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6. Spieltag (Sonntag, 16. September 2012, 14:30 Uhr): SG Meudt/Elbingen-Hahn/Berod - VfB Niederdreisbach

Meudt 1:3 VfBLogo50x50

Schumis Reflexe sichern erste Auswärtspunkte

Ohne jegliches Erfolgserlebnis kehrte der VfB bislang von seinen Ausflügen in Honigsessen und Wissen zurück. Am 6. Spieltag fuhr man in einem fulminanten Spiel den ersten Auswärts-Dreier ein. Direkt von Beginn an legte der VfB im Stile einer Heimmannschaft druckvoll los. Nach fünf Minuten bot sich die erste Großchance. Heiko Schnell hatte Sandro Josten bedient, der allein vor dem Tor einschussbereit zur Stelle war, jedoch im Abschluss glücklos blieb. Stattdessen sorgte Markus Nickol in der neunten Minute für die frühe Führung. Christian Meyer spielte einen langen Ball in die Spitze. Diesen eroberte sich unser Top-Torjäger, behielt trotz des hinausstürmenden Tormanns die Ruhe und überlupfte ihn. Die Hausherren blieben im ersten Durchgang blass, hatten lediglich zwei wenig gefährliche Möglichkeiten. Anders die Niederdreisbacher, welche nach 35 Minuten erneut erfolgreich waren. Denn nach einem Foul an Markus Nickol durfte Heiko Schnell zum Strafstoß antreten. Gewohnt souverän platzierte er ihn im linken unteren Eck. Kurz vor dem Pausenpfiff hätte der Vorsprung noch ausgebaut werden können. Nach einer Bananenflanke von Sandro Josten, verpasste Markus Nickol das 3:0 per Kopf denkbar knapp (43.). Die Halbzeit-Ansprache des SG-Trainers, so wirkte es in den ersten Minuten des zweiten Durchgangs, schien nicht zu fruchten. Immer noch bestimmte Niederdreisbach das Geschehen. Heiko Schnell setzte das erste Ausrufezeichen mit seinem Distanzschuss, der sich leider etwas vom Tor weg gedreht hatte (46.). Noch enger wurde es nach 53 Minuten, als eine scharf hereingebrachte Flanke von der rechten Seite im Strafraum für Tumult sorgte. Patrick Kober war bereit zum einnicken, wurde jedoch von einem Verteidiger in letzter Sekunde davon abgehalten. Plötzlich legte Meudt seine Fußfesseln ab und zeigte, warum sie letzte Saison die Tormaschine der Kreisliga B 1 waren. Burak Türk spielte in der 66. Minute einen hervorragenden Steilpass auf Kevin Haas, der ein kräftiges Pfund in die kurze Ecke abfeuerte. Angestachelt von diesem Anschlusstreffer legte die SG mächtig los, der VfB wirkte nun etwas überrumpelt. Glücklicherweise war VfB-Keeper Tim Schumacher in Gala-Form. Kurz nach dem 1:2 hatten die Gastgeber einer Doppelchance. Zunächst parierte Schumi einen gefährlichen Schuss. Im Anschluss stürmten die Gastgeber erneut alleine auf das Tor zu. Schumi lief beherzt heraus und vereitelte die Möglichkeit zum Ausgleich (69.). Einen letzten Hochkaräter hatten die Meudter noch im Köcher. In der 77. Spielminute entschärfte Schumacher aber auch diesen mit einem formidablen Reflex. In Folge dessen machten die Gastgeber nur noch mit Platzverweisen auf sich aufmerksam. Der Frust über die nicht genutzten Chancen zum Ausgleich verleitete Ersin Erhan wohl zu einer Schiedsrichterbeleidigung, welche mit der roten Karte sanktioniert wurde (85.). Sein Kollege Burak Türk, der Vorbereiter zum Meudter Anschlusstreffer, flog nach 88 Minuten auch noch vom Spielfeld. Wegen wiederholtem Foulspiel zeigte der Schiedsrichter ihm die gelb-rote Karte. Die zweite Hälfte hatte einiges an Spannung geboten und war noch immer nicht entschieden, bis zur 88. Spielminute. Heiko Schnell legte sich 18 Meter vor dem Kasten die Kugel zu einem Freistoß zurecht. Diesen schnippelte er gefühlvoll über die Mauer. Der Torschrei hallte schon auf, doch der Ball war von den Fingerspitzen des Torwarts am Pfosten gelandet. Nun rollte die Kugel auf der Torlinie entlang und Sandro Josten pustete ihn rein.

Fazit: Der Befreiungsschlag gegen Mündersbach hat den Sand aus dem Getriebe geblasen. Der VfB agierte in Meudt im Stile einer Heimmannschaft und diktierte über weite Strecken den Spielverlauf. Die 2:0 Pausenführung klang komfortabel, hätte aber spätestens in der Anfangsphase des zweiten Durchgangs ausgebaut werden müssen. So reanimierten sich die Gastgeber mit dem Anschlusstreffer, bissen sich aber an Tim Schumacher die Zähne aus. Die Niederdreisbacher Defensive stellte sich mit aller Macht gegen die aufbegehrenden Hausherren und blieb letztlich erfolgreich. Folglich belohnte sich der VfB für seine tolle Leistung mit dem 3:1, welches aktuell Tabellenplatz vier bedeutet. Eine super Ausgangsposition für die Wochen der Wahrheit, die nun folgen. Denn an den nächsten vier Spieltagen warten drei Heimspiele. Zunächst empfängt man das Tabellenschlusslicht aus Alpenrod, welches an diesem Spieltag ein Unentschieden gegen Wallmenroth erreicht hat, danach geht es nach Herschbach (12.). Es folgen zwei Derbys gegen Wallmenroth und Alsdorf vor heimischem Publikum.

Aufstellung: Tim Schumacher, Marco Lenz (88. Matti Höfer), Tim Meyer (70. Stefan Lenz), Andreas Lenz, Christian Meyer, Michael Schuster, Patrick Kober, Konstantin Knautz (78. Christian Hassel), Heiko Schnell, Sandro Josten, Markus Nickol

Die Chronologie der Ereignisse: Der VfB stürmt und trifft im ersten Durchgang (oben). In der zweiten Hälfte wird die Gegenwehr größer. Torwart Tim Schumacher als sicherer Rückhalt seiner ackernden Verteidiger-Kollegen (links unten) und Christian Meyer spektakulär im Zweikampf (rechts unten).

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Nächste Partie: 7. Spieltag Kreisliga A am Sonntag, dem 23.09.12, zu Hause gegen Alpenrod.

Vorbericht

Am 6. Spieltag der Kreisliga A treffen auf dem Rasenplatz in Berod (VG Wallmerod) die beiden B-Liga-Meister der Vorsaison aufeinander. Der Gastgeber, die SG Meudt/Elbingen-Hahn/Berod holte sich 2011/12 souverän mit sieben Punkten Vorsprung den ersten Platz in der Kreisliga B1 vor Derschen und qualifizierte sich somit nach sechs Jahren in dieser Liga für die höchste Spielklasse des Fußballkreises WW/Sieg. Der VfB Niederdreisbach lag beim Gewinn der Meisterschaft in der Kreisliga B2 am Ende sechs Punkte vor Mitaufsteiger Honigsessen. Mit 95 bzw. 98 Treffern stellten beide Teams die mit Abstand beste Offensive ihrer jeweiligen Staffel; Meudt hatte zudem mit lediglich 25 Gegentoren in 26 Spielen die eindeutig beste Defensive.
In Anbetracht der Leistungen in der vergangenen Spielzeit überrascht es sicherlich nicht, dass beide Teams mehr als nur den Klassenerhalt in der neuen Spielklasse anstreben, sondern einen sicheren Mittelfeldplatz als Ziel ausgegeben haben. Tatsächlich bewegten sich die beiden Neulinge, ähnlich wie beim einzigen Aufeinandertreffen im Kreismeisterschaftsendspiel im Mai (der VfB siegte im Elfmeterschießen), im bisherigen Saisonverlauf auf Augenhöhe. Sowohl Meudt als auf Niederdreisbach konnten zwei Spiele für sich entscheiden; der VfB liegt einen Punkt vor seinem nächsten Gegner. Eine wirklich aussagekräftige Analyse der Stärke der beiden Kontrahenten ist allerdings nur schwer möglich, da es nach fünf Spieltagen nur eine Mannschaft gibt, auf die beide trafen. Diese ist die SG Mündersbach/Roßbach, die Niederdreisbach vorige Woche zu Hause mit 4:2 schlagen konnte. Meudt hingegen verlor gegen dieses Team seinen Saisonauftakt auf heimischem Platz mit 0:1.
Anders als letzte Saison hapert es bei Meudt aktuell ein wenig im Angriff: Mit sieben Toren haben die Rot-Weißen nur einen Treffer mehr erzielt als Markus Nickol alleine. Vier davon gab es gegen das abgeschlagene Schlusslicht aus Alpenrod, während Meudt in zwei Spielen gar nicht getroffen hat. Turhan Baylan, 2011/12 noch mit 29 Treffern B1-Torschützenkönig, stand zwar in jedem Spiel in der Startelf, ist aber noch ohne Torerfolg in der höheren Liga. Lediglich im Kreispokal traf Baylan, doch sein Tor reichte nicht, um in der zweiten Runde das Ausscheiden gegen den B-Ligisten Westernohe im Elfmeterschießen zu verhindern. So ist Stürmerkollege Kevin Haas mit drei Toren aktuell Meudts erfolgreichster Schütze in der Liga. Nicht nur im Sturm vertraut Trainer Hannappel seiner Meistermannschaft. Mit Torwart Christopher Keller von der Wirgeser A-Jugend kam nur ein einziger Neuzugang. Dahingegen wechselten zwar fünf Spieler zu den Alten Herren oder beendeten ihre Karriere gänzlich, die Truppe konnte jedoch ansonsten zusammengehalten werden.
Zwar mag Niederdreisbach insgesamt als leichter Favorit erscheinen, doch darf nicht vergessen werden, dass der VfB in der Fremde derzeit noch punktlos ist. Eine konzentrierte Vorstellung in Berod wird notwendig sein, um sich in der Auswärtstabelle nach vorne schieben zu können.

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