16. Spieltag (Sonntag, 27.11.2016, 14:30 Uhr): SG Herschbach/Girkenroth/Salz - VfB Niederdreisbach

1:2 VfBLogo50x50

Mit Erfolgserlebnis in die wohlverdiente Winterpause

Schon am Donnerstag im Pokalspiel war die Personalnot zu spüren, die den VfB die Winterpause herbeisehnen ließ. Mit einer Rumpfelf war man der SG Steineroth unterlegen. Da sich die Situation bis zum nächsten Meisterschaftsspiel am Sonntag nicht bessern sollte, arbeiteten Trainer Christian Hensel und sein Co Stefan Lenz intensiv an einem System, mit dem man trotzdem in Herschbach punkten konnte, idealerweise dreifach. Dass sich der VfB nicht verstecken würde, konnte man bereits an der Aufstellung von zwei Stoßstürmern erkennen. In der Verteidigung sollte eine Dreierecke für Sicherheit sorgen. Hensel betonte den Anteil von Stefan Lenz am Erfolg: „Die Absprachen im taktischen Bereich klappen mit meinem Co-Trainer hervorragend! Er ist für mich ein ganz wichtiger Mann, so wie auch unser Betreuer Thomas Best, der uns mit seiner Arbeit den Rücken frei hält.“ Hoffnung gab darüber hinaus das Comeback des langzeitverletzten Christian Hüsch. In der Notlage wollte er sich nicht weiter schonen und stand erstmals seit dem fünften Spieltag wieder auf dem Platz.
Direkt zu Beginn des Spiels entwickelte der VfB ein Übergewicht. Durch Standards, aber auch aus dem Spiel heraus näherten sich die Grün-Weißen dem Tor. Aber weder Konstantin Knautz nach einer Ecke (4. Minute) noch Heiko Schnell, den Christian Hüsch im Strafraum in Szene setze (5.), noch Christian Hüsch nach einem Freistoß (6.) konnten Zählbares einbringen. Die SG Herschbach strahlte umgekehrt kaum Torgefahr aus. Eine schlechte Absprache in der Niederdreisbacher Hintermannschaft führte dann zur ersten Chance, die die Gastgeber prompt nutzen und zum 1:0 trafen (13.).
Der VfB blieb ungeachtet dessen die stärkere Mannschaft und setzte alles daran, den Rückstand schnellstmöglich aufzuholen. Zunächst setzte Mats Volk Heiko Schnell mit einem Pass in die Schnittstelle der Abwehr schön ein, der den schwierigen Ball aber aus der Entfernung nicht im Tor unterbringen konnte (21.). Schnell versuchte sich dann auch als Vorlagengeber – Christian Hüschs Kopfballs nach seiner Flanke verfehlte aber das Ziel – bevor das Duo Volk/Schnell erneut im Mittelpunkt stand: Nach einer längeren Druckphase des VfB sah Mats Volk den Stürmer frei am Sechszehner, der den Ball gefühlvoll unter die Latte schlenzte: der verdiente Ausgleich in der 35. Minute. Nur wenig später hätte Max Ermert nach einem Freistoß fast für die Führung gesorgt. Seinen Schuss setzte er allerdings über das Tor. Von Herschbach war derweil wenig zu sehen, dennoch ging die letzte erwähnenswerte Situation auf das Konto der Gäste: Der bereits verwarnte Daniel Hannappel blockierte absichtlich einen schnell ausgeführten Freistoß, um einen Konter zu verhindern. Folgerichtig zog der Schiedsrichter die erneut die gelbe Karte: Gelb-Rot in der 44. Minute.
Jetzt in Überzahl begann auch die zweite Hälfte erfolgversprechend für den VfB. Erstmals richtig gefährlich wurde es in der 51. Minute als die Gäste das Tempo kurz verschärften und Konstantin Knautz und Heiko Schnell in einer 2-gegen-2-Situation in den gegnerischen Strafraum eindringen konnten. Beim Versuch seinen Mitspieler einzusetzen, blieb Knautz' Pass aber an der Hand seines Gegenspielers hängen. Absicht war dabei aber nicht zu erkennen, der Schiedsrichter entschied sich daher gegen einen Elfmeter. Die nächste dicke Gelegenheit hatte Christian Hüsch. Nachdem die SG eine gefährliche Strafraumaktion bereits geklärt sah, feuerte er einen Schuss aus der zweiten Reihe ab, verfehlte aber knapp (64.).
Die Partie verflachte in der Folge etwas, der VfB wirkte unruhiger, kleine Fehler schlichen sich ein. Dass die Gäste gefährlicher wurden, lag sicherlich auch am Aus für den bis dahin sicher verteidigenden Tim Meyer in der 62. Minute. Nachdem sein Gegenspieler ihn mit dem Fuß voraus attackierte, musste er mit einem Bänderriss ausgewechselt werden. Für ihn kam Jonas Zöllner ins Spiel, der sich ins Mittelfeld orientierte.
Eine Viertelstunde später musste der VfB sich bei Keeper Tim Schumacher bedanken, trotz Überzahl nicht in Rückstand geraten zu sein. Die Herschbacher Angreifer kombinierten sich in den Sechszehner und feuerten binnen Sekunden mehrfach aus kurzer Distanz aufs Gehäuse. Einen Schuss davon musste Max Ermert auf der Linie klären, einen weiteren spitzelte der schon am Boden liegende Torwart mit den Fußspitzen an den Pfosten (76.). Zeit zum Durchatmen blieb nicht, denn schon eine Minute später wurde es wieder gefährlich, diesmal aus der Distanz. Schumacher musste aber nicht eingreifen. Das Spiel war in der Folge offen und kampfbetont. Hier warf der akut gegen den Abstieg spielende Gastgeber alles in die Waagschale, um die Unterzahl auszugleichen.
Die Entscheidung sollte dann eine Standardsituation bringen. Kurz vor Schluss zirkelte Tom Rötter einen Eckball auf Konstantin Knautz, dessen ganze Kopfballstärke es brauchte, um den Ball in die Maschen zu drücken. In den letzten Minuten verteidigte der VfB die Führung mit Mann und Maus. Mit der Einwechslung von Thomas Kölzer, der kurzfristig eingesprungen war, konnte Christian Hensel nicht nur wichtige Sekunden gewinnen, sondern Christian Hüsch einen Sonderapplaus für seine starke Rückkehr ermöglichen. Trainer Hensel war angetan von Hüschs Leistung: „bärenstarke Leistung – ein tolles Comeback!“
Kurz darauf war Schluss und die Grün-Weißen feierten einen „dreckigen“ (Hensel), aber insgesamt doch verdienten Sieg. Immerhin war Herschbach in der ersten Hälfte gar nicht zu sehen, der VfB hatte dagegen mehrfach die Möglichkeit in Führung zu gehen. In Halbzeit zwei wurde es zwar trotz Überzahl durchaus brenzlig, auf die ganze Spielzeit gesehen konnte sich die SG aber doch zu wenige zwingende Chancen erarbeiten. Niederdreisbach geht nach dem 2:1-Erfolg in Girkenroth mit 25 Punkten auf Platz 5 in die Winterpause. Diese ist auch bitter nötig, damit sich die vielen angeschlagenen und verletzten Spieler erholen können. Gute Besserung an dieser Stelle auch an Tim Meyer, der sich heute verletzt hat!

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, Meyer (65. Zöllner), Schnell, Knautz, Höfer, Rötter, Volk, Grimm, Hüsch (88. Hüsch)

Torschützen für den VfB: Schnell, Knautz



Vorbericht

Noch neunzig Minuten trennen den VfB Niederdreisbach (6., 22 Punkte) von der wohlverdienten Winterpause. Nach einer starken Hinrunde, die dank einer Serie von vier Siegen auf Platz 5 endete, gehen der Mannschaft von Christian Hensel langsam die Kräfte und vor allem die Spieler aus. So gab es zuletzt ein Unentschieden gegen den Dritten aus Meudt, eine knappe Niederlage gegen den Zweiten aus Lautzert und nur drei Tage vor dem Jahresabschluss ein 1:4 im Pokal gegen den B-Ligisten Steineroth, bei dem allerdings gleich neun Spieler nicht mit von der Partie waren.
Am Sonntag kommt es nun also im Rahmen des 16. Spieltags zum Auftritt in Girkenroth. Gegen die dort beheimatete SG Herschbach/Girkenroth/Salz (13., 14 Punkte) ist der VfB natürlich auf dem Papier ganz klar favorisiert, doch auch für dieses Spiel wird Christian Hensel wieder auf mindestens sechs Spieler verzichten müssen. Unter anderem ist nämlich neben den verletzten Akteuren Patrick Kober zum Zuschauen verdammt, nachdem er sich in der hektischen Schlussphase von Puderbach einen Platzverweis einhandelte. Insofern überrascht es nicht, dass Hensel sich verhalten äußert und nicht zum verbalen Großangriff ansetzt: „Wir reisen quasi mit dem letzten Aufgebot an. Klar, wir wollen trotzdem irgendwie gewinnen. Zumindest ein Punkt sollte es schon sein, aber selbst das wird sicherlich unter diesen Voraussetzungen schwierig.“
Dass Herschbach gegen Niederdreisbach durchaus punkten kann, hat der Aufsteiger schließlich schon im Hinspiel bewiesen. Ganz früh im Spiel hatte die SG die große Gelegenheit, auf fremdem Platz sogar in Führung zu gehen. Den Herschbacher Strafstoß konnte Tim Schumacher im VfB-Tor aber parieren. Danach war es überwiegend ein Spiel auf ein Tor. Herschbach verteidigte mit Mann und Maus, was aber für einen Aufsteiger auswärts ohne jeden Zweifel ein legitimes Mittel ist und ihm keinesfalls vorgeworfen werden kann. Im Gegenteil, die Männer in Rot wurden einige Male durch Konter, insbesondere durch David Hannappel, gefährlich. Für die VfB-Offensive war es hingegen eine schwierige Phase, denn sie blieb nicht nur gegen Herschbach ohne Torerfolg, sondern hatte generell nach vier Spielen nur zwei Tore auf der Habenseite.
Seitdem hat sich Niederdreisbach glücklicherweise gefangen. Die Arbeit von und mit Christian Hensel trug Früchte, sodass die Chancen gut stehen, in der oberen Tabellenhälfte zu überwintern. Für Herschbach ging es hingegen bergab. Während die Mannschaft von Daniel Bassage nach dem Auswärtspunkt im Daadetal noch auf Platz 6 lag, steht sie seit zwei Wochen auf einem direkten Abstiegsplatz. Dass unser nächster Gegner dabei einen Vorsprung von acht Punkten auf Mitaufsteiger Almersbach hat, tröstet selbstverständlich wenig. Allerdings sind die drei Mannschaften, die allesamt mit zwei Punkten mehr punktgleich auf den nächsthöheren Plätzen liegen, in Reichweite. So darf sich Herschbach berechtigte Hoffnungen machen, dem direkten Wiederabstieg noch zu entgehen. Mit einem Heimsieg gegen Niederdreisbach könnte sogar noch vor der langen Pause bis Mitte März der Sprung ans rettende Ufer oder zumindest auf den Relegationsplatz gelingen. Somit dürfte klar sein, dass der VfB eine motivierte, mit vollem Einsatz kämpfende Truppe trifft.
Im Prinzip präsentiert sich die SG Herschbach/Girkenroth/Salz daheim ohnehin wesentlich besser als auswärts, wo es neben dem Remis beim VfB nur noch einen weiteren Punkt gab. In der Heimtabelle liegt die SG auf einem starken achten Platz. Allerdings waren die Auftritte in Girkenroth, wo an diesem Wochenende Niederdreisbach erwartet wird, enttäuschend. Auf den Rasenplätzen von Salz und Herschbach ist die Mannschaft ohne Niederlage (ein Unentschieden und drei Siege, unter anderem sogar gegen Meudt). Auf dem Hartplatz von Girkenroth gab es aber in den bisherigen drei Spielen noch keinen Sieg und sogar noch kein einziges Tor für die Heimelf. Kein Wunder also, dass Herschbach nach Weyerbusch den insgesamt ungefährlichsten Sturm hat. Die torlose Serie von Girkenroth darf aus Sicht des VfB nun gerne anhalten.

Eventuell geht Niederdreisbach gar nicht als Sechster in die Partie. Die punktgleichen Niederfischbacher (7., 22 Punkte) haben nämlich beste Aussichten, bei ihrem Heimauftritt gegen Almersbach (14., 6 Punkte) am Freitagabend vorzulegen und zumindest vorübergehend den VfB zu überholen. Am Sonntag finden dann die anderen Begegnungen statt. Wallmenroth (1., 33 Punkte) braucht zumindest einen Punkt, um ganz sicher als Spitzenreiter Weihnachten feiern zu dürfen. Gegen den Drittletzten Berod/Wahlrod (12., 16 Punkte), der im Hinspiel eine zweistellige Pleite einstecken musste, dürfte das für die noch immer ungeschlagene Häßler-Elf eigentlich kein Problem sein. Auf einen Erfolg für die SG hoffen sicher auch die mit Berod/Wahlrod punktgleichen Mannschaften aus Weyerbusch (11., 16 Punkte) und Herdorf (10., 16 Punkte). Gerade die Hellertaler werden ihre Probleme haben, sich aus eigener Kraft oberhalb der Abstiegszone zu halten: Lautzert (2., 30 Punkte) ist gegen sie eindeutig favorisiert. Gleiches gilt sicherlich auch für Weyerbuschs Gegner Alpenrod (5., 22 Punkte). Stockum-Püschen (9., 20 Punkte) muss nach einem Punkt und dreimal vier Gegentoren in den letzten drei Spielen dringend wieder in die Erfolgsspur zurückkehren, um das Jahr einigermaßen sorgenfrei zu beenden. Zum abschließenden Heimspiel erwartet der SV aber niemand Geringeren als die SG Alsdorf/Kirchen (4., 23 Punkte). Unser Lokalrivale Daaden (8., 21 Punkte) wird es bei seiner Reise zur SG Meudt (3, 29 Punkte) trotz des deutlichen 3:0-Hinspielsiegs schwer haben, sodass wir uns berechtigte Hoffnung machen dürfen, in der Tabelle vor unserem Nachbarn zu überwintern, was den Schmerz über die empfindliche 0:3-Pleite in Daaden doch beträchtlich lindern würde.

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