11. Spieltag (Sonntag, den 22. Oktober 2017, 15:00 Uhr): SV Adler 09 Niederfischbach - VfB Niederdreisbach

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Deutliche Niederlage im Otterbachtal

Beim SV Adler Niederfischbach musste der VfB Niederdreisbach eine hohe Niederlage hinnehmen, die in ihrer Deutlichkeit aber sicher nicht dem Spielverlauf entspricht. Die mangelnde Chancenverwertung, die sich in den vorherigen zehn Ligaspielen immer wieder zeigte, erfuhr laut Trainer Christian Hensel "noch einmal eine Steigerung". Dementsprechend hat der VfB neben Stockum-Püschen die wenigsten Treffer erzielt und rutscht nach zwei Wochen oberhalb der Abstiegsränge wieder auf den Relegationsplatz zurück, während Niederfischbach sich auf den vierten Platz verbesserte und sogar nur noch zwei Punkte hinter dem Zweiten liegt.
Obwohl Christopher Melles, der beste Adlertorjäger der letzten Jahre, erst in der zweiten Hälfte eingewechselt wurde, stand es bereits zur Halbzeit 2:0 für die Gastgeber. Bereits nach weniger als einer Viertelstunde gelang Sven Bajorat die Führung. Die VfB-Spieler ließen sich davon nicht unterkriegen und hatten Möglichkeiten zum Ausgleich, selbst wenn Niederfischbach laut eigenem Spielbericht in dieser Phase "über weite Strecken dominant" auftrat. Zum Beispiel scheiterte unser Offensivakteur Marzisz am glänzend aufgelegten Schlussmann Sven Köhler. Leider endete die erste Halbzeit dann mit einem Handelfmeter, den Daniel Krämer zum 2:0 für die Hausherren verwertete.
Nach der Pause hatte der VfB laut Betreuer Thomas Best drei hundertprozentige Chance zu verzeichnen, doch wie so oft sollte der Ball einfach nicht im Tor landen. Besser machte es auf der anderen Seite Linus Spies, der nach gut einer Stunde mit dem dritten Niederfischbacher Tor alles klar machte.
Christian Hensel war nach dem Spiel konsterniert: "Es ist zum Haareraufen. Wenn du keine Tore machst, kannst du nicht gewinnen. Nutzen wir nur die Hälfte unserer hundertprozentigen Möglichkeiten, gehen wir hier nicht mit leeren Händen nach Hause - aber wir machen nicht eine und so lacht sich der Gegner schlapp. Das Positive ist, dass wir uns weiter etliche Großchancen herausspielen. Darauf müssen wir weiter aufbauen."

Im vorletzten Spiel der Hinrunde empfängt der VfB am Samstag auf eigenem Platz ein weiteres Spitzenteam, nämlich den SC Union Berod/Wahlrod. Hier braucht die Mannschaft die Unterstützung ihrer Fans, um sich die Möglichkeit offen zu halten, zur Mitte der Saison wieder aus der Gefahrenzone zu klettern.

 

Aufstellung des VfB: Schumacher, M. Ermert, St. Ermert, T. Meyer, Ch. Meyer, Marzisz, Hofmann, Höfer (59. Cavga), Rötter, Josten, Güdelhöfer


Vorbericht

Am letzten Spieltag der vergangenen Saison traf der VfB Niederdreisbach in einem Heimspiel auf den SV Adler Niederfischbach. Das Spiel ging zwar verloren, doch bei der Heimelf musste sich niemand besonders lange ärgern, denn der vereinsinterne Punkterekord war zu diesem Zeitpunkt schon eingestellt und Platz 4 als beste VfB-Platzierung bereits sicher. Insofern schien es auch nicht so schlimm zu sein, dass nach der Niederlage gegen Meister Wallmenroth siebeneinhalb Monate zuvor ein zweites Heimspiel verloren ging.
Zu diesem Zeitpunkt hätten wohl die wenigsten geahnt, dass damit eine Durststrecke von nicht gewonnen Spielen auf eigenem Platz beginnen sollte, die nun schon sechs Spiele währt – nie wartete man in den über acht Jahren seit Wiederaufnahme des eigenen Spielbetriebs länger. In der Konsequenz heißt das, dass kein Team der Liga weniger Heimpunkte geholt hat als der VfB mit seinen zwei Unentschieden. Von der Heimmacht der vergangenen Saison ist unter dem Strich bisher nicht viel übrig geblieben. Leider führten auch teils gute Auftritte mit hochkarätigen Chancen nicht dazu, die Punkte im Paradiesdorf zu lassen.
Nun geht der VfB also erst einmal wieder auf Reisen, was aktuell ja besser läuft: Lautzert als Führender der Auswärtstabelle hat in der Fremde nur einen Punkt mehr geholt. Gegen den SV Niederfischbach (5., 16 Punkte) soll das dritte Spiel ohne Niederlage in Folge gelingen. Leider haben sich die Jungs von der Asdorf gegen Niederdreisbach oft teuer verkauft. Gerade im Paradiesdorf lief es für sie: Fünfmal hat der VfB den SV seit dem A-Liga-Aufstieg empfangen und nur einmal gab es für ihn einen Sieg und einmal ein Unentschieden. In der Wurth-Arena lief es interessanterweise besser für den VfB, denn hier gab es zuletzt zwei Auswärtssiege und davor ein Unentschieden.
Niederfischbach muss trotzdem mit der Favoritenrolle leben, zumal unser nächster Gast den Anspruch hat, in der Top 5 der Liga zu landen (siehe Tempo, Tore, Titeljagd). Dieser vereinsinternen Vorgabe wird die Mannschaft nach zehn abgeschlossenen Spieltagen mit der gegenwärtigen Platzierung auf Rang 5 auch gerecht. Die sechs Plätze und sechs Punkte Vorsprung auf den VfB Niederdreisbach sind bereits ordentlich. Einziges Manko: Gegen die Spitzenteams ging die John-Elf bislang überwiegend leer aus. Niederfischbach gewann nur gegen eine der vier weiter vorne platzierten Mannschaften. Somit war der zwischenzeitliche Platz 2 nicht zu halten; der Rückstand auf die Spitze beträgt mittlerweile bereits fünf Punkte, wobei er bei einem Lautzerter Sieg im Nachholspiel noch auf acht anwachsen könnte. Mit einer Bezirksliga-Rückkehr nach fünfzehn Jahren dürfte es also schwierig werden.
Dennoch steckt in Niederfischbachs Kader großes Potenzial. VfB-Trainer Christian Hensel ist sich vor allem der Qualitäten im Angriff bewusst: „Für mich trainiert Marco John die offensivstärkste Mannschaft der Liga.“ Während manche Teams sich auf einen Torjäger verlassen, teilen sich beim SV Adler drei Spieler die Abschlüsse. Christopher Melles und Linus Spies (je sieben Tore) sowie Jan Schmidt (sechs Tore) bilden das treffsicherste Angriffstrio der A-Klasse. Gemeinsam haben sie 20 der 24 Niederfischbacher Tore erzielt. Wo Melles letztes Jahr noch überwiegend alleine für Jubel sorgte (22 Tore; 14 mehr als der nächstbeste Torschütze), können sich die Gegner diese Saison nicht mehr so klar auf einen Mann konzentrieren.
Auf der anderen Seite kann Niederdreisbach nur dann gewinnen, „wenn wir zwei starke Halbzeiten spielen und unsere Chancen verwerten“ (Hensel). Neben den Langzeitausfällen wird der spielende Co-Trainer Stefan Lenz anders als gegen Alsdorf nicht mit von der Partie sein. Ob dafür Andreas Lenz und Simon Hempel wieder zur Mannschaft stoßen, steht noch nicht fest. Trainer Hensel zieht deshalb in Erwägung, auch selbst aufzulaufen.

Eröffnet wird der Spieltag am Samstag mit einem Heimspiel des entthronten Tabellenführers Lautzert (2., 21 Punkte) gegen Neitersen II (9., 13 Punkte). Der Aufsteiger, am dritten Spieltag auch einmal kurz Tabellenführer, ist mittlerweile in der unteren Tabellenhälfte angekommen und hat nur noch drei Punkte Vorsprung auf Niederdreisbach. Am Sonntag gehen die restlichen Partien über die Bühne. Das Spitzenspiel bestreiten Berod/Wahlrod (4., 17 Punkte) und der Sensations-Erste Steineroth (1., 21 Punkte). Herdorf (3., 17 Punkte), seit sieben Ligaspielen ungeschlagen, tritt beim Lokalrivalen Daaden (12., 9 Punkte) an, der zwar nach dem verdienten Sieg gegen Meudt erst einmal aufatmen konnte, aber immer noch in der Abstiegszone steht. Immerhin hat Daaden im direkten Duell die seit fünf Spielen sieglose SG Meudt (13., 8 Punkte) verdrängt, die nun zu seit fünf Spielen ungeschlagenen Weyerbuschern (6., 16 Punkte) reist. Alsdorf (7., 16 Punkte) bekommt ziemlich sicher von Schlusslicht Stockum-Püschen (14., 3 Punkte) drei Punkte an die Heller geliefert. Außerdem spielt unser Tabellennachbar Alpenrod (9., 11 Punkte) in Unnau gegen Rennerod (8., 14 Punkte).

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