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20. Spieltag (Sonntag, 07. April 2013, 14:30 Uhr; in Unnau):  SG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau - VfB Niederdreisbach

Alpenrod 0:5 VfBLogo50x50

 

Dreifacher Nickol und zwei Schlenzer bescheren Auswärtssieg in Unnau

Nach der undankbaren Niederlage gegen Wissen, reiste der VfB nach Unnau zum Tabellenletzten. Somit avancierte man binnen weniger Tage vom krassen Außenseiter zum deutlichen Favorit bezüglich des Spielausgangs. Wenngleich das Ergebnis eine deutliche Sprache spricht, war das Spiel weitaus weniger spektakulär als der Endstand. In der Anfangsviertelstunde meldeten die Gastgeber Ansprüche an und tauchten einige Mal in der Nähe des Tores auf, spielten die Angriffe letztlich aber ohne die nötige Coolness zu Ende. Patrick Kober (21.) und Heiko Schnell (22.) hatten die ersten VfB-Chancen des Spiels. Deren Schüsse waren jedoch noch nicht von Erfolg gekrönt. Ganz anders verhielt sich das in der 30. Spielminute. Abwehr-Recken Andi Lenz leitete mit seiner Spielintelligenz einen sehenswerten Vorstoß ein, der schließlich bei Stefan Ermert landete. Dieser ließ zwei Mann stehen und flankte mit seinem Linken in Richtung Elfmeterpunkt. Von dort aus nickte VfB-Knipser Nickol die Führung in die Maschen. Nur wenige Sekunden nach dem daraus resultierenden Anstoß durch die Hausherren, erhielt Niederdreisbach eine aussichtsreiche Freistoßposition. Erwartungsgemäß nahm Captain Kober sich die Kugel. Er hat bei solchen Standardsituationen aus 18 – 20 Metern eine ähnliche Trefferquote wie andere Spieler vom Elfmeterpunkt. Mit einem präzise um die Mauer geschnittenen Schuss und unter Zuhilfenahme des Innenpfostens besorgte er also das 2:0. Mit diesem Stand gingen die Teams auch in die Kabinen. Wieder zurück auf dem Spielfeld war lange Zeit Ebbe auf dem Chancenzettel. Es dauerte zwanzig Minuten bis Markus Nickol die Vorentscheidung eintütete. Patrick Kober hatte ihn mit einem Steilpass in den Strafraum bedient und Nickol erledigte den Rest. In der Folge bäumten sich die Gastgeber kurz auf. VfB-Keeper Tim Schumacher war bereits geschlagen, doch der SG-Stürmer traf nur das Außennetz (70.). Zwei Minuten später glänzte der Niederdreisbacher Schlussmann dann mit einer Parade gegen den frei auf ihn zu laufenden Angreifer. Nach diesem Intermezzo erhöhte der VfB kurz das Tempo und eingesetzt durch eine Flanke von Tim Meyer bugsierte Nickol das Leder an die Querlatte (75.). In der 82. Spielminute machte er schließlich seinen Dreierpack perfekt. Nach einer Fummelei quer durch den Strafraum belohnte er sich selbst. Der schönste Treffer des Tages gelang kurz vor dem Abpfiff Marcel Quast. Am Rande des 16-ers bekam er den Ball von Stefan Lenz serviert und zirkelte ihn mit Gefühl in den Winkel.

Fazit: Ein zu keinem Zeitpunkt gefährdeter Sieg beim Schlusslicht in Alpenrod. Trotz der fünf Tore, hatte das Spiel darüber hinaus kaum Höhepunkte. Unter anderem aber auch, weil die Gastgeber den guten Trend der letzten beiden Spiele nicht bestätigen konnten und über weite Strecken glück- und harmlos agierten. Der VfB sprang nur so hoch wie er musste und Markus Nickol setzte sich mit seinem Hattrick vorläufig an die Spitze der Torschützenliste. Wie schon in den drei Rückrundenspielen zuvor, spielte auch Abwehr-Chef Andi Lenz erneut klasse. Gemeinsam mit seinen Defensiv-Kollegen hielt er die Bude hinten zum zweiten Mal im vierten Spiel sauber. Durch die Ergebnisse auf den anderen Plätzen steht Niederdreisbach nun auf Rang 7 und empfängt kommenden Spieltag den Vorletzten aus Herschbach.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer, Christian Meyer (76. Michael Schuster), Simon Lenz, Patrick Kober, Stefan Ermert, Heiko Schnell (58. Stefan Lenz), Sandro Josten (74. Matti Höfer), Marcel Quast, Markus Nickol

Nächste Partie: 21. Spieltag am Samstag, dem 13.04. um 15:30 zu Hause gegen Herschbach.


Vorbericht

Ganz im Gegensatz zum Spiel gegen den VfB Wissen ist der VfB Niederdreisbach beim Auswärtsspiel gegen die SG Alpenrod in Unnau in der Favoritenrolle. Für den Gastgeber ist es eine Saison zum Vergessen. Im Kreispokal flogen die Oberwesterwälder in ihrem ersten Spiel gegen die klassentiefere SG Elkenroth/Kausen aus dem Wettbewerb, in der Liga sind sie bereits seit dem zweiten Spieltag Inhaber der Roten Laterne. Die Mannschaft holte bislang in 18 Spielen zwei Punkte (gegen Wallmenroth und Weyerbusch). So hat man nur noch theoretische Chancen auf den Klassenverbleib und wird die Kreisliga A nach fünf Jahren Zugehörigkeit nach unten verlassen. Trainer Guido Wörsdörfer warf dementsprechend schon Ende Oktober das Handtuch. Doch auch danach ging die Talfahrt weiter. Die letzten zehn Spiele gingen allesamt verloren und so beträgt der Rückstand auf den Relegationsplatz bereits 16 Punkte, die in acht verbleibenden Partien gewonnen werden müssten. Das Torverhältnis von 16:66 zeigt die Schwächen in allen Bereichen: Alpenrod hat die schlechteste Abwehr und nach Herschbach (15 Tore) den zweitschlechtesten Angriff.
Im Hinspiel siegte der VfB standesgemäß mit 4:1. Patrick Kober, Konstantin Knautz (2x) und Sandro Josten trafen für die Heimelf. Torschütze auf Seiten der SG war Tim Häbel, der mit sechs Saisontreffern erfolgreichster Schütze unseres nächsten Gegners ist. Ein ähnlich deutliches Ergebnis wie in diesem Spiel ist aber nicht unbedingt zu erwarten, denn die Blau-Weißen zeigten sich nach der Winterpause stärker als in der ersten Saisonhälfte. Ein Aufwärtstrend ist erkennbar, auch wenn die Mannschaft am Ende in beiden Spielen des Kalenderjahres mit leeren Händen dastand. In Wallmenroth gab es eine knappe 1:2-Niederlage; in Kirchen hielt das Schlusslicht lange ein 0:0, musste dann aber in den letzten Minuten zwei Treffer hinnehmen und verlor mit 0:2. Konzentration und voller Einsatz sind gefragt, wenn Niederdreisbach seinen 80. Pflichtspielsieg seit 2009 erringen will.

Die Partie, die am 20. Spieltag alles in den Schatten stellt, ist das Gipfeltreffen zwischen Wissen und Hamm. Eine erste Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg könnte am Sonntag fallen. Die schwächelnde SG Mündersbach (3.) liegt mittlerweile bei einem Spiel mehr sieben Punkte hinter der Spitze zurück und so ist das Titelrennen ein Zweikampf geworden. Hamm liegt zwar einen Punkt vor Wissen, unser letzter Gegner hat aber ein Spiel weniger absolviert als der VfL. Im Hinspiel gab es ein spektakuläres 4:4. Bei Hamms letzten Auftritten im Dr. Grosse-Siegstadion gewann die Heimmannschaft: Im Achtelfinale des diesjährigen Kreispokals gab es ein 1:0, in der Rückrunde der letzten Saison ein 3:1. Die anderen Paarungen sollten die Niederdreisbacher Fans allerdings mehr interessieren, weil deren Ausgang Auswirkungen auf die Tabellenposition unserer Mannschaft haben kann. Der FC Niederroßbach (8.), der punktgleich direkt vor dem VfB liegt, reist nach Mündersbach. Beide Teams schwächelten zuletzt: Niederroßbach holte aus den letzten fünf Spielen nur drei Punkte, während Mündersbach seit drei Spielen auf einen Sieg wartet. Wallmenroth (10.) droht den VfB mit einem Pflichtsieg gegen Herschbach zu überholen, weshalb ein Auswärtsieg gegen Alpenrod besonders wichtig wäre. Honigsessen (12.) kämpft gegen Alsdorf (7.) um den Klassenerhalt. Bei einem Sieg des TuS besteht für Niederdreisbach die Möglichkeit, an Alsdorf vorbeizuziehen. Schließlich empfängt Niederfischbach (6.) Betzdorf II (4.). Auch die Adler, deren Trainer sich laut Rhein-Zeitung noch Hoffnungen auf Platz 3 macht, liegen nur zwei Punkte vor dem VfB. Unter der Woche stehen zudem noch zwei Nachholpartien an. Beim Duell zwischen Alpenrod und Herschbach geht es nach derzeitigem Stand nur noch um die Ehre, wohingegen die Partie zwischen Honigsessen und Hamm sowohl im Aufstiegs- als auch im Abstiegskampf von Bedeutung ist.

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