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3. Spieltag (Freitag, 24. August 2012, 18:30 Uhr): VfB Niederdreisbach - SV Adler 09 Niederfischbach

VfBLogo50x50 2:2 Niederfischbach

Die Adler reißen späte Beute auf dem Koppelberg

Nach der Auswärtspleite in Honigsessen kam zu allem Überfluss am dritten Spieltag das Top-Team aus Niederfischbach auf den Sportplatz nach Niederdreisbach. Zu Beginn roch auch alles nach einem Erfolg der Adler, denn die ersten vier Aktionen im Spiel gehörten ihnen. Nach drei Minuten gaben sie einen ersten Schuss ab, der aber noch vergleichsweise harmlos war. In der 10. Minute dann fast ein Eigentor des VfB im Anschluss an einen scharf hereingebrachten Ball, den Tim Schumacher im Niederdreisbacher Tor mit seinen Fingerspitzen über den Querbalken lenkte. Schon einen Wimpernschlag später folgte die erste Riesenchance, als ein Adler alleine aufs Tor zulief und nur noch am starken Schumi scheiterte. Der Niederdreisbacher Schlussmann war in der 13. Minute aber machtlos, denn Michael Leis besorgte nach einem Eckstoß treffsicher die Führung. Direkt vom Anstoßpunkt leitete der VfB seinerseits trotzig den Ausgleichstreffer ein. Nach kurzer Überbrückung des Mittelfeldes, befand sich Stefan Lenz in Ballbesitz, der Kapitän Patrick Kober mit einem Pass von chirurgischer Genauigkeit durch die Abwehr des Gegners in Schussposition brachte. Kober überspielte den heraus eilenden Gästetorwart Florian Bargon und der Ball landete im Netz. Nun ging es in beachtlichem Tempo, fast wie beim Tennis, hin und her. Dennoch war die nächste Großchance erst in Minute 27 zu sehen, dafür handelte es sich um eine besonders hochkarätige. Ein Fischbacher fand sich plötzlich alleine vor dem Niederdreisbacher Tor wieder, traf aber anstatt des 7,32 großen Tors den vergleichsweise dünn konstruierten Pfosten. Nach einer aufreibenden ersten halben Stunde, gönnten die Teams sich schließlich etwas Ruhe. Im zweiten Durchgang änderten sich dann die Kräfteverhältnisse immens. Der VfB trumpfte groß auf und Niederfischbach fand überhaupt nicht mehr statt, unter anderem auch wegen einem Christian Meyer, der glänzend verteidigte. Einen Eckball von Heiko Schnell köpfte Patrick Kober in der 59. Minute an die Latte. Wenig später probierte sich Stefan Lenz per Freistoß, welcher mit etwas mehr Dampf wohl gesessen hätte. Sogar die Defensiv-Abteilung half mit nach vorne und wäre in Person von Tim Meyer fast erfolgreich gewesen. Sein Distanzschuss trudelte leider knapp über das Tor. Nach 74 gespielten Minuten jubelten einige schon, die nicht gesehen hatten, dass der Kopfball von Konni Knautz nicht im, sondern wenige Millimeter neben dem Kasten landete. Der anschließende Eckball belohnte schließlich die vehementen Angriffsbemühungen. Heiko Schnell führte ihn aus und Markus Nickol drückte das Leder per Kopf in die Maschen. Um den Sack zuzumachen, stürmten die Grün-Weißen weiter. Steffen Trapp feuerte aus etwa acht Metern aufs Tor, doch ein Verteidiger flog im letzten Moment in die Schussbahn. Drei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit folgte eine weitere Spitzen-Gelegenheit. Stefan Lenz, per Flanke bedient, bugsierte die Kugel an den Pfosten, von wo er das Spielgerät postwendend wieder erhielt und beim Nachschuss leider nicht genau genug zielen konnte. Dann geschah das Unglaubliche. Die Gäste hatten in der gesamten zweiten Halbzeit keinen einzigen Torschuss abgegeben. Mit ihrer gnadenlosen Effektivität reichte ihnen aber die 93. Minute, um in Gestalt von Christopher Melles das Unentschieden zu retten.

Fazit: Erst hast du kein Glück und dann kommt auch noch Pech dazu. Dieses viel bemühte Sprichwort beschreibt treffend, was am dritten Spieltag, zumindest in der zweiten Halbzeit, geschah. Die erste Hälfte relativiert dies ein wenig. Dort hatten die Adler mit ordentlich Dampf begonnen, waren die gefährlichere Truppe und hätten auch in Führung liegend in die Pause gehen können. Im zweiten Durchgang war der VfB jedoch ungleich stärker. Er produzierte zahlreiche Chancen und ließ dem Gegner keine Luft zum atmen. Letztlich fragt aber nachher niemand nach Chancen, verdient oder nicht verdient, sondern nach dem Ergebnis und dieses lautet Unentschieden. Vergisst man die erste Enttäuschung angesichts des späten Ausgleichstreffers, kann man zufrieden sein, wie famos sich Niederdreisbach gegen ein Team präsentierte, das seit Jahren zur Creme de la Creme der A-Klasse gehört.

Aufstellung: Tim Schumacher, Marco Lenz, Tim Meyer (87. Matti Höfer), Steffen Trapp, Christian Meyer, Patrick Kober, Konstantin Knautz, Heiko Schnell, Stefan Ermert(70. Sandro Josten), Stefan Lenz, Markus Nickol (90. Mats Volk)

Nächste Partie: 4. Spieltag am Sonntag, dem 02.09.2012 um 14:30 auswärts gegen VfB Wissen.

Dieses Bild prägte die zweite Halbzeit: Der VfB setzte die Adler mit sieben Spielern im Angriff unter Druck.

2012-08-24_VfB-Niederfischbach

 


 

Vorbericht

Neun von vierzehn Mannschaften in der A-Klasse sind mit einem Sieg und einer Niederlage in die aktuelle Saison gestartet, was die Ausgeglichenheit der Liga demonstriert. Zwei von diesen sind der VfB Niederdreisbach und der SV Adler Niederfischbach, die am Freitag den dritten Spieltag eröffnen. Unser Gast verlor zunächst in Herschbach, holte aber vergangene Woche einen starken Heimerfolg gegen den Mitfavoriten aus Wallmenroth. Nicht nur wegen der Pokalpartie gegen Derschen lediglich zwei Tage vor dem Spiel (Niederfischbach steigt in diesen Wettbewerb erst nächsten Dienstag ein), ist der VfB gegen die Adler wohl Außenseiter. Während der VfB sein A-Klassen-Debüt gibt, spielt Niederfischbach seine zehnte Saison in Folge in der höchsten Spielklasse des Kreises. In den letzten vier Jahren landeten die Schwarz-Weißen dabei immer unter den Top 5. Vor zwei Jahren holte der Verein sogar die Meisterschaft, verpasste aber dennoch die Rückkehr in die Bezirksliga, weil er in der Relegation am punktgleichen Vizemeister aus Westerburg scheiterte.
Der einzige Vergleich zwischen VfB und SV Adler fand vor etwas mehr als fünf Monaten statt, als der damals noch höherklassige Verein aus Niederfischbach bei einem Freundschaftsspiel in Niederdreisbach mit 0:1 gewinnen konnte. Die Heimmannschaft zog sich damals allerdings mehr als achtbar aus der Affäre; zumindest ein Unentschieden wäre möglich gewesen. Damals wie heute fehlte auf Seiten der Gäste Ruben Balthasar. Der beste Niederfischbacher Torjäger der letzten Spielzeiten, der vor seiner Karriere als Fußballer in Juniorennationalmannschaften des Deutschen Eishockey-Bundes stand, hat den Verein mittlerweile in Richtung Eiserfeld verlassen und hinterlässt eine Lücke im Angriff. Der Weggang des Stürmers hatte sich jedoch schon in der vergangen Rückrunde abgezeichnet und so konnte der SVA sein Spiel neu ausrichten. Ein weiterer interessanter Gegner reist am 3. Spieltag nach Niederdreisbach.

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