Drucken

17. Spieltag (Montag, 1. April 2013, 15:00 Uhr): VfB Niederdreisbach - VfB Wissen

VfBLogo50x50 0:1 Wissen

 

„Kleiner“ VfB verkauft sich teuer gegen den „großen“ VfB

Gegen die Aufstiegs-Aspiranten aus Wissen konnte man sich im Vorfeld nicht viel ausrechnen. Trotz der guten VfB-Form der letzten beiden Spiele, kamen die Blau-Weißen als Favorit und Tabellenführer nach Niederdreisbach. Bereits im Hinspiel unterlag man chancenlos mit 2:4. Doch ungeachtet dieser Vorzeichen präsentierten sich die Hausherren selbstbewusst und bestimmten in der ersten Hälfte das Spiel. Sandro Josten (6.) und Patrick Kober (9.) probierten es jeweils mit Freistößen, denen aber sowohl Druck als auch Präzision fehlte. In der 17. Spielminute flankte Tim Meyer von rechts einmal quer über den Strafraum, wo Stefan Ermert stand und risikoreich eine Volleyabnahme versuchte. Er blieb dabei aber genauso glücklos wie Sandro Josten zehn Minuten später. Es dauerte bis zur 42. Minute als Wissen auch mal etwas beisteuerte. Marco Weller schoss aber zu unpräzise. Besser machte es Sebastian Girresser, dessen Schuss nur um Millimeter vorbei strich (43.). Praktisch mit dem Pausenpfiff gelang Wissen sogar die Führung. Nach einem Freistoß der Niederdreisbacher und anschließendem Ballverlust, spielte der Tabellenführer einen pfeilschnellen Konter, den Yalcin Aksac mit dem 1:0 krönte (45.). In der Nachspielzeit gelang Markus Nickol fast postwendend der Ausgleich. Seinem Kopfball gegen die Laufrichtung des Keepers fehlte es aber etwas an Dampf. Auch nach dem Seitenwechsel traten die Gäste weiterhin relativ selbstgefällig auf und wussten nicht besonders zu brillieren. Generell war der zweite Durchgang ereignisarm, fand hauptsächlich zwischen den beiden Strafräumen statt und es mangelte an Torraumszenen. Auf beiden Seiten gab es eigentlich nur zwei nennenswerte Aktionen. Für Wissen tanzte Christoph Lichtenfeld durch die gesamte Niederdreisbacher Hälfte und vollendete sein Solo mit einem Bumms an den Außenposten. Im Trikot des Aufsteigers machte Stefan Lenz mit einem Freistoß auf sich aufmerksam. Dabei geriet der Gäste-Schlussmann in Probleme. In den Schlussminuten und der ausgiebigen Nachspielzeit stemmte sich Niederdreisbach mit letzter Kraft gegen die Niederlage. Ein Tor wollte aber leider nicht mehr gelingen. Verdient hätte man es allemal.

Fazit: Niederdreisbach unterstrich die bisher gezeigten Leistungen mit einer erneut starken Vorstellung. In der ersten Halbzeit war man klar tonangebend und geriet dann unverdient aus dem Nichts durch einen Konter in der Schlussminute in Rückstand. Im zweiten Durchgang konnte man die Dominanz zwar nicht fortführen, aber auch Wissen machte nicht bedeutend viel mehr. Der Knackpunkt war die äußerst starke Defensive der Wissener. Sie hatten die Lufthoheit im Strafraum und ihr Torwart Marc Schuster pflückte jede Flanke, Ecke und fast jeden Freistoß. Trotz der Niederlage ein toller Auftritt der Grün-Weißen. In den ersten drei Spielen fiel besonders auf, dass man sich in der Abwehr sattelfester präsentiert als noch in der Hinrunde. Da kassierte man pro Spiel im Schnitt zwei Gegentore. Nun hat man in drei Spielen drei Tore hingenommen, dabei jedoch auch gegen die Top-Teams aus Wissen und Mündersbach gespielt.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer, Christian Meyer, Simon Lenz, Patrick Kober, Konstantin Knautz, Stefan Ermert, Sandro Josten (72. Stefan Lenz), Marcel Quast, Markus Nickol

Nächste Partie: 20. Spieltag in der Kreisliga A am Sonntag, dem 07.04.13 um 14:30 in Alpenrod.


Vorbericht

Der komplette 17. Spieltag wurde zum zweiten Mal verschoben und soll am Ostermontag (1. April) nachgeholt werden. Somit kommt es nur zwei Tage nach dem überzeugenden Sieg gegen Meudt zu einem weiteren Heimspiel.

Eigentlich ist es nicht der Anspruch des VfB Wissen, für Auswärtsspiele zu den Hartplätzen von Offhausen, Girkenroth oder Niederdreisbach reisen zu müssen. Der Traditionsverein von der Sieg träumt von der Rückkehr auf die überregionale Ebene, fristet sein Dasein jedoch im mittlerweile fünften Jahr in der A-Klasse, was, wie im Hinspiel zu beobachten war, gerade den anspruchsvollen Zuschauern missfällt. In der Kreisliga stehen aber nun mal Fahrten in die umliegende Fußballprovinz auf dem Spielplan. Während Spielgemeinschaften wie Alsdorf und Herschbach ausgerechnet ihre Partien gegen Wissen trotz vorhandener Rasenplätze „zufällig“ auf die Asche von Offhausen bzw. Girkenroth verlegt haben, spielen in der 8. Liga eigenständige Vereine wie TuS Honigsessen und VfB Niederdreisbach eben jedes Spiel auf diesem Untergrund. Jetzt steht also für die Wissener der Auftritt im Paradiesdorf bevor. Diese Premiere könnte auch gleichzeitig die vorerst letzte Darbietung werden, denn die Blau-Weißen sind auf einem guten Weg, die Kreisliga nach oben zu verlassen. Nach dem Patzer des Hauptkonkurrenten aus Hamm am 16. Spieltag (1:1 gegen Alsdorf) konnten sie die Tabellenführung zurückerobern und gingen mit zwei Punkten Vorsprung in die langen Pause. Zwar musste Wissen diesen Platz vorerst abgeben, da Hamm gegen Niederfischbach gewann, während das eigene Spiel ausfiel, doch steht der VfL vor einer schweren Aufgabe gegen Betzdorf II. Unabhängig vom Ergebnis in Hamm kann Platz 1 aber nur dann erreicht werden, wenn in Niederdreisbach gewonnen wird. Die Favoritenrolle ist in diesem Spiel natürlich klar vergeben: auf der einen Seite der Aufstiegsfavorit, der als einziges Team alle seine Rückrundenspiele für sich entscheiden konnte, auf der anderen Seite der Aufsteiger aus dem Daadetal. Das Hinspiel gewann Wissen verdient mit 4:2 nach Toren von Büni Yigit, Kapitän Dennis Kohl und Christian Nöller (2x). Auffallend ist, dass nach dem Abgang von Torjäger Deniz Inan vor der Saison ein defensiverer Kurs den Erfolg zu bringen scheint, der Wissen in den Vorjahren verwährt blieb. Hat das Team von Marco Weller 2011/2012 noch mit Abstand die meisten Treffer erzielt (78; 18 mehr als Hamm auf Platz zwei), liegt es aktuell bei 37 und somit schon 25 Tore hinter der Tormaschine aus Hamm (Niederdreisbach: 42 Tore). Die Abwehr ist hingegen der Punktegarant. Wie schon der letzte Meister Müschenbach (21 Gegentore; Wissen: 35), so müssen auch die Blau-Weißen weniger Tore zulassen als ihre Konkurrenz (15 in 16 Spielen). Um im nächsten Spiel eine Chance zu haben, muss der VfB Niederdreisbach also einen Weg finden, die Torgelegenheiten effektiv zu nutzen, die sich bieten. Auch im Hinspiel, in dem der Spitzenreiter über weite Phasen den Ton angab, boten sich für die Grün-Weißen Möglichkeiten, von denen auch zwei zu Toren führten. Ein Vorteil für Niederdreisbach ist sicherlich, dass man bereits zwei Pflichtspiele im Kalenderjahr absolvieren konnte und diese beide gewann. Wissen hingegen wartet seit November auf ein Ligaspiel. Nicht zuletzt wird ja möglicherweise auch die Vertrautheit mit dem Niederdreisbacher Hartplatz helfen, eine Überraschung zu landen, wie sie diese Saison gegen Wissen schon Honigsessen mit einem 1:1 auf dem Uhlenberg gelang.

Niederdreisbach kann sich potenziell gleich an zwei Mannschaften vorbeischieben, da Niederroßbach und Niederfischbach beide nicht am Ostermontag aktiv sind. Auf der anderen Seite ist es möglich, dass der VfB einen Platz zurückfällt, weil Alsdorf (9., 24 Punkte) gegen Alpenrod gewinnen dürfte. Bei zwei Punkten Rückstand bedeutet dies, dass selbst ein Unentschieden gegen Wissen möglicherweise nicht reicht. Wallmenroth (10., 22 Punkte) kann den VfB hingegen auch mit einem Heimsieg gegen Mündersbach (3.) nicht einholen.

(zur Saisonübersicht)