5. Spieltag (Sonntag, 15.09.2019, 15 Uhr): VfB Niederdreisbach - SG Westerburg/Gemünden/Willmenrod II

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Mit zwei 2:1-Siegen gegen Absteiger aus der Bezirksliga hat der VfB Niederdreisbach (6., 6 Punkte) sich vom vorletzten Platz verabschiedet und in die obere Tabellenhälfte geschoben. Nach Betzdorf und Hamm folgt beim Heimspiel am fünften Spieltag der nächste Gegner, der schwer einzuschätzen ist, weil er in der vergangenen Saison in einer anderen Liga antrat. Anders als bei den Traditionsclubs von der Sieg handelt es sich aber bei der Reserve der SG Westerburg/Gemünden/Willmenrod um einen Aufsteiger aus der Kreisliga B.
Noch ohne SG-Zugehörigkeit des SV Rot-Weiß Willmenrod sicherte sich die SG Westerburg/Gemünden II im Frühjahr bereits am drittletzten Spieltag die Meisterschaft in ihrer B-Liga-Staffel. Dabei dürften nur wenige Kenner der B-Klasse Westerburg II vor der Saison 2018/19 auf dem Zettel gehabt haben, denn während der Drittplatzierte Hattert und Vizemeister Langenhahn seit fünf bzw. sechs Jahren in der oberen Tabellenhälfte zu finden waren, hatte Westerburg II in den vier Jahren zuvor die Saison stets in der unteren Tabellenhälfte beendet und hatte die sieben Jahre davor sogar nur in der Kreisliga C1 gespielt. Nachdem die Mannschaft 2018 erst am letzten Spieltag den Klassenverbleib in der B-Klasse klargemacht hatte, gab es ein knappes Jahr später überraschend Platz 1. So feierten die Westerburger erstmals nach fünfzehn Jahren wieder die Meisterschaft in der Kreisliga B. Diesmal konnten sie aber anders als 2004, als Westerburgs Erste noch in der Kreisliga A spielte und somit dort kein Platz für die Zweite war, tatsächlich ins Kreisligaoberhaus aufsteigen. Da die Rheinlandligareserve der SG Altenkirchen/Neitersen gleichzeitig den umgekehrten Weg ging, ist die SG Westerburg/Gemünden/Willmenrod II in der aktuellen Saison die beste Zweitvertretung im gesamten Fußballkreis WW/Sieg.
Die A-Liga-Saison verlief für unseren nächsten Gegner allerdings bislang ernüchternd. Schon die Ergebnisse in der Vorbereitung waren alles andere als zufriedenstellend: Den einzigen Sieg gab es gegen B-Liga-Neuling Guckheim II, wohingegen die anderen acht Tests alle verloren gingen. Besorgniserregend war hier sowohl die eigene Durchschlagskraft als auch die Abwehrleistung. Während Westerburg II selbst nur weniger als ein Tor pro Spiel gelang, trafen die Gegner im Schnitt über viereinhalbmal pro Partie. Diese beiden Werte aus der Vorbereitung standen im krassen Gegensatz zu den Leistungen aus der Meisterschaftssaison, die die Bezirksligareserve als viertbester Angriff und vor allem mit der besten Abwehr der Liga beendet hatte.
Bis zum Pflichtspielauftakt konnte sich die Mannschaft von Angelo Maucieri dann auch nicht mehr wirklich stabilisieren. Im Kreispokal gab es das frühe Aus gegen den B-Ligisten SG Lasterbach. In der Liga steht Westerburg II als einziges punktloses Team am Tabellenende. Durch neunzehn Gegentore nach vier Spieltagen ist der Gegentorschnitt in der Meisterschaft sogar noch etwas höher als in der Vorbereitung und wenig überraschend der mit Abstand schlechteste Wert der Liga. Vorsicht ist dennoch geboten, denn der Angriff scheint zu alter Form zurückzufinden. Die neun Tore, die Westerburg II bislang schießen konnte, sind immerhin der achtbeste Wert der Liga; der VfB Niederdreisbach liegt in dieser Kategorie auf dem drittletzten Platz. In einem Testspiel gegen die eigene dritte Mannschaft am vergangenen Dienstag traf der A-Liga-Aufsteiger satte elfmal und blieb ohne Gegentor, hat also sicherlich eine gehörige Portion Selbstvertrauen getankt. Wenn Niederdreisbach das Heimspiel gegen das Schlusslicht für sich entscheiden will, muss die Abwehr der Reder-Elf also genauso sicher stehen wie in den letzten Wochen. Dass nur Spitzenreiter Alpenrod und Meisterschaftsfavorit Niederfischbach weniger Tore hinnehmen mussten als der VfB, ist sicherlich eine beachtliche Leistung. Die Chemie zwischen dem zurückgekehrten Torwart Pierre Zeitz und seinen Vorderleuten scheint zu stimmen.
Um die Favoritenrolle gegen Westerburg II wird der VfB Niederdreisbach gerade in einem Heimspiel ganz sicher nicht herumkommen. Obwohl der Gegner bisher leer ausging, dürfte er aber besser sein, als die Zahlen es zunächst vermuten lassen. Das Auftaktprogramm der Westerburger hatte es durchaus in sich. Mit Herdorf, Friesenhagen und zuletzt Alpenrod stellte sich bereits das aktuelle Führungstrio der Liga beim Aufsteiger vor. Gegen keinen dieser drei  Meisterschaftsanwärter war Westerburg II chancenlos; die SG verlor gegen Friesenhagen und Alpenrod nur mit zwei und gegen Herdorf sogar nur mit einem Tor Unterschied. Wirklich unter die Räder kamen die Hellblauen nur beim 3:8 in Guckheim, wobei der Gegner in diesem Nachbarschaftsduell und am Kirmeswochenende sicherlich besonders motiviert war. Jetzt, da die stärksten Mannschaften der Liga hinter ihnen liegen, werden die Spieler von Westerburg II nach und nach ihr Punktekonto füllen, besonders falls ihnen durch Abstellungen von Bezirksligaspielern geholfen wird. Unterschätzen darf man Westerburg II auf keinen Fall.

Zwar ist der VfB nach vier Spieltagen Sechster, wird in das Heimspiel am Sonntag aber nur als Siebter gehen. Das liegt daran, dass Alsdorf (11., 4 Punkte) und Gebhardshainer Land (7., 6 Punkte) sich bereits am Freitagabend duellieren und sich unabhängig vom Ausgang dieser Partie einer der beiden Kontrahenten am VfB vorbeischieben wird. Gleichzeitig findet auch schon das Spitzenspiel des Spieltags statt, in dem Alpenrod (1., 12 Punkte) die SG Herdorf (3., 9 Punkte) erwartet. Am Sonntag muss dann Niederfischbach (4., 9 Punkte) nach der unerwarteten Pleite in Betzdorf gegen Hamm (13., 1 Punkt) unbedingt dreifach punkten und in die Erfolgsspur zurückkehren. Friesenhagen (2., 10 Punkte) spielte am letzten Wochenende erstmals „nur“ Unentschieden, gewann aber unter der Woche im Kreispokal und dürfte bei der Reise nach Guckheim (8., 5 Punkte) nichts anbrennen lassen. Daaden (12., 3 Punkte) steht bei den Sportfreunden Schönstein (5., 7 Punkte) schon ordentlich unter Druck: bislang waren zwei Elfmetertore von Steffen Metz die einzigen Treffer der hochgehandelten SG. Daadens letztes Heimspiel ging mit 1:5 verloren. Mit Berod-Wahlrod/Lautzert (9., 4 Punkte) und Betzdorf (10., 4 Punkte) spielen schließlich zwei Tabellennachbarn gegeneinander.

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