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6. Spieltag (Sonntag, 22.09.13, 14:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Mündersbach/Roßbach

VfBLogo50x50 2:1 Muendersbach

 

Niederdreisbach schockt Tabellenführer

Der VfB ist mit einer rabenschwarzen Serie in die Saison gestartet. In sieben Pflichtspielen (inklusive der Pokalwettbewerbe) setzte es sechs Niederlagen. Und am sechsten Spieltag erwartete man mit dem Tabellenführer aus Mündersbach alles andere als einen Aufbaugegner. Einziger Lichtblick war die Erinnerung an letztes Jahr, als man die SG gleich zwei Mal schlagen konnte. VfB-Coach Seibert schickte seine Jungs dennoch mutig ins Rennen und gab vor, das Spiel zu machen und den Gegner mit frühem Pressing unter Druck zu setzen. Die ersten zwei kleinen Torchancen für die Grün-Weißen verzeichneten Heiko Schnell mit einem Fernschuss (8.) und Konni Knautz per Kopf (12.). Gefährlicher wurde es in der 24. Spielminute als Heiko Schnell mit einer präzisen Hereingabe von der rechten Seite eine Gelegenheit für Konni Knautz kreierte. Letzterer hielt seinen Schlappen hin, sein Abschluss vereitelte der gegnerische Torhüter aber. Nach einer dominanten ersten halben Stunde geriet man gegen Ende des ersten Durchgangs dann unter Beschuss der Gäste. Zunächst scheiterte Eduard Merker knapp (29.). Kurz darauf lief Yasar Aydin alleine auf das Tor zu und konnte nur noch vom starken Pierre Zeitz gestoppt werden (31.). Chancenlos war unser Schlussmann dann in der 40. Minute. SG-Kapitän Muriqi brachte eine lange Freistoßflanke aus der eigenen Hälfte in den Strafraum des VfB, wo Sascha Bienek mit Hilfe des Innenpfostens für die Führung sorgte. Die erste Halbzeit endete schließlich mit einem gewaltigen Knall. Heiko Schnell war mit seinem Freistoß dafür verantwortlich, der am Aluminium zerschellte (45.). Den Nachschuss bugsierte Markus Nickol über den Kasten. Nach dem Seitenwechsel startete der VfB wieder engagiert und kam sogleich zu einer ersten Möglichkeit. Sandro Josten zog aus spitzem Winkel ab und zwang den Torwart zum abklatschen (47.). Die einzige nennenswerte Torannäherung der Gäste in der zweiten Halbzeit brachte Sascha Bienek durch einen Freistoß zustande, den Pierre Zeitz aber parierte (56.). Stattdessen drehte der VfB auf und wollte mit aller Gewalt die Wende herbeiführen. Kapitän Patrick Kober ging nach etwas mehr als einer Stunde voran und erzielte den Ausgleich für sein Team (64.). Aus spitzem Winkel löffelte er das Leder mit seinem schwächeren Rechten in die lange Ecke. Nach einer Schnell-Flanke wenige Minuten später hätte Kober fast das nächste Tor erzielt. Richtig eng war es auch beim Schuss von Sandro Josten nach 73 Minuten. Dieser strich hauchzart am Gehäuse vorbei. Knapp zehn Minuten vor Ablauf der regulären Spielzeit vollzog VfB-Trainer Seibert einen folgenschweren Wechsel. Für den akut platzverweisgefährdeten Tim Meyer, schickte er Sven „Paul“ Koch auf das Geläuf. SG Trainer Meurer hatte weniger Glück und musste mit ansehen, wie sein Schützling Tütüncü nach einer Undiszipliniertheit des Feldes verwiesen wurde. Kurz danach vergab Heiko Schnell noch eine aussichtsreiche Möglichkeit, als ihm sein sattes Pfund etwas zu unplatziert über den Spann rutschte (84.). In der 86. Spielminute schlug dann die Stunde des Sven Koch. Nach einem der zahllosen VfB-Vorstöße war „Paul“ plötzlich mit der Pille am Fuß im Sechzehnmeterraum. Wie er nach dem Spiel zu Protokoll gab, hatte er in diesem Moment weder nachgedacht noch die Rufe seiner Mitspieler wahrgenommen. Stattdessen zog er gnadenlos ab und ließ den Koppelberg in Jubel erbeben. Zwei Minuten später verpasste Torjäger Markus Nickol, der endlich wieder von Anfang an ran konnte, noch die Chance zur Entscheidung. Sein Schuss aus kürzester Distanz landete irgendwie an der Latte (88.). Es folgte eine siebenminütige Nachspielzeit, in der Konni Knautz noch mit gelbrot vom Platz geschickt wurde. Die Grün-Weißen ließen aber nichts mehr anbrennen.

Fazit: Nach einer brutalen Negativ-Serie schwamm man sich gegen den Tabellenführer und die Tormaschine der Liga, die SG Mündersbach, frei. Die Mannschaft spielte leidenschaftlich und druckvoll. Auch in den letzten Wochen stimmte die Leistung oft. Jedoch schlichen sich immer wieder Phasen ein, in denen man unsicher und fahrig agierte und das Spiel aus der Hand gab. Das blieb am sechsten Spieltag aus. Man trat von Beginn an als selbstbewusste Heimmannschaft auf und riss das Spiel an sich. Leidglich die letzten 15 Minuten vor der Halbzeit musste man sich dem Tabellenführer beugen und geriet prompt ins Hintertreffen. Davon unbeeindruckt spielte man im zweiten Durchgang wieder dominant und vor allem geduldig. Der erhebliche Aufwand wurde belohnt und ist gleichbedeutend mit dem Verlassen der Abstiegsränge. Genau zum richtigen Zeitpunkt kommt diese Motivationsspritze, steht man doch in den nächsten Wochen vor den Kellerduellen mit Wied und Meudt sowie den Aufeinandertreffen mit Niederfischbach und Alsdorf.

Aufstellung: Pierre Zeitz, Andreas Lenz, Tim Meyer (81. Sven Koch), Marco Lenz, Patrick Kober, Steffen Trapp, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Sandro Josten, Marcel Quast, Markus Nickol (90. Alexander Urrigshardt)

Nächste Partie: 7. Spieltag Kreisliga A am Samstag, dem 28.09.13 um 15:30 Uhr in Wied.

 


 

Vorbericht

Im sechsten Saisonspiel trifft Niederdreisbach am Tag der Bundestagswahl bereits zum dritten Mal auf den jeweiligen Tabellenführer der Kreisliga A! Nach Niederroßbach am 2. Spieltag und Wallmenroth am 4. Spieltag spielt jetzt die SG Mündersbach/Roßbach gegen den VfB. Die Spielgemeinschaft konnte den Platz an der Sonne letzte Woche erobern, da Wallmenroth mit 0:1 gegen Betzdorf II verlor und sie selbst gegen Steineroth 4:1 gewann. Den einzigen Punktverlust der Saison gab es beim 2:2-Unentschieden in Honigsessen. Ansonsten präsentierte sich Mündersbach allerdings bärenstark. Mit bereits 18 Toren in 5 Spielen, also 3,6 im Schnitt, stellt unser nächster Gegner die mit Abstand beste Offensive der Liga, gefolgt von Wissen (13 Tore). Kein Wunder also, dass SG-Akteur Tanju Tütüncü (5 Tore) die Torjägerliste anführt: er hat allein so häufig getroffen wie der VfB Niederdreisbach insgesamt. Den zweiten Platz bei den Torjägern teilen sich die Mündersbacher Eduard Merker und Jeton Murici mit Weyerbuschs Sebastian Werkhausen, der letzte Woche gegen den VfB zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf. Alle drei haben vier Tore auf dem Konto. Spieler, die bereits letztes Jahr in Helmut Meuers Kader standen, konnten also hervorragend den nach nur einem Jahr nach Rengsdorf weitergezogenen Thomas Rachul, Toptorjäger des Vorjahres, ersetzen. Überhaupt scheint Meuer diese Saison mehr auf Kontinuität zu setzen. Wurden 2012 noch neun Spieler als Neuzugänge präsentiert, standen 2013 am 4. und 5. Spieltag nur zwei Neue in der Startelf: Klaus Walter und Torwart Philipp Normann. An den vorherigen Spieltagen kam zudem noch Flakron Muriqi zum Einsatz.
Was den VfB Niederdreisbach aufbauen dürfte: Die SG Mündersbach/Roßbach scheint den Grün-Weißen zu liegen. Die Aufeinandertreffen der Vorsaison konnten beide siegreich gestaltet werden. Am 5. Spieltag konnte der Aufsteiger aus Niederdreisbach beim vollkommen verdienten 4:2 Heimsieg der SG als erstes Team Punkte abnehmen. Im Rückspiel wurde ein früher 0:2-Rückstand in der zweiten Halbzeit gedreht – Endstand: 3:2 aus Sicht des VfB. Das untenstehende Foto von diesem Spiel zeigt Mündersbachs Eduard Merker, den Torschützen zum 2:0 nach nur neun Minuten, im Duell mit Konstantin Knautz, der im Hinspiel den wichtigen 1:1-Ausgleich erzielt hatte. Vielleicht gelingt mit der Unterstützung der VfB-Fans ja am Sonntag eine ähnliche Überraschung wie an gleicher Stelle vor etwas mehr als einem Jahr!

2013-09-22 foto zum vorbericht
Quelle: Rhein-Zeitung vom 25.3.2013

Punkte auf eigenem Platz könnte der VfB Niederdreisbach (12., 3 Punkte) in jedem Fall gut gebrauchen, wenn man sich die weiteren Paarungen des 6. Spieltags ansieht. Das Tabellenschlusslicht Derschen (14., 1 Punkt) empfängt nämlich den Vorletzten Meudt (13., 2 Punkte). Egal wie dieses Spiel ausgeht, kann der VfB also nur dann den vorübergehenden Fall auf einen direkten Abstiegsplatz vermeiden, wenn er selbst punktet. Natürlich hätte dies keinerlei Bedeutung für das Abschneiden am Saisonende, wäre aber sicherlich psychologisch wichtig. Die beiden direkt vor Niederdreisbach platzierten Mannschaften Honigsessen (11., 3 Punkte) und Alsdorf (10., 4 Punkte) tragen ihre Partie erst am Mittwoch aus. Zu einem Mittelfeldduell kommt es zwischen den Aufsteigern Steineroth (8., 6 Punkte) und Wied (9., 5 Punkte). Die weiteren Paarungen lauten Weyerbusch (7., 7 Punkte) gegen Wallmenroth (3., 12 Punkte), Wissen (6., 9 Punkte) gegen Betzdorf II (2., 13 Punkte) und Niederroßbach (4., 10 Punkte) gegen Niederfischbach (5., 10 Punkte).

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