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11. Spieltag (Freitag, 19. Oktober 2012, 19:30 Uhr):  SSV Weyerbusch - VfB Niederdreisbach

Weyerbusch 1:0 VfBLogo50x50

Auch in Weyerbusch spukt der Auswärts-Fluch weiter

Im Rahmen der vorgezogenen Freitags-Begegnung des 11. Spieltags reiste der VfB zum SSV nach Weyerbusch. Die Truppe um Spielertrainer Kresovic hatte vor dem Anpfiff vier Punkte Rückstand auf den VfB und hinkt dementsprechend weit hinter ihrem Saisonziel, Platz drei bis fünf, zurück. Weyerbusch empfing den VfB überdies mit der Empfehlung von sechs Jahren Kreisligaerfahrung sowie der besten Defensive der Liga. Niederdreisbach war bislang auswärts nur selten erfolgreich, die Gastgeber hingegen zu Hause bockstark. Folgerichtig agierte der VfB zunächst aus einer kompakten Defensive heraus, sodass Weyerbusch im ersten Durchgang nur zwei gute Torchancen zu verzeichnen hatte. Die erste war in Minute vier zu sehen, als ein Kopfball gefährlich nah am VfB-Tor vorbei prasselte. Nach etwa einer halben Stunde probierte es Sebastian Werkhausen mit einem platzierten Schuss, den Tim Schumacher entschärfte. Niederdreisbach näherte sich vier Mal dem Tor. Zunächst schlitterte Kobers Kopfball knapp vorbei (10.), später versuchte es Heiko Schnell aus der Distanz gegen das bombenfeste SSV-Bollwerk (25.). Kurz vor dem Halbzeitpfiff hätte Konni Knautz sogar fast die Führung erzielt. Markus Nickol setzte ihn in Szene und Knautz nagelte die Kugel drauf. Von den Fingerspitzen des Torhüters, weiter an die Latte und schließlich auf der Torlinie landete das Ding. Leider fehlten die entscheidenden Millimeter (41.). Sandro Josten machte mit seinem Fernschuss einen Haken unter die erste Hälfte (45.). Zufrieden kamen die Niederdreisbacher aus der Kabine, war man doch hinten bislang sehr sicher und hatte vorne die gefährlichere Chance gehabt. Leider steigerten sich die Hausherren im zweiten Durchgang maßgeblich. Bereits in der 47. Minute stürmte Björn Abel alleine in Richtung Tim Schumacher, der diese hochkarätige Möglichkeit fantastisch vernichtete. Schumi stand nach 58 Minuten erneut im Brennpunkt, als Fehd Mestiri abzog und der VfB-Schlussmann wieder rigoros die Schotten dicht machte. Später rettete die Querlatte für ihn, denn an den Schuss von Werkhausen wäre er nicht mehr heran gekommen (67.). Der VfB sorgte immer wieder mit Gegenstößen für Entlastung, ohne dabei aber die ganz großen Möglichkeiten zu kreieren. Sechs Minuten vor dem Ende dann der Schock. Marco Esch bekam die Pille vor die Füße und diesmal konnten weder Tim Schumacher noch das Aluminium den Rückstand verhindern. Der VfB ging in Folge dessen volles Risiko und warf alles nach vorne. Fast hätte Kapitän Patrick Kober in der 90. Spielminute doch noch  den Ausgleich besorgt. Seinen gut platzierten Schuss bekam der SSV-Keeper so gerade noch um den Pfosten gelenkt. Die letzte Aktion gehörte wieder den Hausherren, die aufgrund des Spielstandes mittlerweile zu Kontermöglichkeiten kamen. So fand sich ein Stürmer plötzlich alleine auf dem Weg zum Tor. Er konnte sich eine Torecke aussuchen und zog ab, doch Schumacher bekam erneut seine Kraken-Arme dazwischen. Den direkten Nachschuss pflückte er ebenfalls.

Fazit: Auswärts läuft es bislang noch nicht optimal, vier Punkte aus fünf Spielen. Zwei der drei Niederlagen kassierte man allerdings auch gegen Spitzenteams wie Wissen und Weyerbusch. Zudem holte man bislang zu Hause kräftig Punkte. Beim Gastauftritt gegen den SSV hat der VfB sich nicht viel vorzuwerfen. Im ersten Durchgang war man die aktivere Mannschaft und hatte unglaubliches Pech bei der Chance von Konni Knautz. In Hälfte zwei steigerten sich die Hausherren. Aber anstatt blind ins Verderben zu rennen, verteidigte der VfB lange konzentriert und stürmte kontrolliert. Daher ein absolut ordentlicher Auftritt in der Fremde, welcher leider am Ende unbelohnt blieb. Nicht zuletzt auch für Tim Schumacher ein undankbares Finish, denn seine teilweise aberwitzigen Paraden hatten das Spiel lange offen gehalten.

Aufstellung: Tim Schumacher, Andreas Lenz, Tim Meyer (90. Christian Hassel), Steffen Trapp, Stefan Ermert (66. Christian Meyer), Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Sandro Josten, Marcel Quast, Markus Nickol

Lange Zeit stand die Null. Hier befindet sich Abwehrchef Andreas Lenz im Kopfballduell.

2012-10-19_Weyerbusch-VfB
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Nächste Partie: Halbfinale im Kreispokal am 24.10.12 um 19:30 auswärts bei der SG 06 Betzdorf II.
Vorbericht

Seit dem Bezirksligaabstieg 2006 spielt der SSV Weyerbusch in der Kreisliga A und hat dabei stets Mittelfeldplatzierungen (Platz 6-10) eingefahren. Nach der Verpflichtung von Spielertrainer Slobodan Kresovic vom Ex-Bezirksligisten Siegtaler Sportfreunde Oppertsau setzte Weyerbusch vor der Saison zum großen Wurf an: Auf den Plätzen 3-5 möchte der SSV landen, also besser als in den vergangenen sechs Kreisliga-Jahren. Vor dem Heimspiel am elften Spieltag gegen den VfB Niederdreisbach steckt Weyerbusch allerdings einmal mehr im mittleren Drittel der Liga fest. Mit einem bemerkenswerten 2:0-Sieg über den VfL Hamm in die Saison gestartet, hielt man sich fünf Wochen lang in den Top 5, fiel aber nach schwankenden Leistungen (u.a. Sieg gegen Niederroßbach, Punktgewinn gegen Wissen, aber auch nur Remis gegen Alpenrod) in der Tabelle nach unten. Aktuell stehen drei Siege ebenso vielen Niederlagen gegenüber (bei vier Unentschieden), was Platz 9, vier Punkte hinter dem VfB, bedeutet. Dennoch ist Weyerbusch gerade auf dem heimischen Kunstrasenplatz, auf dem sich Niederdreisbach am Freitag präsentieren muss, kein leichter Gegner. Während die Schwarz-Weißen auswärts erst enttäuschende drei Tore erzielen und so lediglich zwei Punkte mit nach Hause nehmen konnten, sind sie bei Heimspielen noch ohne Niederlage und haben bei zehn eigenen Treffern erst drei Gegentore kassiert. Überhaupt musste kein Team in der laufenden Saison weniger Tore hinnehmen als Weyerbusch. Elf Gegentreffer in zehn Spielen sind ein beachtlicher Wert – trotz seiner starken Debütsaison im VfB-Dress musste Tim Schumacher schon doppelt so oft hinter sich greifen wie sein Gegenüber Andreas Becker! Philipp Bohlscheid, der Becker letzte Woche vertrat, wahrte beim Wissen-Bezwinger Wallmenroth eine weiße Weste. Auch wenn nur Hamm mehr Tore erzielte als Niederdreisbach, wird es gegen diese Abwehr sogar dem starken VfB-Angriff schwer fallen, häufig einzunetzen. Gegen Weyerbusch ist Effektivität gefragt.

Sollte der VfB Niederdreisbach nach zuletzt vier Auswärtspunkten in zwei Spielen in Weyerbusch gewinnen können, würde er sich zumindest bis Sonntag auf Platz 3 vorschieben können. Bei einer Niederlage könnten ihn diese Woche Alsdorf und Wallmenroth überholen. Diese beiden Mannschaften bekommen es mit den Spitzenteams Wissen (in Offhausen gegen Alsdorf) und Niederroßbach zu tun. Die weiteren Teams, die derzeit vor Niederdreisbach platziert sind, haben allesamt Gegner vor der Brust, die in Abstiegsgefahr schweben: Tabellenführer Mündersbach reist eine Woche vor dem Gipfeltreffen gegen Wissen zum enttäuschenden SV Adler Niederfischbach, der Relegationsplatz 12 belegt. Hamms Gegner Herschbach liegt nur einen Platz vor den Adlern. Betzdorf II (5.) dürfte sich beim abgeschlagenen Schlusslicht Alpenrod keine Blöße geben. Unbedingt punkten muss der TuS Honigsessen, der seit drei Wochen Vorletzter ist. Auswärts noch ohne Punktgewinn, ist es für Niederdreisbachs Mitaufsteiger zwingend notwendig, gegen Meudt (10.) weiterhin zu Hause ungeschlagen zu bleiben.

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