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19. Spieltag (Samstag, 30.03.13, 15:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Herschbach/Girkenroth/Salz

VfBLogo50x50 4:1 Herschbach

 

VfB verschafft sich ein Polster für den bevorstehenden Auswärtsmarathon

Ohne die Stammkräfte Heiko Schnell und Tim Meyer ging es vor heimischem Publikum gegen den Tabellenvorletzten. Die Gäste aus dem Oberwesterwald kamen mit einer gruseligen Serie von Misserfolgen im Gepäck als krasser Außenseiter nach Niederdreisbach. Bereits nach sechs Minuten musste der Gäste-Torwart ran. Eine geplante Flanke von Stefan Ermert mutierte zum Schuss und konnte gerade noch so über die Latte gelenkt werden. Kurze Zeit später flankte Sandro Josten nach innen auf Konni Knautz, der knapp die Führung verpasste (10.). Plötzlich lag der VfB dann aber zurück. Ein Ballverlust im Spielaufbau ermöglichte der SG einen Konter. Andreas Nink lief alleine auf das VfB-Tor zu und ließ Schlussmann Schumacher keine Abwehrchance. Ein Schock-Zustand aufgrund des Rückstandes stellte sich dennoch keineswegs ein. Die Hausherren spielten weiter nach vorne. Nach einer Quast-Ecke fehlte beim Abschluss per Kopf nicht viel (17.). Ebenfalls torwürdig war eine Szene in der 19. Spielminute. Stefan Ermert spielte einen hervorragenden Pass flach durch die Mitte auf  Markus Nickol, der im letzten Moment noch verteidigt werden konnte. Fünf Minuten später platzte aber der Knoten. Marcel Quast brachte von rechts per Freistoß einen hohen Ball in den Strafraum. Diesen leitete Markus Nickol per Kopf weiter zu Sandro Josten, welcher mit dem gleichen Körperteil den Ausgleich erzielte. In Folge dessen entwickelte sich ein zähes Unterfangen auf schwer bespielbarem Geläuf ohne weitere Höhepunkte bis zur Halbzeit. Zurück aus der Kabine gelang relativ früh das wichtige 2:1. Wiedermal marschierte Stefan Ermert über links und bewies bei seiner Hereingabe Augenmaß sowie Präzision im Fuß. Denn der Ball landete nach langer Flugzeit genau auf dem Schädel von Markus Nickol. Er selbst stand jedoch etwas ungünstig zum Tor und entschied sich, die Kugel quer zu legen, wo Sandro Josten seinen Doppelpack schnürte. Wenig später hatte Nickol selbst die Chance, der starke Gäste-Torwart hielt jedoch klasse. Zehn Minuten vor dem Ende folgte endlich die erlösende Entscheidung. Erlösend deshalb, da man im Hinspiel ebenfalls lange Zeit 2:1 führte und kurz vor Schluss den Ausgleich kassierte. Selbiges sollte sich nicht wiederholen. Also verwertete Konni Knautz einen Eckstoß von Stefan Lenz per Direktabnahme zum 3:1. Wenige Sekunden darauf durfte Nickol sich doch noch in die Torschützenliste eintragen. Marcel Quast hatte ihn per Steilpass auf die Reise geschickt und der Niederdreisbacher Torjäger lupfte das Spielgerät butterweich ins Netz.

Fazit: Ein Spiel aus der Kategorie Arbeitssieg. Der Abstiegskandidat aus Herschbach zeigte sich nicht wie ein solcher, sondern kämpfte bis zum 1:3 munter mit und versuchte trotz der schwierigen Platzverhältnisse Fußball zu spielen. Am Ende fährt der VfB trotzdem einen verdienten Dreier ein, da man das Spiel bestimmte, mehr Ballbesitz hatte und quantitativ sowie qualitativ ein Chancenplus verzeichnete. Mit 12 Punkten aus fünf Spielen ist der Start in die Restrunde absolut geglückt. Die nächsten Wochen werden allerdings brutal. Zunächst warten in Wallmenroth und Alsdorf bzw. Kirchen zwei Auswärtsspiele nacheinander auf den VfB. Anschließend sind noch Weyerbusch, Niederroßbach und der VfL Hamm zu bespielen. Ein bockstarkes Restprogramm, das die Niederdreisbacher aber angesichts der erwähnten Punkteausbeute gelassen und mutig angehen werden.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Matti Höfer, Christian Meyer, Simon Lenz, Patrick Kober (76. Stefan Lenz), Stefan Ermert, Konstantin Knautz (85. Michael Schuster), Sandro Josten, Marcel Quast, Markus Nickol

Nächste Partie: 22. Spieltag am Sonntag, dem 21.04.13 um 14:30 in Wallmenroth.


Vorbericht

Am Dienstag endete für unseren Gast eine Negativserie. Im Nachholspiel des  18. Spieltags errang die SG Herschbach/Girkenroth/Salz mit einem 1:1 den ersten Punkt nach neun Niederlagen in Folge. In dieser Zeitspanne hatte die SG nur zwei eigene Tore erzielt und gleichzeitig 52 zugelassen – fast sechs im Schnitt! Auch wenn diese lange Negativserie nun vorbei ist, gibt es bei den Oberwesterwäldern sicherlich keinen Grund zum Feiern. Gegner in Nistertal war nämlich die SG Alpenrod, die nur zwei Tage zuvor mit 0:5 gegen Niederdreisbach verloren hatte und deren eigene, nun ebenfalls beendete Serie mit elf Niederlagen hintereinander sogar noch länger ausfällt als die der Herschbacher.
Der eine Punkt war zu wenig, um den Anschluss an den Relegationsplatz oder gar den sicheren Platz elf herstellen zu können. Die SG liegt noch immer sechs Punkte hinter Meudt (12.; 18 Punkte) und noch einmal drei mehr hinter Honigsessen (11., 21 Punkte) und hat zudem bereits mehr Spiele als die beiden Konkurrenten absolviert. Immerhin: Anders als bei Schlusslicht Alpenrod muss die letzte Hoffnung auf ein weiteres Jahr im Kreisliga-Oberhaus noch nicht gänzlich verflogen sein, zumal unser Gegner nur fünf Tage nach der Partie in Niederdreisbach die SG Meudt zu einem Nachholspiel empfängt. Noch ist das Verlassen der Kreisliga A nach einem Jahrzehnt durchgängiger Zugehörigkeit also trotz der verlorenen Punkte bei der SG Alpenrod zu verhindern. Stellt sich die Frage, ob die Aufholjagd bereits am 21. Spieltag begonnen werden kann. Betrachtet man die Formkurven der beiden Mannschaften, erscheint dieses Unterfangen mehr als schwer. Herschbachs Flaute hält auch 2013 an, während der VfB Niederdreisbach mit drei Siegen und einer unglücklichen Niederlage gegen Wissen hervorragend ins neue Kalenderjahr gestartet ist. Besonders die starke Defensivleistung dürfte den Experten aufgefallen sein. Dass unsere Mannschaft über einen ausgezeichneten Angriff verfügt, sollte ausreichend bekannt sein. Folgender Wert verdeutlicht dies: Markus Nickol, der letzte Woche praktisch nebenbei sein 60. Tor für den VfB erzielte, traf in dieser Spielzeit zweimal häufiger ins gegnerische Tor als die gesamte Herschbacher Mannschaft (16 Tore) zusammen; Konstantin Knautz (9 Tore) und Heiko Schnell (7 Tore) liegen gemeinsam gleichauf mit dem Vorletzten. Diese Daten lassen nur einen Schluss zu: Der Niederdreisbacher Berichterstatter Daniel Strunk würde sich diesen Sonntag nicht wie im Hinspiel (2:2), das noch vor Herschbachs langwieriger Schwächephase ausgetragen wurde, mit einem Unentschieden zufrieden zeigen. Wie gegen Alpenrod sind die Grün-Weißen am Samstag großer Favorit.

Der Rest der Liga tritt wie üblich am Sonntag um 14:30 Uhr an. Somit könnte sich der VfB Niederdreisbach bei einem Sieg zumindest für eine Nacht um drei Positionen bis auf Platz vier vorschieben. Da aber zumindest Weyerbusch (6.) gegen Alpenrod (14.) anders als im Hinspiel gewinnen wird, wird es dabei nicht bleiben. Auch Niederfischbach (4.) ist in Honigsessen (11.) in der Favoritenrolle, während Betzdorf II (5.) bei seinem aktuellen Abwärtstrend eine Niederlage gegen Wissen (2.) befürchten muss. Gleich hinter dem VfB spielen Alsdorf (10.) und Wallmenroth (8.) gegeneinander. Bei der Partie zwischen Niederroßbach (9.) und Meudt (12.) kommt es zum Duell zweier Teams aus dem Westerwaldkreis. Das Spitzenspiel des Wochenendes wird zwischen Klassenprimus Hamm und Mündersbach (3.) ausgetragen.

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