4. Spieltag (Sonntag, 04.09.2016, 15:00 Uhr): SV Stockum-Püschen - VfB Niederdreisbach

1:5 VfBLogo50x50


Sprung vom vorletzten Platz in die obere Tabellenhälfte

Dem VfB Niederdreisbach gelang am 4. Spieltag der erste Ligasieg der aktuellen Saison. Beim bis dato ungeschlagenen SV Stockum-Püschen ließ man sich durch ein frühes Gegentor und eine lange Regenunterbrechung nicht verunsichern und fuhr durch das 5:1 einen deutlichen Auswärtserfolg ein.

Der Tabellendritte aus Stockum-Püschen begann stark. In der Anfangsphase war zu spüren, dass sich die Mannschaft für die 0:4-Pokalklatsche in Niederdreisbach revanchieren wollte. Die Führung der Heimelf durch Tim Kemper war nach fünf Minuten folgerichtig. "Wir haben die ersten zehn Minuten verschlafen," analysierte VfB-Trainer Christian Hensel nach dem Spiel. Das Gegentor schien die Niederdreisbacher dann aber wachgerüttelt zu haben, denn man kam immer besser ins Spiel. Unter anderem konnte Sandro Josten den Ball im Tor versenken; der Schiedsrichter entschied in dieser Situation auf Abseits. Der Ausgleich kurz vor der Pause durch Patrick Kober, der im Mittelfeld ein starkes Spiel ablieferte, war hoch verdient und ließ auf mehr hoffen.
Für die zweite Halbzeit kam der agile Erblin Kuci für Stefan Lenz; Heiko Schnell rückte für den spielenden Co-Trainer in die Spitze. Kaum hatte Schiedsrichter Frank Mihm wieder angepfiffen, besorgte Heiko Schnell durch einen direkt verwandelten Freistoß nahe der Eckfahne die Führung für seine Mannschaft. Der VfB hatte das Spiel gedreht. Eine dreißigminütige Regenpause konnte Hensel für taktische Anweisungen nutzen: "Ich habe der Mannschaft gesagt, dass wir pressen und hoch verteidigen wollen. Das haben die Jungs super umgesetzt." Endgültig entscheiden konnten die Gäste das Spiel in ganz starken sieben Minuten, in denen Kober (70.) nach starker Vorarbeit durch den flinken Sandro Josten, Schnell (73.) per cleverem Lupfer und Josten (76.) nach feinem Solo den Spielstand von 2:1 auf 5:1 schraubten. Es gab durchaus noch Möglichkeiten für weitere Treffer, die aber nicht genutzt wurden. Das Fazit des Trainers viel naturgemäß positiv aus: "Es war ein in der Höhe völlig verdienter Sieg, durch den wir an den Pokalerfolg anknüpfen konnten. Glückwunsch an die Truppe!" Konsterniert waren die so gut in die Saison gestarteten Gastgeber. Auf seiner Facebook-Seite sprach der SV von einem "unterirdischen Spiel" seiner Mannschaft, was aber ganz klar nicht zuletzt am starken Auftritt ihrer Widersacher lag.

Aufstellung des VfB: Schumacher, Si. Lenz, M. Ermert, St. Ermert, St. Lenz (45. Kuci), Kober, Schnell (80. Zöllner), Knautz (77. Grimm), Höfer, Rötter, Josten

Torschützen für den VfB: Kober, Schnell, Kober, Schnell, Josten, 


Vorbericht

Im Kreispokal läuft es diese Saison für den VfB Niederdreisbach. Nach einem 4:0-Sieg gegen Stockum-Püschen und einem 4:1-Sieg in Nauroth steht die Mannschaft von Christian Hensel als eine von maximal vier Teilnehmern aus der Kreisliga A im Viertelfinale des Wettbewerbs (einige Achtelfinalpartien stehen noch aus). Hier trifft der VfB in häufig das Tor und lässt hinten wenig zu. In der Liga sah dies leider bislang anders aus. Obwohl die Zuschauer auch dort bereits gute Leistungen und zahlreiche Tormöglichkeiten sahen, reichte es an den ersten drei Spieltagen nur zu einem Tor und zwei Punkten. Es hatten sich wohl alle Beteiligten mehr erhofft, zumal man nach dem torlosen Unentschieden gegen Herschbach auf den vorletzten Tabellenplatz abgerutscht ist.
Beim SV Stockum-Püschen startet der VfB Niederdreisbach nun einen neuen Anlauf, um sich aus den unteren Gefilden zu entfernen. Das 4:0 im Pokalspiel vor weniger als einem Monat stimmt da natürlich optimistisch. Der VfB gewann damals bei seiner vielleicht besten Saisonleistung vollkommen verdient. Die Erinnerung an diese Partie kann die Spieler optimistisch in das Meisterschaftsduell gehen lassen. Trainer Christian Hensel warnt jedoch: „Es wird sicherlich ein anderes Spiel“. Die Mannschaft des Überraschungs-Sechsten des Vorjahres, der zur Halbzeit noch auf dem drittletzten Platz gegelen hatte, kam nämlich rechtzeitig zum Ligastart hervorragend in Form und ist nun wesentlich erfolgreicher als in der Vorbereitung. Dort hatte das Team von Nico Tzimas die fünf Testspiele vor der Pleite in Niederdreisbach allesamt verloren – drei davon gegen A-Ligisten (0:1 gegen Steinefrenz, 4:5 gegen Gückingen, 1:3 gegen Herschbach-Steinefrenz) und zwei sogar gegen B-Ligisten (3:5 gegen unseren letzten Gegner Mörlen und 1:3 gegen Guckheim). In der Meisterschaft brillierte Stockum-Püschen nun hingegen. Dem 4:4 in Alpenrod folgte zunächst der 1:0-Heimsieg gegen Weyerbusch und dann der viel beachtete 2:1-Coup gegen den Aufstiegsmitfavoriten Alsdorf/Kirchen. Damit ist der SV neben der Übermannschaft Wallmenroth und unserem Auftaktgegner Lautzert, der nach dem Unentschieden in Niederdreisbach beide Spiele gewann, eine der drei verbleibenden ungeschlagenen Mannschaften. Obwohl der Verein gegenüber der Rhein-Zeitung bescheiden angab, dieses Jahr lediglich „nichts mit dem Abstieg zu tun haben“ zu wollen, ist er also jetzt sogar noch höher platziert als am Ende der vergangenen Spielzeit. Insofern kann mit einer selbstbewussten Heimmannschaft gerechnet werden. Dies dürfte vor allem auf Fabian Thomaser zutreffen, der nach seiner Einwechslung beide Tore zum Sieg in Kirchen erzielte.
Die Rot-Weißen sind Anfang September folglich deutlich stärker einzuschätzen als beim letzten Aufeinandertreffen Anfang August. Das liegt nicht zuletzt auch daran, dass sie auf heimischem Platz potenziell mehr erreichen können als in Niederdreisbach. Schon in der letzten Saison hatte der VfB den SV Stockum-Püschen nämlich zu Hause mit 6:1 abgefertigt, kam aber in der Rückrunde nicht über ein 0:0 hinaus. Will die Mannschaft nun den Sieg im Paradiesdorf auch in Stockum-Püschen bestätigen, wird es wichtig sein, das Erfolgserlebnis aus dem Kreispokal als Antrieb zu nutzen und sich vor allem nicht von der unbefriedigenden Tabellensituation lähmen zu lassen. Schließlich ist sogar die obere Tabellenhälfte nur  einen einzigen Zähler entfernt. Der Coach glaubt jedenfalls fest an seine Truppe. „Man ist besser, als es die Tabellensituation aussagt“, ist Hensel überzeugt. Er geht indes davon aus, dass unser nächster Gegner den VfB trotz der Resultate nicht unterschätzen wird: „Tzimas und seine Jungs wissen, dass der 13. Rang nicht unserem Leistungsvermögen entspricht“. Das Spiel am 4. Spieltag wird für die Niederdreisbacher jedenfalls alles andere als einfach, doch man kann von der Auswärtsfahrt in die Verbandsgemeinde Westerburg etwas Zählbares mitnehmen – vielleicht ja sogar den ersten Dreier der Saison!

Bereits am Freitag wird dieser Spieltag eröffnet. Daaden (8., 3 Punkte) spielt zum Auftakt wie gewohnt gegen die Mannschaft, die zuvor gegen Niederdreisbach angetreten ist. Diesmal also reist unser Nachbar nach Girkenroth, um zu versuchen, anders als der VfB gegen Herschbach (5., 4 Punkte) das Tor zu treffen. Der Vorstand der Daadetaler hat die Möglichkeit nicht ungenutzt gelassen, die Herschbacher in Niederdereisbach unter die Lupe zu nehmen. Ebenfalls am 2. September empfängt der SSV Weyerbusch (3., 11 Punkte) den verlustpunktfreien Tabellenführer Wallmenroth (1., 9 Punkte), der ganz bestimmt den nächsten Sieg fest eingeplant hat. Zwei Tage später muss Alsdorf (14., 1 Punkt) bei seiner Reise zur SG Alpenrod (4., 4 Punkte) endlich auf die Erfolgsspur zurückkehren, denn selbst ohne den verletzten Robin Stockschläder ist die Caglayan-Elf einfach viel zu gut, um auch nach Woche 4 sieglos zu bleiben. Almersbach (10., 3 Punkte) sorgte nach den ersten Punkten in der Meisterschaft auch im Rheinlandpokal für Furore, wo bereits der zweite Bezirksligist ausgeschaltet werden konnte. In dieser Form ist es für den Aufsteiger auch möglich, dem Lokalrivalen aus Lautzert (2., 7 Punkte) die erste Niederlage zuzufügen. Am Sonntag findet außerdem noch das Spiel zwischen Meudt (6., 4 Punkte) und Herdorf (9., 3 Punkte) statt. Die Adler aus Niederfischbach (7., 3 Punkte) runden mit ihrem Heimspiel gegen den SC Berod/Wahlrod (12., 3 Punkte), der zuletzt zweistellig bei Wallmenroth verlor, am Dienstag den Spieltag ab.

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