punkte), denn hier treffen zwei Mannschaften aufeinander, die die beiden direkten Tabellennachbarn Niederdreisbachs sind. Zwischen Mündersbach (4., 13 Punkte) und Wallmenroth (6., 12 Punkte) kommt es zum Duell zweier kriselnder Ex-Tabellenführer. Schließlich findet noch das Spiel zwischen Weyerbusch (5., 13 Punkte) und Wied (8., 9 Punkte) statt.

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