9. Spieltag (Samstag, den 07. Oktober 2017, 18:00 Uhr): SG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau - VfB Niederdreisbach

VfBLogo50x50 1:2 VfBLogo50x50


Pünktlich zum Oktoberfest raus aus der Abstiegszone

Wie schon vor zwei Jahren ist es dem VfB Niederdreisbach gelungen, die SG Alpenrod-Lochum/Nistertal/Unnau am Abend des VfB-Oktoberfests zu bezwingen. Der zweite Auswärtssieg der Saison gegen einen Konkurrenten aus dem unteren Tabellendrittel hat zur Folge, dass die Mannschaft von Christian Hensel aus eigener Kraft die Abstiegsränge verlässt. Bei einem durch Sturm und Regen geprägtem Kampfspiel auf schwer bespielbarem Rasen ging es ohne Tore in die Pause. Nach einem Freistoß gelang es Max Ermert jedoch bald nach Wiederanpfiff, das Auswärtsteam durch sein erstes Ligator im VfB-Trikot in Führung zu bringen. Bis in die neunzigste Minute hielt der Vorsprung, und die Hoffnung war groß, das Ergebnis über die Zeit zu bringen, zumal es durch Stefan Lenz auch noch Möglichkeiten gab, den Vorsprung zu verdoppeln. So blieb Alpenrod allerdings im Spiel und kam zu vielen Freistößen in der gegnerischen Hälfte - und einer davon brachte in der Schlussminute das 1:1. Trainer Hensel gab nach dem Spiel zu, dass ihn der Ausgleich sehr getroffen hat: "Als der Ball reinging, dachte ich nur: 'Das darf nicht wahr sein! Jetzt spielen wir wieder nur Unentschieden!'."
Seine Jungs kämpften aber weiter und so gab es in der Nachspielzeit noch eine Aktion, die tatsächlich die drei Punkte brachte. Eingeleitet wurde der Ausgleich durch eine "geniale Aktion" (Hensel) von Tim Meyer, der per Freistoß Sandro Josten fand. Unser Nummer 17 spielte den Ball durch in die Spitze, wo der eingewechselte Christian Hüsch den Ball vorm Torwart bekam, dann jedoch zu Fall gebracht wurde. Ob es für diese Aktion womöglich sogar einen Platzverweis hätte geben müssen, kann dem VfB vollkommen egal sein. Der Gefoulte, der nach drei durch Verletzung verpassten Pflichtspielen endlich wieder mit dabei war, verwandelte den fälligen Strafstoß nämlich höchst selbst zum 2:1 aus Niederdreisbacher Sicht, das auch den Endstand bedeutet. So zog der VfB in letzter Sekunde an der SG Alpenrod vorbei, die aber zumindest vorerst auch vor den Abstiegsplätzen bleibt.
Christian Hensel war sichtlich erleichtert und äußerte sich folgendermaßen: "Ich bin zehn Kilo leichter und der ganzen Mannschaft ist eine Last abgefallen. Vor dem Spiel habe ich klar gemacht, dass es heute nicht darum gehen würde, besonders schön Fußball zu spielen. Es musste gewonnen werden, egal wie. Die Truppe hat das gut umgesetzt, obwohl ja wieder einige angeschlagene Spieler auf dem Platz standen und wir nur zwei Feldspieler und als Notnagel unseren Torwarttrainer auf der Bank sitzen hatten. Jetzt sind wir endlich ganz unten raus und können es auf dem Oktoberfest richtig krachen lassen!"

Weiter geht es für den VfB Niederdreisbach mit einem Heimspiel am 15. Oktober. Dann erwarten wir im Lokalduell mit der SG Alsdorf ein Spitzenteam. Für den VfB wird es höchste Zeit, auch wieder auf eigenem Platz zu punkten. "Wenn ich sehe, dass auswärts nur Lautzert mehr Punkte geholt hat als wir, wir aber in der Heimtabelle Letzter sind, wird mir schlecht. Das ist ein Unding und wir müssen das unbedingt korrigieren," sagt Hensel dazu.

Aufstellung des VfB: Schumacher, M. Ermert, St. Ermert (78. Hüsch), T. Meyer, Ch. Meyer, Marzisz, Hofmann, Josten, Hempel, St. Lenz

Torschützen für den VfB: M. Ermert, Hüsch

Fotos vom Spiel auf unserem Facebook-Auftritt


Vorbericht

Wenn man seit fünf Spielen auf einen Sieg wartet, auf den vorletzten Tabellenplatz rutscht und in der Heimtabelle sieglos ganz am Ende steht, ist die Ernüchterung beim VfB Niederdreisbach (13., 6 Punkte) zweifelsohne groß. Gegen Daaden, Meudt und Weyerbusch hatte man dreimal in Folge die Chance, gegen die direkte Konkurrenz im unteren Tabellendrittel Siege einzufahren und die Abstiegsränge zu verlassen. Dies ist ebenso wenig gelungen, wie ein Befreiungsschlag im Pokal gegen das Liga-Schlusslicht Stockum-Püschen, das man am dritten Spieltag noch bezwungen hat. Der Umbruch, der nach dem Rücktritt mehrerer Leistungsträger im Sommer nötig wurde, gestaltet sich deutlich schwieriger als erhofft. Dabei wiegt schwer, dass aus diversen Gründen in den letzten Wochen immer wieder mit Ach und Krach nur zwölf oder dreizehn einsatzbereite Spieler bereitstanden. So blieb dem immer mit vollem Einsatz arbeitenden Trainerteam bestehend aus Christian Hensel, Stefan Lenz und Sascha Wirfs zuletzt oft keinerlei Spielraum bei der Aufstellung oder der taktischen Ausrichtung.  Diese Situation wird sich wieder bessern, doch auch bis dahin gilt es, nicht den Anschluss zu verlieren und sich gemeinsam aus dem Tabellenkeller zu befreien. Wenn die Mannschaft an einem Strang zieht, ist dies auch kurzfristig möglich.
Während der fünf Spiele währenden Serie ohne Siege gab es zwei Unentschieden und drei Niederlagen mit nur je einem Tor Unterschied, wodurch deutlich wird, dass Niederdreisbach hier und da nur ein Quäntchen Glück für ein Erfolgserlebnis gefehlt hat (Hensel: „Wir hatten gegen Weyerbusch alles verdient aber nichts bekommen.“). In der Tabelle sind die Abstände zwischen den einzelnen Mannschaften nach acht Spieltagen immer noch recht gering. So liegt die SG Daaden nur aufgrund der besseren Tordifferenz vor dem VfB. Die SG Meudt hat einen einzigen Punkt mehr auf dem Konto als die beiden Teams aus dem Daadetal, weist aber die schlechtere Tordifferenz auf. Ebenfalls mit einem Spiel überholen lässt sich die SG Alpenrod-Lochum/Unnau/Nistertal (10., 8 Punkte). Weil zu dieser Mannschaft am Samstag die nächste Auswärtsfahrt des VfB Niederdreisbach führt, eröffnet sich am neunten Spieltag also die vierte Möglichkeit hintereinander, im direkten Duell an einem Kellerkind vorbeizuziehen. Deshalb äußert sich Christian Hensel drei Tage vor dem Spiel so: „Es ist ein klassisches Sechs-Punkte-Spiel früh in der Saison. Die Mannschaft weiß, worum es geht. Damit wir den Anschluss nicht verlieren, müssen am besten drei Punkte her.“
Die SG Alpenrod wartet übrigens noch länger auf einen Sieg als der VfB. Seit Ende August hat die Mannschaft von Jürgen Hehl nicht mehr gewonnen. Am vergangenen Samstag gab es sogar eine 1:6-Abreibung gegen die SG Steineroth-Dauersberg/Molzhain. Allerdings haben die Blau-Weißen in ihrem dritten Jahr nach dem Aufstieg auch schon mehrfach durch positive Ergebnisse für Aufsehen gesorgt. Vor der Pleite in Molzhain gelang ein beachtliches 0:0 gegen Neitersen II und ein noch beachtlicheres 3:3 gegen den Meisterschaftsanwärter Berod/Wahlrod. Hier zeigte Alpenrod große Moral und kam gegen das Starensemble um die Schäfer-Brüder und Topstürmer Pavelić nach einem 1:3 noch zu einem Punktgewinn. Noch besser lief es in den ersten Wochen: Bei Lautzert gelang ein 2:1-Coup; ansonsten hat der souveräne Tabellenführer alle seine Partien gewonnen. Weyerbusch wurde von Alpenrod drei Tage später mit  5:1 vom Platz gefegt. Insofern sollte klar sein, dass das Spiel gegen die SG nicht leicht werden wird. Die positive Bilanz von fünf Siegen in sieben Pflichtspielbegegnungen ändert daran nichts, denn selbst die beiden Siege (3:0 und 2:1) in der vergangenen Saison sind Schnee von gestern, wobei immerhin die beiden Torschützen vom Auswärtssieg im März, Stefan Lenz und Sandro Josten, auch in dieser Spielzeit auf dem Platz stehen. Eine Wiederholung dieses Resultats wäre aber enorm wichtig. Matthias Simons Musik auf dem VfB-Oktoberfest, das am gleichen Abend steigt, ließe sich jedenfalls deutlich entspannter genießen, wenn zuvor ein Sieg gegen Alpenrod gelungen wäre. Vor zwei Jahren gelang das übrigens schon einmal: vor dem Oktoberfest 2015 bezwang der VfB die SG mit 4:3. Da die Torschützen von damals – Kober, Knautz und Schnell – nicht mehr an Bord sind, ist es nun an der Zeit, neue Oktoberfesthelden zu finden.

Am Samstag finden noch zwei andere Spiele der Kreisliga A statt. Das eine davon ist ein Spitzenspiel, das für den VfB in der aktuellen Situation keinerlei Bedeutung hat: Alsdorf (3., 15 Punkte) empfängt die punktgleiche SG Steineroth (2., 15 Punkte). Das verbleibende Samstagsspiel bestreiten die mittlerweile in der Spitzengruppe angekommene SG Herdorf (5., 13 Punkte) und die weiterhin kriselnde SG Meudt (11., 7 Punkte). Hier dürften die VfB-Fans unserem Lokalrivalen aus dem Hellertal die Daumen drücken. Am Sonntag gibt es dann das zweite Spitzenspiel: Nach dem Duell zwischen dem Zweiten und dem Dritten am Vortag kreuzen nun der Erste und der Vierte, also Lautzert (18 Punkte) und Berod/Wahlrod (14 Punkte) im Derby die Klingen. Punktgleich im Mittelfeld liegen Niederfischbach (7., 13 Punkte) und Neitersen II (6., 13 Punkte). Ein schwieriges Heimspiel erwartet Daaden (12., 6 Punkte): Rennerod reist an. Daaden muss nach vier Spielen ohne eigenes Tor dringend wieder treffen, denn Rennerods Spieletrainer Heene ist immer für einen Treffer gut. Weyerbusch (9., 10 Punkte) könnte sich mit drei Punkten gegen Stockum-Püschen (14., 3 Punkte) weiter von den Abstiegsplätzen entfernen.

(zur Saisonübersicht)